Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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MikeK76
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Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Beitrag von MikeK76 »

Hallo,

ich bin Mike mit meinem kleinen Sohn Daniel (*2017). Als er ca. 1 1/2 Jahre war kam er an eine Knopfbatterie und hat die verschluckt.

Die Notaufnahme hat uns wieder nach Hause geschickt, trotz der geäußerten Vermutung, dass die Batterie irgendwo fest steckt, nach dem er Krank wurde (Diagnose: Grippe) ist er eine Woche später fast gestorben. Die Batterie saß noch in der Speiseröhre fest und hat ein Loch in die Speiseröhre und Luftröhre gebrannt. ~1 Woche fast jeden Tag bei verschiedenen Ärzten - immer die Geschichte erzählt. Ist also ein klassischer Behandlungsfehler seitens der Notaufnahme, die das Leben meines Sohnes zerstört haben.

Aber egal - ist Vergangenheit. Nach einer Runde durch verschiede Krankenhäuser, einigen Fehlbehandlungen (konnten die Ärzte aber nichts für, hinterher ist man immer schlauer), konnte dann das Leben von dem Kleinen gerettet werden. Magenhochzug, Lufröhre geflickt. Monatelanger Krankenhausauftenthalt, Rhea, Sondenernährung usw.
Er hat schon so ziemlich alles hinter sich und kann wieder normal essen. Er spricht derzeit kein einziges Wort außer "Ma" - kann aber Laute von sich geben und hat zeitweise einzelne Worte verwendet - (vor dem Unfall mit 1 1/2 hat er mehr gesprochen als jetzt) mit 3 1/2 und hat etwas Entwicklungsverzögerung in der Feinmotorik. Grobmotorisch ist er einigermaßen altersgerecht.

Haben es auch mit Gesten probiert, die hat er durchaus angenommen. Aber auch die gingen mit 1 1/2 besser und er scheint auch schnell Dinge nicht mehr zu machen, die er eigentlich gelernt hatte. zB. Gesten die er konnte, oder einzelne Worte.
Wir hoffen, dass er zumindest einigermaßen irgendwann hinterher kommt und noch auf eine normale Schule gehen kann (Späteinschulung wird hoffentlich klappen). Aber derzeit schlecht abzusehen. Er befindet sich noch in logopädischer Behandlung, bekommt Ergotherapie und geht in eine normale KITA (Kleinkindgruppe, da Kinder in seinem Alter schon sprechen und keine Windeln mehr tragen).

Ullaskids
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Re: Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Beitrag von Ullaskids »

Hallo Mike,
willkommen hier!
Was ich nicht so ganz verstehe: Kommt denn das nicht Sprechen können ursächlich durch den Batterie-Unfall? Wenn ja, wodurch - wurden die Stimmbänder verletzt, gab es einen Sauerstoffmangel im Gehirn...? Ich kriege da den Zusammenhang nicht so ganz hergestellt.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (16): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

Cataleya7
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Re: Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Beitrag von Cataleya7 »

Habt ihr rechtliche Schritte gegen das Krankenhaus geprüft, welches euch nach Hause geschickt hat erstmalig? Dies hat ja - möglicherweise - das zukünftige Leben vom Kleinen stark beeinträchtigt?!
Oder ist das so ein Fall von “kann passieren” und das Krankenhaus ist juristisch raus?

MikeK76
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Re: Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Beitrag von MikeK76 »

@Ullaskids. Denke das nicht Sprechen können kommt durch das lange Koma, er war ja wochenlang weg. Man hat probiert, dass das Loch in Speiseröhre und Luftröhre von alleine zuwächst. (Rückblickend dumme Idee)
Aber das Tracheostoma? (ka war so eine Bastellösung) hat sich irgendwann verschoben und beim Versuch es rauszuziehen wurde die Speiseröhre irreperabel verletzt (hing wohl mit dran). Und das hat das Koma enorm verlängert.

Also vor dem Unfall hat er "Mama" sehr, sehr oft gesagt und "baba" (ok ich hab es als Papa akzeptiert :)), und ein paar selbst erfundene Begriffe hier und da die sich aber oft geändert haben. Handzeichen konnte er auch einige für Hunger oder Trinken z.b. - wir haben Gestensprache gemacht. Nach dem Ausschleichen der Medikamente, als er wieder wacher wurde hat er "Mama" gesagt. Das war das letzte mal für längere Zeit (von dem ich mitbekommen hab). Danach war alles weg - auch Handzeichen - die er bis heute nicht wieder in dem Maße kann. Bei Bildergeschichten kann er die Zeichen für Tiere machen, wenn er sie sieht.

Ja hängt definitiv mit der Behandlung zusammen. Anweisungen kann er verstehen und durchführen. Ein paar Worte hat er hier und da gebildet "Hnd" für Hund z.b. oder "Mama" (baba/papa leider nicht) - aber er hat auch alle wieder verloren - inkl. "mama" davon ist aber immerhin noch ein kurzen "Ma" übrig geblieben, dass aber nicht so richtig gut nach Sprache klingt. So seit ~6 Monaten definitiv kein Fortschritt.
Protoworte die noch da sind sind "Ha" was er immer sagt wenn er was sieht das er für wichtig hält und "BrBrBr" das er benutzt, wenn er mit Autos spielt - denke das kommt aus dem Kindergarten.

