Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Birte1979
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Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Beitrag von Birte1979 »

Hallo zusammen,
Ich lese schon ein paar Tage fleißig hier mit, aber möchte mich natürlich auch noch einmal vorstellen.

Ich bin 40 Jahre alt, voll berufstätig und meine Familie besteht aus meinem Mann und meiner Tochter.
(zudem wohnt auch meine Schwiegermutter mit im Haus, mit separater Wohnung).

Unsere Tochter Lisa befindet sich seit drei Wochen in stationärer Behandlung in der KJP.
Auslöser für den Schritt in die Klinik, zu dem wir uns mit ihr gemeinsam entschieden, waren schwere Depressionen, Isolation und völlige Lethargie.

Bereits nach kurzer Zeit in der Klinik, die für uns sehr schwer war, verstärkte sich der Verdacht auf ASS (Autismus Spektrum Störung).
Zudem haben wir seit ca 3 Jahren die Diagnose Morbus Basedow.

Ich habe hier schon sehr viel Input zum ASS bekommen und freue mich über weiteren Austausch.

MajaJo
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Re: Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Beitrag von MajaJo »

Hallo Birte,

herzlich Willkommen! Gab es vorher gar keine Anzeichen in Richtung ASS?

Liebe Grüße und alles Gute
Maja
Maja m. Jo (*10), homozygote FLG-Mutation, Skoliose, GdB 70 H, PG 2, Sternenenkel LEN (3/18 - 5/18)

Birte1979
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Re: Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Beitrag von Birte1979 »

Hallo Maja,
vielen Dank!
Die Frage haben wir uns natürlich auch intensiv gestellt, aber ich muss gestehen, dass ich bisher wenig/keine Berührung mit ASS hatte und daher ein sehr "klassisches, stereotypisches" Bild von autistischen Anzeichen hatte.
Bis zur 4. Klasse war ich zwar der Meinung, dass mein Kind etwas "eigen" ist in manchen Dingen, aber es gab auch nicht wirklich Probleme... da hat man dann auch wenig Anlass nach Diagnosen zu suchen.


Seit der Verdacht im Raum steht und ich mich auch recht viel mit der ASS Diagnose insbesondere bei Mädchen beschäftigt habe, fügen sich aber viele Dinge aus der Vergangenheit wie ein Puzzel zusammen. Also aus heutiger Perspektive würde ich sagen, dass es wohl schon gewisse Hinweise gab.

Ich hoffe das ist nachvollziehbar, was ich versuche zu sagen....

steffimoppel
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Re: Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Beitrag von steffimoppel »

Hallo Birte,

herzlich willkommen hier im Forum. Ich habe es schon ein paar Familien kennengelernt, bei denen bei Mädchen ASS erst zu Beginn der Pubertät auffiel. Ich hoffe, ihr bekommt viel Unterstützung.

Gruß Steffi

Spensa
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Re: Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Beitrag von Spensa »

Hallo Birte,

Welche Anzeichen zeigt denn Deine Tochter?

MajaJo
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Re: Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Beitrag von MajaJo »

Birte1979 hat geschrieben:
17.02.2021, 12:17
Bis zur 4. Klasse war ich zwar der Meinung, dass mein Kind etwas "eigen" ist in manchen Dingen, aber es gab auch nicht wirklich Probleme... da hat man dann auch wenig Anlass nach Diagnosen zu suchen.


Seit der Verdacht im Raum steht und ich mich auch recht viel mit der ASS Diagnose insbesondere bei Mädchen beschäftigt habe, fügen sich aber viele Dinge aus der Vergangenheit wie ein Puzzel zusammen. Also aus heutiger Perspektive würde ich sagen, dass es wohl schon gewisse Hinweise gab.

Ich hoffe das ist nachvollziehbar, was ich versuche zu sagen....
Total interessant, dass sie so lange kompensieren konnte. Mein Sohn ist noch ohne Diagnose, ist aber eben auch so wie Deine Tochter durch Depression, Rückzug auffällig geworden. Ich bin hier im Forum aber schon ewig, so dass ich ganz anderes Vorwissen habe und früher in die entsprechende Richtung gedacht habe. Leider aber die Fachleute nicht.

Liebe Grüße
Maja
Maja m. Jo (*10), homozygote FLG-Mutation, Skoliose, GdB 70 H, PG 2, Sternenenkel LEN (3/18 - 5/18)

Birte1979
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Re: Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Beitrag von Birte1979 »

Hallo zusammen!

Wir haben jetzt bereits vier Wochen stationäre Behandlung überstanden und am Donnerstag werden wir voraussichtlich die Diagnostikergebnisse bekommen.

Die Zeit in der Klinik ist hart für sie und für uns und natürlich denke ich immer wieder darüber nach, ob mir das nicht schon viel früher hätte auffallen müssen oder wie ich manches nur habe „übersehen“ können... diese Gedanken helfen allerdings nicht weiter.

