Noch einmal einschulen lassen

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Elena2012
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Noch einmal einschulen lassen

Beitrag von Elena2012 »

Hallo,

ich habe wahrscheinlich eine ungewöhnliche Frage bzw. ein ungewöhnliches Anliegen. Ich überlege, ob es möglich wäre, unseren Sohn im nächsten Jahr neu einschulen lassen können.

Er ist jetzt 8 und geht in die zweite Klasse. Im ersten Schuljahr war er auf einer Schwerpunktschule in Hamburg. Die Lehrerin wurde nach zwei Wochen Schule krank und kam nie wieder (ich berichtete hier auch schon). Danach folgten abwechselnde Lehrer bzw. Betreuer, der Unterricht fand kaum statt, Im zweiten Halbjahr folgte ja Corona und somit fiel der Unterricht komplett aus. In diesem Jahr haben wir auf eine Förderschule gewechselt, in der Hoffnung, dass es dort besser läuft und stellen mit Entsetzen fest, dass es noch schlimmer ist als an einer normalen Grundschule: es sind kaum Lehrer da, die Betreuer wechseln sich ständig, der Kinder werden über weiter Strecken von den FSJlern betreut und vermutlich auch unterrichtet. Wir wollen eigentlich so schnell wie möglich wieder raus, aber es ist nicht einfach jetzt mitten im Jahr eine Schule zu finden. Und vor allem, für unseren Sohn fand die Schule eigentlich überhaupt nicht statt bis jetzt, so dass wir eigentlich auch ganz neu anfangen müssten.

Hatte vielleicht jemand bereits ähnliche Gedanken? Das Schuljahr bzw. zwei Schuljahre zu wiederholen aufgrund von Corona? Und wie geht man dann vor? Wer ist der Ansprechpartner? Die Schule oder die Schulbehörde?

Viele Grüße
Elena

SandyErgo
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Re: Noch einmal einschulen lassen

Beitrag von SandyErgo »

Hi!

Bei uns hier (Sachsen) kann man ein Jahr freiwillig wiederholen. (Es gibt aber im GS-Bereich keinen flexiblen Schuleingangsphase - das man die ersten 2 Jahre in 2 oder 3 Jahren absolvieren kann).

Ist bei uns selbst der Fall gewesen. Junior war auf einer FS Lernen, wo nach einem Jahr festgestellt wurde, dass er zu fit ist. Dann ist er zu Beginn der 2.Klasse auf eine FS SE gewechselt. Da feststand, dass der bisherige Lernstoff nicht reicht - ist er dort in die erste Klasse gekommen.
Das galt als freiwillige Wiederholung - und wird nicht auf die Schulbesuchszeit angerechnet (er hätte problemlos noch mal sitzenbleiben können).

Wie das nun bei euch ist?
Ein Jahr freiwillig wiederholen ist vermutlich mgl. - aber ob 2 Jahre möglich ist, keine Ahnung.
Ob man Corona als Grund heranziehen kann??

LG
Mama 12/77
mit Tochter 11/06 FG 30+6 (nach HELLP-Syndrom) Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit noch leichter Sprachentwicklungsstörung, Hämochromatose (homozygot C282T im HFE-Gen)
und Sohn 08/09 FG 34+1 ADHS und kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit starker Betonung der aktiven Sprache

Claudia80
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Re: Noch einmal einschulen lassen

Beitrag von Claudia80 »

Guten Abend, was bei uns in BW möglich ist, im Halbjahr zu wechseln. Also im Halbjahr 2. Klasse in die erste Klasse

kati543
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Re: Noch einmal einschulen lassen

Beitrag von kati543 »

Hallo,
dein Sohn ist zu alt um nochmal (im nächsten Schuljahr) von vorn zu starten. Nicht ganz unerheblich ist es auch, ob er schon einmal zurückgestellt wurde, oder nicht (z.B. im Kiga). Bitte bedenke auch, dass dein Kind dann auch entsprechend 2 Jahre älter wäre als seine Mitschüler. Das bedeutet, sein Körper geht einfach auch 2 Jahre eher in die Pubertät als seine Mitschüler...und Kinder können grausam sein.
Maximal möglich wäre eine Rückstellung um 1 Jahr. Damit würde er z.B. im 2. Halbjahr der 1. Klasse starten.

