2 x Quarantäne. Handhabe ?

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Alexandra2014
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Re: 2 x Quarsntäne. Handhabe ?

Beitrag von Alexandra2014 »

kati543 hat geschrieben:
30.09.2020, 12:07
Hallo Paula und Alexandra,
ich denke, Corona-Quarantäne ist etwas anderes als ein unternehmenslustiges, topfittes Kind mit Lungenentzündung.
Und das misst du mit welchem Maßstab?
Es war bitterkalt und das Kind bekam draußen Hustenreiz bis zum Erbrechen. Wir waren, abgesehen von 2x Lunge röntgen, die gesamten 6 Wochen im Haus, nicht mal im Garten..., weil es anders nicht ging.
Ich bin Einkaufen gegangen, wenn mein Mann Zuhause war oder er ist Einkaufen gegangen.
Das als ein bißchen „schulfrei“ zu bezeichnen, finde ich schon famos. Es war nichts anderes, als eine Quarantäne, nur 4 Wochen länger. :wink:

Ich wüsste auch nicht, wo ich geschrieben hätte, dass das mit dem Testen „einfach“ ist. Und ich schrieb auch, dass an vielen Stellen die Kapazitäten einfach nicht reichen, um jeden zu testen. Das spiegelt dein Beispiel ja auch konkret wider.
Wo keine Testkapazitäten mehr sind, wird dann eben alternativ Quarantäne verhängt. Mehr Möglichkeiten gibt es schlicht nicht.
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Alexandra2014
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Re: 2 x Quarsntäne. Handhabe ?

Beitrag von Alexandra2014 »

SandyErgo hat geschrieben:
30.09.2020, 11:18
Alexandra2014 hat geschrieben:
30.09.2020, 10:36

Es ist ja auch nicht so, dass die Laborangestellten Langeweile haben und nicht wissen, was sie tun sollen. Jeder unnötige Test sollte vermieden werden, um die Kapazitäten für die wirklich wichtigen Tests nicht zu blockieren.
Das führt sogar schon dazu, dass Laborantinnen aus der lange beantragten Kur mit ihrem Kind zurück zur Arbeit müssen - und die Familie dann sehen kann, wie sie das organisiert bekommen.
Bei uns im Durchgang so passiert - zum Glück konnte die Mama 2× für eine Woche mit dabei sein => denn im häuslichen Umfeld ist sie diejenige, die sich um Therapien und alles kümmert.

Letztendlich hängt es wohl wirklich von den einzelnen Ämtern ab, wie gehandelt wird. Was bei Amt A gemacht wird, mus nicht auch bei Amt B genau so passieren - woran da liegt, gibt vermutlich unterschiedliche Gründe: Testkapazitäten, ....
Ja, so erlebe ich das hier auch.
Man kann das benötigte Personal nicht aus dem Boden stampfen.
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

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Re: 2 x Quarsntäne. Handhabe ?

Beitrag von ehemalige Userin »

Hier gibt es definitiv Kapazitäten für Tests Alex.
Die Schule hatte sogar Tests in der Schule angeboten die durch das Gesundheitsamt durchgeführt wurden.
Allerdings hatte ein negativer Test keine Auswirkung auf die Quarantäne. Diese musste auf jeden Fall zwei Wochen lang durchgestanden werden laut Aussage des Gesundheitsamtes.
In der Nähe hat auch ein neues Testzentrum eröffnet, das Kapazitäten hat.
Wir hätten auch zu unserem Kinderarzt gehen können, wenn wir denn gedurft hätten.

Und ja, es ist sehr unangenehm, verschiedene Termine wegen Quarantäne absagen zu müssen oder Therapien et cetera.
Auch Fragen von Nachbarn entsprechend zu beantworten macht keinen Spaß.
Man fühlt sich schon ein bisschen aussätzig, auch wenn man vom Kopf her weiß dass es Quatsch ist. Die Reaktionen sind eindeutig.
Liebe Grüße Paula

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Alexandra2014
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Re: 2 x Quarsntäne. Handhabe ?

Beitrag von Alexandra2014 »

PaulaW hat geschrieben:
30.09.2020, 12:27
Hier gibt es definitiv Kapazitäten für Tests Alex.
Die Schule hatte sogar Tests in der Schule angeboten die durch das Gesundheitsamt durchgeführt wurden.
Allerdings hatte ein negativer Test keine Auswirkung auf die Quarantäne. Diese musste auf jeden Fall zwei Wochen lang durchgestanden werden laut Aussage des Gesundheitsamtes.
In der Nähe hat auch ein neues Testzentrum eröffnet, das Kapazitäten hat.
Wir hätten auch zu unserem Kinderarzt gehen können, wenn wir denn gedurft hätten.

