Schwankende Nebenwirkungen

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

Moderator: Moderatorengruppe

Antworten
_Marta
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 214
Registriert: 17.12.2016, 22:14
Wohnort: Hamburg

Schwankende Nebenwirkungen

Beitrag von _Marta »

Hallo ins Forum,

mein Sohn kommt mit seiner Medikinet-Versorung weitgehend gut zurecht. Er hat zwar Rebound-Phänomene, die sind jedoch meistens gering, wenn überhaupt merkbar. Bis auf manchmal. Da zerreißt ihn der Rebound, wenn ich das mal umschreibe. Ich muss noch mal genauer hinschauen, habe aber den Eindruck, dass das die Stärke des Rebounds mit der Antrengung des Tages skaliert - je anstrengender der Schultag, desto mehr Rebound.

Kann das sein? Kennt ihr das? Oder denke ich auf dem Holzweg?

fragt mit Gruß Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
Verschiedene Ärzte, verschiedene Diagnosen:
2018 - F90.0G, F84.1V, F82.1 (KJP)
2019 - F92.8, F82.1 (SPZ) - (hält die KJP für falsch)

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7820
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re: Schwankende Nebenwirkungen

Beitrag von Regina Regenbogen »

_Marta hat geschrieben:
27.09.2020, 13:33
Kann das sein?
Ja, das passt schon, konnte ich auch bei meinen Jungs beobachten. Wenn stundenlange Konzentration auf einmal möglich ist mit den Medikamenten, ist der Absturz bei Wirkende natürlich umso heftiger.

Ich hatte für den Notfall immer etwas Traubenzucker dabei, das hat den Rebound meistens etwas gemildert. Wenn du eine bestimmte Uhrzeit festmachen kannst, wann der Rebound in etwa zu erwarten ist (bei uns war es meistens zwischen 14 und 15 Uhr), hilft es auch, wenn das Kind kurz vorher eine Mahlzeit zu sich nimmt. Auf jeden Fall immer dafür sorgen, dass das Kind Zugang zu Getränken hat, auch zuckerhaltige Getränke kann man in solchen Momenten durchaus tolerieren.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

SimoneChristian
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1030
Registriert: 12.04.2014, 18:46

Re: Schwankende Nebenwirkungen

Beitrag von SimoneChristian »

Hallo.
Ja, das passt.
Kenne ich so auch von mir.
Zucker hilft anderen, mir hätte mehr alleine sein, am Besten mit Sport, geholfen.
HIlfreich war auf jeden Fall, den sensorischen Input zu vermindern, bei mir besonders Geräusche.

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

_Marta
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 214
Registriert: 17.12.2016, 22:14
Wohnort: Hamburg

Re: Schwankende Nebenwirkungen

Beitrag von _Marta »

Dann lieg ich ja nicht ganz so falsch.
Regina Regenbogen hat geschrieben:
27.09.2020, 15:32
Ich hatte für den Notfall immer etwas Traubenzucker dabei, das hat den Rebound meistens etwas gemildert.
Hatte ich auch schon bemerkt und mich gewundert: Wieso mindert Zucker den Rebound? Aber wenns hilft, auch gut.
Ich setzte auf Schokolade oder Waffeln - Zucker und Fett. Das Kind ist so dünn, das schadet nicht...

SimoneChristian hat geschrieben:
28.09.2020, 06:54
Zucker hilft anderen, mir hätte mehr alleine sein, am Besten mit Sport, geholfen.
HIlfreich war auf jeden Fall, den sensorischen Input zu vermindern, bei mir besonders Geräusche.
Bei meinem Sohn vermute ich in Richtung zu viel Außenbelastung. Ein Hinweis ist für mich: Am Ende der Schulwoche, regelmäßig Donnerstag im Nachmittagunterricht träumt er weg oder hatte (glücklicherweise nur kleinere) Wutanfälle. Er selber sagt, er hat dann einfach gar gar gar keine Kraft mehr. Der Rebound ist abends dann manchmal heftig.

Die Schulstunden kann ich ja leider nicht verkürzen.
Die KJP schlägt ganz pragmatisch vor, am Ende der Woche die Medikation zu erhöhen.

Ob die Medi-Erhöhung an anstrengenden Tagen gleichzeitig weniger Rebound bedeutet? Wir werden es wohl ausprobieren müssen.

Gruß von Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
Verschiedene Ärzte, verschiedene Diagnosen:
2018 - F90.0G, F84.1V, F82.1 (KJP)
2019 - F92.8, F82.1 (SPZ) - (hält die KJP für falsch)

SimoneChristian
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1030
Registriert: 12.04.2014, 18:46

Re: Schwankende Nebenwirkungen

Beitrag von SimoneChristian »

_Marta hat geschrieben:
28.09.2020, 21:12
Die Schulstunden kann ich ja leider nicht verkürzen.
Die KJP schlägt ganz pragmatisch vor, am Ende der Woche die Medikation zu erhöhen.

