Jana mit Sohn (FG in 32. SSW, ICP) - ganz neu hier

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Andrea89
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Re: Jana mit Sohn (FG in 32. SSW, ICP) - ganz neu hier

Beitrag von Andrea89 »

Hallo Jana,

vielen Dank für deine Antwort, welche ich zwar schon direkt gelesen hatte, da mit Spannung erwartert ;-), aber dann doch nicht direkt beantwortet hatte. Es ging mir die letzten Tage immer im Kopf herum.
Es gibt halt immer Phasen wo ich denke, würde schon gehen, dann denke ich wieder, hm wie sollte ich jetzt noch einem Nr 2 nebenher gerecht werden. Wir machen uns halt Sorgen, dass wir Lena dann evtl nicht in dem Maß fördern, wie es derzeit möglich ist.
Andererseits war für mich immer klar, dass es 2 Kinder sein sollen und mein Wunschabstand war immer so 2-3 Jahre, allerhöchstens 4 Jahre. Nun geht es ganz langsam auf den 3. Geburtstag zu und da kommen schon die Gedanken... Geistig wäre unsere Kleine definitiv so weit, da würde es super passen, aber Schwangerschaft bzw. ein Neugeborenes tragend und dann die körperliche Belastung beim Tragen, an den Händen führen etc.. Wenn andere Eltern mittlerweile auf dem Spielplatz entspannt daneben stehen, ist man ja bei seinem Kleinen dann immer dabei, muss überall mit durch und mehr unterstützen, um dem Kind alles zu ermöglichen.

V. ist so weit, dass er draußen mit dem Walker kurze Strecke läuft? Da würde ich mich auch drüber freuen. Derzeit ist wieder etwas wenig Motivation zum Walker und generell Laufen, da die Backenzähne wieder drücken, dazu der Wachstumsschub.. Hoffentlich kommt demnächst mal wieder ein Schritt nach vorn. Gefühlt kommt immer ein Fortschritt und dann ewig Stillstand, auch wenn andere das ja nicht so sehen, aber es zieht sich.

Wie plant ihr es so mit Kindergarten? Wir haben morgen das Gespräch mit den Ansprechpartnern unseres Kinderhauses, der Integrationshelferin und Physiotherapeutin, welche Möglichkeiten und Chancen Lena in dem Regelkindergarten so hätte. Es gäbe wohl auch eine kleine Gruppe mit nur 15 Kindern, aber wir sind trotzdem unsicher, ob sie da nicht unter geht und überfordert ist.
Vor 2 Wochen haben wir uns einen inklusiven Kindergarten in der Nähe angeschaut, da hatten wir ein sehr gutes Gefühl von der Einrichtung her. Jedoch sind es halt 15 Minuten mit dem Auto, statt einfach nur die Straße runter. Da macht man sich schon Gedanken wegen Freunde in der Nähe, spätere Integration bezüglich Grundschule, Eigenständigkeit zum Hinkommen... Puh immer diese schwierigen Entscheidungen.

Dazu haben wir Anfang März einen Botoxtermin geplant, wo wir noch etwas schwanken, ob wir diesen nutzen möchten. Habt ihr da Erfahrungen gemacht?
Einerseits setzt man schon wieder ziemliche Hoffnungen auf einen Fortschritt, andererseits ist es halt ein Eingriff und ob dann hilfreich ist ja nicht sicher. Unsere Physio meinte, dass sich bei Lena eher alles lockert mit dem Wachstum, was gut ist. Sie wollte mit der endgültigen Entscheidungen / Empfehlung auch noch warten.

Was ich noch fragen wollte, wie macht ihr es mit Kinderbett? Lena schläft noch in ihrem komplett mit Gitter versehenen im Schlafsack, da sie sich viel bewegt und die Decke weg strampelt. Hatte überlegt evtl doch mal 3 Stangen raus zu nehmen, aber weiß nicht, ob sie davon profitiert, da sie ja nicht so beweglich ist. Wie habt ihr das?

Tja immer diese Gedanken, welche einem im Kopf rum gehen.

Jana_ICP
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Re: Jana mit Sohn (FG in 32. SSW, ICP) - ganz neu hier

Beitrag von Jana_ICP »

Hallo Andrea,

die Entscheidung bezüglich Geschwisterchen ja oder nein kann und wird dir keiner abnehmen können... Ich kann dir nur raten auf dein Herz und dein Bauchgefühl zu hören. Damit bin ich bisher immer ganz gut gefahren.

So wirkliche Prognosen wie sich die ICP entwickelt bekommt man eh nicht. Es kann nun eben keiner in die Kristallkugel schauen und sagen, ob und wann sich das oder das einstellt.

Bei V. merke ich, dass er vor allem seitdem er nicht mehr allein ist, vieles selbstständig machen möchte. Ich versuche ihn, bestmöglich machen zu lassen. So kann er zum Beispiel mal was in die Dreckwäsche bringen, seine Mütze aufräumen, seinen Tisch abwischen oder so. Da ist er immer mächtig stolz, wenn es ohne Hilfe geklappt hat.

