Klinikaufenthalt 13.11.2020

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Silke1204
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Silke1204 »

Hallo Ihr Lieben,

als erstes wünsche ich euch allen ein gutes und gesundes neues Jahr.
Nun ist die anstrengende Weihnachts- und Silvesterzeit vorbei und ich melde mich (endlich) wieder bei euch mit einem Bericht.
Es geht 3 Schritte vor und zwei zurück. Das wirklich positive: Markus fühlt sich in der KES wohl und geht Sonntags gerne wieder hin, kein Theater - ich will nicht. Das zeigt mir dass es ihm dort gut geht und ich hoffe es bringt ihn weiter. Es kann sein dass es nun etwas durcheinander wird, so fühle ich mich gerade und ich kann irgendwie keine Ordnung rein bringen. Ich habe kurz vor Weihnachten in FB (Facebook) einen Beitrag von #gemeckerfrei gefunden und gelesen. Boah, das klingt gut, leben ohne meckern, ohne streiten, ohne Stress. Ich habe mir das durchgelesen, das ist eine Art Coaching. Hm, ob das bei mir/uns klappt? Zumindest habe ich mir vorgenommen nicht mehr so viel zu meckern, mehr Dinge die mich nerven an zu sprechen und vorallem mehr zu reden. Ich schaue genauer hin was passiert, hier zu Hause. Irgendwie macht jeder sein Ding, wir aber nicht zusammen. Familie?!? Hm, sind wir das, will ich das so? Mir ist die letzten Tage aufgefallen dass wir zwar viel reden, aber worüber? Über "was essen wir" oder "was wollen wir schauen" oder über andere, schau mal der.../die... Ist das reden? Will ich so leben? Natürlich gehören Medien dazu, aber es ist mir zu viel. Morgens (am Wochenende) den PC an, die Handys überprüfen, Frühstück, und dann? Hm TV oder PS - es ist doch nichts anderes möglich.... doch, aber das will "man" nicht. Vorschläge von mir wie zusammen Schlitten fahren (wir hatten gestern Schnee vor der Haustüre) wollte keiner. Mir fehlt das miteinander, das Lachen in der Familie und das nicht erst seit März (Corona) es ist schon lagen nicht so dass man "miteinander" lacht, man lacht übereinander.
Ich weiß, das hat alles nichts mit Markus zu tun, aber sicher spürt er das auch. Er ist schon immer sehr feinfühlig und zieht sich dann zurück.
Was ist hier die letzten zwei Wochen gewesen: 24./25. war Markus zu Hause, das war auch sehr schön. Wir haben "Mein Weihnachtsfest" etwas umgestaltet. Kirche war nicht, wir blieben zu Hause und haben zusammen gegessen, danach ein Spiel gespielt und dann gab es Bescherung. Anders, aber OK. Danach noch einen Film geschaut. Am 25. war nichts angesagt, ein zwei Spiele zu Hause, Reste von Heilig Abend gegessen, ich habe mit Markus die Plätzchen die ich von ihm als Backmischung bekommen habe gemacht. Am Abend ist er wieder in die KES. Natürlich (Wochenende, das viel dieses Jahr echt gut) durfte Markus am 26 wieder zu uns kommen. Da kamen meine Brüder mit Frau und Kind zu Besuch. Alles im Corona-Rahmen erlaubt. Meine Mutter kam für 20 Minuten - Auf einen Glühwein in den Garten zum Geschenke auspacken. Wir haben dann gegessen und zu fünft Risiko gespielt. Markus hat das sehr gut gemacht, hat ein großes Lob von meiner Schwägerin bekommen, kein Maulen, kein Schimpfen obwohl er nicht gewonnen hat. Er hat zu Weihnachten Zauberwürfel bekommen und wenn er nicht weiter kommt löst er diese per App, ohne würde auch ich verzweifeln. Sein Handy ist über Familylink Zeitbegrenzt. Er fragte mich ob er über mein Handy den Würfel noch ein mal lösen darf. Ich habe zugesagt. Was ist passiert? (Das habe ich aber erst am Sonntag, als er weg war, gemerkt.) Er hat über mein Handy seine Zeitbegrenzung raus gemacht und die ganze Nacht, bis morgens um 6 Uhr gezockt. Natürlich war er am Sonntag müde, wir waren bei Opa zu einem Kaffeebesuch. Er ist auf dem Sofa eingeschlafen - ich habe mir schon Sorgen gemacht. Tja, leider wurde ich mal wieder endtäuscht - Regel - umgangen - wieder mehr Kontrolle.
Silvester: 31./1. lief super, er durfte ja lange wach bleiben. Wir haben mit den Nachbarn gegessen, sie wohnen unter uns und ich hatte gekocht (nächstes mal bitte ich mir zu helfen, das ist auch gemeinsame Zeit die schön sein kann) Um 12 Uhr war "gutes neues Jahr" wünschen und mein Mann, meine Tochter und ich sind kurz in den Garten. Es wurde mehr geschossen als ich gedacht hätte, weniger wie sonst, aber wo haben die Leute die Böller und Raketen nur her? Egal, kein Theater mit Markus, man konnte ja nichts kaufen und von letzte Jahr hatte ich nichts über. Hm, was war am 1.? Ich weiß es nicht mehr, noch nicht lange her, aber - nichts. Wahrscheinlich TV - komisch aber genau das meine ich - was macht man GEMEINSAM? Irgendwie nichts - TV zusammen schauen ist ja auch nichts zusammen, man schweigt sich an und lässt sich berieseln. Markus ist wieder in die KES und am Samstag den 2. habe ich ihn wieder geholt. Am Wochenende war nichts - Aussage meiner Familie: Was sollen wir auch tun? Gemeinsam mit dem Hund laufen, ähm, kalt, Schnee - nee doof. Spiele spielen, welche? Die kenne ich schon alle - machen keinen Spaß. Ich habe dann mit Markus an der WII Bowling gespielt - er hat alle Spiele gewonnen, nicht weil ich bewusst verloren habe - er ist da besser. Dann haben wir noch eine Runde Tennis auf der WII gespielt, (Gesamtzeit 1 Stunde) und da hat er zwei Sätze, nicht mal das Spiel verloren und war nur am Motzen. Boa, wie gehen die schnellen Bälle (Aufschläge) Ich hab keine Ahnung, das ist bei mir Glücksache. Ich habe ihm dann gesagt ich möchte dass er mit dem Motzen aufhört, so macht es keinen Spaß, es geht doch um schöne gemeinsame Zeit - Lachen, und nicht "NUR" ums gewinnen. Jeder ist irgendwo besser, sonst wären wir alle Leistungs- was auch immer. Das begreift er irgendwie nicht. Immer nur der Beste sein - Gewinnen - Wo bitte bleibt unser GEMEINSAM - unser LACHEN in der Familie?

