Heimkosten frage die 1000.

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Tinetin
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Heimkosten frage die 1000.

Beitrag von Tinetin »

Hallo,

unsere jüngste Tochter 15 Jahre alt, ist frühkindliche Autistin, mit diversen Komorbiditäten.
Die allerdings demnächst in einer Klinik abgeklärt werden.
Da das leben zu Hause nicht mehr möglich ist, wird sie nun in einem Heim untergebracht.
Wir haben ein Haus, das noch abbezahlt werden muss und zwei weitere Kids, die beide in der Ausbildung sind und bei uns wohnen.
Mein Mann ist momentan Alleinverdiener, ich selbst habe beim Jobcenter einen Antrag auf Teilhabe am Arbeitsleben gestellt, würde harz 4 bekommen, was ich aber nicht tue, weil mein Mann zuviel verdient.

Wenn unsere Jüngste in eine Einrichtung kommt, fällt natürlich das Kindergeld und das Pflegegeld weg und dann kommen noch die Kosten für das Heim dazu. Der Antrag auf Eingliederung ist beim Jugendamt gestellt und bewilligt, dadurch macht sie auch schon seit über einem Jahr Therapie im ATZ.

Nun haben wir schon Angst, weil wir nicht wissen was da finanziell auf uns zukommt.
Kann mir jemand sagen welche Kosten da kommen könnten?

Und wir bräuchten dann auch noch ein passendes Heim, vielleicht kennt hier jemand ein paar Gute im Raum Niedersachsen. Am liebsten Oldenburg und umzu.

Das sie ins Heim muss fällt uns unglaublich schwer, ist ja unser Baby aber es geht zu Hause einfach nicht mehr.


Danke und LG

Markus_1974
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Re: Heimkosten frage die 1000.

Beitrag von Markus_1974 »

Hi Tinetin,

die Kosten für ein Heim werden von der Pflegekasse, einer evtl. vorhanden eigenen Rente und vom eigenen Vermögen bezahlt.
Wenn das nicht reicht, dann greift eigentlich die Grundsicherung. (Diese muss man beantragen !)
Das Sozialamt zahlt dann erstmal, sucht dann aber nach Unterhaltspflichtigen Angehörigen welche die Grundsicherung übernehmen.

Hier gibt es aber einige Freigrenzen bevor die Angehörigen hier zuzahlen müssen.
Ein genutztes Eigenheim zählt beispielsweise zum Schonvermögen und wird nicht angetastet.
Ebenso werden Ersparnisse für die Alterssicherung nicht zur Berechnung hinzugezogen.
Lebenshaltungskosten für dich, und deinen Mann und deine anderen Kids werden auch berücksichtigt.
Beim Verdienst sind es, so weit ich weiß, mittlerweile 100.000€ welche überschritten werden müssen.

Vermutlich werden also keine Kosten auf euch zukommen, allerdings ein Haufen Papierkram.

Ein Heim kann ich dir leider nicht empfehlen, da ich nicht aus deiner Gegend komme.

gruß
Markus

Tinetin
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Re: Heimkosten frage die 1000.

Beitrag von Tinetin »

Danke schonmal für die Antwort, das nimmt mir ein bisschen von der Angst.

Gixi
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Re: Heimkosten frage die 1000.

Beitrag von Gixi »

Hi Tinedin,

das Kindergeld fällt nicht weg, d.h. ihr bekommt es weiterhin.

Pflegegeld steht dann allerdings der Einrichtung zu. Ihr bekommt nur anteilig Pflegegeld, wenn Ihr Eure Tochter nach Hause holt oder mit ihr z.B. in den Urlaub fahrt.

Seid ihr bereits auf einer Warteliste einer Einrichtung. Habt ihr euch schon umgeschaut?

Da Eure Tochter ja noch nicht volljährig ist, könntet Ihr bei der Heimplatzsuche eventuell Glück haben.

Im Erwachsenenbereich sind gerade solche spezialisierten Einrichtungen eher selten und dementsprechend rar sind diese Plätze und natürlich auch begehrt.

Unser Sohn hat ebenfalls frühkindlichen Autismus, dazu noch eine Epilepsie. Er ist jetzt 25 Jahre alt und wohnt seit dem er 20 ist in einer Einrichtung, auch weil es zuhause nicht mehr ging.

Zuerst war er drei Jahre in einer Einrichtung für Menschen mit geistiger Behinderung und zusätzlichem herausforderndem Verhalten. Dann konnte er vor 2 Jahren gsd in eine Einrichtung für Menschen mit Autismus umziehen.

Dafür sind wir sehr dankbar und er hat auch den Wechsel gut verkraftet.

Ich wünsche Euch viel Glück bei der Suche.

LG
Gixi

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Inga
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Re: Heimkosten frage die 1000.

Beitrag von Inga »

Hallo,
Achtung, hier geht es um ein minderjähriges Mädchen, da ist das mit den Kosten anders!
Da muß man sich u.U. deutlich an den Kosten beteiligen. Irgendwo gab es hier mal das Thema, wo eine Familie mehrer tausend Euro hätte zahlen müssen.😳
Es macht zudem einen Unterschied, ob die Einrichtung zur Jugendhilfe oder Behindertenhilfe zählt,
Aber da kenne ich mich nicht mit aus, ich weiß nur, das es so ist.

Gruß, Inga
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Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html

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Inga
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Re: Heimkosten frage die 1000.

Beitrag von Inga »

Ich glaube das war das Thema, habe jetzt aber nur kurz überflogen:
ftopic114049.html
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Tinetin
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Re: Heimkosten frage die 1000.

Beitrag von Tinetin »

Hallo,

danke erstmal für die Antworten.

Wir haben nächste Woche einen Termin beim Jugendamt und werden uns beraten lassen, was die Kosten betrifft und auch welche Einrichtungen es gibt und welche sinnvoll wäre.
Allerdings wird sie erstmal im Sommer oder Herbst in die Klinik gehen und wir hoffen natürlich das wir weitere Diagnosen bekommen, damit wir auch die richtige Einrichtung finden.
Es zerreißt mir immernoch das Herz aber der Verstand sagt, dass es der richtige Weg ist letztlich für uns Alle.


LG

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