Klinikaufenthalt 13.11.2020

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Silke1204
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Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Silke1204 »

Hallo Ihr Lieben,

ich möchte euch kurz auf dem Laufenden halten. Am Freitag geht es für meinen Sohn los, er wird stationär aufgenommen. Wie lange, das weiß keiner, ob Medis kommen, das wird sich dort entscheiden (ich denke ja) die Zustimmung unsererseits hat die Klinik schon.

Es ist komisch, das mögen manche vielleicht nicht verstehen, aber irgendwie bin ich froh und freue mich darauf. Einerseits geht es wieder einen Schritt weiter und vielleicht komme ich endlich mal wieder runter und zur Ruhe.

Ich hoffe es ist OK wenn ich hier weiter berichte, es hilft mir.

Schöne Grüße
Silke *78
Markus *07

Silke1204
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Silke1204 »

Oh mann, ich bin so sauer! Gestern, nachdem alles mit der Schule klärt ist, alles gepackt ist, ich Urlaub für Freitag habe usw. kam der Anruf von der Klinik dass sie Markus nicht aufnehmen könne. Es kam ein Notfall dazwischen. Leute, sorry fürs jammern, seit 4 Jahren suchen wir Hilfe, erst hat das JA dicht gemacht, es wäre nichts. Der Kinderarzt sah auch kein Problem. Erst nachdem er in die weiterführende Schule kam und sich die Lehrer beschwerten ging es voran. Auf den Termin vom SPZ haben wir 8 Monate gewartet und auf die KJP 5 Monate. Aber ohne SPZ bekamen wir keinen Zugang zur KJP.... Ich könnte Endlos schreiben was alles war.... Notfall OK, und was sind wir? Rest, Müll? Es würde keine Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegen, er hatte eine Waffe und ein Messer in der Hand, bzw. das Messer in der Schule dabei. Die Aussage der Klinik: Es tut mir leid, wir haben keinen Platz, wir sind verpflichtet den Notfall vorzuziehen. Ich könnte Markus "in Obhut nehmen lassen". Sorry, ich will die Beziehung verbessern nicht zerstören. Mein Kind zur Polizei bringen, nein, dann ist er komplett durch den Wind. Das kann ich nicht machen. Ja, sie versuchen ihn am 20. auf zu nehmen, versuchen, soll ich jetzt jede Woche warten und bangen? Was ist wenn wieder ein Notfall rein kommt? Ich kann doch nicht jede Woche warten und dann endtäuscht sein, Markus bereitet sich im Kopf auch darauf vor.

Sorry, vielleicht versteht der Eine oder Andere meinen Frust. Ich fühle mich mal wieder total unverstanden und übergangen.
Silke *78
Markus *07

rena99
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von rena99 »

Hallo Silke,

ich verstehe deinen Frust total. Insbesondere, weil unser Kind auch einen längeren stationären Aufenthalt hatte. Was ich von dem allerdings noch weiß ist, dass die tageweise richtig richtig Stress hatten mit den Notfall-Aufnahmen (akute Kriseninterventiona, akute Eigen- oder Fremdverletzung). Da haben die Betten teilweise auf dem Flur gestanden. Dabei war das eigentlich eine offene Station, die aber wochenweise mit übernehmen musste, wenn die geschlossene Abteilung auch schon aus allen Nähten platzte. Ein Krisenintervention wird meist nach wenigen Tagen beendet, da das auch notfallmäßig nur begrenzt zu händeln ist. Auch diese Kinder müssen dann auf eine reguläre Behandlung warten. Es gibt einfach viel zu wenig Plätze.
Ja, sie versuchen ihn am 20. auf zu nehmen, versuchen, soll ich jetzt jede Woche warten und bangen? Was ist wenn wieder ein Notfall rein kommt? Ich kann doch nicht jede Woche warten und dann endtäuscht sein, Markus bereitet sich im Kopf auch darauf vor.
Ich würde tatsächlich im Wochenabstand telefonisch nachfragen, bis ein Aufnahmetermin wirklich dann stattfindet. So etwas ist leider immer eine Marathon-Veranstaltung

Wie gesagt, das ist frustig. Aber ich bin sicher, dass man euch nicht grundsätzlich übergehen möchte.

LG
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)

_Marta
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von _Marta »

Hallo Silke,

mein Sohn war in einer Tagesklinik, und ich erinnere mich vor allem an ständigem Programmausfall. Irgendjemand von den Pflegern war immer krank. Auch bei uns wurde teilweise geschlossen für Notfälle. Ein Notfall war ein Kind, dass so schwerwiegende Tobanfälle (mit offenbar Bewusstseinstrübung? Keine Ahnung, wie man das nennt) hatte, dass es fixiert werden musste, um vor allem nicht sich selber zu gefährden. Die Medikation, die eingesetzt werden sollte, konnte die Klinik nicht ohne gerichtliche Erlaubnis geben. Da war dann ein Tag dicht, weil die Richterin vor Ort war.

Ddie langen Wartezeiten auf alles haben auch bei meinem Sohn viel verschlimmert. Wir wurden auch anfangs fortgeschickt. Dann mussten wir 9 Monate auf einen Diagnosebericht warten, selbstredend hatten wir schon 8 Monate auf einen Diagnosetermin gewartet... Wenn das nicht alles so irre lang gedauert hätte, wäre mein Sohn einen I-Platz im Kindergarten haben können. Ich bin sicher, sein (und auch unser) Leidensweg wäre nicht so steinig gewesen.

Du bist nicht alleine. Vielleicht hilft das ein bisschen.

Und ich kann auch nur den Tipp geben: Immer wieder anrufen. Regelmäßig.

