Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

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Martina Tinchen
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Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Martina Tinchen »

Hallo ihr Lieben,

ich habe eine Anfrage bzgl. eines Ferienhauses gestellt. Zusätzlich schrieb ich, dass unser behindertes Kind in den Wohnraum mit dem Rehabuggy fahren müsste, wir aber tgl. saugen.
Als Antwort kam: Da unser Haus nicht barrierefrei ist, werden wir Ihnen kein Angebot erstellen. Alles Gute blabla Punkt.

Für mich ein Schlag ins Gesicht.

So habe ich eine negative Rezension auf Google geschrieben und prompt eine Email bekommen, dass diese geschäftsschädigend und Rufmord sei, da sie nur abgelehnt hätten, da das Haus nicht barrierefrei sei und unser Sohn ja ins EG fahren müsste.

Was kann mir passieren, wenn ich die Rezension nicht lösche?

Ich meine, dass man ja freundlich auf die Barrieren hinweisen kann und dann nachfragen, ob man dennoch ein Angebot möchte. Und nicht so die Tür zuschlagen ...
Wieviel Barriere wir bewältigen können, sollte man schon uns selbst überlassen.
Für mich ist diese knallharte Absage behindertenfeindlich. Ich hatte damit gerechnet, denn man wirbt mit Parkett und anderen hochwertigen Böden....
Herzlichst
M
Wir mit 💜 *2014, mehrf. schwerstbehindert, 💗
*2014, 💙 *2018

MaxMama
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von MaxMama »

Hi!

Ich verstehe Euch, ehrlich gesagt, nicht.

Du schreibst:
"Für mich ist diese knallharte Absage behindertenfeindlich. Ich hatte damit gerechnet, denn man wirbt mit Parkett und anderen hochwertigen Böden...."

Wolltest Du diese Absage absichtlich provozieren um schlecht zu bewerten?
Eigentlich hast Du doch selbst erkannt, dass Du eine nicht barrierefreie Wohnung anmieten wolltest. Und die Vermieter lehnen es ab. Vermutlich haben Sie Bedenken, dass der Buggy Schrammen macht, vielleicht denken Sie aber auch an die winzige Dusche, die engen Türen oder den mangelnden Platz im Wohnbereich.
Sie haben Hausrecht. Die Absage ist also voraussichtlich nicht behindertenfeindlich, sondern schlicht - aus Sicht der Vermieter- objektiv den Gegebenheiten entsprechend erfolgt.
Ja, vielleicht hätten Sie noch nachfragen können, Euch alles im Detail erklären können... aber das ist kein Muss! Sie dürfen sich ihre Mieter aussuchen.

Ich glaube, wir Eltern besonderer Kinder müssen nicht immer nur das schlechteste erwarten von anderen. Ich glaube wirklich, dass der Begriff "BehindertenFEINDlich" hier zu weit geht. Und dementsprechend ist auch die Rezension nicht fair.

Löscht Sie einfach wieder. Ihr provoziert unnötig einen Rechtsstreit.

Liebe Grüße!

SarahTheresia
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von SarahTheresia »

Offen gestanden finde ich die Reaktion der Vermieterin auch nachvollziehbar. Wenn die Wohnung nicht barrierefrei ist, macht ein Angebot wenig Sinn. Und wenn dort wirklich sehr hochwertige Böden liegen, kann ich auch die Sorgen verstehen, dass diese durch den Rehabuggy beschädigt werden. Wir haben selbst sehr teures Parkett in unserem Haus liegen und fahren deswegen auch nicht mit dem Rehabuggy drüber. Das finde ich erstmal nicht diskriminierend, sondern verständlich.
Sarah (*1980) und Papa (*1979) mit gesunder großer Maus (*12/2014) und kleinem Räuber (*09/2017) - dup-15q-Syndrom, schwere kombinierte Entwicklungsstörung, Epilepsie, PG3, GdB v. 100, Merkzeichen B, G, H und aG; aber ein absoluter Gute-Laune-Bär und zusammen mit seiner Schwester unser größtes Glück. 🐻 ☀️

MamaMara2016
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von MamaMara2016 »

Hallo,
Zum Löschen kann ich nicht viel sagen.

Aber ich kann sehr gut verstehen, dass du dich ärgerst. Ich hätte mich auch geärgert.

Es kommt ja auch immer drauf an, wie einem abgesagt wird. Und wie du sagst, sollte es deine Entscheidung sein, ob du mit den Gegebenheiten klar kommst oder nicht.
Ich habe sehr oft erlebt, dass uns genau beschrieben wurde auf was wir uns einstellen müssen oder wir wurden auf Alternativen hingewiesen. Und mussten uns dann selbst entscheiden.

