Ende der Elternzeit - was nun?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

Moderator: Moderatorengruppe

Papa von Carla
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 11
Registriert: 29.02.2020, 09:46

Ende der Elternzeit - was nun?

Beitrag von Papa von Carla »

Hallo ihr Lieben,

ich bin mir nicht sicher, ob das hier richtig ist und/oder ob das nicht gleich mehrere Themen auf einmal sind - ich fange einfach mal an...

Zuerst einmal das Gute: Am 11.05.2021 ist unser Kleine (Carla) entgegen der Statistiken doch 3 Jahre geworden und fühlt sich soweit sehr wohl!!!

Allerdings endete am 11.05.2021 dann auch die Elternzeit meiner Frau. Sie musste das Beschäftigungsverhältnis bei ihrem alten Arbeitgeber auflösen, da sie unsere Kleine in Vollzeit pflegt (PG 5) und nicht in ihren Job zurückkehren konnte. Ein Brief der ges. Krankkasse meiner Frau lies nicht lange auf sich warten und uns wurde mitgeteilt, dass sie sich freiwillig gesetzlich versichern soll, sich bei mir mitversichern kann (privat) oder sich arbeitslos melden soll, da sie jetzt arbeitslos sei. Die Pflegeversicherung (Generali) teilte uns damals mit, dass keine Arbeitslosenversicherungsbeiträge gezahlt werden solange ein Kind im Haushalt erzogen wird, dass das 3. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Ich habe jetzt sofort eine Neubeurteilung bei der Pflegeversicherung beantragt - leider noch überhaupt keine Rückmeldung.
Meine Frau meldete sich dann "arbeitslos", um zumindest die Zeit zu überbrücken, die wir brauchen um das mit der Krankenversicherung zu regeln. Damit das überhaupt geht musste sie sich für 15 Stunden "dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stellen". Als Ergebnis wird sie nun an Maßnahmen teilnehmen müssen, um wieder in Arbeit zu kommen. ...ich schweife glaube ich ein wenig ab....

Die Frage die ich eigentlich habe ist: Ist die Vollzeitpflege nicht gleichwertig zu einem anderen Job zu sehen? Was würde passieren wenn die Generali nun doch Arbeitslosenversichrung zahlen müsste? Dann kann meine Frau ja nicht gleichzeitig arbeitslos sein - was passiert dann mit ihrer Krankenversicherung und wer zahlt die?

Ich hoffe ich konnte das Thema einigermaßen deutlich machen... Ich würde mich wirklich über eine Meinung / Rat von euch freuen - momentan schwirrt uns ein wenig der Kopf!

Danke und liebe Grüße!
Werbung
 
Benutzeravatar
Inga
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7948
Registriert: 18.03.2005, 20:14
Wohnort: RLP

Re: Ende der Elternzeit - was nun?

Beitrag von Inga »

Hallo,
da hat deine Frau zu voreilig gekündigt!
Ich hatte ihr, als sie mal bei uns war, gesagt, dass mein Mann dauerhaft Kinderkrank geschrieben ist, das hätte deine Frau auch machen können. Dann hätte sie bei ihrem Arbeitgeber als Krank gezählt und hätte die ganze Zeit Krankengeld bekommen.
Mit PG 5 ist man bei Arbeitsamt (meines Wissens) unvermittelbar, heißt eigentlich müßte dann die Krankenkasse vom Arbeitsamt gezahlt bekommen, wenn keine Familienversicherung möglich ist. Ob sie zudem noch Arbeitslosengeld bekommen könne, weiß ich nicht, davon habe ich keine Ahnung, da wir dies zum Glück noch nie brauchten.

Gruß, Inga
Josephine 05 Albinismus
Emma 07
Nico 09 ADHS,...
Joshua 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo 96 (FAS), Steven 98 (gB) & Michelle 02 (Apert-Syndrom)

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html
Papa von Carla
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 11
Registriert: 29.02.2020, 09:46

Re: Ende der Elternzeit - was nun?

Beitrag von Papa von Carla »

Hallo Inga,

Danke für die schnelle Antwort! Das mit der Krankschreibung hatten wir nicht mehr auf dem Schirm. Uns geht es weniger um das Arbeitslosengeld, sie ist ja nicht ohne Arbeit, es wird Rentenversicherung bezahlt und wir wollen uns nicht bereichern. Es geht eher um eine ordentliche Krankenversicherung für meine Frau. Müsste das nicht auch über die Pflege laufen?

LG
Benutzeravatar
Inga
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7948
Registriert: 18.03.2005, 20:14
Wohnort: RLP

Re: Ende der Elternzeit - was nun?

Beitrag von Inga »

Hallo,
naja, es geht ja nicht um bereichern, sondern um Leistungen, die einem zu stehen.
Uns ging es auch vorrangig um die Krankenversicherung, das Krankengeld nehmen wir aber natürlich gerne dazu.🙂

Wie gesagt, meines Wissens, gilt man bei PG 5 als nicht vermittelbar, dann muß es also mind Harz4 oder normales Arbeistlosengeld geben. Je nach dem was du verdienst, wird das wohl verrechnet, aber zumindest die Krankenversichrung muß meiner Meinung nach, darüber laufen.
Schreib man Michael eine PN memberlist.php?mode=viewprofile&u=3163 er kennt sich mit solchen Leistungen recht gut aus.

Viel Erfolg, Inga
Josephine 05 Albinismus
Emma 07
Nico 09 ADHS,...
Joshua 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo 96 (FAS), Steven 98 (gB) & Michelle 02 (Apert-Syndrom)

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html
Asja T
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 32
Registriert: 07.04.2021, 17:16
Wohnort: NRW

Re: Ende der Elternzeit - was nun?