Ich weiß, totales durcheinander im Text. Kann mich jemand verstehen? Ich will was ändern, ich will wieder lachen, ich will wieder Gespräche. Wie mache ich das? Warum sehen die anderen das nicht? Wollen sie nicht? Wollen sie nichts verändern - ja schon - aber der andere. Das geht nicht - ich kann nur MICH verändern - nicht den ANDEREN. Das muss die Person selbst wollen. Bahhhh und schon wieder Tränen. Scheiße..... Warum? Wie? Wann?

Sorry für das Gemecker - vielleicht erwarte ich auch zu viel.
Wenn jemand Lust hat auf Austausch, sich gegenseitig zu motivieren - sehr gerne.
Silke *78
Markus *07

Nessa13
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Nessa13 »

Hallo Silke,

Ich lese deinen Bericht sehr interessiert mit. Wir bzw. ich überlege, ob so ein Klinikaufenthalt uns auch helfen könnte. Du machst mir Mut!

Auch der Rest kommt mir sehr bekannt vor. Ich kann dich sehr gut verstehen. Ich würde gerne so viel verändern, aber alleine ist das doch nicht zu schaffen oder ? Vorschläge die ich mache werden abgelehnt, zu kalt, zu langweilig, zu doof oder keine Lust. Leider bin ich ratlos würde ich mich aber auf einen Austausch freuen. Vielleicht finden wir gemeinsam eine Lösung?