Eine Absage auf diese Weise finde ich schon sehr unhöflich.
L (2015) gesund und munter

M (2016) Z.n. schwerer Asphyxie: Epilepsie, Zerebralparese und viele kleine Baustellen

O (2018) gesund und munter

InesSi
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von InesSi »

Hallo,

ja, jeden von uns hätte das sicher geärgert.
Du hast es Ihnen aber auch wirklich verdammt einfach gemacht. Sie haben schöne Böden und Du willst diese mit einem Rehabuggy befahren. Täglich willst Du saugen. Das zeigt, dass es offensichtlich täglich notwendig sein könnte. Der Vermieter hat nun Bilder im Kopf. Draußen hat es geregnet und vom Buggy tropft Schlamm auf sein Parkett mit dem Du zuvor auch noch gegen den Türrahmen gestoßen sein könntest. Zusätzlich hat er vielleicht noch ein Kind vor Augen, was er mit Behinderung in Verbindung bringt. Laut und speichelnd.
Ich vermute mal, dass Du nicht klar formuliert hattest, dass Du ein gewisses Maß an Barriere verkraften kannst. Und das wäre aber wichtig gewesen, um ihm nachzuweißen, dass er alleine bei dem Wort Behinderung die Schotten dicht gemacht hat. Ich würde auch löschen. Das ist es nicht wert.
Ich selbst sage nur dann, dass es sich um ein behindertes Kind handelt, wenn es um Kurtaxe gehen sollte. Ich brauche aber vorher zwingend einen Grundriß. Und da geht es auch schon los. Oftmals ist er bei den Bildern schon dabei. Manche schicken diesen auf Anfrage (Handzeichnung reicht mir) auch ohne zu zucken. Aber manche fragen noch dreimal nach, als ob sie es riechen würden und manche reagieren gar nicht auf meine Anfragen.
Wir sind nach der Geburt unserer Tochter mit Dingen in Berührung gekommen, von denen wir vorher gar nicht wussten, dass sie existieren. Und so geht es all denen, die mit Behinderung nichts zu tun haben. Du kannst also kein Verständnis erwarten. Nur geschickt damit umgehen.
Ärgere Dich nicht weiter. Und, es wird wieder passieren. LG
Ines (*73) Eineiige Zwillinge Pia (* 05/2006 in der 37.SSW, Sauerstoffmangel durch Thrombose in der 25.SSW) Jana (+25.SSW)
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Inga
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Inga »

Hallo,

wie du mit der Lösch-Aufforderung umgehen sollst, weiß ich leider auch nicht, aber für die Zukunft würde ich dir den Tip geben, sowas erst gar nicht zu schreiben.
Wir nutzen eine FeWo so, wie wir es brauchen und wenn was zu Schaden kommt melden wir es und zahlen dann natürlich auch. Bisher waren es aber nur übliche Schäden wie Tasse runter gefallen usw. zum Glück haben wir noch nie mit Buggy / Rolli den Boden verkratzt oder Ecken mit genommen.

Gruß, Inga
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Emma 07
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Joleen 16 Schinzel-Giedion-Syndrom

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Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html

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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Jaqueline »

Hallo,

ich würde es löschen, denn ich finde die Absage nicht behindertenfeindlich. Wäre die Unterkunft jetzt barrierefrei und ihr hättet eine Absage bekommen, sähe die Sache anders aus. Warum sollen sie ein Angebot schicken, wenn Barrierefreiheit angefragt wird aber keine da ist? Wenn ihr diese gar nicht braucht, hätte man das vorher so formulieren sollen. Hausrecht ist ebenfalls ein Punkt.
LG Jaqueline
Spastische Tetraparese, Kyphose
Mann: Epilepsie (VNS seit 2008)
Zwei Töchter *01/2015 und *01/2020

Für immer im Herzen.

Silvia15
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Silvia15 »

Hallo,

ich kann deinen Ärger verstehen. Aber denke bitte daran, dass das geschriebene Wort immer anders rüber kommt als es vielleicht gemeint ist. Klar hätte die Mail an Euch auch etwas freundlicher formuliert werden können. Aber wenn die Inhaber der Wohnung vielleicht aus irgendwelchen Gründen gerade im Stress waren oder eben viele Anfragen beantworten mussten, dann kann halt eine Antwort auch mal kurz und knapp ausfallen. Natürlich wäre es schön gewesen, wenn er das Ganze netter und freundlicher formuliert hätte. Aber manche Menschen tun sich damit auch schwer. Ich merke oft, dass das was ich schreibe nicht so rüberkommt wie ich es eigentlich gedacht habe.

