Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Nora M
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Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Nora M »

Hallo in die Runde,

ich stelle meine Kinder und mich mal vor. ES tut mir leid, dass es so lang geworden ist. Ich habe total Kopfkino im Moment und es wächst mir grade alles ein wenig über den Kopf.

Ich habe 3 Kinder. Ich habe mich hier wegen meines Sohnes (fast 8) und meiner Kleinsten (3,5) angemeldet. Beide haben völlig unterschiedliche „Probleme“, aber mit beiden bin ich wohl ganz richtig hier. Die Mittlere (6) ist neurotypisch und gesund, so wie es scheint. Zum Glück.


Bei meinem Sohn vermute ich neben der diagnostizierten hohen Begabung (fast Inselbegabung, aber da auch einige andere Bereiche überdurchschnittlich sind und nur 2 durchschnittlich, bezeichnet man es wohl so nicht) entweder ADHS oder das Asperger-Syndrom oder gar beides :o(. Die beiden Experten, die wir bislang aufgesucht haben, sahen das aber nicht. ADHS-Fragebögen ergaben ein Ergebnis im Grenzbereich, also knapp unter dem Cutoff...ASS wurde garnicht geprüft.

Was mir Sorgen macht ist immer und immer wieder sein Verhalten. Hier könnte ich stundenlang erzählen und beschreiben und würde dennoch nicht fertig. Seine Hauptprobleme sind zusammengefasst wohl die quasi fehlende Impulskontrolle, schlechte Selbstregulierung, Gesichtsblindheit, oft „unangemessene“ oder unpassende Reaktionen auf die Gefühle anderer, partlielle Konzentrationsschwäche (dies betrifft aber nur bestimmte Themen oder Bereiche, schwer zu erklären) und auch leichte Tics. Gleichzeitig ist er sehr loyal, hilsbereit,klug, charmant und mitfühlend (wenn er denn „merkt“, dass es was zum mitfühlen gibt), kontaktfreudig und fröhlich.

Das 1. Schuljahr liegt nun hinter uns und war sehr turbulent. Aufgrund seiner kognitiven Fähigkeiten und dadurch, dass er sich auch im Verhalten nach dem 1. Halbjahr besserte (ich glaube ihm hat die Corona-Kontaktsperre sehr gut getan schulisch), wurde von der KL ein Klassensprung vorgeschlagen, der jetzt dann ansteht. Er kommt also nun in die 3. Klasse. Ich hatte direkt Bedenken wegen seiner emotionalen Verfassung und sozialen Reife. Aber ich sehe auch sein kognitives Leiden, wie er die Langeweile hasst... Und er WILL unbedingt springen.

Er tut sich schwer mit neuen sozialen Gefügen. Es ist nicht so, dass er sich garnicht integrieren oder anpassen kann oder Angst hat (im Gegenteil er ist sehr selbstbewusst), aber er braucht merklich länger als andere. Er hat Freunde, aber das ist auch oft problematisch, weil er eben oft schlecht die Grenzen anderer wahrnimmt/erkennt und es zu Misverständnissen oder unschönen Situationen kommt. Außerdem bringen ihn große Änderungen doch sehr aus dem Lot. Er wird dann extrem motorisch unruhig, unkonzentriert, laut, überdreht, schnell wütend. Eben einfach in allem was sonst bei ihm negativ auffällt noch einen Ticken schlimmer, wenn sie was "großes" ändert. Genau diese Situation haben wir jetzt grade wieder wegen des Sprungs.

Zwei Experten haben uns mittlerweile gesagt, dass er ziemlich sicher kein ADHS hat, sondern einfach „nur“ sehr heterogen (hoch)begabt ist und das zu einem unausgeglichenen Seslbterleben führt. Teilweise sind seine Verhaltensweisen aber so dermaßen auffällig, dass ich als Mutter immer mehr davon überzeugt bin, dass er NICHT neurotypisch ist. Kommt den ASS oder ADHS-Kinder-Muttis da was bekannt vor? Ist hier jemand, der ein hochbegabtes Kind mit einer Wahrnehmungsstörung hat? Sollte ich weiter „forschen“ oder liegt es wirklich „nur“ an der Hochebgabung und seinem Charakter?

