Sondennahrung kein Arzneimittel - keine Kostenerstattung?

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Martin
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Sondennahrung kein Arzneimittel - keine Kostenerstattung?

Beitragvon Martin » 17.01.2005, 09:04

Hallo,

wir haben unter anderem Rechnungen für Sondennahrung bei der Privaten Krankenversicherung eingereicht.

Diese hat uns nun geschrieben, dass Sondennahrung kein Arzneimittel sei und somit nicht erstattungsfähig ist.

Kulanter Weise zahlen sie und ein 3/4 Jahr lang 75% der Sondennahrung

Kann das richtig sein? Was können wir unternehmen?

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Beitragvon dieMeike » 17.01.2005, 11:00

Hallo Martin,

auf jeden Fall schriftlich widersprechen. Wir hatten das gleiche Problem bei Co-Enzym Q 10, da es als Nahrungsergänzungsmittel gilt.

Ganz wichtig ist eine schriftlich formulierte Begründung des behandelnden Arztes oder der Ärzte warum und aus welchen Gründen die Sondennahrung medizinisch notwendig ist.


Liebe Grüße
dieMeike mit

der Große, an der Grenze zur leichten Schwerhörigkeit ADS und LRS

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Martin
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Beitragvon Martin » 17.01.2005, 11:05

auf jeden Fall schriftlich widersprechen. Wir hatten das gleiche Problem bei Co-Enzym Q 10, da es als Nahrungsergänzungsmittel gilt.


Seid Ihr auch privat Krankenversichert?

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Beitragvon dieMeike » 17.01.2005, 11:10

Hallo Martin,

Neis ist bei der ARAG München krankenversichert und es gibt jedes mal einen Tanz bei den Hilfsmitteln. :roll:

Liebe Grüße
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Beitragvon Karin65 » 17.01.2005, 14:30

Hallo zusammen,

bei uns ist es so, das Hans Kreatin bekommt. die muß ich auch selber bezahlen. ich hatte bei der KK nachgefragt. Ich bekam auch die gleiche Begründung, das es sich um ein Nahrungsergänzungsmittel handelt und nicht um ein Medikament.
Wir sind bei der AOK (Pflichtversichert).
Ich habe dan noch mal begründet, das Hans durch das Kreatin länger mobil bleibt. Das konnte ich sogar schriftlich nachweisen. Aber nein, die bezahlen nicht. :(

Gruß karin65

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Beitragvon laurasmama » 17.01.2005, 15:57

Hallo Martin,
wir haben auch Sondennahrung. Zu uns kommt immer eine Ernährungsschwester die holt sich dann immer die Rezepte bei unserem Kinderarzt und bestellt dann die Sondennahrung bei der Firma. Wir sind aber bei der BKK AKS pflichtversichert.

Liebe Grüße Monika
Monika, Laura 25.01.2001 (Herzfehler DORV, mit 2 Monaten Herzstillstand, 25 min. reanimiert, Stato- und Psychomotorische Retardierung, Symptomatische Epilepsie, PEG, Opticusatrophie,)verstorben am 23.05.2008

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Beitragvon Karin K. » 17.01.2005, 21:17

Hallo Martin!
Da geht es uns in Österreich ja richtig gut. Wir müssen die Sondennahrung für Stefan und diverse Nahrungsergänzungen nicht im voraus bezahlen, obwohl wir "nur" pflichtversichert sind. Die Firma Fresenius rechnet direkt mit unserer Krankenkasse ab. Auch bei der vorher nötigen Bewilligung hatten wir nie Probleme.
Bleibt trotzdem hartnäckig und versucht es mit einem Widerspruch, da die Kosten für spezielle Sondennahrungen im Vergleich zu normaler Nahrung wirklich recht hoch sind.
Liebe Grüße aus der Steiermark
Karin
mit Stefan geb. 02/99 (div. Fehlbildungen am Verdauungstrakt, intestinale Resorptionsstörung, Gedeihstörung, langzeitparenterale Ernährung, PEG-Sonde, ..., Hochbegabung), sowie Simon geb. 05/96 und Sebastian geb. 03/03

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Beitragvon Conny » 18.01.2005, 20:12

Hallo Martin,

ich kenne mich "nur" mit Spezialnahrung für Kinder mit schwersten Lebensmittelallergien und Spurenelementen aus.

Wir bekommen die Spezialnahrung und die Spurenelemente auf Rezept ( gesetzlich versichert ).
Im Regelfall sind diese Nahrungsmittel keine Arzneimittel, deshalb nicht von der KK zu bezahlen.

ABER: bei medizinischer Indikation sieht es anders aus

Bei uns sieht es wie folgt aus:
Neo kann normale Milch nicht verdauen, deshalb erhalten wir die Spezialnahrung auf Rezept. Ich denke, du benötigst ein Gutachten mit der medizinischen Indikation, um die Kostenübernahme zu erreichen. Auch ein Nahrungsmittel oder ein Nahrungsergänzungsmittel können unter Umständen ein Arzneimittel sein.

Viel Glück!

Lg

Conny
Conny und René mit Neo Cyrill ( ZKS, KDS, BNS, entwicklungsverzögert )

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Beitragvon angelAnna » 18.01.2005, 21:02

Hallo,
unser Justin bekommt -ergänzend-hochkalorische Kost (Bioni).
Trotz Verordnung des arztes und wirklich ausreichend Diagnosen und Begründungen wurde abgelehnt.
Es ist jedes Mal ein Kampf und Auseinandersetzen aber ich werde da nicht müde,wenn ich weiß das es ihm zusteht.
Nach etliche Diskussionen und der Aussage eines Mitarbeiters der Barmer:"Bringen sie das Kind doch lieber ins Krankenhaus "-kam er aufgrund Nahrungsverweigerung tatsächlich für ne Woche ins Krankenhaus.Plötzlich klappte es dann doch mit der Genehmigung nach der Enlassung und nun wird jede Verordnung des Arztes voll übernommen(2 AP a 30 Trinkpäckchen pro Monat a 90 Euro)
Also ich kann nur empfehlen,hartnäckig und konsequent dort nerven!!!!Mit guten Argumenten.
Denn ein Tag im Krankenhaus kostet meist mehr als Nahrungsergänzung/Kost.
Lg und alles Gute
Anna mit Justin(23 SSW)
Anna mit Justin geb.9.2.03 (23+4 SSW,625 g,32 cm) Extremfrühchen mit multiplen schwersten Behinderungen ,PEG (PS 3 + )Aggressiv /autoag.
und Jona Maximilian 3.11.09 gesund und munter

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Beitragvon Conny » 18.01.2005, 21:39

Hallo zusammen,

vielleicht sollte ich noch ergänzen, dass man im KH diese Spezialnahrung ganz legal verabreicht bekommt, ohne Ärger!
Da Neo die Nahrung schon im KH bekommen hat, war es kein Problem die Nahrung auch " in Freiheit" auf Rezept zu erhalten.
Zum Vergleich: 400 g Dose kostet 33,- EUR und ist für 2-3 Tage ausreichend, wenn man ausschließlich Flasche füttert.


Lg

Conny
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