Allerdings musst du auch akzeptieren, dass wir seit einem knappen Jahr überall in Deutschland Unterricht unter extremen Bedingungen haben. Corona verbietet optimale Beschulung. Lehrer müssen immer wieder und überall in Quarantäne. Da ist eure Schule keine Ausnahme. Ich kenne sehr viele Grundschulen, die aktuell nur noch betreuen - Unterricht findet da kaum statt.

Bevor du also deine Wechselwünsche diesmal wieder verfestigst, schau dir erstmal andere Schulen an und sieh, wie es dort läuft.

LG
Katrin

...welchen Förderbedarf hat dein Sohn eigentlich? Kein Unterricht bei GE ist nämlich „normal“.
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Elena2012
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Re: Noch einmal einschulen lassen

Beitrag von Elena2012 »

Hallo Katrin,

mein Sohn hat das Down Syndrom, da bekommt ja automatisch GE, was eigentlich an sich schon nicht gerecht ist. Er hat eine Sprachentwicklungsstörung, das heißt, er versteht alles, spricht selbst aber kaum. Mit Kindern in der Regelschule hatten wir im Übrigen kein Problem, sie mochten Frederick. Grausam waren leider die Lehrer, vor allem die angehende Sonderpädagogin (eine Studentin mit Lehrauftrag).

Mein Sohn ist auch kleiner als Kinder in seinem Alter. Ich war mit ihm jetzt öfters auf einem Spielplatz, wo mit 5- bis 6-jährigen Kindern Fußball gespielt hat. Da fiel er nicht weiter auf, auch von der Größe her. So bin ich eigentlich auch auf die Idee gekommen.

Und warum ist es normal, wenn es in der Förderschulen mit Schwerpunkt GE keinen Unterricht gibt? Das verstehe ich zum Beispiel nicht. Warum heißen sie dann überhaupt Förderschulen? Dann könnten sie doch "Verwahranstalten" heißen, das wäre ehrlicher.

Liebe Grüße

Elena

Silvia & Iris
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Re: Noch einmal einschulen lassen

Beitrag von Silvia & Iris »

Hallo Elena,

da lobe ich mir doch wieder unsere Klasse... da sind alle Altersstufen vertreten, von 6 Jahre - 18 Jahre...

aber auch in den anderen Klassen wird darauf geachtet, dass die Kinder wirklich dort abgeholt werden wo sie stehen und auch die Kinder ihren Interessen und Neigungen entsprechend "sortiert" sind... - ist eine große Herausforderung! - Und erfordert kleine Klassen. So können dann Kinder bereits in der 2. Schulstufe in dem Zahlenraum 1 Mio multipllizieren und dividieren, daneben das Alphabet üben...

Allerdings ist das auch wirklich eine ziemlich spezielle Schule, leider nicht alltäglich.

LG
Silvia
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, Tetraparese, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Kirsten12F
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Re: Noch einmal einschulen lassen

Beitrag von Kirsten12F »

Hallo!

Dass Förderschulen angeblich "Verwahranstalten" seien, diesen Vorwurf müssen sich Förderschulen häufiger gefallen lassen.
Ich denke, zu dem Thema kann man unterschiedliche Haltungen haben, die Fronten bei diesem Thema sind auch eher verhärtet, daher möchte ich auf diese Diskussion nicht einsteigen.