Die Schwangerschaft lief super unproblematisch und ehrlicherweise eher so neben her. Aufgrund der Vorgeschichte wurde ich aber besser überwacht. V. zu tragen habe ich vor allem zum Schluss versucht möglichst zu reduzieren. Ich war froh, dass er begonnen hat, mit dem Walker zu laufen bzw. gerne im Buggy gefahren ist. Im Übrigen mache ich es mittlerweile total gerne, dass ich ihn seine kleine Schwester im Rehabuggy schieben lasse. Wenn man den Griff ganz runter stellt, kommt er da gut ran. Laufen kann er dann, soweit er es schafft und wenn es nicht mehr geht, setze ich ihn wieder rein und weiter geht's. So hat er spielerisch sein Lauftraining und ist stolz, dass er die Kleine schieben darf. Als Belohnung bekommt er öfters einen Aufkleber, den wir dann auf den Buggy kleben. :)
Wenn er im Walker läuft, dann spielen wir gerne fangen. Er jagt gerne und freut sich, wenn er mich gefangen hat. Vielleicht kannst du Lena so auch motivieren mehr zu laufen?

Sowohl in der Schwangerschaft als auch danach waren Spielplatzbesuche natürlich manchmal eine Herausforderung. Wenn möglich habe ich gerne noch meinen Mann oder eine Freundin mit dabei. Aber auch alleine kriegt man das irgendwie hin. Sandkasten funktioniert zum Beispiel super auch mit Baby im Tragetuch oder in der Babyschale daneben. Auch schaukeln (da sind Nestschaukeln am besten) oder rutschen machen wir dann so, dass wir die Kleine im Blick haben.

Zähne und Wachstumsschub können echt belastend sein. Mit Zähnen sind wir zum Glück mittlerweile durch. Dafür reagiert er aber oft sehr trotzig. Das ist eben alterstypisch. Mein tägliches Mantra lautet also 'Es ist nur eine Phase und geht vorüber' 😉. Um so ruhiger und positiver man aber mit ihm umgeht, umso ruhiger ist er meistens auch. Übrigens kann ich dir das Buch 'Die Elterntrickkiste' sehr empfehlen. Da stehen auch für alle möglichen Situationen nette Anregungen und Tipps drin.

V. kam mit knapp 1 Jahr in eine normale Kita. Dort wusste man zwar von Anfang an von der motorischen Entwicklungsverzögerung, aber gekümmert hat man sich nicht wirklich. Er wurde eher 'geparkt' als gefördert. In beiderseitigem Einvernehmen haben wir ihn dort nach 5 Monaten rausgenommen und bei einer lieben Tagesmutter untergebracht. Die hat ihn super gefördert und er hat gute Fortschritte gemacht. Im Endeffekt hat sie ihn ganz 'normal' behandelt. Getragen hat sie ihn zum Beispiel selten. Wenn er etwas wollte, musste er eben krabbeln. Das hat ihm gut getan. Abgemeldet habe ich ihn dort aber, weil der Weg ab Mutterschutz für mich zu weit war. Der Platz war in der Nähe meiner Arbeit und das waren gut 45 Minuten mit den Öffentlichen.
In der Zwischenzeit wussten wir dann, dass er nicht nur entwicklungsverzögert ist, sondern eine ICP hat. Beim Sozialamt hatten wir beantragt, ihn als Integrationskind zu betreuen. Der Vorschlag mit der Kita hier in der Nähe kam vom Sozialamt. Die Einrichtung verfügt u. a. über einen Fahrstuhl und bietet selbst in der Krippe schon I-Plätze an.
Mittlerweile hat man aber gemerkt, dass V. noch mehr Unterstützung braucht, als was die Erzieher abdecken können. Deshalb haben wir jetzt eine Assistenzkraft für ihn ab Kindergartenalter beantragt. Dafür müssen noch Berichte geschrieben werden und jemand vom Amt wird hospitieren um den Bedarf genau zu ermitteln.
Die Kinder selber sind super tolerant und finden zum Beispiel seinen Walker sehr spannend. Das Gefühl, dass er überfordert ist, habe ich nicht. In der Krippe sind es 11 Kinder. Im Kindergarten sind es mehr. Ich glaube 15.

Ich denke, du solltest eher entscheiden, wo Lena besser betreut ist und nicht, wo der Weg kürzer ist. Und falls du im Nachhinein nicht zufrieden sein solltest, kannst du immer noch einen Wechsel beantragen.

Botox bekommt V. jetzt auch bald. Unser SPZ hat damit gute Erfahrungen gemacht und ich hoffe, dass sich u. a. seine Spitzfußstellung dadurch verbessert. Unsere Physio sieht es als Chance. Also hoffen wir wie immer das Beste.

V. schläft noch bei uns im Schlafzimmer. Aber in seinem Bett. Stangen rausnehmen würde nicht viel bringen, weil es so steht, dass er da nicht raus käme. Das Bett nutzt er nach dem Aufstehen aber gerne zum Turnen. Runden laufen und Kniebeugen übt er dort nur zu gern. Er schläft nur noch mit Decke. Schlafsack fand er ganz doof.
Probier doch einfach mal aus, wie es klappt, wenn du ein paar Stangen rausnimmmst. So hoch ist es ja nicht. Falls du Bedenken hast, dann leg doch eine Matte unten hin. So kann fast nichts passieren.
Klettern ist ein super Ganzkörpertraining. V. ist bei der Physio am liebsten auf der Sprossenwand. Manchmal bauen sie ihm auch einen kleinen Hindernisparcours. Das mag er sehr.

So, nun ist meine Antwort wieder recht lang geworden. 🙂 Falls du noch was wissen möchtest, dann frag gerne. Ich bin gespannt zu hören, wie es bei euch weiter geht.

Viele Grüße erstmal
Jana
Jana mit Sohn V, 07/2018, ICP (Tetraparese, rechts- und beinbetont) und Schwester 08/2020

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