Marion und ihr kleines Sorgenkind

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Marionz.75
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Marion und ihr kleines Sorgenkind

Beitrag von Marionz.75 »

Hallo ich bin 46 jahre und habe sieben Kinder. Mein jüngster ist 8 jahre alt und hat schwerbeh.80% und G und H Pflegegrad 2.

Er ist ganz normal auf die Welt gekommen, mit zwei Jahren hat sich sein leben von heute auf morgen verändert, das war kurz vor Weihnachten. Er bekam plötzlich hohes Fieber und konnte sich nicht mehr bewegen, weder sitzen noch laufen. Die Ärzte haben es abgetan als Grippe, das ging bis zu ein halben Jahr. Naja wir sind dann weggezogen und da waren wir in ein anderen Krankenhaus in der Neurologie und die haben das festgestellt das er eine angeborene Hirnzyste mit Wasserkopf hatte.

Wir waren in Krankenhaus nach 8 std OP wurde die Zyste entfernt und dann noch Rhea. Es war bei ihn halt schon damals 5 vor zwölf. Er hat nach der OP nach ein dreiviertel jahr das laufen auch das Sprechen wieder gelernt.

Er hat sich bis jetzt gut entwickelt, körperlich. Aber er hat trotzdem große Defizite mit der Motorik. Die wir mit der Physotherapie versuchen zu verbessern.

Er ist jetzt 8 jahre alt und er bekommt vieles mit das er nicht ganz so normal ist wie ein acht jähriges Kind sein soll. Seit drei Jahren geht er in eine Schule für Behinderte Kinder. Er hat große Probleme mit schreiben, lesen, Mathematik. Er braucht sehr lange was zu erlernen. Er hat auch nicht viel Selbstvertrauen und in die Schule will er gar nicht gehen. Seine Lehrerin hatte mich darauf angesprochen vor einen jahr das sie glaubt das er Schizophrenie vermutet. Ich habe Ihn jetzt ein Jahrbeobachtet und ich habe auch manchmal das Gefühl das er ab und zu in andere Personen schlüpft. Am Anfang hatte er immer gesagt er hatte eine andere Mutter gehabt, er hat in Amerika seine ganze Familie.
Momentan will er Karatekämpfer sein.. durch eine Serie hat er sich das angeeignet. Ich bin an verzweifeln in meiner Familie kenn ich das gar nicht, wir haben keine fälle an Schizophrenie. Diesen Dien.habe ich ein Termin beim SPZ und weiß nicht ob ich das Ansprechen soll. Sollte ich vill mir Psychologische Hilfe für ihn holen??

Ich habe mich hier angemeldet vill kann ich hier Unterstützung bekommen,und wenn es einfach zu reden ist. :?

Lisaneu
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Re: Marion und ihr kleines Sorgenkind

Beitrag von Lisaneu »

Hallo Marion!

Erst mal herzlich willkommen hier :) !

Wegen möglicher Schizophrenie kann ich leider nichts beitragen. Laut Literatur hat Schizophrenie eine starke, familiäre Komponente, kann aber auch durch Umwelteinflüsse, die zur Hirnschädigung führen (im Fall deines Sohnes seine Zyste) ausgelöst werden.

Unser jüngerer Sohn wurde gehörlos geboren und hat im Alter von 18 Monaten beidseitig CIs (Hörimplantate) bekommen. Dazu waren einigen Voruntersuchungen nötig, unter anderem ein MRT und eine CT. Mein Mann war mit ihm damals zu den Untersuchungen im Krankenhaus und es hieß nur, alles OK, der OP steht nichts im Weg. Befundbesprechung gab es keine.

