22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Sandra9902
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Re: 22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Beitrag von Sandra9902 »

Ich habe ja nun auch zusätzlich zu meiner Tochter, von der ich dir ihre absolut positive, wenn auch sehr individuelle Entwicklung erzählt habe, die übrigens auch ein sehr extremer Beobachter war, noch einen frühkindlichen Autisten mit geistiger Behinderung. Du bist meinem Eindruck nach verfangen in einem Schablonendenken bezüglich Autismus. Beisse dich da nicht fest, du gehst da falsch ran. Ist man Autist, wenn man…dazu hat Lisaneu ja schon geschrieben. Ich finde es ssehr gut, dass du den Rat annimmst, zum Arzt zu gehen, an eine postnatale Depression dachte ich auch.
Ich möchte dich trotzdem etwas bberuhigen. Mein Sohn liegt voll im Spektrum, ist also definitiv ein Autist. Er ist zusätzlich ein zauberhafter Mensch. Charmant ( sein spitzname ist Prinz Charming😊) , zuvorkommend, an so vielem interessiert, es sind SEINE interessen aber bei wem ist das nicht so. Er ist den Menschen sehr zugewandt, liebt es zu kuscheln, gekrault zu werden, egal sind wir ihm definitiv nicht! Er ist inzwischen erwachsen und bei allen beliebt.
Es war seine kleine, nicht behinderte/beeinträchtigte Schwester, die kaum Körperkontakt wollte, es sei denn SIE hat ihn eingefordert.
Bitte versuche, erstmal dir helfen zu lassen.
Alles Gute, Sandra
Sandra mit Sohn, geb. 1999, frühkindlicher Autist,gb, ADHS, Epilepsie, anfallsfrei
Tochter, geb. 2002
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Celine
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Re: 22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Beitrag von Celine »

Cataleya7 hat geschrieben: 04.09.2021, 16:19 ja, wir sind persönlich betroffen und haben uns eingearbeitet / arrangiert.

Individuelle Bewertungen und Einschätzungen anhand Forenposts halte ich für falsch - daher möchte ich Dein Kind hier nun nicht „auseinander nehmen“ anhand Deiner Beschreibung - da fehlen sicherlich viele Details und auch neutrale Einschätzungen von ausserhalb der Elternbrille. Es gibt eben Merkmale die darauf hindeuten können, aber auch etwas völlig normales bedeuten können im Rahmen von Entwicklungsschritten.

Abgesehen davon ist der Bereich frühkindlichen Autismus recht groß und nicht in schwarz/weiss abzugrenzen. In dem
kleinen Alter eures Kindes ist es noch schwieriger.

Mach doch einfach mal den M-Chat Test und schreib, wieviele Punkte da heraus kommen. Das ist eine erste, grobe Einschätzung „von aussen“:

https://mchatscreen.com/wp-content/uplo ... German.pdf

Ich werde den Test mal machen. Ist er denn 100% sicher? Oder kann sich das trotzdem noch mit der Zeit verwachsen? Bei der Frage der imitation, gilt hier auch das imitieren von Küsschen oder knacksen mit der Zunge? Also nicht unbedingt eine Grimasse schneiden?
Cataleya7
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Re: 22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Beitrag von Cataleya7 »

Du denkst viel zu star und in eine Richtung. Es gibt bei dem Alter kein „sicher“ als Ergebnis.
Der Test dient einem Einstieg oder erster Bewertung, neben Gesprächen und anderen Testmöglichkeiten.
Er kann nutzlos sein, er kann auch konkret eine Wahrscheinlichkeit bis hin zur sicheren Diagnostik als Ergebnis aufzeigen.

Besser wäre es aber, wenn Du mit dem Kinderarzt sprichst oder direkt zu einer Autismusberatung, Klinik oder eben KJP gehst und mit Fachleuten sprichst…

„Hier“ kann Dir fachlich niemand helfen da keiner Dich oder Dein Kind kennt. Du machst Dich durch diese Art hätte wäre wenn Spekulation nur kaputt…
der kleine kurt
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Re: 22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Beitrag von der kleine kurt »

Hallo nochmal,

Da steht "z.B." also nein, es geht nicht nur um Grimassen, alles andere gilt genau so.