Grade per Geste gesagt, er soll mir ein Auto geben - macht er nicht. (könnte aber sein, dass er keine Lust hat grade) Haben die Gesten mittlerweile aufgegeben. Anweisungen befolgt er idR. ohne Gebärdenunterstützung.
Das kindliche auf was zeigen und dann "da" zu sagen tut er nicht btw. aber er zeigt schon auf Sachen.
Definitiv schwierig für uns mit ihm zu kommunizieren.

Wir versuchen aber so viel mit ihm zu machen was geht. Der ist quasi dauerbeschäftigt mit spielen. Lego Duplo baut er gerne (Türme - aber immerhin). Mittlerweile guckt er auch sehr gerne Videoclips von YouTube. Wobei ich mir nicht sicher bin, was er rauszieht.

@Cataleya7: Ja hab mir den teuersten Anwalt gesucht den ich mir leisten kann. Die Versicherung vom Krankenhaus hat schon eine gewisse Summe angezahlt und ich habe das Geld für ihn angelegt. Das Krankenhaus/Versicherung hat keine Probleme gemacht und die Fehler eingestanden. Finanziell dürfte er wenn er 18 ist einigermaßen abgesichert sein, aber ob er die Fähigkeiten haben wird damit umzugehen steht in den Sternen.

Fichy
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Re: Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Beitrag von Fichy »

Erst mal hallo und weiter: omfg sch... treibt uns tränen in die Augen...
Erst mal viel Kraft -haben zwar keine Tipps aber zunächst ziehen wir den Hut vor euch...und nochmal gebt nicht auf egal wie sch.. alles ist. einfach von Herzen alle Kraft...
11.2016: notsectio 30+6
Cernebralparese, beinbetonte Spastik
2020 selektive dorsale Rhizotomie
2021 perkutane Myofaszotomie

Martina Tinchen
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Re: Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Beitrag von Martina Tinchen »

Lieber Mike,
auch von mir eine ganz herzliche und feste Umarmung.
Ein Bussi für deinen Schatz.
Ich fühle mit euch.

M
Wir mit 💜 *2014, mehrf. schwerstbehindert, 💗
*2014, 💙 *2018

MikeK76
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Re: Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Beitrag von MikeK76 »

Danke. War sehr nervenaufreibend die Zeit, der kleine war ~350km weit weg und seine Mutter ist nicht von seiner Seite gewichen.
(Wie sowas auf Intensivstationen halt so geht).

Nein, aufgeben ist keine Option. Wüsste auch gar nicht wie das gehen soll. Tipps sind denke ich auch schwer, wir sind immer noch in Behandlung bei diversen Ärzten/SBZ. Weiß auch keiner wieso er nicht spricht.
Evtl. haben wir es mit irgendeiner Form von totalen Mutismus zu tun.

Anne_mit_2
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Re: Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Beitrag von Anne_mit_2 »

Hallo Mike,

auch von mir eine ganz dicke Umarmung an Euch beide.....

Mir sind gerade zwei Punkte eingefallen, die ich Dir gerade schnell mitteilen möchte:
1) Es gibt Kinder, denen das Sprechen körperlich schwerfällt und die es daher nicht tun, bis sie es für sich selbst als 'der Mühe wert' erkannt haben. Da ist eine Krippengruppe nicht mehr unbedingt für längere Zeit die richtige Umgebung, wenn das bei Eurem Schatz mit hineinspielen könnte. Vielleicht könntet Ihr schon ergründen, ob er mit I-Kraft in eine KiGa-Gruppe wechseln könnte, damit er altersgerechte Anregung bekommt. Das kann in der Entwicklung einen Sprung auslösen (muss es aber nicht). Aber selbst wenn es keinen Schub gibt, dann habt Ihr jetzt noch den Vorteil, den Gruppenwechsel von langer Hand vorzubereiten statt Hals über Kopf reagieren zu müssen.
2) Hier im Forum gibt es mehrere Eltern mit nicht-lautsprachlich kommunizierenden Kindern, die ganz unterschiedliche Kommunikationswege nutzen. Spontan fallen mir viele Threads zu 'Unterstützter Kommunikation' (UK) sowie ein Thread von letzter Woche ein, wo es um den Nutzen von Gebärdensprache für nicht-lautsprachliche (aber auch hörende) Kinder ging. Vielleicht suchst Du mal gezielt nach den Nutzerinnen Lisaneu (gehörloses, autistisches Kind), Angela77 (Kind mit großen Schäden im motorischen Sprachzentrum), Jakob05 (Kind mit Laryngomalazie und Tracheostoma) -- bei allen dreien sind die Kinder schon längst im Schulalter. Die können Dir sicher viele Anregungen geben, in welche Richtung Ihr bzgl. Kommunikation denken könntet.

Viele Grüße,
Anne

moniausdemNorden
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Re: Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Beitrag von moniausdemNorden »

Wurde Mal überprüft ob die Batterie eine Art Vergiftung verursacht hat? Schwermetall oder so?
Das wurde für mich die Sprach-Regression erklären.
Ggf Mal das Blut checken lassen?

Lieben Gruß für euch

Martina Tinchen
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Re: Mike mit 3 1/2 Jährigem Daniel (Unfall)

Beitrag von Martina Tinchen »

PN geschickt.
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