Bei der Kleinsten geht es um etwas gesundheitliches. Sie leidet seit sie ca. 8 Monate alt ist unter periodischen Fieberschüben, mit unterschiedlichen Symptomen. Das Hauptsymptom ist Bauchweh. Wir stecken mitten in der Diagnostik, im Moment steht PfFAPA im Raum, da wohl einige genetische Erkrankungen ausgeschlossen werden konnten (darüber bin ich aber leider nicht genauer informiert). Ich finde Pfapa „passt ganz gut“, aber nicht optimal. Ihr Hauptsymptom sind wie gesagt Bauchschmerzen, hohes Fieber (sehr regelmäßig alle 3-6 Wochen) über mehrere Tage, und „Beinschmerzen“, zuletzt hat aber der Rücken weh getan, also irgendwie tun immer die Gelenke oder die Knochen weh. Teilweise will sie auch nicht mehr laufen während eines Schubes, aber das kann natürlich an der allgemeinen schlechten Verfassung liegen. Es waren aber auch schon oft der Hals stark gerötet oder sie hatte Aphten. Sie hat schon einige Male Anitbiotika bekommen (jetzt im Nachhinein wohl unbegründet)... Wir sollen in Kürze in Freiburg an der Uniklinik vorstellig werden. Leider hat man mir länger nicht geglaubt, dass es keine Infekte sind. Erst als sie während der Kontaktsperre wg. Corona pünktlich ihre Schübe hatte, wurden die Ärzte auch hellhörig. Ich bin besorgt.....


Nun habe ich mir mal einiges von der Seele gequatscht und hoffe, das ich euch nicht zu sehr gelangweilt habe und freue mich auf den Austausch mit euch. Alles Liebe Nora

AnnalenaO
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Re: V.a. ASS oder ADHS mit HB (sohn) V.a. auf Pfapa-Syndrom (tochter)

Beitrag von AnnalenaO »

Hallo Nora!

Willkommen im Forum!
Ich habe ASS gepaart mit HB und PFAPA anzubieten, alles betrifft meinen Sohn.
Erstmal zu deiner Tochter. Das klingt schon sehr nach PFAPA, auch die Bauchschmerzen. Hatte mein Sohn auch. Ausserdem Kopfschmerzen und Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Aphthen. Er hatte auch üble Lymphknotenschwellungen am Hals, immer rechts. Das Bauchweh spricht also definitiv nicht gegen PFAPA. Angefangen hat das ganze bei meinem Sohn mit 12 Monaten, die Diagnose hatte er mit 27 Monaten unzählige unnötige AB Gaben später. Das ist aber auch schwer zu unterscheiden bzw erstmal herauszufinden dass es eben KEIN Infekt ist. Denn kurz nach AB Gabe war es immer schnell besser. Liegt halt dran dass er das AB nach 2-3 Tagen bekam und ein Schub (vor allem das Fieber) mit und ohne AB wie sich rausgestellt hat 3-4 Tage dauerte. Ich musste mich aber auch durchsetzen dass genauer nachgesehen wird weil ich mich einfach definitiv NICHT damit zufrieden geben wollte, dass es keinen auszumachenden Infektionsherd für die dauernden Infekte gab. Ständig Infekte ohne dass man irgendwas an Lunge/Obere Atemwege, Durchfall, schwere Halsentzündung sieht? Bloss immer ein leicht geröteter Hals .Mit 41,2 C einhergehend? Ein leicht geröteter Hals? Never! Nicht so oft.
Bleib also hartnäckig. Der Fieberschub liess sich bei meinem Sohn quasi sofort mit Cortison stoppen. 2h nach Cortisongabe war das Fieber weg. Dafür war der nächste Schub schon eine Woche später wieder da. Weswegen er letztendlich nicht mit Cortison behandelt wurde, es hat aber die Richtigkeit der PFAPA Diagnose bestätigt.
Zum ASS: bei meinem Sohn äussert es sich ganz anders als bei deinem, er hat keine Probleme mit der Impulskontrolle und ist extrem ruhig und in sich zurückgezogen. Aber ich habe auch schon oft von ASS Kindern mit ganz ähnlichem Verhalten wie du beschreibst gehört.
Die Dame vom Jugendamt mit der ich Kontakt habe wegen der Schulbegleitung meinte auch dass es eben beide Extreme gibt. Die lauten bekommen eher Hilfe weil die Schule oder Kita mit dem Verhalten überfordert ist. Die leisen gehen öfter mal unter und leiden still vor sich hin. Was du beschreibst könnte ich mir schon vorstellen, dass dein Sohn ASS, ADHS oder beides hat. Bleib da dran, guck ob es eine KJP in eurer Umgebung gibt, die sich mit ASS/ADHS gepaart mit HB auskennt. Die HB sorgt gerne mal für extrem gute Kompensationsstrategien die die Diagnose verschleiern.

