Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Silke40
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Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Beitrag von Silke40 »

Ich wollte nur mal fragen ob es irgendjemanden hier auch so geht.
Seit einigen Jahren können wir mit unserem Sohn aufgrund seiner Verhaltensauffälligkeiten nicht mehr in den Urlaub fahren, in die Öffentlichkeit gehen, müssen Menschenansammlungen und überhaupt alles was Reizüberflutung auslösen könnte vermeiden, kaum jemand besucht uns, läd uns als Familie ein oder hilft uns mit der Betreuung. Wir haben unser Leben aber ganz gut organisiert, leben ländlich, arbeiten beide Teilzeit, haben seit März sogar einen Hund und zwei wunderbare Kids, die anders aufwachsen als andere...
Seit Corona muss ich oft schmunzeln weil viele Leute sich darüber beschweren dass sie auf einmal so leben müssen wie wir...
Geht es irgendjemandem von euch vielleicht auch so?
S. mit L.*11 Herzkind (d.TgA+ASDII, Pulmonalstenose) kognitive Beeinträchtigung, extrem hyperaktiv
E*08 pubertierend
Seit 3/20 mit Elo-Hundedame Billie

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*Sally*
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Re: Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Beitrag von *Sally* »

Ja, dem kann ich mich anschließen.

Als ich letztens lass, jeder solle seine Kontakte um 60 % reduzieren, dann würde man das Virus in den Griff bekommen, musste ich schon schmunzeln. Wir haben zu genau 2 Stellen regelmässig Kontakt. Therapiepraxis und ab und an einen privaten Kontakt zu einer Einzelperson.

Wir haben auch nicht wirklich ein "Lockdown-Gefühl" , weil wir vieles vor März schon nicht gemacht haben, meine Tochter mag keine Menschenansammlungen, selbst bei Einkäufen nicht.

Besuch gibt es , wenn es hoch kommt, 2-3- mal im Jahr für wenige Stunden
Evi mit Tochter - Maus * 95

Lisaneu
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Re: Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Beitrag von Lisaneu »

Hallo Silke und Sally!

Wir merken schon Veränderungen gegenüber "früher" (also vor Corona), aber längst nicht so krass wie andere Familien. Was uns im Lockdown am meisten abgeht ist das Bad - beide Jungs sind Wasserratten und weil baden und planschen eine der wenigen gemeinsamen Aktivitäten ist, wo wir alle vier gern dabei sind, waren wir entsprechend oft am Badeteich, im Freibad, im Hallenbad und in der Therme. Zwischen den Lockdowns war das möglich, aber während der Lockdowns (in Österreich ist jetzt ja schon der 3.) geht das eben nicht.

Ansonsten ist - bis auf die Maske beim einkaufen - bei uns eigentlich alles wie immer. Im 2. und 3. Lockdown hatten sogar Schule und Internat meines jüngeren Sohnes normal geöffnet (weil Sonderschule). Mein jüngerer Sohn hat im Internat einen Freund, den er aber außerhalb nie trifft und auch nicht vermisst. Mein älterer Sohn hat keine Freunde und geht auch nicht gern in die Schule. Daher vermissen meine Jungs auch keine sozialen Kontakte. Auf größeren Veranstaltungen (Konzerte, Theater, Kino, Sportveranstaltungen) waren wir - wenn es hochkommt - vielleicht 1x im Jahr. Da vermissen wir definitiv nichts. Früher, als die Kinder kleiner waren, haben wir noch einige Male versucht, was gemeinsam mit anderen Familien mit Kindern zu unternehmen. Da aber die Kinder sowieso nie Kontakte geknüpft haben sind wir seit Jahren nur noch solo als Kleinfamilie oder einzeln mit einem oder zwei Kindern unterwegs (Ausflüge, Wanderungen, Radtouren, Spaziergänge, Spielplätze). Das Meiste davon geht sogar während des Lockdowns.

Und während mein Mann und ich im ersten Lockdown beide in Kurzarbeit waren, gehe ich jetzt ganz normal arbeiten. Auch hier ist (bis auf die Maske, die ich als Verkäuferin im Großhandel tragen muss) alles eigentlich wie immer. Wobei ich mir hier schon manchmal mehr Achtsamkeit, vor allem was den Babyelefanten- Abstand betrifft, wünschen würde. Mein Mann ist seit 3 Tagen auf Reha wegen seines Herzinfahrktes vor 4 Monaten, davor war er in Krankenstand. Daher war auch der Schul-Lockdown mit Distance Learning des Großen keine große Sache (die Schulunlust schon, aber das hat mit Corona nichts zu tun)

Zusammengefasst - von "Ich halte es nicht mehr aus, es soll alles wieder werden wie früher!" sind wir weit entfernt :wink: .
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

MajaJo
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Re: Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Beitrag von MajaJo »

