19 jähriger Sohn zieht sich im Bus ständig aus

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Diana Mac Donald
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19 jähriger Sohn zieht sich im Bus ständig aus

Beitrag von Diana Mac Donald »

Hallo,

mein einer Zwillingssohn wird seit September in einem Rollstuhlbus transportiert, das ist das erste Mal in seinem Leben, und wir haben das Gefühl es überfordert ihn,
er fängt jedes mal auf der fahrt an sich komplett auszuziehen!
Leider teilweise auch mit voller Windel und schmiert dann im Bus, aber er macht es auch mit trockener Windel.
Pflegeoverall mit Pulli und Jacke drüber kommt er raus , wir verzweifeln.
Auf der Heimfahrt beim Ankommen zu Hause , schreit er auch jedes Mal und ist mega aggressiv, beißt sich , tobt und schlägt um sich ?
Die Einrichtung überlegt auch , ein Beifahrer wäre gut, probeweise ist einer auch schon mitgefahren, das hilft zumindest beim entblößen, allerdings schreit er genau so beim aussteigen zu Hause ?
Kennt jemand solch Verhaltensweisen?
Ich habe halt das Gefühl, er weiß genau mit welchen Triggerpunkten er bei uns und anderen was auslösen kann, dann springt jeder und er bekommt dann zwar negative Aufmerksamkeit, aber so schaut man nach ihm.
Wie gesagt er ist ein Zwilling, der Bruder braucht genau soviel Zuwendung da er die gleichen Behinderungen hat. Dann ist da noch meine 12 jährige Tochter die braucht es auch gerade. Deshalb bespaße ich die Zwillinge zu Hause nach dem Tag in der FuB auch nicht mehr so.

Weiß jemand irgendwelche tips?
Mark und Patrick Zwillinge (In 23 SSW 14.08.01 geboren , beide Hirnblutungen, jetzt Shunts ) Sei 15. Juli 08 Carolin sie ist Gesund!
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MelSch
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Re: 19 jähriger Sohn zieht sich im Bus ständig aus

Beitrag von MelSch »

Hallo!

Kannst du mit der Schule zusammen mit dem Busunternehmen Kontakt aufnehmen? Daß dein Sohn durch den Rollibus so verstört ist und er wieder mit einem anderen Bus fahren kann? Oder daß wenigstens eine Busbegleitung eingesetzt wird?

Wir hatten auch schon den Fall, daß die Eltern vorübergehend den Schüler selbst fahren mussten, bis es eine Lösung gab. 😞 Aber es würde zusammen gearbeitet und innerhalb kurzer Zeit (3-4 Tage) dann eine Lösung gefunden.

Liebe Grüße,
MelSch
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Sia
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Re: 19 jähriger Sohn zieht sich im Bus ständig aus

Beitrag von Sia »

Hallo

Ich kenne das Schreien ... allerdings in einem etwas anderem Zusammenhang aber dennoch, würde es evtl. auch das Ausziehen erklären! Deshalb schreibe ich hier meine Erfahrung mit meinem Sohn. Er hat eine Temperaturregelungsstörung und fängt an zu Schreien, wenn er zu warm hat. Er kann sich nicht selber ausziehen (motorisch nicht machbar) aber ich bin sicher, dass er es machen würde, wenn er könnte. Er hat warm, schreit und überhitzt komplett. Er kommt dann schweissnass (Kleider können ausgedreht werden) nach Hause.

Vielleicht hat dein Sohn auch zu warm im Bus? Er findet das unangenehm und fängt an sich auszuziehen?
Eine schöne Zeit wünscht
Sia (aus der Schweiz :wink:)
Stell' dich täglich dem Wind, dann trotzt du dem Sturm. Geh' lachend durch den Regen und du überwindest die Flut
J. 2004 MPS3a / K. 2005 hochfunktionale ASS / M. 2010 ADHS
FranziF
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Re: 19 jähriger Sohn zieht sich im Bus ständig aus

Beitrag von FranziF »

Hallo,
bei nem Autisten würde ich natürlich als allererstes an ne Reizüberflutung denken. Im Bus kann es ganz schön laut werden, in nem Bus mit verschiedensten Behinderungen evtl noch mehr. Auch wenn normalos Kleidung idR nicht spüren, tun das Autisten oft sehr wohl und während sie ohne Reizüberflutung mit dem Gefühl der Kleidung umgehen können, wird es evtl zu viel, wenn dann noch die Geräusche und das visuelle Chaos durch die vorbeirauschende Landschaft hinzukommt. Ich würde mal probieren, ob abschirmen hilft. Also zB Mickey Mouse Kopfhörer, evtl ganz hinten sitzen, damit er alles im Blick hat, evtl auch getönte Brillengläser. Das müsste wohl zunächst ne Begleitperson im Blick haben, aber wenn er merkt, dass es besser ist, funktioniert es später vll auch ohne Begleitung. Schreien kann ja durchaus im Sinne eines Overloads sein, auch das Thema Temperatur könnte eine Rolle spielen. Dass er das scheinbar immer aufm Heimweg macht, würde auch zur Reizüberflutungshypothese passen, nach nem langen Tag unter Menschen ist er evtl eh schon am Limit.

Liebe Grüße
Ich (1996)
Ehlers Danlos Syndrom, Myasthenia Gravis (IIb), Allergien & UV, versch. Augenerkrankungen, Hashimoto, AVWS
siehe meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic120256.html
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