Ich rate Dir davon ab, den Test zu machen. Das wird sicherlich nicht dazu beitragen, deinen Blick aufs Kind zu verbessern, im Gegenteil.



Celine hat geschrieben: 04.09.2021, 18:00
Cataleya7 hat geschrieben: 04.09.2021, 16:19 ja, wir sind persönlich betroffen und haben uns eingearbeitet / arrangiert.

Individuelle Bewertungen und Einschätzungen anhand Forenposts halte ich für falsch - daher möchte ich Dein Kind hier nun nicht „auseinander nehmen“ anhand Deiner Beschreibung - da fehlen sicherlich viele Details und auch neutrale Einschätzungen von ausserhalb der Elternbrille. Es gibt eben Merkmale die darauf hindeuten können, aber auch etwas völlig normales bedeuten können im Rahmen von Entwicklungsschritten.

Abgesehen davon ist der Bereich frühkindlichen Autismus recht groß und nicht in schwarz/weiss abzugrenzen. In dem
kleinen Alter eures Kindes ist es noch schwieriger.

Mach doch einfach mal den M-Chat Test und schreib, wieviele Punkte da heraus kommen. Das ist eine erste, grobe Einschätzung „von aussen“:

https://mchatscreen.com/wp-content/uplo ... German.pdf

Ich werde den Test mal machen. Ist er denn 100% sicher? Oder kann sich das trotzdem noch mit der Zeit verwachsen? Bei der Frage der imitation, gilt hier auch das imitieren von Küsschen oder knacksen mit der Zunge? Also nicht unbedingt eine Grimasse schneiden?
Biliane
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Re: 22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Beitrag von Biliane »

Ach es ist so schade. All die wunderbaren, wertvollen, feinfühligen Gedanken prallen an Dir ab. Du magst gar nicht zulassen dass Dein Kind kein Autist sein könnte?
Biliane mit Jon *12/19 (7q11.23 Duplikationssyndrom)
Sandra9902
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Re: 22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Beitrag von Sandra9902 »

Billiane, das hast du schön und feinfühlig ausgedrückt. Der Gedanke schlich sich bei mir auch leise ein.

Lieben Gruß, Sandra
Sandra mit Sohn, geb. 1999, frühkindlicher Autist,gb, ADHS, Epilepsie, anfallsfrei
Tochter, geb. 2002
Celine
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Re: 22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Beitrag von Celine »

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Zuletzt geändert von Celine am 06.09.2021, 13:32, insgesamt 1-mal geändert.
Celine
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Re: 22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Beitrag von Celine »

Lisaneu hat geschrieben: 04.09.2021, 17:17
Celine hat geschrieben: 04.09.2021, 10:32 Wenn ich hier lese, das Kinder die später mit Autismus diagnostiziert worden sind & sichvdie ersten 2;5 Jahre komplett normal entwickelt haben & dann sich zurück entwickelt haben sodass man sie nicht mehr wiedererkennt & ich ihr irgendwann gleichgültig bin.. dann bekomm ich Herzschmerzen!

Ist jemand der nicht spricht dirket ein Autist? Gibt es Autisten die erst auf ihren Namen hörten und später dann nicht mehr? Kann es sein das sie "nur" eine Sprachstörung hat? Gibt es Kinder die wenig gestikulieren bzw mit den Finger zeigen wenn man sie etwas abfragt oder wenn sie was essen möchte aber nur triangulieren wenn sie eine Taube auf der anderen Straßenseite sehen & sich freuen und somit die Aufmerksamkeit der Eltern erlangen?
Ist man gleich Autist wenn man als Kleinkind lange ( in unserem Fall mit 22 Monaten noch nicht mit Löffel/Gabel umgehen kann). Bitte verzeih diese komischen Fragen..
Ich bin Mutter von 2 Autisten, die sich definitiv NIE zurück entwickelt haben. Vielleicht gibt es vereinzelt solche Fälle, aber üblich ist es nicht. Es gibt sehr wohl Krankheiten mit einer Rückwärtsentwicklung (z.B. das RETT-Syndrom, aber ich will dir nicht gleich noch einen Floh ins Ohr setzen), Autismus gehört aber nicht dazu.

Mein älterer Sohn hat schon mit 10 Monaten auf seinen Namen gehört, mein jüngerer erst mit ca. 2 1/2 Jahren. Sie haben es nicht wieder verlernt und sie sind beide Autisten.