Ob die Medi-Erhöhung an anstrengenden Tagen gleichzeitig weniger Rebound bedeutet? Wir werden es wohl ausprobieren müssen.
Du könntest mit Schule und KJP überlegen, ob man nicht den Nachmittagsunterricht verkürzen könnte.
Wegträumen ist übrigens eine typische ADHSler Erholungsstrategie und oft sehr kreativ. Das heißt übrigens auch nicht, dass man vom Unterricht nichts mehr mit bekommt (so fern es einen auch nur ein wenig interessiert).
Lehrer interpretieren Kritzeln und Träumen da oft nicht richtig.
Mein Sohn darf aktuell im Unterricht kneten und kann damit seine Beteiligung am Unterricht deutlich verbessern.

Medikament erhöhen hätte bei mir nicht funktioniert. Dann war ich überdosiert und wie ferngesteuert. Allerdings habe ich ohnehin 2 mal täglich retardierte Kapseln genommen, um dann insgesamt etwa auf 10 Stunden Wirkung zu kommen.
Der Rebound war dann oft sogar größer als der Mittags-Rebound.
Aber Probieren geht über Studieren.

LG
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

_Marta
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 214
Registriert: 17.12.2016, 22:14
Wohnort: Hamburg

Re: Schwankende Nebenwirkungen

Beitrag von _Marta »

Hallo Simone,
SimoneChristian hat geschrieben:
29.09.2020, 09:27
Du könntest mit Schule und KJP überlegen, ob man nicht den Nachmittagsunterricht verkürzen könnte.
Verkürzung war von schulischer Seite aus nie ein Problem und die Soz-Päd hatte das auch wieder vorgeschlagen. Mein Sohn möchte aber in der neuen Klasse (die wurde neu zusammengesetzt) keine Extra-Behandlung mehr. In der alten Klasse war sicher ein großer Grund, weshalb er außen vor war, dass er als einziger 2 Tage die Woche eher gehen durfte. Das bedeutet jetzt aber auch, dass sein Hobby sowie Therapien flach fallen, denn wenn er um halb 5 aus der Schule kommt, ist er platt oder mit Rebound beschäftigt.

Mein Sohn möchte sich auf jeden, jeden, jeden Fall unauffällig eingliedern und hat das super hinbekommen. Nach den krassen Außenseiter-Erfahrungen der letzten Jahre verstehe ich das auch. Das erste Mal in seiner Schullaufbahn ist er jetzt in eine Klasse eingebunden. Trotzdem bleiben die Ganztagsanforderungen für ihn grenzwertig.
Ich würde ihn gerne wenigstens 1 Tag um halb 3 rausnehmen - mal schauen.

Gebundener Ganztag ist einfach nichts für meinen Sohn, aber jetzt müssen wir da noch ein Schuljahr durch. Dann geht es auf die weiterführende Schule - und bei der Wahl ist erstes Kriterium KEIN gebundener = verpflichtender Ganztag.

Gruß von Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
Verschiedene Ärzte, verschiedene Diagnosen:
2018 - F90.0G, F84.1V, F82.1 (KJP)
2019 - F92.8, F82.1 (SPZ) - (hält die KJP für falsch)

_Marta
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 214
Registriert: 17.12.2016, 22:14
Wohnort: Hamburg

Re: Schwankende Nebenwirkungen

Beitrag von _Marta »

_Marta hat geschrieben:
29.09.2020, 23:57
Hallo Simone,
SimoneChristian hat geschrieben:
29.09.2020, 09:27
Du könntest mit Schule und KJP überlegen, ob man nicht den Nachmittagsunterricht verkürzen könnte.
Verkürzung war von schulischer Seite aus nie ein Problem und die Soz-Päd hatte das auch wieder vorgeschlagen. Mein Sohn möchte aber in der neuen Klasse (die wurde neu zusammengesetzt) keine Extra-Behandlung mehr. In der alten Klasse war sicher ein großer Grund, weshalb er außen vor war, dass er als einziger 2 Tage die Woche eher gehen durfte. Das bedeutet jetzt aber auch, dass sein Hobby sowie Therapien flach fallen, denn wenn er um halb 5 aus der Schule kommt, ist er platt oder mit Rebound beschäftigt.

Mein Sohn möchte sich auf jeden, jeden, jeden Fall unauffällig eingliedern und hat das super hinbekommen. Nach den krassen Außenseiter-Erfahrungen der letzten Jahre verstehe ich das auch. Das erste Mal in seiner Schullaufbahn ist er jetzt in eine Klasse eingebunden. Trotzdem bleiben die Ganztagsanforderungen für ihn grenzwertig.
Ich würde ihn gerne wenigstens 1 Tag um halb 3 rausnehmen - mal schauen.

Gebundener Ganztag ist einfach nichts für meinen Sohn, aber jetzt müssen wir da noch ein Schuljahr durch. Dann geht es auf die weiterführende Schule - und bei der Wahl ist erstes Kriterium KEIN gebundener = verpflichtender Ganztag.

Gruß von Marta
Sohn *09/10, Frühgeburt
Verschiedene Ärzte, verschiedene Diagnosen:
2018 - F90.0G, F84.1V, F82.1 (KJP)
2019 - F92.8, F82.1 (SPZ) - (hält die KJP für falsch)

Antworten

Zurück zu „Krankheitsbilder - ADS/ADHS“