Gruß von Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
Verschiedene Ärzte, verschiedene Diagnosen:
2018 - F90.0G, F84.1V, F82.1 (KJP)
2019 - F92.8, F82.1 (SPZ) - (hält die KJP für falsch)

Silke1204
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Silke1204 »

Guten Morgen Rena,
guten Morgen Marta,

vielen lieben Dank für eure Worte. Helfen könnt Ihr mir (leider) nicht, das ist mir klar. Trotzdem hilft es zu wissen "ich bin nicht alleine".

Ich hoffe nun auf den Freitag. Bitte, bitte lass ein Platz frei sein, zugesagt wurde es zumindest telefonisch. Das Wochenende war mal wieder seeehhhhr anstrengend. Ich hatte wenig Zeit für Markus da ich unser Bad (kompletter Umbau) fertig montiert habe. Nun können wir endlich wieder duschen, nur ohne Duschkabine, die dauert noch. Außer mit Elektro (Handy, TV, PS, PC) war er nicht zu beschäftigen ohne dass ich ihn beschäftige.

Grüße und eine schöne Woche.
Silke *78
Markus *07

Silke1204
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Silke1204 »

So Ihr Lieben,

heute war es soweit. Markus ist in der Klinik. Wir wurden sehr herzlich empfangen und es gab ein Gespräch mit Markus und uns Eltern. Markus hat dann mit einer Betreuerin sein Zimmer bezogen. Im Moment hat er ein Einzelzimmer für die Eingewöhnung. Morgen und am Sonntag besuchen wir ihn für jeweils zwei Stunden. Ich bin gespannt was er erzählt. Wir haben eine Telefonnummer auf der wir uns bis 20 Uhr erkundigen können wie es gelaufen ist. Ob ich das mache weiß ich noch nicht. Ich bin mal gespannt wie es mit dem Essen läuft. Er ist sehr wählerisch, aber in einer fremden Gruppe bin ich mal gespannt. Am Mittwoch ist Elterngespäch und das Wochenende darauf kommt er dann heim.

Schönes Wochenende euch allen.
Silke *78
Markus *07

Silke1204
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Silke1204 »

kurzes Update nach dem Wochenende:
Am Samstag von 14-16 Uhr haben wir Markus abgeholt, waren kurz einen Hamburger holen, ein Geschenk für seinen Zimmernachbar (er hatte am Sonntag Geburtstag) und dann Federball spielen. Am Sonntag von 10-12 Uhr hat er mit uns zu Hause nochmals gefrühstückt und wir haben dann bis zur Abfahrt zusammen Lego gebaut. Ich hatte erst bedenken dass er nach Hause kommt und nicht mehr gehen will. Aber NEIN - gar kein Problem. Am Samstag hat er sich an der Türe nicht mal umgedreht und am Sonntag haben wir ihn an der Eingangstüre raus gelassen (war abgesprochen damit wir nicht ins Parkhaus müssen) kurz tschüss und das wars. Ich bin so froh dass es ihm dort gefällt. Natürlich wird es kommen dass er nicht mehr will. Mal sehen wie es heute mit der Schule sein wird. Voraussichtlich geht mein Mann am Mittwoch zur Hospitation, momentan darf nur eine Person (Corona) kommen und auch nur einer der Eltern. Am Samstag kommt er über Nacht dann nach Hause.
Ich werde euch dann weiter berichten.
Silke *78
Markus *07

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Regina Regenbogen
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Regina Regenbogen »

Ein guter Start, das lässt hoffen. :icon_thumleft:
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

rena99
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von rena99 »

Da schließe ich mich Regina an, ein guter Start hilft und das erste zu-Hause-Wochenende ist ja oft das schwerste.

LG
Rena
Rena mit (mittlerweile erwachsener) Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)

Silke1204
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Silke1204 »

Hallo,

ich melde mich kurz. Gestern hatten wir ein 2-stündiges Gespräch mit der Psychologin die Markus während seines Aufenthalts betreuen wird. Sie hat von der Schwangerschaft an alle möglichen Eckpunkte abgefragt. Es sprach schon da viel für ADS. Das H klammert sie im Moment auch aus da er sich nicht so verhält. Natürlich ist gerade noch die "Honey-Moon-Phase" und alles läuft vorbildlich. Man könnte sich fragen warum er da ist. Das ist aber wohl normal und das wissen die Ärzte und Betreuer dort auch. Eigentlich sollten wir danach 30 Minuten Besuchszeit haben. Die Kinder waren aber als Gruppe auf einem Ausflug auf die Burg. Wir haben dann noch gewartet. Um 17 Uhr kamen sie zurück. Ich glaube er wäre an uns vorbeigelaufen "Hallo" und hätte mit einem Jungen weiter geredet. Also nix von Heimweh oder "ich will nach Hause". Wir haben kurz, 10 Minuten mit ihm gesprochen, gefragt, ausgetauscht... Dann wollte er in die Gruppe zurück. Also alles super. Das sagt auch der Kopf, das Herz ist etwas traurig. Ich vermisse ihn, er uns wohl nicht. Ach quatsch, ist doch alles super wenn es so läuft. Am Samstag holen wir ihn um 8.30 Uhr, Frühstücken und dann wollen wir Plätzchen backen, wie immer am 1. Advent. Darauf freue ich mich schon. Am Sonntag muss er um 20 Uhr zurück sein.

Ich melde mich am Montag wie es war.

Euch eine schöne restliche Woche. Irgendwie bin ich voll entspannt, trotzdem vermisse ich meinen Chaot.
Silke *78
Markus *07

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