Chaos im Kopf

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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KatjaYTR
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Chaos im Kopf

Beitrag von KatjaYTR »

Mal wieder hallo ihr Lieben und schon jetzt vielen Dank fürs Lesen und euren input.

Im letzten Thema zum Konzept schuld habe ich nicht mehr geantwortet. Tut mir leid. Das macht die Diagnostik ich bin total durch und kann mich praktisch auf nichts konzentrieren. Ich fühle mich total macht- und hilflos.

Ich fühle mich schlecht zu hoffen, dass wir die Diagnose bekommen. Ich will ja nicht, dass er anders ist - aber er ist es halt. Und jetzt mit dem umstieg auf Winterklamotten kommt das auch wieder so richtig heftig raus.

Wir waren gestern zum Ados und er hat gut mitgemacht. Das ist schonmal gut. Ich fand er hat auch großteils so reagiert wie ich es erwartet hab. Manchmal etwas "normaler", eig nur dann wenn der Psychologe ihm gesagt hat was er tun muss.

Eine erste Einschätzung oder so haben wir nicht bekommen. Leider für meinen Kontrollwahn. :icon_silent:
Er schien auch aus mir was rauskitzeln zu wollen. "Na also er zeigt viel was wir sehen wollen. Viel positives" dabei hat er mich angesehen....und ich hab geschwiegen, weil ich es mich so überfordert hat. Das kann ja 20 Bedeutungen haben. Einzig beim letzten Mal wo er das sagte meinte ich "ich bin ja auch nicht hier, weil mein Kind negativ ist" :shock: jetzt im Nachhinein frage ich mich natürlich immer mehr was damit wohl gemeint war.

Ich wünsche mir man fände Berichte wie andere Kinder auf die Situationen im Ados reagiert haben.
Diese unvorheesehbarkeit wie es gewertet wurde bei uns macht mich irre. Ich hätte so gerne eine Einschätzung.
Wir bräuchten einfach dringend Hilfe. Ich habe Angst dass es heißt da ist nix. Gleichzeitig fühle ich mich richtig schlecht das zu denken.

Liebe Grüße von einer völlig erschöpften Mutter. :-|

Anjali
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Re: Chaos im Kopf

Beitrag von Anjali »

Hallo Katja,

erst einmal
finde ich es völlig verständlich, dass Dir die Ungewissheit zu schaffen macht. Mir ging es damals ähnlich.
Allerdings bringt es ja nichts, sich verrückt zu machen und in Gedankenspiralen aufzureiben.

Ein „Trick“ den ich von meiner Therapeutin (ich war wegen einer Angsstörung mit einhergehendem Grübelzwang in Behandlung) bekommen habe:
Dinge/Gedanken, die einen beschäftigen, aufschreiben und den Aufschrieb ablegen.
Das Ablegen im wörtlichen Sinne soll bei gedanklichen Ablegen helfen.

Nach ein wenig Übung funktioniert das bei mir tatsächlich recht gut.
Durchs Aufschreiben geht mir kein wichtiger Gedanke verloren, denn er kann bei Bedarf wieder aus seiner Ablage geholt werden. Die Gewissheit, dass nichts verloren geht oder übersehen wird, erleichtert z.B. mir das Loslassen.

Mache dir z.B. einen Aufschrieb mit Plan A und Plan B.
Plan A enthält das weitere Vorgehen, wenn der ADOS eine ASS bestätigen sollte, Plan B enthält das weitere Vorgehen, wenn dem nicht der Fall sein sollte.
Du kannst auch deine jeweiligen dazugehörigen Gedanken und Gefühle notieren.
Und dann lege die Pläne/Gedanken in einer Schublade ab und lass die dort ruhen.
Dort können sie bis zu dem Auswertungsgespräch verbleiben.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (19 Jahre / Asperger-Autist)

KäthemitA.
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Re: Chaos im Kopf

Beitrag von KäthemitA. »

Hallo Katja,

kannst Du nicht den Psychologen noch einmal anrufen, ihm sagen, seine Äusserungen gingen Dir nicht aus dem Kopf und fragen, was er gemeint hat?
Dann brauchst Du das nicht die ganze Zeit in Deinem Kopf hin und her zu wälzen.

Viele Grüße
Käthe
Käthe mit A. *06.13 Asperger Autist

KatjaYTR
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Re: Chaos im Kopf

Beitrag von KatjaYTR »

Hallo Anjali,

Ich danke dir für den Tipp! Ich werde das heute Nachmittag nach der Arbeit ausprobieren! Grübelzwang trifft es auch und ich schreibe listen.... Listen um Listen.
Da könnte ich es auch mal mit den belastenden Gedanken versuchen.