Einige Jahre später, als Autismus im Raum stand, war ich mit Alex in einer auf Hörschäden UND Autismus spezialisierten Ambulanz. Und dort haben sie den alten MR-Befund ausgegraben, wo was stand dass irgendwas mit der grauen Hirnmasse nicht stimmt und auf eine "kongenitale CMV-Infektion" schließen lässt. Hab das dann gegoogelt und gleich Panik bekommen. Dann ist mir eingefallen, dass ja nach der Geburt Nabelschnurblut abgenommen und für spätere Untersuchungen eingelagert wird. Dem bin ich nachgegangen und tatsächlich war die Blutprobe von Alex noch verfügbar und konnte nach fast 6 Jahren nachträglich auf CMV getestet werden - negativ! Mittlerweile entwicklet sich Alex (er ist jetzt 8 Jahre alt) trotz seine Behinderungen (gehörlos und Autismus) sehr gut. Ich bin trotzdem froh, das damals noch abgeklärt zu haben, weil es mir sonst immer noch im Kopf rumspuken würde.

Was Schizophrenie betrifft ist mein winziger Beitrag, dass ich selbst als Kind oft in einer Phantasiewelt gelebt habe und in andere Rollen geschlüpft bin, um dem Alltag zu entfliehen. So habe ich mir z.B. vorgestellt, ich wäre ein Pirat und würde auf einer einsamen Insel einen Schatz suchen. Dazu habe ich das imaginäre Piratenschiff am Ufer der Insel vertäut, bin an Land gegangen, habe die imaginäre Schatzkarte ausgerollt und die Stelle gesucht, wo der Schatz sein muss. Dort habe ich mit der imaginären Schaufel die imaginäre Schatztruhe ausgegraben, die imaginäre Verschlüsse geöffnet und im imaginären Gold gewühlt. Für Außenstehende (auch für meine Eltern) hat das natürlich befremdlich gewirkt. Tatsächlich waren solche Phantasien aber mein ganz persönlicher "Rückzugsort" vom Alltag, wo ich (grobmotorisch recht ungeschickt, Brille, Zahnspange, Senkfüße,...) endlich mal stark und cool sein konnte. Diese Phantasien wollte ich nicht preisgeben, um sie mir nicht schlechtreden zu lassen. Ich habe immer gewusst dass es nicht die Realität ist, wollte aber nicht von Erwachsenen ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht werden. Rückblickend kann so ein Verhalten natürlich schizophren gewirkt haben, auch wenn es bei mir tatsächlich andere Hintergründe hatte.

Das war´s von uns, alles Gute euch und einen guten Austausch hier!
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Marionz.75
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Re: Marion und ihr kleines Sorgenkind

Beitrag von Marionz.75 »

Dankeschön,das war für euch auch nicht sehr leicht. Ich wünsche dir auch alles gute 😊

Britta70
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Re: Marion und ihr kleines Sorgenkind

Beitrag von Britta70 »

Hallo und herzlich willkommen in diesem wunderbaren Form!
Bei der Aussage der Lehrerin würde ich mich nicht verunsichern lassen, wirklich viele Kinder flüchten in vorübergehend Phantasiewelten - es gehört zur Entwicklung dazu. Nur wenn du selbst das Gefühl hast, dass es "krankhaft" ist, lass einen Psychologen oder Psychiater die Diagnose prüfen.
Liebe Grüße
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Baclofenpumpe (seit 2013), Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)

Marionz.75
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Re: Marion und ihr kleines Sorgenkind

Beitrag von Marionz.75 »

Naja diese Woche hat er ganz bitter geweint und hat gesagt das er ein versager ist, er träumt auch das er mal obdachlos sein wird und bei eine Familie haben kann..

Emma1909
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Re: Marion und ihr kleines Sorgenkind

Beitrag von Emma1909 »

Hallo Marion,

Auch mein Kind schlüpfte manchmal in andere Rollen, träumt seltsames und hat komische Ideen. Aber auf Schizophrenie kam bei uns noch nie wirklich niemand. Verdachtsdiagnosen von Lehrern stehe ich eher skeptisch gegenüber. Natürlich können sie einen Verdacht äußern, aber aufgrund von Rollenspiele? Ich hab als Kind auch Rollenspiele gespielt. Die Prinzessin, Hundebesitzer oder die Reithallen Besitzerin. Ich habe mit so sehr eine Zwillingsschwester gewünscht. Meine Geheimnisse habe ich wahlweise dem Hund oder meinem Teddy erzählt Und noch vieles mehr......