Viele Grüsse
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
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Erica
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Re: V.a. ASS oder ADHS mit HB (sohn) V.a. auf Pfapa-Syndrom (tochter)

Beitrag von Erica »

Hallo Nora,

Herzlich willkommen hier im Forum!
Aus der Ferne ist es immer kaum zu beurteilen, trotzdem finde ich das Brainstorming hier oft sehr hilfreich.
Was deinen Sohn betrifft, finde ich, dass man viele seiner Schwierigkeiten mit der Hb und gerade in Kombination mit der Gesichtsblindheit erklären kann.
Die allein führt oft dazu, dass man sich bei jedem Kontakt unsicher fühlt, weil man nicht sicher ist, ob man denjenigen kennt und wer es ist. Hochgerechnet auf eine komplette Klasse ist da viel Energie Nötig, um einigermaßen unauffällig durch den Tag zu kommen.

Bei Deiner Tochter fiel mir spontan Rheuma ein. Da gibt es ja viele unterschiedliche seltene Arten, die auch mit Fieber, Bauchschmerzen und schmerzenden Gelenken, etc. einhergehen.
Die Rheuma-Liga hat dazu Broschüren und weitere Infos.

LG
Erica
Mama von Lena (19 Jahre), Herzrhythmusstörungen, Frühchen, Z.n. Panayiotopoulos-Syndrom, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon 2006

Nora M
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Re: V.a. ASS oder ADHS mit HB (sohn) V.a. auf Pfapa-Syndrom (tochter)

Beitrag von Nora M »

AnnalenaO hat geschrieben:
13.09.2020, 16:01
Hallo Nora!

Willkommen im Forum!
Ich habe ASS gepaart mit HB und PFAPA anzubieten, alles betrifft meinen Sohn.
Erstmal zu deiner Tochter. Das klingt schon sehr nach PFAPA, auch die Bauchschmerzen. Hatte mein Sohn auch. Ausserdem Kopfschmerzen und Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und Aphthen. Er hatte auch üble Lymphknotenschwellungen am Hals, immer rechts. Das Bauchweh spricht also definitiv nicht gegen PFAPA. Angefangen hat das ganze bei meinem Sohn mit 12 Monaten, die Diagnose hatte er mit 27 Monaten unzählige unnötige AB Gaben später. Das ist aber auch schwer zu unterscheiden bzw erstmal herauszufinden dass es eben KEIN Infekt ist. Denn kurz nach AB Gabe war es immer schnell besser. Liegt halt dran dass er das AB nach 2-3 Tagen bekam und ein Schub (vor allem das Fieber) mit und ohne AB wie sich rausgestellt hat 3-4 Tage dauerte. Ich musste mich aber auch durchsetzen dass genauer nachgesehen wird weil ich mich einfach definitiv NICHT damit zufrieden geben wollte, dass es keinen auszumachenden Infektionsherd für die dauernden Infekte gab. Ständig Infekte ohne dass man irgendwas an Lunge/Obere Atemwege, Durchfall, schwere Halsentzündung sieht? Bloss immer ein leicht geröteter Hals .Mit 41,2 C einhergehend? Ein leicht geröteter Hals? Never! Nicht so oft.
Bleib also hartnäckig. Der Fieberschub liess sich bei meinem Sohn quasi sofort mit Cortison stoppen. 2h nach Cortisongabe war das Fieber weg. Dafür war der nächste Schub schon eine Woche später wieder da. Weswegen er letztendlich nicht mit Cortison behandelt wurde, es hat aber die Richtigkeit der PFAPA Diagnose bestätigt.
Zum ASS: bei meinem Sohn äussert es sich ganz anders als bei deinem, er hat keine Probleme mit der Impulskontrolle und ist extrem ruhig und in sich zurückgezogen. Aber ich habe auch schon oft von ASS Kindern mit ganz ähnlichem Verhalten wie du beschreibst gehört.
Die Dame vom Jugendamt mit der ich Kontakt habe wegen der Schulbegleitung meinte auch dass es eben beide Extreme gibt. Die lauten bekommen eher Hilfe weil die Schule oder Kita mit dem Verhalten überfordert ist. Die leisen gehen öfter mal unter und leiden still vor sich hin. Was du beschreibst könnte ich mir schon vorstellen, dass dein Sohn ASS, ADHS oder beides hat. Bleib da dran, guck ob es eine KJP in eurer Umgebung gibt, die sich mit ASS/ADHS gepaart mit HB auskennt. Die HB sorgt gerne mal für extrem gute Kompensationsstrategien die die Diagnose verschleiern.

