Anfängerfragen: Rolli für Pflegebedürftigen in Entwcklungsland

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

Moderator: Moderatorengruppe

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 15009
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Anfängerfragen: Rolli für Pflegebedürftigen in Entwcklungsland

Beitrag von Engrid »

Hallo Ihr Lieben,

könnt Ihr mich ein bisschen briefen, worauf es ankommt, einem pflegebedürftig gewordenen Patienten, der nicht mehr gehen kann, und auch nur noch wenig Stabilität hat (klingt nach Schlaganfall o.ä.) auf dem Lande (kein Strom, kein fließend Wasser im Haus, ungeteerte Wege, ... das eine oder andere Hilfsmittel bzw Erleichterung zu organisieren?

Rollstuhl? Was ist da wichtig?
Toilettenrollstuhl? Macht der Sinn?
Blicktafel? Die kann ich selber bauen, bräuchte aber Tipps, wie ich die ersten Inhalte strukturiere
...

Schöne Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

kati543
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4925
Registriert: 12.05.2009, 17:48

Re: Anfängerfragen: Rolli für Pflegebedürftigen in Entwcklungsland

Beitrag von kati543 »

Hallo,
kannst du vielleicht ein Land dazu nennen? Das wäre schon eine ziemliche Hilfe. Es kann große Befindlichkeiten bezüglich Traditionen oder Religion geben und am Ende wird jede noch so gut gemeinte Hilfe absolut nicht akzeptiert.
Kann der Pflegebedürftige kommunizieren?
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 15009
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitrag von Engrid »

Hallo Katrin,

es geht um ein englischsprachiges Land in Westafrika. Die Familie ist muslimisch, und ich habe sehr guten persönlichen Kontakt, und ich werde auch sicherlich niemanden überfahren oder etwas unpassendes aufdrängen. Sondern dezent etwas vorschlagen, und evtl besorgen und verschiffen, das Land ist sehr arm, die Leute wissen einfach gar nicht, was es für Möglichkeiten gibt.
Bin aber für Hinweise auf Fettnäpfchen dennoch offen.

Der Pflegedürftige hat im Moment die Sprache leider verloren, vielleicht kommt ja was wieder. Therapie gibt es dort keine.

Grüße
Zuletzt geändert von Engrid am 07.04.2021, 22:29, insgesamt 2-mal geändert.
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Jörg75
Moderator
Moderator
Beiträge: 2704
Registriert: 23.10.2014, 21:17
Wohnort: NDS

Re: Anfängerfragen: Rolli für Pflegebedürftigen in Entwcklungsland

Beitrag von Jörg75 »

Moin,

bei einem Rolli würde ich auf ein "Outdoor-Rad" für vorne achten. Die normalen vorderen kleinen Räder von Rollis sind auf unbefestigten, huckeligen, mit Rillen durchsetzen Wegen weitgehend "unbrauchbar", so dass man da auf etwas "solideres" - sprich größeres - achten sollte. Die gibt es zum Anbauen, so dass man zB im Haus die normalen kleinen Räder nutzt, draußen aber das große Vorderrad "anklippt".
Den Fehler haben wir mit dem ersten Rolli für unseren Filius auch gemacht, beim nächten kommt das Outdoor-Rad selbstverständlich dazu!

Viele Grüße
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

Unsere Vorstellung

Benutzeravatar
Brigitte 1953
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 6893
Registriert: 20.09.2005, 09:57
Wohnort: Baden Württemberg
Kontaktdaten:

Re: Anfängerfragen: Rolli für Pflegebedürftigen in Entwcklungsland

Beitrag von Brigitte 1953 »

Guten Morgen Engrid,

sicher haben dort nur Hilfsmittel einen Sinn, die nicht reparaturanfällig sind und keine Wartung brauchen, nicht auf Strom angewiesen sind .

An Ersatzteile wird die Familie dort auch nicht ran kommen

Es wären sicherlich die alten, unverwüstlichen Hilfsmittel sinnvoll, die wir hier schon lange nicht mehr haben wollen.

Dein Wunsch, helfen zu wollen kann ich sehr gut nach vollziehen, sicher kann Jemand, der dort vor Ort ist, besser einschätzen, was nötig ist und auch handelbar für die Familie ist. Hoffe Du hast entsprechende Kontakte, damit auch sinnvoll, umsetzbar geholfen werden kann.

Ich drücke ganz fest die Daumen, dass Du Möglichkeiten findest, die passend sind.

Liebe Grüssle

Brigitte

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 15009
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitrag von Engrid »

Hallo,

genau wie bei uns haben Familien, die das plötzlich betrifft, erstmal keine Ahnung was nötig ist und was geht. Im Gegensatz zu ihnen habe ich hier mit REHAkids einen einzigartigen Infopool.
Rollstühle und andere Rehamittel werden von mehreren Organisationen in Deutschland gesammelt und dort an Bedürftige abgegeben, meist geht es um Kinder mit Behinderung. Zu einer dieser Organisationen möchte ich die Familie nicht „schicken“ und sie würden sich da auch scheuen.
Beim Reparieren kommt es auf den Schaden an, es gibt dort geniale Mechaniker und Improvisateure.

Jörg, danke, das klingt interessant, hättest Du vielleicht einen Link für mich?

