Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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*Sally*
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Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von *Sally* »

Hallo,

kurze Frage zu der neusten Fassung hinsichtlich Kontaktbeschränkungen : es ist die Rede von einem Besucher pro Haushalt. Das bei uns zu Hause umzusetzen ist machbar. Umgekehrt gibt es aber theoretisch das Problem, das meine Tochter ( wie wohl viele junge Erwachsene mit Behinderung ) eben nicht alleine irgendwohin kann.

Wie ist eure Meinung dazu ?
Evi mit Tochter - Maus * 95

CarolaBerlin
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Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von CarolaBerlin »

Hallo Evi,
ich denke, dass Behinderte ( mit B, H oderPflegegrad) ausgenommen sind, und Pfleger und Betreuer nicht zählen ( wie beim letzten Lockdown)
LG Carola

AnnaF2008
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Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von AnnaF2008 »

Hallo

auf Antenne.de geht es zwar um die Bewegungseinschränkungen, aber da ist als vierter Punkt: die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen....
aufgeführt. Das müsste dann dauch darunter fallen.
In Bayern tagt heute das Kabinett (in anderen Bundesländern wahrscheinlich auch) und präzesiert die Verordnung nochmals.

Von den Bewegungsbeschränkungen sind unter anderem folgende Tätigkeiten ausgenommen:

die Ausführung von beruflichen Tätigkeiten
medizinische und veterinärmedizinische Notfälle oder ein Arztbesuch,
die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts,
die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen,
die Begleitung Sterbender,
Handlungen zur Versorgung von Tieren,
ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen.
"Einkaufen, Reisen und tagestouristische Ausflüge" seien aber keine triftigen Gründe.

Viele Grüße AnnaF2008

Katja_S
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Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Katja_S »

Hallo,
das ist bei uns auch ein Problem: Mein Sohn kann ohne mich nirgends bleiben, er darf dann also niemanden mehr treffen :shock: . Außer vermutlich zu seinen Therapien, da darf ich ihn vermutlich noch hinbringen. Schule ist ja auch noch länger keine und das bei einem Kind, dass in die Pubertät kommt
Da es bei dieser Ein-Personen-Regel wohl auch keine Ausnahme für Kinder mehr geben soll, bezweifle ich, dass es für behinderte Menschen eine Ausnahme geben wird ( 1 oder 2 jährige können ja auch nicht alleine wo bleiben (schon gar nicht mit Abstand)).
Wir machen zwar momentan logischerweise sowieso kaum Besuche und bekommen auch kaum welchen, aber zumindest meine Schwester mit Sohn (wohnt im selben Ort) würde ich eigentlich schon ab und an mal sehen (das wäre eigentlich auch für meinen Sohn wichtig). Geht ja aber auch nicht (mehr).
Viele Grüße
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

Anjali
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Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Anjali »

Hallo,

ich empfinde das als unbillige Härte und als Diskriminierung von Behinderten und Kindern.
Eine kurze Zeitspanne (bis 31.01.) würde ich mir das gefallen lassen bzw. mitmachen, aber noch Wochen oder Monate darüber hinaus (was durchaus zu befürchten ist, denn das derzeit diskutierte Ziel soll die Senkung der 7-Tage Inzidenz auf 25 sein) wohl nicht.
Was das obige Beispiel angeht:
Ob nun die Schwester alleine oder mit ihrem Sohn zu Besuch kommt, macht für das Infektiinsgeschehen ja keinen bedeutenden Unterschied, da beide ja dem selben Haushalt angehören.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Katja_S
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Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Katja_S »

Hallo Anja,
das sehe ich ja auch so. Deswegen hat mich diese neue Regel auch so geschockt (vor allem, weil ich zwar mit einer Verlängerung des Lockdowns sicher gerechnet hatte, aber nicht mit so einer Verschärfung) ☹️.
Und die Regel gilt ja ziemlich sicher nicht "nur" bis zum 31.1.....
Gleichzeitig sollen hier aber ab dem 18.1. Grundschulen wieder geöffnet werden :? (Betrifft uns nicht, da E. in die Klasse 8/9 geht und im 7. Schulbesuchsjahr ist). Aber die Personen eines weiteren Haushalts alle 2 bis 3 Wochen zu treffen, ist zu gefährlich? Zumal mein Sohn niemandem um den Hals fällt und durchaus Abstand halten kann (wir natürlich auch).
Na ja.
Viele Grüße
Katja
Katja mit E. (geb. April'08), Frühchen 26. SSW, Hirnblutungen, Hydrocephalus (Shunt-versorgt), gehörlos (2 CIs), Epilepsie, geistige und körperliche Behinderung

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*Sally*
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Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von *Sally* »

Die Ansage mit dem eingeschränkten Aktionsradius bei einem Inzidenzwert von über 200 finde ich auch nicht gut, zumindest nicht un unserem Fall. Die wenigen Kontakte, die wir noch haben, möchte ich gerne beibehalten. Das sind alles eh keine monatlich stattfindenden Kontakte.

Zum Einkaufen müssen wir grundsätzlich fahren, immer mindestens 10 Minuten einfache Fahrt . Meist sind es aber 20 Minuten entfernt, weil es da mehr Geschäfte gibt und somit eine höhere Wahrscheinlichkeit , dass zu bekommen, was gebraucht wird .
Evi mit Tochter - Maus * 95

Annileinchen
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Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Annileinchen »

Das Land Berlin klammert Alleinerziehende aus dieser Regelung aus. Kinder von Alleinerziehenden sollen nicht mitzählen.

https://www.tagesschau.de/newsticker/li ... Januar-aus
Unter 14:38 Uhr.

Lisa Maier
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Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von Lisa Maier »

Hallo,
Bedankt Euch bei denen, die die Füße nicht stillhalten. Ich wohne wo, wo derzeit Schnee liegt. Schaue ich aus dem Fenster, sehe ich Heerscharen von Eltern mit Kindern beim Rodeln auf dem Acker. Prinzipiell ist Bewegung im Freien ja in Ordnung. Aber müssen die dicht gedrängt alle auf dem gleichen Acker rodeln? Von denen denkt keiner mehr an Abstand, denn wer an Abstand denkt, ergreift die Flucht. Wenn wirklich mal alle 2 - 3 Wochen ihre Kontakte auf das absolut Unvermeidliche beschränken würden, wären die Zahlen schnell unten. Weihnachten und Silvester wäre die Chance gewesen. Aber was haben die Leute gemacht? Weihnachtsbesuche! Selbst die
Atheisten. Geht in 20 Fällen gut, im 21sten leider nicht. Und bis Familie 21 was merkt, haben sie den Mist bereits fröhlich weiterverbreitet. Prima!

Viele Grüße

Lisa

susi_muc
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Re: Kontaktbeschränkungen Erwachsene mit Behinderung - Auslegungssache ?

Beitrag von susi_muc »

Bedankt Euch bei denen, die in Umfragen die Maßnahmen immer noch so toll finden. Die Rodler tun was für ihre Gesundheit und ihr Immunsystem.
Susi mit großem Sohn (ASS+HB), großer Tochter (ASS, ADHS+HB), kleiner Tochter (auch irgendwie anders) und den Zwillingen (ganz normaler Zwillingswahnsinn - hoffe ich)

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