Viele Grüsse

Hallo :),

Das ist ja auch ein Ding, wenn man psychische und physische Erkrankgungen hat, die nichts miteinander zu tun haben.

Meine Tochter hatte ein paar Mal einen roten Hals, auch ein paar Mal 1-2 aphten im Mund. Was sie aber immer hat, sind die starken Bauchschmerzen. Bei jedem Schub (außer dem letzten interessanterweise). Sie hatte auch schon Symptome wie: leichte Bindehautentzündung, Durchfall am Schluss, Lichtempindlichkeit (wenn die Augen betroffen waren), Lymphknoten sind nicht so geschwollen, dass es dem Laien auffällt (also mir) und die Ärzte haben dazu nie was gesagt :roll:. Die Blutwerte sind "klassisch" autoinflammatorisch, also während der Schübe CRP, SAA und manchmal Leukos erhöht (bzw. hoch oder sehr hoch), noch ein anderes Protein ist erhöht (Namen vergessen und Resultate liegen beim Arzt), wenn die Fieberschübe vorbei sind, sind alle Werte in der Norm. Das mit dem Kortison kommt wahrscheinlich auf uns zu, wenn wir in die Immunologie, ich bin ehrlich gesagt SEHR gegen Kortison, aber zu Diagnosezwecken würde ich es ihr einmalig geben (oder eben wenn der Leidensdruck sehr wächst beim Kind).

Zu meinem Sohn: Ich war immer eher bei ADHS, da passt schon vieles. Aber manches passt halt auch zu ASS. Fakt ist für mich: nur hochbegt ist er nicht. Mal ganz abgesehen davon, dass sein Intelligenzprofil SO heterogen ist, dass er um 2 Punkte daran vorbeischrabbt ist. Er hat Werte, die durch die Decke gehen )im wörtlichen Sinne), aber eben auch Werte, die im Vergleich dazu schon auffallend niedrig sind. Sie sind im Durchschnitt, aber die Diskrepanz ist so hoch... Ich habe nun schon mehrfach gelesen, dass das auf eine Wahrnehmungsstörung hinweist. Beide Experten haben das aber komplett ignoriert! Es sei nicht aufällig GENUG (bei einer Diskrepanz von über 50IQPunkten?! Eigentlich soll man schon ab 25 IQPunkten Abweichung weiter forschen)... Nun ja. Ich werde wie du sagst, bei beiden Fällen am Ball bleiben. Es kostet halt sehr viel Kraft und Energie, aber das wissen sicher alle hier. Und solange die Kinder nicht schwer krank sind, kann man ja froh sein :shock:...

Einen Experten, der sich angeblich mit diesen 3 Phänomenen, vor allem in Kombi auskennt, haben wir beim zweiten Anlauf aufgesucht, aber am Ende hat es viel Geld gekostet, der Test fiel um 10 Punkte höher aus als vorher und von ADHS oder ASS hat er nicht wirklkich ne Ahnung. Leider. Er meinte dann entschuldigend, dass er lediglich gut darin geschult sei die hochbegabung von ASS oder ADHS zu unterscheiden und er meint ADHS wäre bei meinem Sohn unwahrscheinlich. Er sprach auch ständig davon, dass bei meinem Sohn aufgrund der großen Heterogenität und der Höchstbegabung in einem Bereich trotz der "fehlenden" 2 Punkte zu den 130 von einer HB gesprochen werden kann oder muss....Mich hat das nicht so überzeugt... Weitere "Expterten", die sich mit allen 3 Phänomenen beschäftigt gibts hier im näheren Umkreis nicht. Für diesen Experten sind wir auch schon 45 Minuten gefahren... Er wqar kein KJP sondern ein Sonderpädagoge...

Mein Mann hat keine "lust" mehr auf diesen Diagnose-Käse, sieht aber dennoch mittlerweile auch ganz deutlich, dass der Sohn nicht neurotypisch ist.