Ich denke, dass es wichtig ist, zu einer Entscheidung zu kommen, ob Du eher in Richtung Regelschulsystem oder Förderschulsystem für Dein Kind gucken möchtest. Ein Förderschulsystem hat den Vorteil der kleinen Klassen und einem "entschleunigten Tag". Die größte Kritik an diesem System ist die Idee, dass Kinder dort weniger schulisch lernen. (Dies wird durch wissenschaftliche Studien eher gestützt.) Beim Regelschulsystem muss sich ein Kind im Vergleich zur Förderschule deutlich stärker anpassen. Selbst bei optimalen Bedingungen (die es aber kaum gibt) verläuft ein Regelschulalltag schneller, deutlich mehr Reize (damit aber auch Anreize). Die Klassengröße kann herausfordernd sein. Einige Kinder schnappen dort lerntechnisch deutlich mehr auf als in einer Förderschule, wenn sie es dann auch verarbeiten können, könnten dadurch auch höhere Lernziele erreicht werden. Besonders wenn die schulischen Leistungen deutlich von denen der Mitschüler abweicht, muss man genau hinschauen, was dies mit dem Kind macht und wie Schule darauf reagiert.

Ich habe ein regelbeschultes Kind und ein Kind mit Förderschwerpunkt GE an einer Regelschule (10. Klasse). Habe eine Weile an einer Förderschule GE gearbeitet, daher kenne ich das System auch von innen.
Wir sind insgesamt zufrieden mit dem, wie es läuft. ABER meine Erwartungen sind auch inzwischen sehr weit nach unten geschraubt. Auch an mich selbst. Ich mache das, was möglich ist.

Meine persönliche Haltung, ist, dass es Kinder gibt, die besser in der Regelschule aufgehoben sind und einge besser in der Förderschule. Ich würde es nie von den schulischen Leistungen abhängig machen, die ein Kind zeigt, sondern davon, wie gerne ein Kind in die Schule geht.

Tatsache ist auf jeden Fall, dass Unterricht so, wie man ihn von einer Regelschule gewohnt ist, an einer Regelschule eher nicht stattfindet. (Wobei auch der Unterricht in den Regelschulen nur wenig mit dem zu tun hat, wie Unterricht vor einigen Jahren noch ausgesehen hat.) ABER: es findet in jedem Fall Unterricht statt!
Die Wahrscheinlichkeit, dass Du sowohl im Regelschul- als auch im Förderbereich auf eine Schule triffst, die unter akuter Personalknappheit leidet, in der optimale Förderung nur bedingt stattfinden kann ist hoch.
Corona hat das Problem noch einmal deutlich verschärft.

Die Lehrer, die heute noch als Lehrer arbeiten, haben entweder nicht mehr die Kraft zum Wechsel oder sie haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich irgendwann etwas ändert. Daher halte ich es für einen schweren Fehler, mit ihnen in Konflikt zu gehen.

Was kann ich Dir als Tipp geben für die Beschulung Deines Kindes?
1. Verabschiede Dich von der Idee der idealen Beschulung. Ansonsten solltest Du nach einer Privatschule oder einer Schule im Ausland Ausschau halten. Oder selbst eine Schule gründen. Also: wenn andere aus deiner Sicht nicht genug machen, dann wirst du selbst mehr machen müssen. Du wirst die anderen nicht verändern.
2. Wenn Du nochmal einen Schulwechsel möchtest, nimm Kontakt mit den in Frage kommenden Schulen auf, sprich mit den Schulleitungen und schildere Deine Gedanken. Und schau, wie man reagiert. Einen weiteren Fehlversuch kannst Du Dir nicht leisten. Vielleicht gibt es eine Schule, die gerade "voll Bock" auf Euch, vor allem Euer Kind hat. Rein rechtlich sieht es eher schlecht aus.
3. Die andere Variante ist: suche Kontakt mit der jetzigen Schule und schaue, ob Du Unterstützung bieten kannst, dass es in dieser Schule besser wird. Warum gibt es dort so wenig Personal? Ist die Schule nicht attraktiv für Lehrpersonen? Schliesst Euch als Eltern zusammen, arbeitet MIT statt gegen Schulleitung. Schulleitung macht das ganz sicher nicht absichtlich, dass Dein Kind von einem FSJ'ler unterrichtet wird.