Ich wünsche euch weiterhin viel Erfolg.

VG
Nessa

Sandra F
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Sandra F »

Hallo Silke,

lese deine Berichte still mit.

Mir kam folgendes in den Sinn.
Unser Sohn lehnt manches was wir an Aktivität planen auch gerne ab. Meist aus Angst vor Unbekanntem. Hier hat so manche Aktion nachträglich von seiner Seite aus super Spaß gemacht, indem wir ihn sanft aber bestimmt gedrängt haben.

Vielleicht hilft dir das.

Lg Sandra
Christopher 09/2006 Asperger + ADHS

JennyK
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von JennyK »

Ich kann SandraF nur zustimmen. Wir müssen eigentlich immer viel Energie aufbringen, um die Jungs (besonders den Großen) zu Ausflügen zu motivieren, man könnte auch zwingen sagen ;) Im Nachgang wird dann zwar auch oft gemeckert, aber während der Aktion hat er dann doch Spaß. Das müssen auch keine besonderen Sachen sein, ein Spaziergang reicht schon.

Wichtig ist da, dass du und dein Mann das gemeinsam angeht, da müsstest du mal mit ihm reden. Aber was auch hilft, ist die eigene innere Entschlossenheit, dass es so passiert, wie du es möchtest. Das spüren die Kinder und dann ist der Widerstand auch gar nicht mehr so groß.

Gute Nerven und viel Kraft wünsche ich dir!
Sohn 1 (2006), ADS und Asperger Autismus; PG 3; SBA 50 mit B, G, H
Sohn 2 (2013), Asperger Autismus, ADHS; PG 3; SBA 70 mit B, G, H

Anjali
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Anjali »

Hallo Silke,

Ihr habt doch, von außen betrachten, alles in allem eine gute Zeit miteinander verbracht - in diesen außergewöhnlichen Zeiten. Es gab kaum Konflikte, das würde ich als Erfolg werten.

Du warst insgesamt enttäuscht, jedoch die anderen vielleicht nicht?
Dir waren es zu wenige gemeinsame Familienaktivitäten, zu wenige intensive Gespräche.
Aber vielleicht hat/hattest Du auch zu hohe Erwartungen?
(Gemeinsames TV-Schauen zählt bei uns in der Familie z.B. auch als eine schöne gemeinsame Aktivität.)
Dein Sohn hat sich in meinen Augen wie ein normaler Teenager verhalten.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Anjali
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Anjali »

Liebe Silke,

Der letzte Satz war nicht so flapisg gemeint, wie er sich vielleicht liest.

Für viele Teenager gibt es nicht viel Spannenderes als, Handy, PC und Co.
Treffen mit Freunden/Gleichaltrigen waren derzeit ja auch nicht möglich, zumindest nicht über die Feiertage.
Dass dann zu Hause das an Elektronikkonsum nachgeholt werden möchte, was unter der Woche in der Klinik nicht möglich war, finde ich nachvollziehbar.
Dass Rodeln und Spaziergänge nicht der „Renner“ sind, ist vielleicht auch dem Alter und der Pubertät geschuldet.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

Silke1204
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Silke1204 »

@ Anjali,
Das habe ich auch nicht als Flapsig gelesen.

@ alle die mitlesen:
Ja, ich habe vieles zu eng - erwartungsvoll genommen. Markus ist zu Hause, alles muss schön sein, allen muss es gut gehen - Weihnachten und Silvester - soll auch eine Superschöne Zeit sein und das in Corona? Das war einfach zu viel. Das ist mir in den letzten 2-3 Tagen auch bewusst geworden. Die Zeit (Corona) wird sich auch wieder ändern und dann ist wieder mehr möglich. Hoffentlich - ganz sicher - bald... Egal, das kann ich nicht ändern, nur so annehmen wie es gerade ist.