Vielleicht gibt es vor Ort noch ganz andere Barrieren die aus der Beschreibung zum Haus gar nicht hervorgehen, z. B. eine große Treppe um überhaupt ins EG zu kommen, die aus Sicht der Inhaberin jegliche Benutzung mit einem Rolli oder Reha-Buggy unmöglich machen. Natürlich könnt ihr entscheiden wieviel Barrieren ihr bewältigen könnt und wollt, genauso kann aber auch die Inhaber der Ferienwohnung entscheiden ob sie sich den Stress antun wollen, an einem Feriengast zu vermieten wo aus ihrer Sicht diverse Probleme vorprogrammiert sind. Ich meine da jetzt nicht das Problem, dass ihr etwas kaputt macht und dass sie generell was gegen Behinderte hat etc.. Es gibt aber genügend Leute die aus der Ferne die örtlichen Gegebenheiten falsch einschätzen, denken es geht mit Rolli und Co schon irgendwie, z.B. das Kind ist ja noch leicht man kann es auch die Treppe hochtragen, den Rolli hinterher etc. und vor Ort sind die Probleme dann doch größer wie gedacht. Wenn Urlauber dann so gestresst sind, weil sie vor Ort nicht zurecht kommen, sind sie oft auch nörgelig und dann stört nicht nur das, dann stört alles. Viele sind dann auch nicht so selbst reflektiert, dass sie sich eingestehen würden, dass man es ihnen ja vorher gesagt hat, dass es problematisch werden könnte und suchen die Schuld woanders. Vielleicht hatten die Vermieter mit einem solchen Fall schon Ärger und hinterher wurde nur gemeckert weil es eben doch nicht funktioniert hat. Man weiß es schlichtweg nicht.

Kein Mensch ist verpflichtet eine Ferienwohnung barrierefrei zu gestalten, es gibt schon alleine örtliche Gegebenheiten die dies leider manchmal sogar unmöglich machen. Ich finde es jetzt nicht diskriminierend und behindertenfeindlich auf diesen Umstand hinzuweisen, wenn die Inhaber es objektiv so sehen. Warum sollen sie sich die Arbeit machen, alles genau zu erläutern, wo sie wissen dass es vermutlich nicht wirklich gut funktioniert. Auch das erstellen eines Angebotes macht ja Arbeit.

Und genauso wie Du dich über die karge Antwort, die vielleicht wirklich nicht diskriminierend gemeint war geärgert hast, genauso kann es sein, dass das was du als Rezession formuliert hast vom Inhaber der Wohnung als Geschäftsschädigend empfunden wird. Es kann rechtlich schon problematisch werden, wenn du ihm so etwas wie Diskriminierung und Behindertenfeidlichkeit vorwirfst, wenn es dafür eigentlich keinen objektiven Grund gibt außer dein persönliches Empfinden. Hat der Inhaber nämlich wirklich nur auf eine Tatsache hingewiesen, eben auf die fehlende Barrierefreiheit des Hauses und sieht der Inhaber der Wohnung deshalb ein Angebot als sinnlos an, muss er dir auch keins machen. Ihm daraus diene Vorwurf machen und Ihn eben etwas zu unterstellen, was durchaus geeignet ist den Ruf des Inhabers herabzuwürdigen, kann eben schon rechtliche Konsequenzen haben.

Ich würde an deiner Stelle die Rezession löschen und nochmal den Dialog mit dem Inhaber der Wohnung führen. Vielleicht suchst du auch nochmal den persönlichen Dialog mit dem Inhaber, entschuldige dich und schildere ihm persönlich deine Empfindungen vielleicht kommt ihr auf einen Nenner und alles ist gut oder es ist wirklich ein .... und dann Ärgern, umdrehen Krönchen richten ihr findet bestimmt ne andere schöne Ferienwohnung wo ihr willkommen seid.
Silvia mit Maximi (Juli 15, F84.5) und Minimi (Mai 17, ein normaler Wirbelwind)

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Alexandra2014
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Alexandra2014 »

Hallo!

Wie du damit jetzt umgehst, musst du selbst entscheiden. Das hängt ja auch ganz wesentlich davon ab, was genau du in der Bewertung formuliert hast, ob du etwas zu befürchten hast. Wenn du „nur“ geschrieben hast, dass du die Absage wegen fehlender Barrierefreiheit als unhöflich empfunden hast, entspricht das ja der Wahrheit. Solltest du ihnen aber unterstellt haben „behindertenfeindlich zu sein“, ist es schon schwieriger.

Was ich aber nicht nachvollziehen kann, warum man in eine Buchungsanfrage überhaupt reinschreibt, dass das Kind mit Rehabuggy in den Wohnraum fährt?! Vor allem, wenn es für einen selbst in Sachen Barrierefreiheit gar nicht relevant ist...
Es gibt auch genug Leute, die ihr schlafendes Kind im Kinderwagen oder Buggy bis in den Wohnraum schieben, ohne das vorher anzukündigen.

So ein kleines bißchen hast du diese Art Antwort also vermutlich selbst provoziert.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

joris
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von joris »

Hallo,

wenn du die Bewertung nicht löschen möchtest, dann solltest du deine Bewertung noch einmal selbstkritisch betrachten. Hast du sachlich geschrieben oder eher emotional? Falls die Ferienhausvermieter einen Anwalt einschalten, dann kann das für dich unangenehm UND teuer werden, wenn du nicht "nur" sachlich geblieben bist. Du hast dich über die Nachricht der potentiellen Vermieter geärgert. Aber hättest du wirklich gerne einen Urlaub in diesem Haus verbracht? Ideal geeignet war es ja offensichtlich nicht. Was möchtest du denn mit dieser Bewertung erreichen? Findest du sie hilfreich für andere?

Viele Grüße
Joris

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