Du hast natürlich recht, dass das zermurben nix bringt. Von den über 1 Jahr warten, sind die letzten Wochen hier echt das schlimmste warten.

Hallo Käthe mit A.
Danke dir auch. Das wäre eine Möglichkeit. Darüber nach gedacht habe ich auch schon. Aber bisher war die Angst vorm Telefon stärker. Nächste Woche ist der Adi-r. Eig sollte man das aushalten oder?

Leider äußert sich meine Angespanntheit in weniger Geduld für meinen Sohn. Was in logischer Konsequenz die Situation noch komplizierter macht.

Grüße Katja

KäthemitA.
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Re: Chaos im Kopf

Beitrag von KäthemitA. »

Hallo Katja,

wovor hast Du denn Angst?
Und die Frage, ob "man" das aushalten sollte finde ich müßig. Du hältst es eben nicht gut aus. Und das ist im Übrigen auch okay.
Als mein Mann und ich vor dem ATZ standen, in dem unser Sohn diagnostiziert wurde, haben wir uns angesehen und gefragt "Und was machen wir, wenn es das jetzt nicht ist?"
Wir waren froh, als wir die Diagnose hatten. Dann hatten wir eine Erklärung, Anspruch auf Hilfen und endlich hat niemand mehr uns permanent unterschwellig Erziehungsfehler unterstellt.

Ich wünsche Dir ein entspanntes Wochenende!
Viele Grüße
Käthe
Käthe mit A. *06.13 Asperger Autist

KatjaYTR
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Re: Chaos im Kopf

Beitrag von KatjaYTR »

KäthemitA. hat geschrieben:
06.11.2020, 15:52
Hallo Katja,

wovor hast Du denn Angst?
Und die Frage, ob "man" das aushalten sollte finde ich müßig. Du hältst es eben nicht gut aus. Und das ist im Übrigen auch okay.
Als mein Mann und ich vor dem ATZ standen, in dem unser Sohn diagnostiziert wurde, haben wir uns angesehen und gefragt "Und was machen wir, wenn es das jetzt nicht ist?"
Wir waren froh, als wir die Diagnose hatten. Dann hatten wir eine Erklärung, Anspruch auf Hilfen und endlich hat niemand mehr uns permanent unterschwellig Erziehungsfehler unterstellt.

Ich wünsche Dir ein entspanntes Wochenende!
Viele Grüße
Käthe
Hallo Käthe,

Meinst du die Angst vorm Ergebnis oder vorm Telefon?
Beim Ergebnis ist es so wie su sagst. Der Erziehungsfehler. Und wir haben so massive sensorische Probleme im Moment und wissen nicht weiter, aber keiner nimmt es so wirklich ernst. Außer die Erzieherin langsam. Die kommen ja aber auhx in den Genuss die Schnürsenkel richtig Wickeln zu müssen und dafür zu sorgen dass Ärmel und Hosenbeine nicht rutschen. Und ihm die Jacke anzuziehen.

Beim Telefon : ich hatte davor schon immer Angst. Ich kann das Gespräch nicht planen.

Der Austausch hier tut mir gut. Und es tut gut zu lesen, dass ich oder besser wir nicht die einzigen mit dem Gedanken sind was passiert eig wenn es das nicht ist.

Viele Grüße
Katja

tovah81
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Re: Chaos im Kopf

Beitrag von tovah81 »

Liebe Katja
Ich kann Dir sehr gut nachfühlen. Morgen haben wir den Auswertungstermin von der ganzen Autismusdiagnostik - seit einem Jahr sind wir im Abklärungsmarathon, was mit unserem Jüngeren nicht stimmt...

Mein Mantra war stehts - egal welche Diagnose wir kriegen - er bleibt der wunderbar spezielle, komplizierte und liebenswerte Mensch, der er ist. Und keine Diagnose soll da einen Keil zwischen mir und ihn schieben. Aber natürlich wäre eine Diagnose eine Hilfe zur Akzeptanz, Verarbeitung und natürlich auch gür die Planung seines und unseres Lebens....

Ich wünsche Dir die Geduld, aushalten zu können - wir Mütter sind zu so vielem fähig!

Herzlichst
Tovah
2015 N. - Muskelhypotonie, globale Entwicklungsverzögerung, noch viele Abklärungen am laufen
2012 D. - gesund und munter
3 Sterne im Himmel

KatjaYTR
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Re: Chaos im Kopf

Beitrag von KatjaYTR »

tovah81 hat geschrieben:
10.11.2020, 20:35
Liebe Katja
Ich kann Dir sehr gut nachfühlen. Morgen haben wir den Auswertungstermin von der ganzen Autismusdiagnostik - seit einem Jahr sind wir im Abklärungsmarathon, was mit unserem Jüngeren nicht stimmt...

