Lernbehinderung Schulabschluss

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

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Uzas
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Lernbehinderung Schulabschluss

Beitrag von Uzas »

Hallo allerseits!

Mein Sohn 14J. hate eine Lernbehinderung und ADS und befindet sich in der 8 Klasse einer Regelgemeinschaftsschule. Die Lehrerin sagt, dass er schwierig sogar den Hauptschulabschluss für Lernbeinträchtigte Kinder erreichen wird. Und ich habe die prüfungen angeschaut...aus 2019...das ist enorm schwierig!!
Weiss jemand ob man irgendetwas machen könnte, um das beim Senat in Frage zu stellen? Initiative? Petition? Oder wie könnte man falls es nichts geht...so wie die generelle Unwirksamkeit vieler Petitionen :-( ...das Kind fördern, das zu erreichen?? Ohne Überförderung des Kindes...Jugendlichen??? LG

Catinka
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Re: Lernbehinderung Schulabschluss

Beitrag von Catinka »

Hey , wie sind eure Erfahrungen in der Regelschule ?

Wird euer Sohn akzeptiert, trotz seiner Schwierigkeiten ?
Selbst ein Förderschulabschluss ist schwer! Mir geht es auch gar nicht darum , dass mein Sohn unbedingt einen Schulschluss schaffen muss. Er will aber eine Ausbildung machen und ich will nur , dass er glücklich ist.

Anna-Nina
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Re: Lernbehinderung Schulabschluss

Beitrag von Anna-Nina »

Hallo,
ich befürchte, es gibt Kinder (meine Tochter wird womöglich auch dazugehören) denen es nicht möglich ist einen Schulabschluss zu machen.

Was mit meiner Tochter dann passiert weiß ich auch noch nicht ganz genau. Sie wird vermutlich nicht auf dem regulären Arbeitsmarkt unterkommen.

Sie kann hier aber auch an ihrer Schule für KME (bzw. dem Körperbehindertenzentrum zu dem ihre jetzige Schule gehört) eine Ausbildung machen und dann dort Arbeiten. Ich glaube es ist dann auch nicht nötig, dass sie einen Abschluss vorher macht. Sie wird dann wie in einer WfB dort angestellt werden. Das ist bei uns eine Stiftung bei der sie dann arbeiten wird.

Das ist auch für mich echt nicht leicht - aber ich bin froh, dass wir hier in der Gegend doch mehrere Institutionen haben, wo sie sich dann aussuchen kann, in welchen Bereich sie unterkommen wird.

Wir versuchen aber trotzdem alles, dass sie einen Abschluss hinbekommt. Aber es ist leider wirlkich nicht jedem möglich. Ich hatte beruflich als Nachhilfelehrerin auch schon mit vier Kindern aus der Förderschule zu tun und leider brachte Nachhilfe da auch nicht immer den gewünschten Erfolg. Das ist auch für mich dann immer schwer gewesen - aber man kann da auch als Spezialist leider nichts daran ändern. Aktuell habe ich auch einen Schüler der bisher als Förderschüler eingestuft war (über Inklusion an einer Regelgemeinschafstschule). Der hat schweres ADS. Inzwischen hat der Junge seinen Kopf so gut im Griff, dass er auf dem Gymnasialniveau eingestuft wurde in der achten Klasse. Er hat aber nachgewiesen auch eher eine eher hohe Intelligenz.

Ich glaube da etwas daran zu ändern wird nicht klappen. Irgendwo muss man einfach eine Grenze ziehen. Unser Bildungssystem ist schon extra so gemacht, dass für alle ein Bereich dabei ist, in den sie eingestuft werden können. Wir können froh sein, dass wir in einem so fairen Sozialstaat leben. Meine Tochter ist wirklich schwer krank - kein Arbeitgeber wird ihr die ständigen Kranktage bezahlen. Da muss man froh sein, dass es solche Stiftungen bei gibt, bei denen die Menschen dann unter kommen können.

Tut mir leid, dass ich dir da nichts Positiveres schreiben kann...Falls es doch andere Wege gibt - wäre ich auch sehr dankbar von diesen zu Erfahren.

LG
Anna

Nuria
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Re: Lernbehinderung Schulabschluss

Beitrag von Nuria »

Hallo Uzas,
Meine Tochter ist ohne Abschluss nach neun Jahren als I-Kind von der Regelschule abgegangen und hat dann ein Jahr Berufsvorbereitung für Schüler:innen mit sonderpädagogischen Förderbedarf, Schwerpunkt Hauswirtschaft und Ernährung gemacht. Nun ist sie im dritten Lehrjahr zur Fachpraktikerin Hauswirtschaft. Wenn sie die Prüfung schafft, entspricht das dem ESA und Fachpraktikerin Hauswirtschaft ist sie dann natürlich auch.
Sie strebt eine Arbeit als Hauswirtschaftshilfe in der ambulanten Pflege an.
Nuria mit drei Kindern:
J.(m) geb.1995
A.(w) geb.2001, Pflegekind, V.a.FAS, leichte geistige Behinderung
L.(m) geb.2014, Pflegekind, Frühchen 24.SSW

Ainslie2009
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Re: Lernbehinderung Schulabschluss

Beitrag von Ainslie2009 »

Also hier kann man das Kind den Hauptschulabschluss auf der Förderschule machen lassen. Dafür wird das Kind in der 8. Klasse auf der Förderschule angemeldet und erreicht dann in der 9. Klasse den Hauptschulabschluss. Es ist halt immer von Nachteil, dass auf dem Abschlusszeugnis dann Förderschule xy steht.