LG
Kirsten

Elena2012
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Re: Noch einmal einschulen lassen

Beitrag von Elena2012 »

Hallo Kirsten,

Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort.

Wie kann ich denn mit der Schulleitung arbeiten? Kannst Du mir vielleicht einen konkreten Tipp geben? Dass ich selbst in der Schule mein Kind betreue, geht wohl eher nicht. Das habe ich ganz am Anfang im Übrigen auch vorgeschlagen, aber es hieß, das machen die Schulen nicht. Also wie kann meine Unterstützung aussehen? Ich wäre ja bereit, mich dafür einzusetzen, dass sich die Zustände verbessern.

Wir hatten auch gerade ein Gespräch mit dem Schulleiter, weil wir im Augenblick das Problem haben, dass unser Sohn eigentlich nur alibimäßig in der Schule ist. Um 8 bringen wir ihn hin und um 12 müssen wir ihn bereits abholen, obwohl die Schule bis 15 Uhr geht. Und wenn die Erzieherin krank ist, wird eigentlich erwartet, dass er ganz zu Hause bleibt. Ich bin zunehmend verärgert deswegen. Zum einen verpasst er so sehr viele Angebote, die für ihn wichtig wären und zum anderen kann ich nicht mehr. Abgesehen von Erwartungen zum Bildungsauftrag, wäre ich inzwischen froh, wenn mein Sohn eine längere Zeit zuverlässig betreut werden könnte. Aber das gibt die Schule ja leider auch an uns zurück.

Liebe Grüße
Elena

Kirsten12F
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Re: Noch einmal einschulen lassen

Beitrag von Kirsten12F »

Liebe Elena,

es ist immer schwierig, Tipps zu geben, wenn man die Personen nicht kennt.
Vor allem, wenn die Schritte, die nun gehst, ja durchaus weitreichende Folgen haben.

Warum darf Dein Kind nicht in die Schule, wenn eine Erzieherin nicht da ist?
Hat Dein Kind eine Erzieherin als Schulbegleitung, von deren Anwesenheit der Schulbesuch abhängig gemacht wird?
Was klappt denn nicht ohne die Begleitung? Ist das coronabedingt oder generell so gelöst?

Welche Möglichkeiten hast Du, Dir Schützenhilfe zu besorgen?

Die Bezirksregierung genehmigt grundsätzlich Schulzeitverkürzung unter bestimmten Bedingungen.
Das muss aber mit der Schulaufsicht abgesprochen sein und gut begründet werden.
Vielleicht wäre das im Moment ein guter Weg, Dich mal von der Schulaufsicht beraten zu lassen?
Du bist ja im Moment unzufrieden, hast ja durchaus gewichtige Gründe.
Spätestens, wenn du einen erneuten Förderortwechsel anstrebst, werden die ja eh einbezogen.
Schildere ihnen das Problem.

Andere/zusätzliche Möglichkeit: habt Ihr bei Euch in der Nähe eine EUTB(ergänzende unabhängige Teilhabeberatung), die sich mit schulischer Inklusion auskennt?
Diese Beratungsstellen werden von Menschen mit Behinderung geführt, vor allem mit dem Ziel, das Persönliche Budget bekannter zu machen. Einige Beratungsstellen haben inzwischen Themenschwerpunkte, in denen sie ausgesprochen fit sind.
Ich habe sehr positive Erfahrungen speziell mit dieser Form der Beratung gemacht, gerade wenn man unschlüssig ist, welchen Weg man nun einschlagen sollte. Bei uns in der Ecke ist eine Beratung, die sich auf schulische Inklusion spezialisiert hat, ich habe mir dort schon einige hilfreiche Tipps holen können.