Bika
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Bika »

Hallo Nora,

Vielleicht magst du hier mal reinschauen:

https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/12185

LG

Lisaneu
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Lisaneu »

Hallo Nora! Mein 10ähriger Sohn ist Autist und hat ADHS. Er hat laut WISC4, wo er aber nur halbherzig mitgemacht hat, einen IQ von 118. Dabei ist (typisch für Autismus und ADHS) die Arbeitgeschwindigkeit der bei weitem schlechteste Unterwert (unterer Durchschnitt). Im sprachlichen Bereich hat er seine Begabunsspitze mit einem IQ von über 150 (WISC gedeckelt, da der nur bis 150 misst).

Morgen gerne mehr, und wenn du Fragen hast, her damit ;-).
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Nora M
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Re: V.a. ASS oder ADHS mit HB (sohn) V.a. auf Pfapa-Syndrom (tochter)

Beitrag von Nora M »

Erica hat geschrieben:
13.09.2020, 16:22
Hallo Nora,

Herzlich willkommen hier im Forum!
Aus der Ferne ist es immer kaum zu beurteilen, trotzdem finde ich das Brainstorming hier oft sehr hilfreich.
Was deinen Sohn betrifft, finde ich, dass man viele seiner Schwierigkeiten mit der Hb und gerade in Kombination mit der Gesichtsblindheit erklären kann.
Die allein führt oft dazu, dass man sich bei jedem Kontakt unsicher fühlt, weil man nicht sicher ist, ob man denjenigen kennt und wer es ist. Hochgerechnet auf eine komplette Klasse ist da viel Energie Nötig, um einigermaßen unauffällig durch den Tag zu kommen.

Bei Deiner Tochter fiel mir spontan Rheuma ein. Da gibt es ja viele unterschiedliche seltene Arten, die auch mit Fieber, Bauchschmerzen und schmerzenden Gelenken, etc. einhergehen.
Die Rheuma-Liga hat dazu Broschüren und weitere Infos.

LG
Erica
Hallo Erica,

danke für deine nette Rückmeldung. Das Rheuma hatte ich anfangs auch in Verdacht und ihn auch gegenüber der Ärzte geäußert, die haben an ihren Gelenken rumgedrückt und dann gesagt, dass da alles in Ordnung wäre :?:. Von daher ist es das wohl eher nicht. Aber wir haben ja jetzt noch den Termin in der Uniklinik Freiburf, der Immunologie dort.

Ich kann gut verstehen, dass du mit der Gesichtsblinheit und der HB argumentierst. Ich habe ja auch wenig beschrieben. Hier ein ganz frisches Beispiel. Mein Sohn ist jetzt den 2. Tag in der 3. Klasse. Man könnte meinen, er habe nun grade keine "Zeit" und auch nicht die Kapazitäten Unsinn zu machen, da er sich auf den Stoff konzentrieren muss. Das war ja auch das Ziel des Sprungs. Pustekuchen. Stofflich kommt er gut mit (in Mathe bis lang garkein Problem, in Deutsch haperts noch am umsetzen des Wissens (passiv sind die Rechtschreibregeln vorhanden und er sieht sofort, wenn ein Wort falsch geschrieben ist. Soll er es schreiben, scheribt er noch nach Gehör) und der Schreibgeschwindigkeit, nicht am Wissen). Ich habe heute direkt schon eine "Rückmeldung" der neuen KL bekommen. "XXX stört dauernd andere Kinder bei der Arbeit und heält sich nicht an die Klassenregeln." Ich habe ihn gefragt, was da wieder los war. Er habe zwei mal reingerufen (das ist für ihn extrem wenig!! Er hat in "Spitzenzeiten" 50-70 (!!) unaufgefordert die (korrekte) Antwort reingeblökt :oops: :oops: :oops: ) und sei zweimal im Unterricht aufgestanden. Sein Banknachbar hatte eine Frage zur Uhr und sie waren der MEinung, die Uhr im Klassenraum sei stehen geblieben und er ist dann aufgestanden, um das zu überprüfen :roll:. Er meint es nie böse. Er schnallt es einfach nicht, dass er nicht jedem Impuls nachgehen kann/darf. Das meinte ich mit fehlender Impulskontrolle. Das hat weder was mit der Gesichtsblindheit noch mit der HB zu tun. Ich habe in der Familie abgesehen von mir selbst (sehr wahrscheinlich hb, lange Geschichte...) 2 andere Hochbegabte. Der eine ist das Musterbeispiel an Folgsamkeit, Ausgeglichenheit und sozialer Integrität und der andere (mein Bruder) war als Jugendlicher auch sehr aufmpüfig und hatte Probleme, aber das war eher durch die Familiengeschichte bedingt. Ich bin mittlerweile überzeugt, dass ein hochbegabtes Kind das völlig gesund ist (neurotypisch) und eine liebevolle, unterstützende Familie hat und sozial (weitestgehend) gut integriert ist, nicht SO auffällig agiert.

