Warum ich keine Therapie mehr mache

Diese Rubrik braucht man einfach immer! Sie umfasst alle Infos, Tipps, Fragen und Antworten zu Themen, die sich nicht in die oben genannten Kategorien einordnen lassen.

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Ricco92
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Re: Warum ich keine Therapie mehr mache

Beitrag von Ricco92 »

Nein, möchte ich nicht. Der Satz mit der Konkurrenz bezog sich im Allgemeinen auf Menschen, die einen höheren Schulabschluss haben bzw. einen akademischen Abschluss erworben haben.

Anjali
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Re: Warum ich keine Therapie mehr mache

Beitrag von Anjali »

...aber warum sollten Therapeut/innen sich darum sorgen, dass Du ihnen Konkurrenz machen könntest?
Das ist doch sehr konstruiert.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

RikemitSohn
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Re: Warum ich keine Therapie mehr mache

Beitrag von RikemitSohn »

Hallo Ricco,

ich gebe dir recht, dass das System ungerecht ist. Es gibt Menschen, die müssen viel mehr kämpfen und es herrschen viele Vorurteile, die das Leben dieser Menschen schwerer machen. Allerdings halte ich die Annahme, dass Therapien absichtlich unwirksam bleiben und die Privilegierten systematisch benachteiligte Menschen bekämpfen, doch für etwas verschwörungsideologisch. Mit dieser Argumentation wirst du wahrscheinlich wenig ernst genommen, weil sie so nicht der Realität entspricht. Wenn du etwas ändern möchtest, musst du sachlich argumentieren und kritisieren.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Ricco92
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Re: Warum ich keine Therapie mehr mache

Beitrag von Ricco92 »

Anjali hat geschrieben:
28.02.2021, 11:16
...aber warum sollten Therapeut/innen sich darum sorgen, dass Du ihnen Konkurrenz machen könntest?
Das ist doch sehr konstruiert.
Weil es noch genug Menschen geben soll, die "niedere" Arbeiten zu machen haben. Vielleicht "therapiert", also so viel, damit man arbeiten kann. Und vielleicht auch medikamentös eingestellt, aber eben nicht z. B. studieren sollen. Irgendeiner muss ja die Toiletten putzen und das möglichst "mit sich zufrieden" sein denn "man soll sich nicht zu hohe Ziele setzen".

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MichaelK
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Re: Warum ich keine Therapie mehr mache

Beitrag von MichaelK »

Ricco92 hat geschrieben:
28.02.2021, 10:02
Denn sobald jemand seine Situationen beschreibt und schildert, wird alles klein geredet oder ihm wird unterstellt, dass diese Person selbst Schuld sei oder nichts tue. Auch das Anstreben von möglichst kleinen Zielen wird vorgeschlagen, damit man bloß nicht merkt wie viele "unsichtbare Decken" es gibt und man blöd, naiv und unter seinen Möglichkeiten bleibt. Das wird auch in Therapien gemacht, denn die TherapeutInnen haben bereits ihr Studium fertig und Karriere gemacht und dementsprechend kein Interesse daran, dass zu viel Konkurrenz entsteht. Schon überhaupt nicht durch einen aus der unteren Schicht.
Hallo,


da sehe ich zwei Phänomene. Einmal die geringe Durchlässigkeit. Zum Zweiten die mangelnde Wertschätzung für die sogenannten Dienstleistungsberufe. Beides ist nicht eingebildet, sondern Fakt. Gemessen am Anspruch, weisen diese Fakten auf gesellschaftliche Schieflagen hin. Insbesondere die enorme Spreizung der Einkommen zwischen den sogenannten low-skilled und den sogenannten Geistesarbeitern hat insbesondere auch durch die Hartz-Reformen stark zugenommen. Schröder ist stolz darauf.

Threads zu politischen Themen sind hier schon seit 2016 eigentlich unerwünscht. Ich denke, du solltest die Diskussion vielleicht in einem anderen Forum weiterführen.

