Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

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SarahTheresia
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von SarahTheresia »

Habe gerade beim nochmal-Lesen gemerkt, dass mein letzter Post etwas patzig wirkt: So soll es nicht sein, sondern ich will nur betonen, dass das mein persönlicher Anspruch ist, ich da aber auch nur für mich sprechen kann...
Sarah (*1980) und Papa (*1979) mit gesunder großer Maus (*12/2014) und kleinem Räuber (*09/2017) - dup-15q-Syndrom, schwere kombinierte Entwicklungsstörung, Epilepsie, PG3, GdB v. 100, Merkzeichen B, G, H und aG; aber ein absoluter Gute-Laune-Bär und zusammen mit seiner Schwester unser größtes Glück. 🐻 ☀️

Lisa Maier
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Lisa Maier »

Hallo,

noch etwas Generelles: Rollstuhlräder sind auch nicht schlimmer wie Schuhe. Ich bin Rollstuhlfahrer und lasse mich nicht von 'hochwertigen' Fußbodenbelägen am Betreten von Räumen hindern. Allerdings verwende ich, falls nötig, eine Bürste, um eventuelle Steinchen aus dem Profil zu bürsten. Würde ich mich ausbremsen lassen, so wäre das doch eindeutig Selbstdiskriminierung. Bislang habe ich noch keinen Fußboden beschädigt. Sollte es doch mal passieren, bezahle ich den Schaden eben.
Und beim Mieten einer Unterkunft erwähnt man die Behinderung nur, wenn man wegen dieser besondere Bedingungen vor Ort braucht. Ist dieses nicht der Fall, so sollte man bei der Buchung keinen größeren Stellenwert wie beispielsweise der Haarfarbe beimessen. Und die Haarfarbe sagt man ja auch nicht beim Buchen eines Feriendomiziels.

Viele Grüße

Lisa

HeikeLeo
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von HeikeLeo »

Liebe Martina,
ich habe meine Rezension geläscht und keine neue gepostet. So kann es dann aber passieren, dass einer anderen Familie mit Behinderung, die dort vielleicht unterkommen möchten, dasselbe passiert.
Ich hätte es garantiert auch so gemacht. Aber gut ist es eben genau aus dem Grund ja nicht, dass dann andere auch wieder auf die Nase fallen. Eben deshalb fand ich hier bei den Beiträgen die Aufforderung zur Selbstzensur wenig hilfreich.

Wenn Bewertungen so gehandhabt werden und kritische Kommentare mit Androhung gekillt werden, dann sind ja gerade diese Aktionen unrichtig. Ich lese eher die kritischen Kommentare und manchmal weiß ich dann, was ich akzeptieren kann oder eben nicht. Kritische Kommentare schrecken mich nicht generell ab. Inzwischen werde ich eher misstrauisch, wenn es wenig kritische Kommentare gibt.

Die allgemeine und generelle Aufforderung sich mit Behinderungen doch mehr zurückzunehmen ist krass. Besonders hier im Forum. Man könnte geradezu meinen, dass hier ganz viele Vermieter unterwegs sind, die Sorge haben, dass ihnen andere Kunden wegbleiben, wenn sie auch mal an Behinderte vermieten.

Liebe Grüße
Heike

Martina Tinchen
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Martina Tinchen »

Liebe Heike,
vielen Dank für deine Meinung.
Ich sehe das ganz genauso.
Natürlich hat dieser Vermieter 4,9 Sterne.
Vermutlich hat er auch anderen gedroht und die haben gelöscht.
Da er nur so positive Rezensionen hatte und seine Freundlichkeit gelobt wurde, habe ich überhaupt angefragt, nicht weil ich seinen Parkett kaputt machen wollte 😂.

Ich frage mich auch immer, welches Leben die User(innen) führen, die so überhaupt kein Verständnis zeigen. Aber Behinderung ist eben nicht gleich Behinderung.
Nur: wenn man schon so einen Gegenwind aus den eigenen Reihen bekommt, verlässt einen der Mut schnell.
Ich würde gerne meine Neufassung hier jemandem schicken, der mir dazu dann sagen kann, ob sie so ok wäre.
Ich dachte schon darüber nach, als Bewertung 3 Sterne zu geben: 0 für die Absage und der Löschaufforderung, 5 für das Haus, das ich allerdings nicht gesehen habe.
Macht im Mittel 2,5 = gerundet 3.
Was meint ihr?
Herzliche Grüße an Heike.
Wir mit 💜 *2014, mehrf. schwerstbehindert, 💗
*2014, 💙 *2018

Silvia15
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Silvia15 »

Hallo,

hätte sie eine Rezession aller: "Uns wurde vom Vermieter mitgeteilt, dass die Wohnung nicht barrierefrei ist. Wir finden es sehr schade, dass dieser Umstand nicht schon aus der Beschreibung zur Wohnung ersichtlich war, so hätten wir uns die Anfrage gespart.