Ich bin heute wieder sehr down. Wir hatten schon gehofft, dass das Verhalten durch den Sprung sich bessert, aber ehrlich gesagt habe ich befürchtet, dass es nicht hilft...
Zuletzt geändert von Nora M am 15.09.2020, 18:12, insgesamt 1-mal geändert.

Nora M
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Nora M »

Lisaneu hat geschrieben:
13.09.2020, 22:21
Hallo Nora! Mein 10ähriger Sohn ist Autist und hat ADHS. Er hat laut WISC4, wo er aber nur halbherzig mitgemacht hat, einen IQ von 118. Dabei ist (typisch für Autismus und ADHS) die Arbeitgeschwindigkeit der bei weitem schlechteste Unterwert (unterer Durchschnitt). Im sprachlichen Bereich hat er seine Begabunsspitze mit einem IQ von über 150 (WISC gedeckelt, da der nur bis 150 misst).

Morgen gerne mehr, und wenn du Fragen hast, her damit ;-).

Hallo Lisa,

ich habe die Vermutung, dass wir uns kennen.. Kann ich dir eine PN schreiben?

Gruß Nora

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Erica
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Erica »

Hallo Nora,

Ich habe zwar das Gefühl, dass Deine Meinung schon feststeht...ich kenne andere Hb-Kinder ohne Autismus, die sich so verhalten, wie Du es beschreibst. Nicht jeder Hochbegabte kann sich an Regeln halten, grad wenn ihm unendlich langweilig ist und es nie nach seinem Tempo, seinem Bedürfnis geht.

LG
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Nora M
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Nora M »

Erica hat geschrieben:
15.09.2020, 18:16
Hallo Nora,

Ich habe zwar das Gefühl, dass Deine Meinung schon feststeht...ich kenne andere Hb-Kinder ohne Autismus, die sich so verhalten, wie Du es beschreibst. Nicht jeder Hochbegabte kann sich an Regeln halten, grad wenn ihm unendlich langweilig ist und es nie nach seinem Tempo, seinem Bedürfnis geht.

LG
Erica
Hallo Erica,

ich verstehe, dass du so argumentierst. Klar können Hochbegabte auffällig werden. Aber auch dann haben sie ja ein Problem (extreme Langeweile eben). Aber das besteht bei ihm ja grade nicht mehr.

Es geht grade nach seinem Tempo und nach seinen Bedürfnissen. Stofflich fühlt er sich grade wohl und findet es super! Am Verhalten ändert sich aber nichts. Das müsste es aber, wenn es hb-bedingt wäre oder liege ich da falsch?! :?: Tendenziell würde ich sagen, dass er vielleicht einfach ein wenig Zeit braucht, sich einzugewöhnen. Aber wenn die KL mir schon an Tag 2 schreibt, muss es ja massiv gewesen sein?

Die KJP, die ihn damals auf ADHS "untersucht" hat, meinte schon er sei teilweise "auffällig", aber nicht auffällig genug. Genau das selbe sagte der Experte für Begabungsdiagnostik... Es ist ihnen beiden nicht eindeutig genug gewesen für eine Verdachtsäußerung, geschweige denn eine Diagnose...

HB-Kinder, die sich so verhalten haben irgendein Problem: massive Unterforderung, sozialer Misfit, familiäre Probleme, Wahrnehmungsstörung...Was auch immer. Die massive Unterforderung wurde angenommen als Grund, können wir aber jetzt wohl ausschließen. Wenn es nach nem Jahr wieder angefangen hätte, okay. Aber doch nicht am 2. Tag des neuen Schuljahrs?! Ich bin echt ratlos und weiß nicht, was ich noch mit ihm machen soll :cry:.

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