Ich freue mich so viel Mut und Zuspruch und auch Rat und Anerkennung von euch zu bekommen.
Silke *78
Markus *07

Silke1204
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Silke1204 »

Hallo Ihr Lieben,

was schon wieder 10 Tage her seit ich mich gemeldet habe - ups, sorry, das ist lange, war aber auch teilweise viel los.
Nun zu meinem Update:
Das Wochenende 9./10. Januar war perfekt. Es gab keinen Streit - Stress. Markus durfte bis 12 Uhr TV schauen oder zocken und ist dann OHNE Erinnerung ins Bett gegangen. Ich war wach weil Football kam, ja ich schaue sehr gerne NFL und das kommt leider so spät. Wir haben einige Spiele gemacht und auch gemeinsam online über die PS gezockt. Markus hatte auch seine Emotionen gut im Griff.
Das Wochenende 16./17 Januar: Ich habe Markus geholt, wir haben gefrühstückt und sind dann mit meinem Bruder und seiner Tochter auf die Alb zum Schlitten fahren. Es war super! Natürlich haben wir gefoppt und gefrotzelt, ich landete mit dem Kopf im Schnee (tja wer den Bruder mit 130kg ärgert ist selbst schuld) und selbst Markus hat das super Weggesteckt. Zum Essen gab es MC Donalds, er hat auch super gegessen. Das Ins-Bett-Gehen hat mein Mann übernommen da ich müde war und es hat dieses mal 0,0 geklappt. Weder TV ausmachen, noch Zähne putzen dann wurde noch "gewurschtelt" im Zimmer, bis er dann lag war es 1.30 Uhr, definitiv zu spät. Da müssen wir eine andere Regel finden. Der Sonntag verlief ganz gut. Eigentlich sollten (Markus wollte nicht wirklich) die Geschwister Jennifer (15), Michelle (22) und Markus mit unserem Hund Gassi gehen. Markus hatte keine Lust mit den "Mädchen" zu laufen, kann ich verstehen. Ich habe gekocht (Ms. Coussin - Lidl-Thermomix ausprobiert) es gab Ente mit Klöse und Rotkohl, hat 5 Stunden gedauert. Hat geklappt - war aber nicht unser Geschmack. Zwischendurch haben Markus und ich Schneemann gebaut und als mein Mann raus kam noch eine kleine Schneeballschlacht. Das hat auch gut geklappt. Jeder gegen jeden, kein Motzen. Als Markus nach dem Essen an der PS saß, mit mir, und er bei Tombraider drei mal an der gleichen Stelle kaputt ging war es vorbei. Er hat mit der Hand aufs Sofa gehauen und geflucht - dabei ist der Controler auf dem Boden gelandet. Ich habe dann aus gemacht - Markus ist in sein Zimmer - hat gelesen und sich wieder beruhigt. Später wollten wir noch ein Spiel machen - er wollte nicht - kam nicht mehr dazu bis wir wieder in die Klinik mussten. Ich weiß nicht so recht wie ich damit umgehen soll.
Natürlich war mein Mann dieses Wochenende frustriert, seiner Meinung nach hat sich nichts verändert. Ich glaube er konnte das in dem Moment nicht sehen. Ich wollte mit ihm reden, er wollt nicht. Das werden wir heute nochmal versuchen. Letztes Wochenende hat es ja geklappt.
Letzten Freitag hatten wir ein Gespräch in der Klinik mit der Therapeutin, der Sachbearbeiterin vom JA und unserer Sozialpädagogin. Markus wird am 29.1. entlassen. Sehr früh finde ich, aber da darf auch sein Zimmerpartner gehen und noch einen neuen wollte Markus und auch die Therapeutin nicht. Medikamente bleiben (30mg Medikinet Retard) da sind wir uns alle einig. Es besteht ein ADS (ohne H) das wurde uns nun auch bestätigt. Ich wusste das irgendwie, aber jetzt kann ich endlich handeln. Leider findet momentan keine richtige Schule statt aber Markus selbst sagt er kann sich besser aufraffen die Aufgaben/Arbeitsblätter für die Schule anzufangen und bekommt sie schneller - konzentrierter zu Ende und es sind auch weniger Fehler drin. Das ist doch Super!!! Nach der Entlassung werden wir für 4 Wochen STÄB (was das ausgesprochen heißt weiß ich nicht genau) in Anspruch nehmen. Das ist ein Team und sie kommen jeden Tag für eine Stunde ins Haus. Es sollen die Dinge die erlernt wurden zu Hause übernommen werden.