Lisa hat sich, wie uns jetzt bewusst wurde, eigentlich so gut wie nie von sich aus mit anderen Kindern verabredet. Passierte immer nur, wenn sie gefragt wurde, oder noch früher als wir Eltern das für die Kinder gemacht haben.
Ich erinnere mich dass, wenn wir sie z.B von Kindergeburtstagen abholten, sie PF gerade eher allein irgendwo spielte.
Die Grundschulzeit war ein langsamer schleichender Prozess in dem sie immer mehr an Selbstbewusstsein verlor und an Selbstzweifel gewann. Daran war jedoch auch z.T. die Lehrerin Auslöser, die uns ,und natürlich besonders Lisa, das Leben sehr schwer gemacht hat.
(U.a. Hielt die Lehrerin es nicht für nötig uns zeitnah über zwei Vorfälle zu informieren, in denen unser Kind kurz vor Kreislaufzusammenbrüchen stand... als wir dann den Morbus Basedow feststellten, hatte sie bereits einen Ruhepuls von 130... kurz vorher ist die beim Sportfest noch 800m gelaufen, weil die Lehrerin ihr gesagt hatte sie möge sich bitte mal zusammenreißen).
Im 4. und 5. Schuljahr brachte unsere Tochter sich fließende Englischkenntnisse bei. Ich bin selber sehr Englisch-affin und habe das natürlich unterstützt und für gut befunden. Das fiel sogar in der Schule so positiv auf, dass sie in eine Bilinguale Klasse wechseln durfte, obwohl „Bili“ mit ihrem eher mäßigen Zeugnis der 4. Klasse verweigert worden war.
Der Klassenwechsel war sehr positiv für sie und so hatten wir nochmal knapp ein Jahr, in dem wir eine positive Entwicklung wahrnahmen.
Dann setzte aber die Periode ein und das war Auslöser für jegliche Ablehnung des „Frauwerdens“ und der Weiblichkeit. Mit 4-9 Jahren noch totales Mädchen (alles musste pink/rosa sein), plötzlich auf gar keinen Fall Frau sein wollen. Wenn überhaupt dann ein Junge, aber am liebsten gar kein Geschlecht.
Anfang 2020 nahm dann die negative Entwicklung ihren Lauf.
Ein paar Versuche sich selbst zu verletzen. Keine Verabredungen mehr, aber auch kein Kontakt mit Mitschülern.
Homeschooling ein unglaublicher Kraftakt... Selbstorganisation, Eigenmotovation, Fehlanzeige. Immer nur in ihrem dunklen Zimmer hocken. Handy und PC war das einzige Interesse. Körperpflege fand nur statt, wenn wir stundenlange Diskussionen führten und mit Bestrafung drohten.
Sie war völlig lethargisch, nichts war ihr wichtig. Keine Hobbies, kein Familienleben.
Ihr Selbsthass, die Traurigkeit und Motivationslosigkeit bekamen wir nicht in den Griff.
Sie hatte nur noch dunkle Gedanken. Die Entscheidung für eine stationäre Behandlung trafen wir gemeinsam.
Und als ich dann die ersten Tage viel versuchte über solch einen Klinikaufenthalt und Diagnostik herauszufinden, stach mir ASS direkt ins Auge.
Vielleicht auch noch ein paar kleine Anzeichen, die ich jetzt festgestellt habe:
Extreme Geräuschempfindlichkeit (schläft in der Klinik mit Ohrstöpseln, Haare föhnen war nie möglich), analoge Uhren zu lesen fällt ihr nach wie vor total schwer, Zeitgefühl hat sie kaum, möchte keine Körpernähe, telefonieren ist mit ihr als würde ich mit einem kaum bekannten Menschen sprechen und viele Dinge müssen schon immer auf ganz bestimmte Art und Weise getan oder organisiert werden.

Ich bin sehr gespannt, wie die offizielle Diagnose ausfällt und mache 3 Kreuze, wenn wir dann hoffentlich für die weitere Behandlung in eine Tagesklinik wechseln können, weil es ihr insgesamt in der Station alles sehr schwer fällt.

MajaJo
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Re: Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Beitrag von MajaJo »

Liebe Birte,

entschuldige, Übersehen meinte ich nicht. Denn das Zurückblicken hilft natürlich nicht weiter. Es war eher eine Interessenfrage von mir. Ich wünsche Euch, dass Deine Tochter schnell in eine Tagesklinik wechseln kann.

Liebe Grüße
Maja
Maja m. Jo (*10), homozygote FLG-Mutation, Skoliose, GdB 70 H, PG 2, Sternenenkel LEN (3/18 - 5/18)

MajaJo
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Re: Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Beitrag von MajaJo »

Liebe Birte,

entschuldige, Übersehen meinte ich nicht. Denn das Zurückblicken hilft natürlich nicht weiter. Es war eher eine Interessenfrage von mir. Ich wünsche Euch, dass Deine Tochter schnell in eine Tagesklinik wechseln kann.

Liebe Grüße
Maja
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Birte1979
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Re: Birte mit Tochter Lisa (12J.)

Beitrag von Birte1979 »

Hi Maja,
Habe ich jetzt auch nicht direkt schon aufgenommen, wollte nur eher spiegeln, dass ich mir natürlich die Frage des Übersehens stelle.
Vielen Dank!

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