Und ja, es ist sehr unangenehm, verschiedene Termine wegen Quarantäne absagen zu müssen oder Therapien et cetera.
Auch Fragen von Nachbarn entsprechend zu beantworten macht keinen Spaß.
Man fühlt sich schon ein bisschen aussätzig, auch wenn man vom Kopf her weiß dass es Quatsch ist. Die Reaktionen sind eindeutig.
Liebe Grüße Paula
Da bin ich vermutlich vom Typ her anders gestrickt. Mir ist es völlig egal, was die Nachbarn denken oder wie sie gucken, was sie fragen.

Dass Tests die Quarantäne verhindern, habe ich auch nicht behauptet. Ein negativer Test „heute“bedeutet ja nur, dass er heute noch negativ ist. Er kann morgen schon positiv ausfallen. Das ist etwas schwierig, da die Inkubationszeit zwar grob von Mensch zu Mensch gleich ist, aber eben doch auch vom Individuum abhängt.
Es ist ja zumindest bereits angedacht, die Maßnahmen etwas abzuwandeln, die Quarantänezeiten zu verkürzen. Ich denke nicht, dass wir noch lange mit den 14 Tagen Quarantäne leben müssen.
Aber es dauert eben immer, bis es beschlossen, weitergeleitet und umgesetzt wird.
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

Dani201080
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Re: 2 x Quarsntäne. Handhabe ?

Beitrag von Dani201080 »

Hallo Alex.
Aber ich denke, dass es bei besonderen Kindern schon einen Unterschied macht, ob das Kind merkt, dass es draußen vermehrt Probleme(Husten, Atemnot..) bekommt oder man ein 'gesundes' Kind ohne jegliche Probleme einsperrt. Und mit welchen Worten erklärst du dem Kind, dass es drin bleiben MUSS. Und sicher macht es auch einen Unterschied, ob ich ein Haus mit Garten habe oder ob ich in einer 3-Raum-Wohnung wohne.

Hallo Paula.
Ich verstehe dich und deinen so gut. Für mich wäre Quarantäne der direkte Weg in die Psychiatrie. Nach vielen Aufenthalten auf geschlossenen Stationen ist jeglicher Zwang zum Aufenthalt in einem geschlossenen Raum die Hölle.

Ich wünsche euch allen, dass ihr von diesen fragwürdigen Maßnahmen zukünftig verschont bleibt.

Alles Liebe.
Selbstbetroffen (Jahrgang 1980)- Tetraparese, Psoriasis-Arthritis, Hashimoto, PTBS, Depressionen

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Alexandra2014
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Re: 2 x Quarsntäne. Handhabe ?

Beitrag von Alexandra2014 »

Dani201080 hat geschrieben:
30.09.2020, 13:45
Hallo Alex.
Aber ich denke, dass es bei besonderen Kindern schon einen Unterschied macht, ob das Kind merkt, dass es draußen vermehrt Probleme(Husten, Atemnot..) bekommt oder man ein 'gesundes' Kind ohne jegliche Probleme einsperrt. Und mit welchen Worten erklärst du dem Kind, dass es drin bleiben MUSS. Und sicher macht es auch einen Unterschied, ob ich ein Haus mit Garten habe oder ob ich in einer 3-Raum-Wohnung wohne.
Gerade bei besonderen Kindern fehlt aber auch oft die Einsicht, trotz dass sie krank sind. Vor allem, wenn es ihnen im Haus gut geht.
Erklären tue ich es dem Kind genauso, wie ich ihm das Abstand halten und Masken tragen erkläre. Es muss sein, weil es aktuell eine besondere und schwierige Situation ist und wir niemanden anstecken wollen, der evtl. schwer erkrankt.
Mein Kind ist z.B. das absolute Draußen-Kind und würde auch mit 40 Fieber noch raus wollen, selbst wenn es sich kaum auf den Beinen halten kann. Hatten wir alles schon.
Auf der anderen Seite gibt es auch Kinder, die lieber Zuhause sind und den ganzen Tag Lego bauen oder vor der Playstation sitzen, als auch nur einen Fuß vor die Tür zu setzen.