LG
Kirsten

Elena2012
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Re: Noch einmal einschulen lassen

Beitrag von Elena2012 »

Liebe Kirsten,

danke wiederum für Deine Antwort und die Tipps. Die Teilhabeberatung werde ich bestimmt jetzt aufsuchen, weil ich auch schon länger über das Persönliche Budget nachdenke. Und was ist Schützenhilfe? Dazu habe ich jetzt im Internet nichts gefunden.

Warum mein Sohn nur bis 12 Uhr bleibt: Das hat sich einfach so ergeben. Am Anfang haben wir selbst danach gefragt, weil wir uns nicht sicher waren, ob er den ganzen Tag schafft. Er hat eine ausgeprägte Essstörung, trinkt vor allem eine spezielle Sorte Milch aus der Babyflasche. Zu Hause habe ich endlich geschafft, ihm ein paar Löffel pürierte Suppe zu geben. Uns ist es immer noch nicht klar, wie das in der Schule gehen soll. Am Anfang lief es aber nach unserem Eindruck gut in der Schule, er ging gerne hin und wir haben bereits Ende August signalisiert, dass wir uns durchaus vorstellen können, ihn länger in der Schule zu lassen. Da hieß es aber, er fragt aber bereits kurz nach 11 Uhr nach Mama, also ist er noch nicht reif. Dann hieß es bis zu Herbstferien und jetzt heißt es, vielleicht ab dem 2. Halbjahr.

Dann brachten wir ihn eines Tages in die Schule und wurden von der Lehrerin empfangen, die uns fragte, ob wir ihn gleich wieder mitnehmen können, weil die Erzieherin und FSJlerin krank seien und sie wäre dann alleine mit 8 Kindern. Das haben wir natürlich gemacht, denn wir haben ja auch Interesse daran, dass unser Kind gut und sicher betreut wird. Und dann hat sich diese Vorgehensweise immer mehr eingebürgert. Die Erzieherin ist dann nicht mehr zurückgekommen, nach den Herbstferien war auch die zweite Lehrerin weg (schwanger). Also war die Klasse weitestgehend von der einen Lehrerin betreut. Wir haben unseren Sohn dann vier Wochen zu Hause behalten. Und erst als eine neue Erzieherin eingestellt wurde, kam er wieder in die Schule. Und dann wurde auch die neue Erzieherin krank und ich wurde wieder morgens von der betreuenden Ergotherapeutin mit panischem Blick empfangen und der Frage, was denn die Schulleitung mit mir besprochen habe. An dem Tag habe ich meinen Sohn nicht wieder mit nach Hause genommen, sondern in der Schule gelassen. Dafür musste dann ein anderer Junge von der Mutter abgeholt werden. So läuft es eben.

Mein Sohn ist sehr, sehr aktiv (fast schon hyperaktiv) und er braucht eigentlich einen 1:1-Betreuung, egal auf welcher Schule er ist. Er bleibt nicht alleine am Tisch sitzen, er bleibt auch nicht in der Klasse, wenn man auf ihn nicht aufpasst. Wir haben mehrere Attests, die bescheinigen, dass er eine 1:1-Betreuung braucht, aber diese bekommen wir nicht. Auch die Förderschule zeigt uns jetzt im Grunde genommen, dass sie die Betreuung nicht schaffen. NUR: keine Schule (davor aber auch kein Kindergarten) wagt es, eine persönlich Assistenz für ihn bei der Stadt zu beantragen. Stattdessen lösen alle das Problem so, dass sie die Betreuung an mich abgeben, indem ich ihn entweder ganz zu Hause behalten oder eben später bringen bzw. früher abholen soll. Alle Einrichtungen bekommen viel Geld für ihn, er ist aber nur alibimäßig da und wird eigentlich die meiste Zeit von mir zu Hause betreut.

Liebe Grüße
Elena

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