Familie mit Teenager

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Nessa13
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Familie mit Teenager

Beitrag von Nessa13 »

llo ihr Lieben,

Wir sind eine 4 köpfige Familie bei der es turbulent zu geht. Mama, Papa und der große Bruder.

Angemeldet haben wir uns für ein wenig Austausch. So langsam ist unser Latein am Ende.

Unser Teenager hat Probleme in der Warnehmung, Aufmerksamkeit etc. Laut Bericht (SPZ) liegt folgendes vor: Hyperkinetische Störung, Störung des Sozialverhaltens Soziale Beeinträchtigung.
Ein Verdacht auf Autismus wird immer mal wieder erwähnt, aber es ist keine eigenständige Diagnose. Mal kann man das nicht genug voneinader Angrenzen, ein anderes mal heißt es das würde nicht passen.

Unser Teen ist ein sehr lautes Kind. Man muss es nicht sehen, da man es immer hört. Das hat auch eine gute Seite, immerhin bekommt man sofort mit, wenn es weg ist. Bzw. wenn es leise wird, sollte man schleunigst nachsehen. :roll:

Die Schule war und ist nicht einfach. Als Corona anfing hat unsere SB gekündigt und seitdem ist es uns nicht gelungen jemanden neues zu finden. En ASOF Verfahren haben wir bereits hinter uns. Wir sind an einer Mittelschule im gemeinsamen Lernen. Der Sonderpädagoge würde unseren Teen gerne an einer Förderschule sehen, der Klassenlehrer sieht das dagegen gar nicht. Da unser Kind zurzeit ohne SB in die Schule geht haben wir natürlich größere Probleme. Unser Kind sieht die Schule als Zeitverschwendung an, Kinder haben besseres zu tun als zur Schule zu gehen.
Da sich die Störungen häuften, gab es eine Stunden Reduzierung. 3 Schulstunden pro Tag. Danach wurde es zeitweise besser, was aber nicht von Dauer war. Es fehlt an der Steuerungsfähigkeit. Deshalb gab es eine Klassenkonferenz. Sobald unser Teen noch einmal
im Klassenbuch eingetragen wird, aufgrund von Fehlverhalten, zieht es sofort eine 14-tägige Suspendierung nach sich. Die Aufgaben muss sich unser Kind selbst besorgen. Zu Klassenarbeiten muss unser Kind in die Schule.
Da habe ich so meine Probleme mit. Nur aufgrund dieser angekündigten Konsequenz kann sich unser Teen ja nicht plötzlich besser steuern. Eigentlich ist auch nur bei einer Lehrerin das Chaos vorprogrammiert. Aber meine Bitte sich doch mal gemeinsam an einen Tisch zu setzen und sich auszusprechen wurde überhört.

Unser Kind spielt Rollenspiele. Leider dürfen wir nicht mitspielen. Er spielt immer einen Angriff. So wie in Star Wars. Er hat Nerf Waffen und spricht mit seinen Soldaten, so dass wir denken er hat 10 andere bei sich.

Was auch ganz schlimm ist, sind Überraschungen. Da geht unser Teen die Wände hoch.


Es liegt ein PG sowie ein SBA vor.
Das soll es doch erstmal gewesen sein.

Vielleicht gibt's ja hier den ein oder anderen Gleichgesinnten.

Ich freue mich auf einen guten Austausch!

Viele liebe Grüße
Nessa

FranziF
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Re: Familie mit Teenager

Beitrag von FranziF »

Hallo,
ich würde da unbedingt mal eine Autismus Diagnostik durchführen lassen! Dass Überraschungen für Überforderung sorgen usw sind ja schon eher typisch, aber natürlich nicht eindeutig (bzw exklusiv bei Autismus). Aber wenn es schon mehrfach in den Raum gestellt wurde, gehört es mMn abgeklärt. Eventuell auch stationär in ner KJP, evtl tut das ausnehmen aus der Schule ja gut. Ich habe zumindest die Hoffnung, dass die Lehrerin dann mehr verständnis hat, wenn man ihr basierend auf einer Diagnose erklären kann, dass das Kind nichts dafür kann. Recherchiert am besten, wo man sich in eurer nähe mit ASS auskennt (sonst kann das gehörig in die Hose gehen). Habt ihr denn mal Univerteiler genutzt um nach einer Schulbegleitung zu suchen? insbesondere während corona kann es gut sein, dass ihr da jmd findet, der grad eh nicht weiterstudieren kann (und danach vll noch 2 tage pro woche bleibt oä).

