Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Erica
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Erica »

Naja, könnte es nicht sein, dass es mehr als nur zwei Tage braucht, bis sich eingeschliffenes Verhaltensweisen ändern?
Unsere Tochter hat deutlich länger gebraucht...
Mama von Lena (19 Jahre), Herzrhythmusstörungen, Frühchen, Z.n. Panayiotopoulos-Syndrom, Z.n. Schädelbasisfraktur/ SHT/subduralem Hämatom/ Hämatotympanon 2006

Nora M
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Nora M »

Hallo nochmal,

ja natürlich könnte das sein. Klar! Ich denke sogar, dass das "normal" ist, dass die Kinder nicht SOFORT den Schalter umlegen können...

Es ist auch nicht so, dass ich "wild" auf eine Diagnose bin, außer HB. Ich bin einfach frustriert, ich weiß nicht mehr was ich mit ihm noch machen soll, ich bin verzweifelt so langsam :cry:. Ich habe mich nun 2 Jahre eingelesen und versucht ihn besser zu verstehen. Ich kenne auch einige andere HB-Kinder. Keines ist so unruhig und unkonzentriert oder "schräg" drauf wie meines. Dann wieder ist er phasenweise komplett umgänglich, verständig, kann sich gut konzentrieren,ist bei der Sache macht mit, ist "da"... und nicht "in seiner Welt"...Aber diese Phasen werden immer seltener.

Er hat wirklich auch ein extrem heterogenes Profil. SV 155 (weiter geht nicht) VG um die 100...Das merkt man und es spricht für eine Wahrnehmungsstörung. Aber das wurde einfach von der KJP und auch dem zweiten Fachmann erklärt, dass er halt feinmotorisch nicht so der Überflieger sei... Ich möchte ihm helfen, verstehen warum er so ist, verstehen lernen WIE ich ihm helfen kann, wenn er sich so im Weg steht. Er verbaut sich grade seine 2. Chance auf eine Änderung der Beschulung (Schulwechsel ging ebenfalls voll in die Hose wegen seines Verhaltens. DA hab ich ihn noch "in Schutz" genommen. Jetzt muss ich sagen: vielleicht hatte die Direktorin der andern Schule recht und mein Sohn ist Autist oder hat ein anderes Problem.) Die Pädagogen sehen das nämlich sehr wohl. ALLE. Nur die "Experten" zu denen wir für eine Diagnose gegangen sind nicht, nicht eindeutig genug...

Es ist so: ich habe der Lehrerin im Vorfeld reinen Wein eingeschenkt, ich habe nichts beschönigt oder weg gelassen. Ich habe ihr gesagt, dass er vermutlich in den ersten Wochen sehr von der Rolle sein wird, weil er so eben auf große Veränderungen reagiert. Sie fand das alles okay und hatte Verständnis. Und jetzt bekomme ich nach 2 Tagen diese NAchricht. Da muss ich ja davon ausgehen, dass die Störungen massivst waren. Und ich finde schon, dass man zumindest ein wenig auch gleich am Anfang eine Tendenz zur Besserung sehen müsste, wenn der Grund für seine Probleme NUR die Unterforderung gewesen wäre, oder nicht? Wie war das bei deiner Tochter denn? Hatte sie auch einen KLassensprung in der Grundschule? Auch wegen Unterforderung?

ChrisSae
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von ChrisSae »

Hallo auch von mir,
Ich schreibe wegen deiner Tochter. Auch wenn es schon jemand gesagt hat, ich habe auch an Rheuma gedacht, da gibt es ja so viele Erkrankungsformen, die nur Spezialisten kennen, zum Beispiel familiäres Mittelmeerfieber oder Morbus Behcet. Drücke euch die Daumen, dass er die Ursache bald findet und deiner Tochter geholfen werden kann.
Chris. *1973; mit J. geb. 7/2009, spastische Diplegie, Rumpfhypotonie, Ursache unbekannt (Verdacht auf HSP); bislang normale kognitive Entwicklung, Myofasziotomie 2019

_Marta
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von _Marta »

Hallo Nora,

ich möchte dir antworten, denn die Beschreibung deines Sohnes errinnert mich in vielen Teilen an meinen Sohn. Vor allem aber spüre ich deine Belastung.