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Benutzeravatar
RolliTanteSilvi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 922
Registriert: 29.04.2014, 11:08
Wohnort: Leipzig
Kontaktdaten:

Re: Anfängerfragen: Rolli für Pflegebedürftigen in Entwcklungsland

Beitrag von RolliTanteSilvi »

Hallo Engrid,

Verlinkungen wurden hier nicht angezeigt - Du hast ein PN von mir.

LG Silvi
Moritz (geb.2007) - richtiger Sonnenschein und "Wirbelwind" mit Muskeldystrophie des Typs Duchenne - hat beide Eltern bei einem Autounfall verloren - seit 2017 Diffuser Ösophagusspasmus (Schluckstörung) - seit 2018 Tracheastoma & GastroTube
" Auch aus Steinen, die Dir in den Weg gelegt werden, kannst Du etwas bauen". (Erich Kästner)

Benutzeravatar
Kati_Li
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 124
Registriert: 25.05.2018, 21:49

Re: Anfängerfragen: Rolli für Pflegebedürftigen in Entwcklungsland

Beitrag von Kati_Li »

Hallo Engrid,

ich dachte spontan an die vielen DIY-Anleitungen die so durchs Internet kursieren. Rollstühle aus PVC-Rohren, Therapiestühle aus Gartenstühlen mit Poolnudeln ausgepolstert und sowas (z.b. https://www.instructables.com/PVC-Wheel ... inch-Pipe/ https://www.instructables.com/Beach-Wheelchair/) Vielleicht findet sich da etwas das mit lokalen Mitteln gebaut werden kann. Ich weiß gar nicht wie realistisch es wäre, dort etwas hinzuschicken. Kommt sowas an oder verschwindet es auf dem Weg? Wie ist es mit Korruption bestellt? Muss man Schmiergeld mit einrechnen? Und wer könnte sowas vor Ort regeln?

Mit den Blicktafeln ist das auch gar nicht so simpel aus der Ferne was passendes zu gestalten. Wie sind die kommunikativen Fähigkeiten im Moment, wie wird kommuniziert? Gibt es etablierte Zeichen für ja und nein? Kann die Person lesen und schreiben? Macht es Sinn über eine Buchstabentafel zu gehen?

Nur als Beispiel: für das deutsche Alphabet könnte man die Buchstaben farblich in 6er Gruppen gruppieren. Je nach dem wie viele Auswahlmöglichkeiten von den Augenbewegungen machbar sind könnte man diese 6 er Gruppen also 6 Felder in eine große Folie einlaminieren mit Sichtloch in der Mitte, so dass der Kommunikationspartner die Augenbewegungen sehen kann. Nachdem die Person die Gruppe ausgewählt hat muss dann gewechselt werden auf eine Blicktafel mit den 6 einzelnen Buchstaben und dann kann so ein Buchstabe gewählt werden. Und so weiter...
Ähnlich könnte man es bei Themenbezogenem Wortschatz machen.
Vorgefertigt fällt mir im Moment das Flip Eyegaze ein: https://uk-couch.de/produkt/flip-eyegaze/ Ist halt sehr fraglich ob das da passt mit den Themen etc. Aber auch, ist ein deutsches Symbolsystem (Metacom) passend für den Menschen. Sind die Symbole dort verständlich?

Vielleicht kommt man auch über eine Partnerstrategie und Kommunikationstafel/Ordner weiter.

Geht es vielleicht eher darum Wissen zu vermitteln, d.h. Grundsätze und Strategien der UK zu vermitteln, so dass dort mit eigenen Mitteln etwas passendes hergestellt werden kann, bzw. dann auch fortlaufend erweitert und verändert werden kann?

Liebe Grüße
Kati
Jeder neue Tag ist ein Geschenk, ganz egal welche Farbe der Himmel hat, der über dir hängt. -Matze Rossi

Silvia & Iris
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4244
Registriert: 20.03.2007, 18:32
Wohnort: Österreich

Re: Anfängerfragen: Rolli für Pflegebedürftigen in Entwcklungsland

Beitrag von Silvia & Iris »

Hallo Engrid,

finanzierst du das alles über die eigene Tasche? - Großartig!
- Falls doch eine Beteiligung der KK dabei ist, bitte sichere dich da sehr genau ab!!
Ein Sanitätshaus bei mir in der Nähe hatte auch ausrangierte Hilfsmittel ins benachbarte Ausland in Kinderheime transferiert und die KK hat das bemerkt und verboten... - nur meine persönliche Erfahrung, die du auf jeden Fall umgehst, wenn das Gerät neu ist und von dir selbst finanziert...

Andererseits kenne ich auch Projekte, da werden solche Hilfsbedürftigen für ein Monat geholt und komplett ausgestattet... - die kommen dann alle 2 Jahre um nachzubessern... (etwa...) - zumindest bei Kindern habe ich solche Projekte schon gesehen...

Viel Erfolg!
wünscht
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, Tetraparese, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Mamamarti
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 537
Registriert: 15.05.2012, 14:35

Re: Anfängerfragen: Rolli für Pflegebedürftigen in Entwcklungsland

Beitrag von Mamamarti »

Hallo Engrid,
Es gibt auch erwachsenen Rehabuggys, zum Beispiel der Rabe. Die sind sehr leicht und Outdoor tauglich.
Je nach der Rumpf Stabilität kann man auch Seiten Kissen usw. dazu kaufen.
LG Marti

Antworten

Zurück zu „Hilfsmittel“