Viel Erfolg!
Ich (1996)
Ehlers Danlos Syndrom, Myasthenia Gravis (IIb), Allergien & UV, versch. Augenerkrankungen, Hashimoto, AVWS
siehe meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic120256.html

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Mango(Anna)
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Re: Familie mit Teenager

Beitrag von Mango(Anna) »

Guten Morgen und willkommen,

mein Rat wäre auch Mal zu einem Spezialisten für Autismus zu gehen und das und Differentialdiagnosen gründlich abklären zu lassen.

LG Mango
Selbstbetroffen:
2005- zentrale Koordinatiosstörung m. Störung der Motorik R27.8 G
2017- Asperger Syndrom F84.5
2020- Ticstörung, nicht näher bezeichnet F95.9
2020- Schallempfindungsschwerhörigkeit bds. H90.5 G B

Nessa13
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Re: Familie mit Teenager

Beitrag von Nessa13 »

Guten Morgen,

vielen Dank für eure Antworten.

Wir haben schon einen Marathon an Diagnostik hinter uns. Die damalige KJP meinte, dass es einfach nicht ausreichen würde, es gäbe zwar Überschneidungen, aber das reicht einfach nicht aus.

Wir haben jetzt eine Verhaltenstherapie bewilligt bekommen und sind ganz gespannt ob das hilft. Weiterhin gehen wir zur Ergo und zum Neurofeedback. Sobald die Verhaltenstherapie startet, pausieren wir bei der Ergo.

Das Verständnis der Lehrer zu wecken habe ich irgendwie schon aufgegeben. Es wird alles genutzt um Nachteilsausgleiche abzuerkennen. Z.B. wird die zusätzliche Zeit bei Klassenarbeiten nicht genutzt, dann wird das gestrichen. (etc.)

Eine Schulbegleitung würden wir sehr gerne selber suchen, aber das Jugendamt hat uns deutlichst klar gemacht, dass wir da nicht für zuständig sind. Das ist Aufgabe des Jugendamtes. Ich habe schon mit der Gruppenleitung deshalb gesprochen, aber auch da nichts zu machen. Wir wollen es uns mit denen ja auch nicht verscherzen. Aber unsere Hilfe wurde abgelehnt. Selbst die Schule hat beim Jugendamt die Dringlichkeit deutlich gemacht. Jetzt stehen wir laut JA auf diversen Wartelisten.

Viele Grüße
Nessa

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Mango(Anna)
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Re: Familie mit Teenager

Beitrag von Mango(Anna) »

War die KJP, die das gesagt hat, auf Autismus spezialisiert?
Selbstbetroffen:
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Nessa13
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Re: Familie mit Teenager

Beitrag von Nessa13 »

Die KJP ist sowohl Ärztin als auch Verhaltenstherapeutin. Wir wollen das weiterhin im Auge behalten. Es ist schwierig das abzugrenzen. Manche Verhaltensweise haben sich auch relativiert. So mussten wir früher immer den selben Weg gehen. Zur Oma, zur Kita etc. Es war sehr schwierig, wenn wir davon abgewichen sind. Heute ist das okay, wenn wir zur Schule fahren,( nur wegen Corona und der Zugehörigkeit zur Risikogruppe) können wir die Fahrtroute vom Verkehr abhängig machen.

Alles andere ist sehr sehr Abhängig von der Tagesform. Es gibt gute Tage, weniger gute und auch katastrophale Tage.

VG
Nessa

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Re: Familie mit Teenager

Beitrag von Mango(Anna) »

Es ist (Grade bei relativ unauffälligen Mädchen) wichtig einen Spezialisten für Autismus zu haben.
Der kann dann gut zu möglichen Differentialdiagnosen abgrenzen.

Es gibt inzwischen auch einiges an Literatur zum Thema Autismus bei Frauen.

Wenn eure KJP das nicht abgrenzen kann, aber kein Spezialist in dem Thema ist (ob Verhaltenstherapeut oder nicht sagt dazu nicht viel aus) kann sie euch ggf an einen Spezialisten überweisen.