LG Michael
Michael für den Liebling der Familie: Lars, geb 04/03 Lumbale Spina bifida mit HC (v-p-Ableitung), Arnold-Chiari-Malformation Typ 2
"Wir neigen dazu, Erfolg eher nach der Höhe unserer Gehälter oder nach der Größe unserer Autos zu bestimmen als nach dem Grad unserer Hilfsbereitschaft und dem Maß unserer Menschlichkeit."
(Martin Luther King)

Jörg75
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Re: Warum ich keine Therapie mehr mache

Beitrag von Jörg75 »

Moin,
Ricco92 hat geschrieben:
28.02.2021, 10:02
Das wird auch in Therapien gemacht, denn die TherapeutInnen haben bereits ihr Studium fertig und Karriere gemacht und dementsprechend kein Interesse daran, dass zu viel Konkurrenz entsteht. Schon überhaupt nicht durch einen aus der unteren Schicht.
sorry, aber das ist nun wirklich verschwörungstheoretischer Unfug! Und "aus welcher Schicht" ein Therapeut stammt, ist nun wirklich vollständig gleichgültig, Hauptsache, er ist gut! Und angesichts der Fachkräftelage auf dem Arbeitsmarkt ist es auch noch sachlich objektiv falsch davon auszugehen, dass aktuelle Therapeuten zukünftige Therapeuten verhindern wollen.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
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RumzuschwurbelmRe: Warum ich keine Therapie mehr mache

Beitrag von Lisa Maier »

Hallo Ricco,

Statt rum zu schwurbeln, sage doch endlich mal konkret, was Du erreichen willst. Mir ist das noch immer absolut unklar.
Es stimmt zwar, daß der 'soziale Aufstieg' nicht immer einfach ist, aber so unmöglich wie Du es siehst, ist er auch nicht. In meiner Abiturklasse waren alle schwerbehindert und bis auf einen, der nicht wollte, haben alle einen Arbeitsplatz auf dem ersten Arbeitsmarkt, ein Drittel mit Studium. Und keiner hat uns daran gehindert. Die meisten kamen nicht aus den angeblich besseren Schichten. Man muß auch nicht sich auf Angebote vom Arbeitsamt beschränken. Man kann ohne weiteres sich selbst bewerben. Ist man mit einem Therapeuten unzufrieden, dann wechselt man, oder macht seine Therapie selbst, was bei mir die beste Lösung war.

Viele Grüße

Lisa

Ricco92
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Re: Warum ich keine Therapie mehr mache

Beitrag von Ricco92 »

@Lisa

Ich habe offenbar den Zeitpunkt verpasst, an dem ich mich vor dir rechtfertigung muss. Vorhaben tue ich es jedenfalls nicht und die von mir kritisierten Punkte, sind auch unabhängig von meinen konkreten Zielen.

Und ich kann es nicht genug betonen, wie egal mir ist, wie viel dir über mein Privatleben klar oder unklar ist.

Mellie
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Re: Warum ich keine Therapie mehr mache

Beitrag von Mellie »

Hallo Ricco,

was für eine Therapie hattest Du eigentlich bekommen? Dein zukünftiger Arbeitgeber kennt doch gar nicht Deine familiären Umstände, deswegen verstehe ich Deine negative Haltung nicht. Was zählt ist Dein Lebenslauf, Zeugnis und die Bewerbung. :D
Viele Grüße
Mellie
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Sohn geb.1999, GdB 70 B, G, PG 3, beschäftigt in einer WfbM
Sohn geb. 2003 mit viel Förderung auf einem guten Weg

Ricco92
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Re: Warum ich keine Therapie mehr mache

Beitrag von Ricco92 »

In diesem Thread ist vermutlich nun alles gesagt wurden. Und mir ist klar geworden, warum diese Mechanismen funktionieren. Ich werde einen Weg finden, um mit diesen Dingen umzugehen. Ohne dabei meine Lebensfreude zu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen.

Die Erkenntnis allerdings, werden sie mir nicht nehmen können. Deshalb bin ich mit der Entscheidung über den Abbruch der Therapie zufrieden. Ich werde nicht sagen “Ihre Kollegen haben es bei meiner Geburt verbockt und mir einen Hirnschaden verursacht, weshalb ich eine Wahrnehmungsstörung habe. Danke dafür, dass sie mich in bestimmten Dingen unterlegen gemacht haben, um den derzeitigen Status der gesellschaftlichen Hierarchie weiterhin aufrechtzuerhalten“

Ich weiß, dass es falsch ist. Und dieses Wissen ist die letzte Instanz, die mir bleibt.

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