Nein, wenn jedes Kind, welches mit knapp 2 Jahren noch nicht mit Messer und Gabel umgehen könnte, Autist wäre, hätten wir viele Autisten auf der Welt :wink: . Da war übrigens mein jüngerer Sohn viel flotter dran als mein älterer (der sonst meistens der Überflieger der beiden war), denn der konnte schon mit ca. 18 Monaten halbwegs brauchbar mit Messer und Gabel essen und sein Bruder erst mit ca. 4 Jahren.

Und so Fragen wie "Ist man Autist, wenn man..." sind sowieso falsch. Autismus ist eine Spektrumsstörung. Der Fragebogen dazu(der sowohl von den Eltern aus auch von Lehrern oder Kinderpädagogen unabhängig ausgefüllt wird) umfasst verschiedenste Situationen und Verhaltensweisen. In die Diagnose einbezogen wird das Verhalten des Kindes während der Diagnostik. Wenn eine bestimmte Grenze (der sogenannte "Cut-Off") überschritten ist, dann bekommt das Kind die Diagnose ASS (Autismus-Spektrums-Störung). Diese Diagnose sagt aber weder etwas darüber aus, wo die Stärken und Schwächen, bzw. die Schwierigkeiten eines Kindes liegen, noch darüber, wie "auffällig" dieses Kind in der Gesellschaft ist.

Man darf dabei nie vergessen, dass Autismus anhand von SICHTBAREN Verhaltensweisen diagnostiziert wird, die Ursachen aber nicht sichtbar sind. Wenn man z.B. sieht, dass ein 2jähriges Kind lieber alleine spielt als mit anderen Kindern, hat das normalerweise nichts mit Autismus zu tun, weil es für Kinder in dem Altern normal ist, nicht mit- sondern nebeneinander zu spielen. Wann das Kind wirklich gemeinsam mit anderen Kinder spielt hängt von seiner persönlichen Entwicklung ab und es ist nicht "besser" wenn das früher als bei anderen der Fall ist. Das kann man damit vergleichen, wann ein Kind den ersten Zahn bekommt. Manche Babys werden schon mit einem oder mehreren Zähnen geboren, manchmal lässt der erste Zahn bis nach dem ersten Geburtstag auf sich warten. Das sagt aber überhaupt nichts über die Gesundheit des Kindes oder die "Qualität" der Zähne aus.

Genauso sagt es nichts über die spätere Sozialkompetenz aus, ob ein Kind erst mit 4 Jahren aktiv mit anderen Kinder spielt, oder schon mit 2 Jahren. Wenn ein Kind hingegen mit 5 Jahren von sich aus nicht mit anderen Kindern in Interaktion tritt, sollte man schon genauer hinschauen. Dann ist es aber auch nicht automatisch gleich autistisch. Das nicht-mit-anderen-spielen ist das, was man sieht, und es sagt nichts über die Ursache aus. Das Kind kann z.B. von Natur aus schüchtern und zurückhaltend sein und einfach mehr Ermutigung brauchen, um mit anderen in Kontakt zu treten. Oder es hat in seiner Kindergartengruppe mit anderen Kindern schlechte Erfahrungen gemacht und zieht sich zurück, um das zu vermeiden. Es kann z.B. auch hochbegabt sein und unter Gleichaltrigen keine Spielgefährten finden, mit denen es "auf Augenhöhe" spielen kann. Solche Kinder haben dann oft außerhalb von KIGA oder Schule deutlich ältere Freunde, sie erscheinen aber im Kontext ihrer Einrichtung wie Einzelgänger. Und es kann beim nicht-mit-anderen-spielen natürlich AUCH Autismus dahinter stecken, aber eben nicht zwangsläufig.