Ich fange mal ganz sachlich an - mir hilft das manchmal, vielleicht dir auch:
Nora M hat geschrieben:
15.09.2020, 20:29
Er hat wirklich auch ein extrem heterogenes Profil. SV 155 (weiter geht nicht) VG um die 100...
Das ist in der Tat ein heterogenes Profil. So ein heterogenes Profil ist aber gar nicht so selten. Hier im Forum gibt es einige Kinder, denen es ähnlich geht. Ich möchte deine Sorgen nicht schmälern, aber einen Abstand von 60 (oder mehr) habe ich schon mehrfach getroffen.

Dein Sohn ist nicht alleine. Vielleicht tröstet es dich.
Nora M hat geschrieben:
15.09.2020, 20:29
Er hat wirklich auch ein extrem heterogenes Profil. SV 155 (weiter geht nicht) VG um die 100...Das merkt man und es spricht für eine Wahrnehmungsstörung.
Der Testteil VG fordert einiges an visueller Wahrnehmung und Feinmotorik. Wenn dieser Testteil ausgesprochen schlecht aussfällt, dann kann es ein Hinweis auf Probleme in den oben genannten Bereichen sein. Das Testergebnis deines Sohnes ist aber nicht schlecht. Es geht bei der Beurteilung zum Punkt Wahrnehmung/Feinmotorik nicht um das heterogene Profil, sondern um den Vergleichswert des VG-Tests mit der Alternskohorte. Der ist mit 100 Punkten bester Durchschnitt, Wenn der Wert unter 70 rutscht - dann wäre das ein Grund, genauer hinzuschauen.
Ich denke mal, dass ist der Grund, wieso weder KJP noch Sonderpädagoge beunruhigt sind.

Wenn du Feinmotorik und visuelle Wahrnehmung vorsichtshalber trotzdem lieber getestet haben möchtest, dann kannst du es bspew. bei Ergotherapeuten testen lassen. Mir bekannt ist der Frostig-Test für visuelle Wahrnehmung, auch für Motorik gibt es einiges. Und ja - auch ich kenne es, dass Ärzte nicht richtig hinschauen. Ergotherapeuten sind oft besser.

Alle Testergebnisse helfen aber nicht, wenn das Kind sozial nicht zurecht kommt.
Kennst du die Gesellschaft für das hochbegabte Kind? Sie sind deutschlandweit vertreten, es gibt auch Beratungstelefone.
https://www.dghk.de/
Ich war bei ein paar Elterntreffen und kann nur sagen: Das Profil unserer Kinder war sozusagen "typisch". Auch die Vermutungen zu ADHS/ASS und Verhalten im Grenzbereich scheint "klassisch" bei Grundschulkindern.

Mein persönliches Fazit, aus den wenigen Treffen, die ich in einer Gruppe vor Ort war: Einige HB-Kinder entwickeln sich "nicht-normativ" und erst viel, viel später als "normal" so etwas wie soziales Verständnis und "Schulreife". Bei anderen Kindern stellt sich leider doch heraus, dass weitere Baustellen vorhanden sind. Auch nicht unüblich. Letztendlich muss man abwarten (leichter gesagt als getan), hinschauen und begleiten.
Es ist eine Reise - wie unser KJP letztens so schön sagte. Na toll...... dachte ich mir.

Viel Kraft zum Durchhalten!
Tipps, Ideen und Erfahrungen gibt es glücklicherweise in diesem wunderbaren Forum.