Hallo,
ich merke auch fast keinen Unterschied. Ich habe noch fünf meiner sechs Kinder zu Hause, es ist immer etwas los, ich bin nicht einsam. Aus finanziellen Gründen konnten wir zwar immer reisen, aber nie wirklich weit weg. Und diese Reisen waren auch in 2020 alle möglich. Essen gehen ist ebenfalls ein finanzielles Problem und wegen der vielen Allergien meines Jüngsten auch nur nervig. Habe ich nie vermisst, jetzt also auch nicht. Witzigerweise haben wir uns Ende 2019 einen Beamer mit Leinwand gekauft, sodass wir das Kinoerlebnis seit dem zu Hause haben. Und noch ein positiver Effekt: Durch die Entschleunigung läuft mein Jüngster gerade viel besser in der Spur. Wir haben noch nie einen so entspannten Heiligabend gehabt. Mein Job lässt sich komplett im Home-Office erledigen, so dass wir auch hier keinerlei Probleme haben. Das einzige, was mich wirklich stört, dass der Sport meiner Kinder schwimmen ist und das findet seit März nicht mehr statt.

Liebe Grüße und alles Gute für das neue Jahr
Maja
Maja m. Jo (*10), homozygote FLG-Mutation, Skoliose, GdB 70 H, Sternenenkel LEN (3/18 - 5/18)

Anne_mit_2
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Re: Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Beitrag von Anne_mit_2 »

Hallo,

auch bei uns hat sich am Alltag nicht viel geändert, außer dass ich endlich mehr HomeOffice gestattet bekommen haben. Viele Kontakte (persönlich -- nicht telefonisch oder über das Internet) hatten wir vorher durch 20 Jahre Pflege von insgesamt 4 Senioren und einem besonderen Kind ohnehin nicht. Essengehen war schon wegen verschiedener Lebensmittel-Allergien/-Intoleranzen nicht drin.... Urlaub bedeutet für uns sowieso immer Wohnwagen irgendwo möglichst entlegen bei einem Bauern mit ein paar Stellplätzen abstellen und auf in die Natur. Das war auch durch Corona nicht eingeschränkt (wenn man weiss, welche Vorräte man mitnimmt).

Aber trotzdem hat Corona einiges durcheinandergewirbelt:
- Die Große und ihr langjähriger Freund (beides früher besondere Kinder, heute Erwachsene mit leichteren körperlichen Problemen) haben etwas überstürzt geheiratet, da es durch die Lungen- bzw. Darmvorbelastung ehemaliger Frühchen/Small-For-Date-Kinder ja schnell zu Ende sein könnte, wenn einer von beiden CoVid bekommt. Sie wollten einfach klare Verhältnisse und füreinander entscheiden können, wenn es dazu kommen sollte.
- Die letzte noch lebende Oma (bei uns im Haushalt) hat den Lebensmut verloren, wollte sich das Elend mit den Schulschließungen, Quarantänen etc. gar nicht mehr anhören und ist dann im Frühsommer "gegangen" (einfach nicht mehr gekämpft gegen ein gesundheitliches Problem).
- Der gesunde Kleine vermisst seinen Mannschaftssport extrem und ist unausgelastet, was man im Verhalten sieht.
- Der Garten wird nun als Gemüsegarten bewirtschaftet, weil die Zeit da ist (ohne Pendlerfahrten) und es allen Spaß macht.

Mir wurde dadurch klar: Wir leben einfach schon seit Jahren im existenziellen Betrieb und nicht im Genußbetrieb wie viele andere. Aber ich fühle mich nicht schlecht dabei!

Viele Grüße,
Anne

yael1004
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Re: Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Beitrag von yael1004 »

Hallo,
ich bin ehrlich gesagt ganz froh, dass die Kontakte unseres Juniors gerade eingeschränkt sind.
Obwohl er Asperger Autist ist, hatte er immer einige Freunde. Allerdings musste ich immer drauf achten, dass Besuche bei uns kurz gehalten wurden und alles ruhig ablief, da sonst schnell Tränen liefen und unser Junior irgendwann völlig überdrehte und ausrastete. Besuche von seinen Freunden waren also immer auch irgendwie mit einer gewissen Anspannung und einem wachen Auge meinerseits verbunden. Umgekehrt hatte ich immer Angst, wenn er irgendwo zu Besuch war, dass es da querlief. Ist leider schon öfter vorgekommen.
Klar erkläre ich anderen Müttern dann schon warum und wieso, aber so richtig verstanden wird das dann doch nicht.
Ich weiß, dass ich froh und dankbar sein sollte, dass er Kontakte hat. Bin ich ja auch. Aber ich finde es gerade trotzdem viel entspannter. Sohnemann skypt und telefoniert jetzt viel und ich muss da nicht gross eingreifen.
Liebe Grüße
Yael
Sohn (2010) hochfunktionaler Asperger Autist

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Regina Regenbogen
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Re: Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Beitrag von Regina Regenbogen »

Silke40 hat geschrieben:
31.12.2020, 22:01
Geht es irgendjemandem von euch vielleicht auch so?
Ja, uns zum Beispiel. :wink:

Wir haben seit fast 18 Jahren unser Leben nach den Bedürfnissen unseres Jüngsten (Autist) ausgerichtet (wobei ich noch nie ein Freund von "Gruppenkuscheln" war), ich arbeite schon ewig im Homeoffice, wir leben auf dem Land in einem großen EFH und das auch noch in Norddeutschland :lol: - Abstand und Zurückhaltung ist eine der immer schon vorherrschenden Eigenschaften der heimischen Bevölkerung. Unsere Kinder haben sich gut arrangiert mit den Einschränkungen, Schulabschluß und Gesellenprüfung sind gut mitgelaufen, niemand von uns hat seine Arbeit verloren oder befindet sich in Kurzarbeit, die Zukunftsplanungen jedes einzelnen werden nicht behindert. Urlaub war noch nie unser Ding, wir leben da, wo andere Urlaub machen. Einiges davon mag einfach nur Glück sein, das meiste davon schiebe ich darauf, dass unser aller Leben schon lange vor der Pandemie "corona-konform" läuft und wir trotzdem flexibel in unserer Lebensgestaltung sind, damit jeder von uns zufrieden sein kann. Unser Jüngster hatte schon im ersten Lockdown gemeint: Endlich sind wir Autisten die Normalen. :wink: Er ist schon seit Jahren leidenschaftlicher Gamer und hat viele langjährige Kontakte zu anderen Gamern.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

HeikeLeo
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Re: Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Beitrag von HeikeLeo »

Hallo,
Geht es irgendjemandem von euch vielleicht auch so?
Jep, ist bei uns auch so.

Dadurch, dass einige Rahmenbedingungen angepasst worden sind, ist einiges sogar leichter geworden: Homeoffice, Distanzunterricht, Onlinestudium.
Mir bereitet es nur große Sorgen, dass genau diese Erleichterungen mit viel Druck wieder abgebaut werden sollen. Gerade den Distanzunterricht würde ich uns sehr gerne noch sehr lange erhalten.

Liebe Grüße
Heike

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marion mo
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Re: Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Beitrag von marion mo »

Hallo zusammen !
Im 1.Lockdown war es für uns wesentlich anstrengender ,da war Max fast 6 Monate zu Hause und vieles lief nicht gut und einiges ist uns davon kaputt gemacht worden .
Die Schulentlassung und alles was damit zusammenhing ,ist fast ins Wasser gefallen....es gab nur eine Notlösung und alle haben sich größte Mühe gegeben ,aber es hätte halt ganz anders laufen sollen und Max ist bis heute enttäuscht vom Schulende....dann kam der Neuanfang in der WfbM und der lief trotz aller Einschränkungen gut. Vieles wäre noch anders gelaufen ,gäbe es diesen blöden Virus nicht.... aber so darf Max zumindest bisher jeden Tag zur Arbeit fahren und alles läuft seinen Weg...
Behördenmühlen mahlen dieses Jahr hoffentlich wieder ein bisschen schneller ,der Antrag auf Grundsicherung läuft jetzt 14 Monate.....und der SB kann froh sein,dass ich derzeit da nicht rein komme.....
Passt gut auf euch auf und bleibt gesund!
LG Marion
Wenn ihr mich sucht,sucht mich in euren Herzen.Habe ich dort eine Bleibe gefunden,werde ich immer bei euch sein.
(Rainer Maria Rilke)

MelSch
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Re: Kaum Veränderung durch COVIT wem geht es genauso?

Beitrag von MelSch »

Hallo!

Man darf es ja, gar nicht laut sagen, aber für uns war 2020 kein schlimmes Jahr.
Durch die Besonderheit von unserem jüngsten Kind und auch dadurch, daß wir gern unsere Ruhe haben, hat sich bei uns kaum etwas verändert.
Psychomotorik entfällt leider - das ist das Einzig blöde.

Kind1 (13,Pubertät) musste sich nicht wie eine Ölsardine in einen vollen Bus quetschen und konnte länger schlafen. Homeschooling lief ganz o. K.

Kind2 (6,Autist mit mehreren Baustellen) wurde im 1. Lockdown seine Windel los. War total entspannt.
Die Schule lief Dank Abstand und fester Regeln ganz gut an.
Dadurch, daß viele zu Hause bleiben, spielen die Kinder in der Nachbarschaft "notgedrungen" miteinander - und es klappt zwischenzeitlich ganz gut. Junior findet endlich Anschluss.

Wir hatten im September die 2. Autismus Diagnostik und im November das Auswertungsgespräch. Endlich eine eindeutige Diagnose!

Mein Mann war viel im Home office (sicherer Job) und hat Junior endlich mal richtig miterlebt und sieht seine ganzen Probleme jetzt auch.
Wenn ich arbeiten musste, hat der Papa das Homeschooling übernommen. War sehr lehrreich!

Ich bin ab 10.01 zwar in Kurzarbeit. Aber so löst sich wenigstens unser Betreuungsproblem. Ich bin jetzt daheim beim Kleinen.

Im Sommer waren wir mit dem Wohnmobil an der Nordsee. War total ruhig und entspannt. Wir haben uns gut erholen können.

Mir tun natürlich alle leid, die wegen der Corona Krise schlimme Zeiten haben!

Liebe Grüße,
MelSch

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