Natürlich macht es einen Unterschied, wie viel Platz man im Haus/in der Wohnung hat und auch, was man gewöhnt ist. Das war aber hier gar nicht das Thema. Ich kenne die Wohnverhältnisse von Paulas Familie nicht und du kennst meine nicht...
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

SandyErgo
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Re: 2 x Quarantäne. Handhabe ?

Beitrag von SandyErgo »

Was ich zum Thema Quarantäne in Schulen gerade gefunden habe:

Das Problem ist oftmals, dass im Lehrerkollegium ja nicht unbedingt auf die Abstandsregeln geachtet wird :wink: .
Das führt dazu, dass viele von denen dann eben vorsorglich in Quarantäne gehen müssen, wenn jemand infiziert bzw. unter Verdacht steht - bis ggf. Tests den Negativ-Status bewiesen worden ist. Aufgrund der fehlenden Lehrkräfte ist bei einer bestimmten Anzahl dann eine Absicherung des Unterrichts nicht mehr mgl - und eigentlich gesunde Kinder ohne jedweden Kontakt zu Infizierten müssen dann auch zu Hause bleiben >> bei denen wird das dann aber eben nicht als Quarantäne bezeichnet , sondern Homeschooling aufgrund fehlender Lehrer.
Und gerade auch in Schulen, wo es noch mehr Kräfte (wie Pflege/Therapeuten) gibt - ist die mgl Kontaktgefahr noch mal größer > denn die wenigsten der Mitarbeiter (Lehrer, ...) halten konstant Abstand.
>> Das sollte man auch im Blick behalten, als mögliche Ursache für's zu Hause bleiben müssen - nicht immer ist eine Quarantäne der Grund dafür.
Mama 12/77
mit Tochter 11/06 FG 30+6 (nach HELLP-Syndrom) Kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit noch leichter Sprachentwicklungsstörung, Hämochromatose (homozygot C282T im HFE-Gen)
und Sohn 08/09 FG 34+1 ADHS und kombinierte umschriebene Entwicklungsstörung mit starker Betonung der aktiven Sprache

monika61
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Re: 2 x Quarantäne. Handhabe ?

Beitrag von monika61 »

Hallo zusammen,

kam gerade im Radio:
https://www.swr.de/swraktuell/rheinland ... a-100.html

LG
Monika

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Re: 2 x Quarantäne. Handhabe ?

Beitrag von ehemalige Userin »

Super Link, herzlichen Dank Monika!

Jörg75
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Re: 2 x Quarantäne. Handhabe ?

Beitrag von Jörg75 »

Moin,

wenn ich in dem Link
folgendes lese:
Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen hält ihre Quarantäneverordnung dabei nach wie vor für rechtmäßig. Sie merkt an, die individuelle Risikoermittlung jedes einzelnen Kindes und jeder einzelnen Erzieherin könne nicht erfolgen. Dafür reichten die Kapazitäten nicht aus.
dann muss ich sagen, bekomme ich Plaque - und ich bin sicher, dass das dem einen oder anderen (Verwaltungs)Richter genauso gehen wird. Klar haben die Behörden nur begrenzte Kapazitäten, ja - aber diese Pandemie dauert nun schon mehr als ein halbes Jahr, und dass es Richtung Herbst zu einem Anstieg der Infektionszahlen und zunehmenden Problemen in KiGa's und Schulen kommen wird, war absehbar. Da hätte vorgesorgt werden müssen (und können) - durch Personalverstärkungen! Es geht bei einer Quarantäne-Anordnung ja schon um einen recht "herben" Grundrechtseingriff, der individuell gerechtfertigt werden muss und nicht SO pauschal abgefrühstückt werden kann.
Ich bin mir daher sicher, dass es - wenn sich Eltern wehren werden - zunehmend zu Gerichtsentscheidungen kommen wird, die zu Aufhebungen von Quarantäne-Anordnungen führen werden ... eine solche Pauschale Begründung wie oben ist jedenfalls angreifbar und wackelig!

Ein andere Problem ist natürlich, dass es - unabhängig von Quarantäne-Anordnungen gegen Kinder - zu Schließungen von kiGa's und Schulen kommen wird, weil Erzieherinnen/ Erzieher/ Lehrerinnen/ Lehrer unter Quarantäne stehen. Das ist aber letztlich (auch wenn es die Eltern ebenfalls nicht glücklich macht) ein anderes Problem ...

Viele Grüße
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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