Nun zu meinem Problem: Wir wollen Markus nicht überfordern - überlasten. Zu Frau Planer hat Markus einen sehr guten Kontakt, ihr gegenüber konnte er sich öffnen, hat seine Zeit gedauert. Sie ist die Sozialpädagogin, ob sie ihre Stunden bei uns/mit uns erhöhen kann als Familienhilf ist noch unklar. Das hätten wir gerne muss aber noch mit und über das JA geklärt werden. Sonst käme da jemand neues dazu. Ich tendiere dazu einen Psychologen zu suchen der verhaltenstherapeutisch arbeitet. So arbeiten sie auch dort, z.B. mit der Erklärung einer Coolnessbrille. Hm, irgendwie ist das sehr viel. Psychologe, Frau Planer, evtl. Gruppe wenn es im Sommer wieder möglich ist und dann noch Familienhilfe. Das sind ja wieder 3-4 Termine pro Woche, definitiv zu viel. Schule kommt ja auch noch dazu und hoffentlich dann wieder Hobbys. Was nun? Psychologe oder Familienhilfe? Frau Planer wollen wir gerne behalten da Markus und auch wir einen guten Draht zu Ihr haben. Kann sie aufstocken? Das ist alles noch offen.
Mein zweiter Punkt im Kopf ist das Regel-Verhalten zu Hause. Bisher musste er sich (nicht wirklich) dran halten, es passierte ja nichts. In der KES hat er ganz klare Vorgaben und es klappt super. Also, hier eine ganz feste Struktur einführen, vieles regelt sich ja mit der Schule. Bisher hatten wir immer eine Strafe wenn was nicht geklappt hat. Ich würde es gerne andersrum probieren. Er bekommt weniger und wird für gutes Verhalten belohnt, das setzt auch den Fokus anders. Z.B. Du hast 1 Stunde Medianzeit (Schule natürlich nicht eingerechnet) am Tag. Klappt es ohne zu wecken (mit dem Wecker) aufzustehen bekommst Du 10 Minuten dazu. Gehst Du nach dem Frühstück zähne Putzen weitere 10 Minuten. Klappt das anziehen und rechtzeitig fertig zur Schule weitere 10 Minuten. Ich hoffe ihr versteht was ich meine. Mit der Medienzeit bekomme ich ihn, das ist ihm wichtig. Was haltet Ihr davon? Wozu würdet Ihr tendieren, bei beiden Themen. Oder vielleicht was ganz anderes? Natürlich hätte ich ihn gerne selbständig aber ich denke momentan geht es nur so - mit ganz viel Kontrolle. Vielleicht - irgendwann wenn der Kopf einschält - nach der Pupertät - klappt es mit selbständig ohne Kontrolle.

Oh - mal wieder sehr lang geworden.
Einen schönen Tag euch allen.
Silke *78
Markus *07

Juler
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Juler »

Hey Silke,


nur kurz: ich verfolge eure Geschichte bisher stumm! Aber: Pass auf, dass du dann nicht schwupp die wupp bei 2-2,5h Medienzeit am Tag bist, das wird schnell sehr viel wenn er für jede Selbstverständlichkeit 10min bekommt ;-) rechne es vorher mal durch auf wie viel Medienzeit er dann an einem "idealen" Tag kommen würde.

Viel Erfolg,

Juler
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Regina Regenbogen
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Re: Klinikaufenthalt 13.11.2020

Beitrag von Regina Regenbogen »

Für den Fall könnte man ja für das Wochenende ein Medienzeitkonto anlegen, worauf dann Überschüsse angerechnet werden - am Wochenende darf es bestimmt auch mal mehr als eine Stunde sein, besonders bei schlechtem Wetter.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

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