Wenn du unsicher bist, kannst den Ärzten ruhig vom Verdacht der Lehrerin und deinen Beobachtungen erzählen. Dann schauen die Ärzte drauf. Falls dir das nicht zusagt, was dabei rum kommt, kannst du dir auch gerne eine zweite Meinung einholen.

Nur lass dich bitte nicht verrückt machen.

Ich wünsche euch alles Gute!

LG
Emma

Marionz.75
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Re: Marion und ihr kleines Sorgenkind

Beitrag von Marionz.75 »

Hallo Emma, vielen Dank für die lieben Worte von dir. Ich bin schon innerlich zerfressen seit ich das gehört habe. Ich will nur nicht das es im Jugendalter dann doch raus kommt und mir Vorwürfe gemacht wird nicht schneller eingegriffen zu haben.😕

Und mit der Schule weis ich sucht nicht ganz was ich davon halten soll. Laut Lehrerin wäre es auch ok wenn er nur singen und klatschen kann.

LovisAnnaLarsMama
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Re: Marion und ihr kleines Sorgenkind

Beitrag von LovisAnnaLarsMama »

Marionz.75 hat geschrieben:
20.02.2021, 10:42
Naja diese Woche hat er ganz bitter geweint und hat gesagt das er ein versager ist, er träumt auch das er mal obdachlos sein wird und bei eine Familie haben kann..
Da würde ich mal nachforschen von wem so etwas kommt. Kinder denken eigentlich nicht über so etwas nach, da muss ein Erwachsener Druck/ bzw. mit ziemlich fehlgeleiteter Pädagogik auf dein Kind einwirken. Such diese Person und stell so etwas ab. Mach deinem Kind klar, dass er etwas wert ist und solche Aussagen a la " du wirst eh nichts" nicht angebracht sind, er kann immer etwas werden/ bewirken.
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

RikemitSohn
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Re: Marion und ihr kleines Sorgenkind

Beitrag von RikemitSohn »

Hallo,

erzähle dem Arzt ruhig von dem Verdacht der Lehrerin. Dann kann er dich beruhigen und du kannst in der EInrichtung etwas rückmelden. Ich empfinde es als fahrlässig von einer Lehrerin so eine schwere Diagnose einfach in den Raum zu werfen. Sie hat davon keine Ahnung und kann euch nur bitten diese Auffälligkeiten einem Arzt zu schildern. Eine Diagnose wird von einem Arzt nach gründlicher Untersuchung gestellt. In meiner Ausbildung zur Erzieherin wurde uns beigebracht, wie man angeblich durch Bilder Missbrauch erkennen kann. Fand ich schlimm, da das viel zu platt wahr. Nach der Erklärung hätte jedes Kind, das gerne die Farbe schwarz wählt, missbraucht werden müssen. Nur mal als Beispiel für Selbstüberschätzung.
Schizophrenie bei Kindern ist sehr selten und das was du beschreibst hört sich auch eher nach viel Fantasie an.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Marionz.75
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Re: Marion und ihr kleines Sorgenkind

Beitrag von Marionz.75 »

Ihr seit wirklich sehr lieb und ich danke euch jetzt schon das ihr bisschen Mut gemacht habt doch mal mit den Arzt zureden. Ja das mit der Lehrerin weis ich nur das sie mal in so einer Einrichtung war durch die Ausbildung das Schizophrenien zu tun hatte. Sie sagt halt sie hat das Jahre lang gemacht.

Ihr seit wirklichen spitze 🤩..

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