LG Mango
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Rita2
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Re: Familie mit Teenager

Beitrag von Rita2 »

Nessa13 hat geschrieben:
31.12.2020, 16:55
l...
Der Sonderpädagoge würde unseren Teen gerne an einer Förderschule sehen, der Klassenlehrer sieht das dagegen gar nicht.
...
Da sich die Störungen häuften, gab es eine Stunden Reduzierung. 3 Schulstunden pro Tag. Danach wurde es zeitweise besser, was aber nicht von Dauer war. Es fehlt an der Steuerungsfähigkeit. Deshalb gab es eine Klassenkonferenz. Sobald unser Teen noch einmal im Klassenbuch eingetragen wird, aufgrund von Fehlverhalten, zieht es sofort eine 14-tägige Suspendierung nach sich. Die Aufgaben muss sich unser Kind selbst besorgen. Zu Klassenarbeiten muss unser Kind in die Schule.
Da habe ich so meine Probleme mit. Nur aufgrund dieser angekündigten Konsequenz kann sich unser Teen ja nicht plötzlich besser steuern. Eigentlich ist auch nur bei einer Lehrerin das Chaos vorprogrammiert. Aber meine Bitte sich doch mal gemeinsam an einen Tisch zu setzen und sich auszusprechen wurde überhört.
Hallo,

es ist doch schon mal toll, daß der Klassenlehrer euer Kind weiterhin an seiner Schule sieht. Aber dazu paßt eigentlich nicht die Androhung von 14-tägige Suspendierung.

Da dein Kind schon eine Stundenreduzierung hat und es die Probleme hauptsächlich mit einer Lehrerin gibt, kann man dann die Anwesenheitsstunden vielleicht so legen, daß sie keinen Unterricht bei dieser Person hat? Oder die Suspensierung nur für die Stunden dieser Person ausgesprochen werden?

Wenn es einmal zur Suspensierung gekommen ist, dann sofort damit zum Jugendamt. Denn dadurch sollte die Dringlichkeit für eine SB erhöht werden. Denn bisher geht es ja irgendwie auch ohne. Das spart dem JA ordentlich Geld.

Ich würde trotzdem einfach suchen. Die Person kann dann ja bei einem Dienst der vom JA beauftragt wird angestellt werden.
Es kann nicht sein, daß dein Kind Probleme in der Schule hat, nur weil das JA niemand findet.

LG
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

Leasanne
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Re: Familie mit Teenager

Beitrag von Leasanne »

Nessa13 hat geschrieben:
02.01.2021, 11:21

Eine Schulbegleitung würden wir sehr gerne selber suchen, aber das Jugendamt hat uns deutlichst klar gemacht, dass wir da nicht für zuständig sind. Das ist Aufgabe des Jugendamtes. Ich habe schon mit der Gruppenleitung deshalb gesprochen, aber auch da nichts zu machen. Wir wollen es uns mit denen ja auch nicht verscherzen. Aber unsere Hilfe wurde abgelehnt. Selbst die Schule hat beim Jugendamt die Dringlichkeit deutlich gemacht. Jetzt stehen wir laut JA auf diversen Wartelisten.
Die Aussage des Jugendamtes ist schlicht und ergreifend falsch. Die meisten Jugendämter haben mit diversen Anbietern Verträge abgeschlossen und wollen natürlich auch mit denen zusammenarbeiten (meine Vermutung: wenn man die Menschen kennt, die man bezahlt, dann kann man besser Einfluss nehmen! ein Schelm, wer böses dabei denkt ;-) )
Das heißt aber nicht, dass ihr überhaupt keinen Einfluss habt. Es gibt immer noch das Wunsch-und Wahlrecht nach § 5 SGBVIII. Demnach muss der Wunsch der Eltern berücksichtigt werden, wenn dieser Wunsch nicht mit erheblichen Mehrkosten verbunden ist. Wenn eure Wunsch-Schulbegleiterin nicht mehr kostet als die Schulbegleiterin, die das Jugendamt gerade nicht aus dem Hut zaubern kann, dann muss sie die Kosten hierfür übernehmen. Erst Recht, wenn diese Schulbegleitung über den Anbieter, mit dem das Jugendamt einen Vertrag hat, angestellt ist. Denn die Personalplanung des Anbieters ist Aufgabe des Anbieters. Da kann das Jugendamt nichts vorschreiben. Hier müsstet ihr mit dem Anbieter in Kontakt gehen und mit ihm sprechen, was ihr euch vorstellt.
Keine Angst: das funktioniert. Wir haben das damals genauso gemacht. Das Jugendamt hat sich zwar gewunden wie ein Pillewurm, könnte aber nichts machen.

Ich drücke dir die Daumen!
Liebe Grüße
Leasanne
_________________________________________
Eva (*’76), Burn-out, alleinerziehend
Jonas (*’95), Lutz (*’02), ASS, ADHS, Dyskalkulie, extreme Knick-Senk-Füsse, Skoliose, seit 2019: LQTS, Til (*’05) extrem nervendes Pubertier

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