Unser Weg wird sein, Ainslie macht 9 Jahre auf der Regelschule, geht ggfl. ohne Abschluss runter und macht dann den Haupt- (und vielleicht sogar den Realschulabschluss) auf der Berufsschule, berufsbegleitend.
Arlett 8/78 starke Störung der Grob- und Feinmotorik, Sehstörung (GdB 50) mit Marc Fabian 7/07 ADHS, GdB 50, PG 3 und Ainslie Lucy 5/09 Kombinierte Entwicklungsstörung, ADHS, Atypischer Autismus, AVWS, Sprachentwicklungsstörung, Epilespie, GdB 80 mit Mz. G, H und B, PG 3

JudithH
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Re: Lernbehinderung Schulabschluss

Beitrag von JudithH »

Ich arbeite in einer Förderschule Lernen und es ist so schade, dass Eltern oft erst kurz vor Ablauf der Schulpflicht an den Abschluss denken.
An meiner Schule gehen die Kinder meist mit Sondeeschulabschluss oder nach dem 10. Schuljahr mit Hauptschulabschluss ab.

Leider wird die Inklusion Kindern mit Lernbehinderung nicht gerecht und es muss nach der Regelschule noch einiges an Maßnahmen laufen, bis das Kind in einen Beruf kann.

Ayala
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Re: Lernbehinderung Schulabschluss

Beitrag von Ayala »

Hallo Uzas,

ich weiß nicht, was eine Petition bezwecken soll. Schulabschlüsse sind nun einmal an bestimmte Anforderungen gekoppelt, um gewisse Standards und eine Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Ausbildungen, die einen bestimmten Schulabschluss voraussetzen, setzen natürlich auch entsprechende schulische Kompetenzen voraus. Lebst du in Deutschland? Werkstätten für behinderte Menschen und Berufsbildungswerke bieten Ausbildungsmöglichkeiten für Schüler, die keinen Abschluss haben.

Alles Gute!
Ayala
Lehrkraft an einer Förderschule mit den Förderschwerpunkten ganzheitliche und motorische Entwicklung

Schwester J. Smith-Lemli-Opitz-Syndrom
Kusine A. Angelmann-Syndrom

Mellie
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Re: Lernbehinderung Schulabschluss

Beitrag von Mellie »

Uzas hat geschrieben:
21.11.2020, 10:47
Die Lehrerin sagt, dass er schwierig sogar den Hauptschulabschluss für Lernbeinträchtigte Kinder erreichen wird. Und ich habe die prüfungen angeschaut...aus 2019...das ist enorm schwierig!!
Hallo Uzas,

die Prüfungen müssen ja auch einen gewissen Schwierigkeitsgrad haben, da kann man mit einer Petition nichts machen. Was sollte sich denn an den Prüfungen ändern? Aber wenn Dein Sohn einen Förderschulabschluß bekommen wird, dann kann er danach doch noch den Hauptschulabschluß auf dem zweiten Bildungsweg erreichen. Viele Kinder sind danach noch im Berufsbildungswerk und können dort den Hauptschulabschluß nachmachen. Und wenn das nicht klappen sollte, dann gibt es da auch noch vereinfachte Ausbildungen.
Viele Grüße,
Mellie
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Sohn geb.1999, GdB 70 B, G, PG 3, beschäftigt in einer WfbM

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Re: Lernbehinderung Schulabschluss

Beitrag von Ronny41 »

Auch meine große Tochter hat eine lernbehinderung geistig und körperlich etwas beeinträchtigt Kleinwuchs hat die grundschule integrationsförderung der Klasse 1 bis 6 abgeschlossen mit der Klasse 7 bis Praktikum in einer WFB
und arbeitet jetzt auch in einer WFB berufsbildungsbereich bereits abgeschlossen

Petra62
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Re: Lernbehinderung Schulabschluss

Beitrag von Petra62 »

Mein ältester Sohn mit Asperger Syndrom und ADS hat es in der Regelschule nicht geschafft den Abschluss zu machen.
Da die Diagnose erst kurz vor dem Abschluss stattfand, hatte er wenig Chancen einen anderen Weg zu gehen.
Er ist dann auch im BBW gewesen und hat die Maßnahme absolviert. Leider auch ohne Erfolg. Jetzt ist er in einer WfbM
und beendet im März den Berufsbildungsbereich.

Mein jüngster hat Förderbedarf Lernen und wird inkusiv in einer Oberschule unterrichtet. Die Noten sind so lala, er ist schon
sitzengeblieben. Hier in Nds. sieht es auch so aus, er macht nächstes Jahr nach der 9. Klasse diePrüfung und hätte dann den
Förderschulabschluss. Da man damit wohl eher keine Ausbildung bekommt, soll er in Klasse 10 und dann den Hauptschulabschluss
machen. Ändern kann man daran wohl nichts. Die Schulen haben ihre Vorgaben.
Viele Grüße
Petra
Wenn jeder Tag mit einem Lächeln beginnt
ist es ein guter Tag.
Petra ( 1962 )
Sohn (1998) Asperger Autist ( Diagnose 2016 ), ADS Träumer, Scoliose, Rechtsschenkelblock, fehlender Brustmuskel.
Sohn (2002) Fit
Sohn (2004) Fit

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