Was mir bei dir auffällt ist, dass du ein sehr klares Bild darüber im Kopf hast, was Kinder im Alter deiner Tocher schon "können" SOLLTEN. Vielleicht hilft es dir, dieses Bild mal zu hinterfragen, anstatt dich selbst mit Sorgen und Ängsten fertig zu machen. Auch die Art, wie du hier die Fragen stellst, ist schon sehr angstgesteuert. Dabei darfst du nicht vergessen, dass hier diejenigen Eltern schreiben, deren Sorgen, dass mit ihren Kindern was "nicht stimmt" sich irgendwann mal bewahrheitet haben. Diejenigen, die früher mal solche Beiträge wie deinen verfasst haben, wo sich die Sorgen mittlerweile in Luft aufgelöst haben, sind längst nicht mehr hier :) . Daher kann eine Frage wie "Haben sich eure autistischen Kinder mit 2 Jahren soundso verhalten?" bei mehreren JA-Antworten deine Ängste weiter schüren, während ganz viele neurotypische Kinder, deren Eltern du hier nicht angesprochen hast, sich auch so verhalten haben. Ich hoffe, du verstehst, was ich meine :wink: .

Mir hat bei meinen Kindern das Buch "Babyjahre" von Remo H. Largo sehr geholfen. Da ist die ganz normale Entwicklung von neurotypischen Kindern von Geburt bist zum Alter von 4 Jahren beschrieben. Das Schöne an diesem Buch ist, dass es die Verschiedenheit der Entwicklung anerkennt und einbezieht und an Hand von Statistiken und Vergleichen zeigt, dass z.B. längst nicht alle (gesunden, neurotypischen) Kinder mit 12 Monaten laufen und mit 2 Jahren sprechen. Dieses Buch kann ich dir wirklich sehr empfehlen.
Danke für deine Antwort & für deine Zeit die du dafür investiert hast. Mich plagt die Angst einfach, wenn ich hier recherchiere & Mütter sagen " sie könnten schwören das Kind die ersten zwei Jahre komplett unauffällig waren & die Auffälligkeiten nach und nach plötzlich auftauchten und man ihnen quasi dabei zusehen konnte. Diese Vorstellung allein, das meine Tochter, die vorhin ihre Arme nach mir gestreckt hat und mich umarmte, das bald nicht mehr tun könnte, weil sie sich eben sozial-emotional nicht weiterentwickelt wird, tötet mich innerlich. Ich kann das einfach nicht ertragen.

Ein paar Fragen hätte ich noch. Ist das ein Unterschied ob man die Zeigegeste meist in greifbarer Nähe verwendet z.B. Wo ist die Blume, sie läuft hin und zeigt auf die Blume wenn sie sie greifen kann, bei nicht greifbaren Dingen z.b. willst du einen Pudding? Rennt sie zum Kühlschrank, schaut rauf und tippt auf den Kühlschrank sagt "ja" bzw. schaut sie bei entfernten Dingen hin und mich wieder zurück (Triangulieren)? Hat das vielleicht mit der fehlenden Sprache zutun oder MUSS da IMMER was dahinter stecken. Oder gibt es Kinder die das nun mal nicht tun. Genauso beim winken, gibt es Kinder die das nicht tun und trotzdem gesund sind? Es sind halt ein paar Punkte die nicht / kaum vorhanden sind.. wie zb. In eine gewisse Richtung zeigen, fehlendes Winken (hebt höchstens die Hand) , versteht manchmal nicht wenn ich mit dem Finger lautlos irgendwo hin zeige, schaut mir dabei in die Augen, ab und an klappt es und sie schaut in die Richtung manchmal schaut sie dann auf den Finger, esseiden ich sag schau mal da ist eine Taube mit Zeigeste & sie schaut in die Richtung..spricht mit ihren 22 Monaten höchstens 5 Wörter .. reichen diese Kriterien um direkt an Autismus zudenken?
Celine
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Re: 22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Beitrag von Celine »

Biliane hat geschrieben: 04.09.2021, 19:09 Ach es ist so schade. All die wunderbaren, wertvollen, feinfühligen Gedanken prallen an Dir ab. Du magst gar nicht zulassen dass Dein Kind kein Autist sein könnte?
:cry: :cry: :cry:
Ich bin ja froh das ihr mir zuhört und ao dankbar für die schönen Worte aber ich kann es einfach nicht mehr realisieren bzw positiv denken..
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Celine
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Re: 22 Monate | Entwicklung | Autismus?? HILFE

Beitrag von Celine »

Sandra9902 hat geschrieben: 04.09.2021, 20:24 Billiane, das hast du schön und feinfühlig ausgedrückt. Der Gedanke schlich sich bei mir auch leise ein.

Lieben Gruß, Sandra
:cry:
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