Schule leugnet den Schulunfall

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Elena2012
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Schule leugnet den Schulunfall

Beitrag von Elena2012 »

Hallo,

Ich habe hier schon mal darüber berichtet, dass unser Sohn im Dezember in der Schule ein Stück bleibenden Schneidezahn verloren hat. Die Lehrerin und die Erzieherin wollten damals den Unfall nicht gesehen haben. Wir haben unseren Sohn abgeholt und nach Ankunft zu Hause gesehen, dass ein Stück Zahn fehlt. Die Schule wurde sofort per E-Mail informiert und mein Mann ist sofort hingefahren, um nach dem abgebrochenen Stück Zahn zu suchen.
Unser Sohn hat auch mit seinen bescheidenen Sprachmöglichkeiten erzählt, dass er vom Klassenkameraden geschubst wurde und auf eine Bank fiel, dabei ist es passiert mit dem Zahn.
Ein Gespräch mit der Schule gab es nie, die Schule hat sich komplett verweigert. Einen Unfallbericht gab es mit vier Tagen Verzögerung und einem kleinen Satz, dass die Kinder lediglich einen kurzen Moment unbeaufsichtigt waren.
Und nun kam für uns vor 10 Tagen eine große Überraschung. Wir klagen mit Hilfe einer Anwältin auf Schulbegleitung und haben den Unfall auch im Widerspruchsschreiben angegeben zur Illustration dessen, was passieren kann, wenn unser Sohn unbeaufsichtigt in der Schule ist. Der Referent der Schulbehörde schreibt in seiner Stellungnahme, dass es gar nicht bewiesen ist, dass der Zahnunfall in der Schule passiert ist. Wir hätten erst Tage später es der Schule mitgeteilt.
Wie gesagt, wir haben es der Schule ca. 40 Minuten nach dem Abholen mitgeteilt und unser Sohn hat es uns auch erzählt, dass es in der Schule passiert ist. Wie kann die Schulbehörde bzw. die Schule so dreiste Lügen behaupten? Und wir sollen wir vor allem damit umgehen?
Für unseren Sohn und für uns bedeutet dieser Unfall eine lange und schwierige Behandlung, die letztendlich nur in Vollnarkose irgendwann möglich sein wird.

Viele Grüße

Elena

Anne_mit_2
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Re: Schule leugnet den Schulunfall

Beitrag von Anne_mit_2 »

Hallo Elena,

wann genau wart Ihr denn mit Euren Sohn das erste Mal nach dem Unfall beim Zahnarzt? Habt Ihr Unterlagen darüber?

Ich bin damals mit meinem Sohn direkt zum zahnärztlichen Notdienst gefahren, als ich das abgebrochene Stück gesehen habe (fehlendes Stück ist verloren!!!). Wir kamen beim Notdienst etwa 50 Minuten nach dem Eintreffen meines Sohnes von der Schule schon dran (weil es eben ein Zahnunfall war und dabei Eile geboten sein könnte!). Darüber haben wir vom Arzt einen Bericht mit Tag und Uhrzeit der Behandlung und der Bestätigung der Diagnose "Zahnunfall ca 3-6 Stunden alt: ..........". Das Schreiben hat natürlich Geld gekostet (keine Kassenleistung), aber das war es mir in dem Moment wert.

Damit hätten wir im Zweifelsfall nachweisen können, an welchem Tag während der Schulzeit der Unfall passiert ist. Ich hatte dies übrigens der Lehrerin in Kopie auch gleich zugeschickt für die Akten und ihr noch dazugeschrieben, dass mir vollkommen klar ist, dass solche Dinge nie völlig auszuschließen sind, und dass ich ihr keinen persönlichen Vorwurf mache. Danach ging alles seinen geordneten Gang, ohne dass der Zahnunfall je bestritten worden wäre.

Viele Grüße,
Anne

kati543
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Re: Schule leugnet den Schulunfall

Beitrag von kati543 »

Hallo Elena,
na wurde der Unfall denn nun der zuständigen Unfallkasse gemeldet, oder nicht? Damit wäre das ja nun ganz klar nachweisbar. Das muß ja gemeldet wurden sein. Die gesamten Kosten von jetzt und auch Folgekosten trägt ja nicht die Krankenkasse, sondern die Unfallversicherung.
Damit dass die Schule das Protokoll für die Unfallversicherung ausfüllt, IST ES BEWIESEN. Sonst hätte die Schule ja Versicherungsbetrug begangen. Er will doch den Lehrern und Erziehern der Schule sicher nicht nachsagen, dass sie lügen.

Welche Behinderungen hat denn dein Kind? Besucht es eine Förderschule oder eine Regelschule? Grundlegend muß man natürlich sehen, dass Unfälle passieren. Daran ändert auch eine Schulbegleitung nichts. Eine Schulbegleitung hätte den abgebrochenen Zahn einfach auch nicht verhindert. Sie wäre nur eventuell in der Lage gewesen, euch zu informieren. FALLS ihr denn eine Schulbegleitung für die Pausen bekommt.
Habt ihr nicht noch ein paar mehr Punkte, wie ihr die Schulbegleitung begründen könnt?

LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Mellie
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Re: Schule leugnet den Schulunfall

Beitrag von Mellie »

Hallo,

wenn ihr an dem Tag des Schulunfalles beim Zahnarzt wurde doch der Schulunfall dokumentiert. Da muß man doch genau angeben, wo der Unfall passiert ist. Mein Sohn hatte leider schon mehrere solcher Unfälle, deswegen weiß ich es. Und ihr habt der Schule eine Email geschickt. Normalerweise muß die Schule dann auch noch etwas ausfüllen. Verstehe nicht, warum sie sich so quer stellt. Der Zahnarzt müßte auch noch die Unterlagen haben. Die Behandlung hat er sicherlich über die Unfallkasse abgerechnet.
Viele Grüße
Mellie
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Sohn geb.1999, GdB 70 B, G, PG 3, beschäftigt in einer WfbM
Sohn geb. 2003 mit viel Förderung auf einem guten Weg

joris
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Re: Schule leugnet den Schulunfall

Beitrag von joris »

Hallo,
auch die Versicherung könnte dir weiterhelfen. Was steht denn in dem Unfallbericht?

Alles Gute für die Zahnbehandlung!
Joris

Elena2012
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Re: Schule leugnet den Schulunfall

Beitrag von Elena2012 »

Wir waren am nächsten Morgen bei einem Not-Zahnarzt, der hat nur kurz geguckt. Wir hatten natürlich nach keinem Bericht gefragt, weil wir im Traum nicht darauf gekommen wären, dass die Schule das leugnen könnte. Der Unfall passierte am Freitag, wir sind auch nicht gleich in die Notaufnahme gefahren, es war Anfang Dezember und wir haben versucht, Arztpraxen oder gar Krankenhäuser zu meiden wegen Corona. Bei unserem Zahnarzt waren wir erst am Montag darauf. Zum Glück hat mir jemand hier im Forum noch empfohlen, die Schule nach dem Unfallbericht zu fragen, sonst würden wir komplett blöd da stehen.
Damals hatten wir auch gar nicht vor, den Lehrern Vorwurf zu machen. Aber diese Haltung dazu, das komplette Leugnen und Gesprächsverweigerung hat uns immer skeptischer gemacht. Und natürlich war es ein Fall von verletzter Aufsichtspflicht. Unser Sohn war in diesem Jahr auf einer Förderschule. Dieser Unfall war eigentlich auch mit Ansage, weil die Klasse so unterbesetzt war und die Kinder immer wieder unbeaufsichtigt oder nur mangelhaft beaufsichtigt wurden.

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