Beitrag von Asja T »

Hallo,

ich habe meine Arbeitsstelle auch vor Paar Jahren kündigen müssen, da ich es zeitlich mit zwei Kindern, eins davon PG 5, nicht mehr geschafft habe. Ich bin nach der Elternzeit des jüngsten Kindes bei meinem Mann in der gesetzlichen Krankenversicherung mit drin als Familienmitglied. Bei der privaten Krankenversicherung weiß ich aber nicht wie es läuft. Arbeitslos habe ich mich nie gemeldet, da rentenversicherungsbeiträge aufgrund der Pflege ja gezahlt werden. Arbeitslosenversicherungsbeiträge zahlt für mich auch die Pflegekasse aber tatsächlich seit der Jüngste älter als drei ist und ich nicht mehr in Elternzeit war.

Ansonsten könnte deine Frau vielleicht tatsächlich lieber in die gesetzliche Krankenkasse freiwillig einzahlen, viel kann es nicht sein ohne Einkommen.
Fichy
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 65
Registriert: 03.10.2020, 10:48

Re: Ende der Elternzeit - was nun?

Beitrag von Fichy »

Hallo mit Der frage hab ich mich auch bereits intensiv beschäftigt
Kurz: Du privat, sie gesetzlich in der KV = keine kostenfreie familienversicherung
Die Pflegeversicherung ist nicht für deine KV zuständig
Das Arbeitsamt nur, solange Leistungen bezogen werden
ALG 1 gibts nur wenn du dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht was bei deiner Frau nicht geht
ALG 2 wird’s so wie ich das lese vermutlich nicht geben
Folge: ja sie ist freiwillig zu versichern
Idee: sie verdient 450,01€ - dann kostet GKV weil pflichtversichert ca 90€ Was günstiger ist (sonst ca 200€)
Ob das für euch machbar ist kann ich nicht beurteilen
Tochter (PG4):
11.2016: notsectio 30+6
Cerebralparese, beinbetonte Spastik
08/2020 selektive dorsale Rhizotomie
01/2021 perkutane Myofaszotomie
04/2021 wir können endlich stehen und ein wenig laufen
07/2021 keine Orthesen mehr
Frau (PG3):
11.2015: PTBS + schwere Depri
Papa von Carla
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 11
Registriert: 29.02.2020, 09:46

Re: Ende der Elternzeit - was nun?

Beitrag von Papa von Carla »

Hallo Fichy,

ja, alles soweit richtig wie du es geschrieben hast. Wir haben auch noch 2 Söhne (6 und 8), sind also in einer ähnlichen Situation. Wir hatten schon einmal mit einer Mitarbeiterin der DAK gesprochen. Sie meinte, dass die Höhe des Beitrags meiner Frau nicht von Ihrem Verdienst abhängig sei, sondern von meinerm Gehalt? Und dann "könnte das bis über 700€ im Monat sein..." und das könnten wir nicht so einfach stemmen. 200€ sind auch eine Menge Geld, aber noch irgendwie machbar. Ich glaube wir müssen da noch einmal bei der DAK nachhaken.

LG
Benutzeravatar
Inga
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7948
Registriert: 18.03.2005, 20:14
Wohnort: RLP

Re: Ende der Elternzeit - was nun?

Beitrag von Inga »

Vielleicht geht es ja auch, wenn deine Frau sich Arbeitssuchend meldet und dann sich krank schreiben lässt?
Josephine 05 Albinismus
Emma 07
Nico 09 ADHS,...
Joshua 14 Epi, Hemi, Blind
Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

Betreuer von Danielo 96 (FAS), Steven 98 (gB) & Michelle 02 (Apert-Syndrom)

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html
Jörg75
Moderator
Moderator
Beiträge: 2768
Registriert: 23.10.2014, 21:17
Wohnort: NDS

Re: Ende der Elternzeit - was nun?

Beitrag von Jörg75 »

Moin,
Papa von Carla hat geschrieben: 09.06.2021, 11:37 Sie meinte, dass die Höhe des Beitrags meiner Frau nicht von Ihrem Verdienst abhängig sei, sondern von meinerm Gehalt? Und dann "könnte das bis über 700€ im Monat sein..." und das könnten wir nicht so einfach stemmen.
es wird dein Gehalt genommen, dann werden Kinderfreibeträge abgezogen, dann wird das Gehalt "halbiert" und davon wird der normale KV-Beitragssatz plus PV-Beitragssatz etc genommen. Der Betrag von 700,- Euro als Maximalbetrag stimmt dabei nicht - aber billig wird das je nach Einkommen nicht ...

https://www.tk.de/techniker/leistungen- ... en-2006844


PKV wird allerdings auch nicht billig - Achtung: Gesundheitsprüfung!
Außerdem muss ein Versicherungsnehmer - wenn er ind er Rente später GKV-Versichert sein will, eine bestimmte Zeit auch vorher GKV-versichert gewesen sein.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

Unsere Vorstellung
Werbung
 
Papa von Carla
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 11
Registriert: 29.02.2020, 09:46

Re: Ende der Elternzeit - was nun?

Beitrag von Papa von Carla »

Hallo Jörg,

ich hatte jetzt eben mal mit der AOK telefoniert - einfach um das mit jemandem anderen zu prüfen. Die Dame dort hat mir das dann genauso vorgerechnet wie du: Als Höchstsatz werden 50% von der Beitragsbemessungsgrenze angenommen. Richtig, billig ist etwas anderes, aber deutlich unter den 700!

Insgesamt finde ich es schon schade, dass die Arbeit in der häuslichen Pflege nicht mit einem Job gleichgesetzt wird und man darüber neben der Rente und Arbeistlosenversicherung auch krankenversichert ist.

LG
Antworten

Zurück zu „Rechtliches (Krankenvers., Pflegegeld etc.)“