Das wäre neutral, nicht abwertend und der Empfänger hätte die entsprechede Info.
Silvia mit Maximi (Juli 15, F84.5) und Minimi (Mai 17, ein normaler Wirbelwind)

Martina Tinchen
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Martina Tinchen »

Aber genau darum geht es ja: wir suchen keine barrierefreie Wohnung, wenn alles andere passt.
Mir wäre lieber, der Vermieter schreibt unter Haustiere nicht erlaubt: Fahrstühle jeglicher Art sind auch verboten.
Dann hätte ich nicht angefragt!
Wir mit 💜 *2014, mehrf. schwerstbehindert, 💗
*2014, 💙 *2018

Christiane81
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Christiane81 »

Moin zusammen,

Langsam wirds echt absurd, was in eine kurze, sachliche, unpersönliche Absage reininterpretiert wird. Und was habt ihr denn alle mit Parkett? Als wäre das nun DAS Kriterium. Dass man mit fremdem Eigentum extem pfleglich umgeht sollte wohl selbstverständlich sein.


An die Threaderstellerin: ich könnte mir vorstellen, dass Du auf Baltrum oder Langeoog etwas passendes findest, ruf einfach mal bei der Touristeninformation an. Beide Inseln kann ich nur empfehlen, gerade mit Kindern.
Wenn es auch weiter im Landesinneren sein darf, melde Dich gern, dann weiß ich evtl was. Ohne Parkett, mit genügend Platz, Garten und sehr ruhig gelegen. Dazu sehr sehr nette, bemühte Vermieter, die für Kinder alles tun. Nicht barrierefrei, aber mit Toilette im EG, was manchmal sicher eine Erleichterung ist.

Viele Grüße

Edit: ich gebe noch zu bedenken, dass die meisten Menschen Rollstuhl/Rehabuggy mit benötigter Barrierefreiheit gleichsetzen. Ohne böse Hintergedanken!
Eine zweite Rezension für ein Haus, dass Du nie gesehen hast? Warum das denn? Ist wie "keine Ahnung ob es in dem Restaurant schmeckt, von außen sieht es nett aus". Lass doch gut sein und konzentriere Dich darauf, eine schöne FeWo zu finden, da hast Du viel mehr von. Und denk dran - geschrieben klingt manches anders als gesprochen. Die Absage klingt für mich echt nicht so, als solltest Du jetzt so ein Fass aufmachen.

Anika14
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Anika14 »

Ich bin auch schon mal von einem Campingplatz geflogen, weil ich mein sehbehindertes Kind als solches gekennzeichnet habe, beim Radfahren... der fährt nämlich wie eine gesengte Sau und die anderen sollen wenigstens eine Chance haben, sichvzu retten 😜

Der Inhaber wollte seinen Gästen den Anblick eines behinderten Kindes ersparen , deshalb mussten wir abreisen...
Anika mit
Maxi Bub (*04/11) ADHS & HB
Mini Bub (*11/14) 33+0 SSW, Katarakt, Fütterstörung, Kleinwuchs, Reflux, muskuläre Hypotonie, starker Hypotonie & Hypersensitivität im Mund- & Rachenbereich, massiv gestörte Körperwahrnehmung, Hypoglykämien, Kamikaze mit viel Verstand, großem Herz & stets gut gelaunt, PG 4 und 80% G,B,H

HeikeLeo
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von HeikeLeo »

Liebe Christiane,
Langsam wirds echt absurd, was in eine kurze, sachliche, unpersönliche Absage reininterpretiert wird.
Es gibt eben auch solche Erlebnisse:
Der Inhaber wollte seinen Gästen den Anblick eines behinderten Kindes ersparen , deshalb mussten wir abreisen..
und das noch lange nach dem "Behinderten-Urteil" von 1980:
https://www.spiegel.de/spiegel/print/d-14318872.html

Da scheint mir die "Sachlichkeit" der unpersönlichen Absage doch fraglich.
Liebe Grüße
Heike

Christiane81
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Re: Negative Google-Rezension geschrieben und soll sie löschen

Beitrag von Christiane81 »

Liebe Heike,

Das ist wohl eher eine Frage der Grundeinstellung. Gehe ich wegen einiger negativer Beispiele immer vom negativen aus wie Du, oder gehe ich erstmal bei einer wie beschrieben formulierten Absage davon aus, dass es eine Absage ohne böse Hintergedanken ist?

Dass das beschriebene Beispiel absolut indiskutabel ist ist wohl klar.

Meine Güte.... es ist eine Absage an einen völlig Unbekannten! Was hätte denn der Vermieter schreiben sollen? Hätte er wissen müssen, dass die fehlende Barrierefreiheit trotz Rehabuggy auch im Haus kein Problem ist? Sich alle Einzelheiten erklären lassen sollen? Evtl noch schnell ne Rampe zimmern?
Man bekommt übrigens auch ganz ohne Behinderung Absagen. Manchmal nichtmal eine Reaktion auf Anfragen. Wenn ich da jedes mal so ein Drama draus gemacht hätte, hätte ich kein anderes Hobby mehr. Dann bucht man woanders, ganz einfach. Ich wollte als Alleinreisende eine Wohnung für 4-6 Personen buchen. Wurde abgesagt, da sie in der Hauptsaison Familien vorbehalten ist, die die Möglichkeiten dann auch nutzen. Hätte ich da jetzt Frauenfeindlichkeit vorwerfen sollen? Mangelnde Toleranz gegenüber scheinbar kinderlosen Singles, die vielleicht nichtmal freiwillig so leben und entsprechend bewerten sollen? Wieso denn, was hab ich davon? Ich hab mich gefreut dass jemand bevorzugt an Familien vermietet und mir was anderes gesucht, fertig. Haken dran.
Man kann sich das Leben auch selber schwer machen....


Viele liebe Grüße

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