Mein Mantra war stehts - egal welche Diagnose wir kriegen - er bleibt der wunderbar spezielle, komplizierte und liebenswerte Mensch, der er ist. Und keine Diagnose soll da einen Keil zwischen mir und ihn schieben. Aber natürlich wäre eine Diagnose eine Hilfe zur Akzeptanz, Verarbeitung und natürlich auch gür die Planung seines und unseres Lebens....

Ich wünsche Dir die Geduld, aushalten zu können - wir Mütter sind zu so vielem fähig!

Herzlichst
Tovah
Hallo tovah,

Danke dir. Ja ich glaube das machen tatsächlich wir alle durch. Aber man denkt ja doch erstmal man leidet irgendwie jetzt als einzige dieses Leid.Ich v danke dir, das hilft mir sehr zu wissen, nicht alleine zu sein.

Ich will ihn auch nicht ändern, sondern wie du sagst ihm wieder mehr Akzeptanz entgegen bringen. Im Moment bin ich tlw zu aufgekrazt dafür. Und vor allem mehr Akzeptanz vom Umfeld.

Ich würde mich freuen, wenn du von eurem Auswertungsgespräch berichtest!!! :)

Liebe Grüße
Katja

tovah81
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Re: Chaos im Kopf

Beitrag von tovah81 »

Liebe Katja

So, bin zurück vom Auswertungsgespräch. Leider ist das passiert, was ich etwas befürchtet habe. Die Rückmeldung war, dass er in Teilbereichen autistische Züge zeigt, in anderen nicht. Somit kriegt er nicht die Diagnose Autismus und wird weiter als unklare Entwicklungsverzögerung mit motorischen Auffälligkeiten "betitelt".
Ich denke, Du kannst nachvollziehen, dass eine Diagnose eine gewisse Erleichterung gegeben hätte. Andererseits bin ich auch dankbar, dass er sie nicht bekommen hat, denn damit stehen gewisse Entwicklungspotentiale offener...
Persönlich hat es mich einfach getroffen, da wir seit über einem Jahr in dieser Abklärungsmühle drinstecken und jedesmal wieder rauskommmt, dass sie nichts finden - er aber trotzdem nicht der "Norm" entspricht.
Ich glaube, dass wir alle Abklärungen, ausser der Genetik, nun mal ruhen lassen und ihn einfach so fördern, wie es uns als Eltern möglich ist. Und vielleicht irgendeinmal später wird er eine Diagnose kriegen.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und berichte mal, wie es bei Euch weitergegangen ist.

Herzliche, erschöpfte Grüsse
Tovah
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KatjaYTR
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Re: Chaos im Kopf

Beitrag von KatjaYTR »

tovah81 hat geschrieben:
11.11.2020, 13:48
Liebe Katja

So, bin zurück vom Auswertungsgespräch. Leider ist das passiert, was ich etwas befürchtet habe. Die Rückmeldung war, dass er in Teilbereichen autistische Züge zeigt, in anderen nicht. Somit kriegt er nicht die Diagnose Autismus und wird weiter als unklare Entwicklungsverzögerung mit motorischen Auffälligkeiten "betitelt".
Ich denke, Du kannst nachvollziehen, dass eine Diagnose eine gewisse Erleichterung gegeben hätte. Andererseits bin ich auch dankbar, dass er sie nicht bekommen hat, denn damit stehen gewisse Entwicklungspotentiale offener...
Persönlich hat es mich einfach getroffen, da wir seit über einem Jahr in dieser Abklärungsmühle drinstecken und jedesmal wieder rauskommmt, dass sie nichts finden - er aber trotzdem nicht der "Norm" entspricht.
Ich glaube, dass wir alle Abklärungen, ausser der Genetik, nun mal ruhen lassen und ihn einfach so fördern, wie es uns als Eltern möglich ist. Und vielleicht irgendeinmal später wird er eine Diagnose kriegen.

Ich wünsche Dir weiterhin viel Kraft und berichte mal, wie es bei Euch weitergegangen ist.

Herzliche, erschöpfte Grüsse
Tovah

Hallo Tovah,

OH Mist oder auch nicht. So wenig wie ich weiß was ich eig hoffen soll, so wenig weiß ich überhaupt nicht, was eine adäquate Reaktion ist.
Aber du klingt sehr souverän und als findet ihr den Weg für euch und euren Sohn. Aber es tut mir Leid, dass die "Reise" kein Ende hat. Vermutlich ist das aber eh ein Trugschluss. Dieser Hoffnung dass sich dann irgendwie alles fügt und einfacher ist. Naja.

Ich wünsche euch auf jeden Fall alles alles Gute!!

Liebe Grüße

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