Gruß von Marta

Ach ja, noch etwas sachliches: bei einem Abstand von mehr als 25 IQ-Punkten wird nicht mehr der rechnerische Gesamtwert als Ergebnis genommen. Es wird der AFI berechnet, der als Ergebnis gilt. Beim AFI wird der abweichende Testteil heraugerechnet. Ist das bei euren Tests gemacht worden? Wenn nicht, kannst du den AFI nachfordern.
Sohn *09/10, Frühgeburt
Verschiedene Ärzte, verschiedene Diagnosen:
2018 - F90.0G, F84.1V, F82.1 (KJP)
2019 - F92.8, F82.1 (SPZ) - (hält die KJP für falsch)

RikemitSohn
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von RikemitSohn »

Hallo,

in meiner Familie gibt es zwei Adhsler, die erst mit 11 Jahren ihre Diagnose erhalten haben. Bei beiden hat die Hochbegabung die Jahre davor die Adhs-Diagnose quasi verschleiert, z.B. wegen fehlender schulischer Probleme wie schlechter Noten. Es kommt also durchaus vor, dass etwas übersehen wird.
Was nicht unbedingt für Adhs spricht ist die Verarbeitungsgeschwindigkeit von 100. Da sind alle Adhsler, die ich kenne, weit drunter.

LG Rike
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Nora M
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Nora M »

Bika hat geschrieben:
13.09.2020, 21:59
Hallo Nora,

Vielleicht magst du hier mal reinschauen:

https://lecture2go.uni-hamburg.de/l2go/-/get/v/12185

LG
Hallo Bika,

vielen dank für den Link dieses aufschlussreichen Videos. Wirklich "neues" kam für mich nicht hinzu, aber es war nochmal gut, die genaue Differenzierung, bzw. Abgrenzung der einzelnen Phänomene zu hören.

Viele Grüße

Nora M
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Nora M »

RikemitSohn hat geschrieben:
15.09.2020, 23:13
Hallo,

in meiner Familie gibt es zwei Adhsler, die erst mit 11 Jahren ihre Diagnose erhalten haben. Bei beiden hat die Hochbegabung die Jahre davor die Adhs-Diagnose quasi verschleiert, z.B. wegen fehlender schulischer Probleme wie schlechter Noten. Es kommt also durchaus vor, dass etwas übersehen wird.
Was nicht unbedingt für Adhs spricht ist die Verarbeitungsgeschwindigkeit von 100. Da sind alle Adhsler, die ich kenne, weit drunter.

LG Rike
Hallo Rike,

danke, das ist sehr aufschlussreich. Auch, wenn sie sonst teilweise Bereiche haben mit IQ weit über Höchstbegabten-Grenze? Das fände ich tatsächlich interessant.

Grüße

Nora M
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Nora M »

_Marta hat geschrieben:
15.09.2020, 23:07
Hallo Nora,

ich möchte dir antworten, denn die Beschreibung deines Sohnes errinnert mich in vielen Teilen an meinen Sohn. Vor allem aber spüre ich deine Belastung.

Ich fange mal ganz sachlich an - mir hilft das manchmal, vielleicht dir auch:
Nora M hat geschrieben:
15.09.2020, 20:29
Er hat wirklich auch ein extrem heterogenes Profil. SV 155 (weiter geht nicht) VG um die 100...
Das ist in der Tat ein heterogenes Profil. So ein heterogenes Profil ist aber gar nicht so selten. Hier im Forum gibt es einige Kinder, denen es ähnlich geht. Ich möchte deine Sorgen nicht schmälern, aber einen Abstand von 60 (oder mehr) habe ich schon mehrfach getroffen.

Dein Sohn ist nicht alleine. Vielleicht tröstet es dich.
Nora M hat geschrieben:
15.09.2020, 20:29
Er hat wirklich auch ein extrem heterogenes Profil. SV 155 (weiter geht nicht) VG um die 100...Das merkt man und es spricht für eine Wahrnehmungsstörung.
Der Testteil VG fordert einiges an visueller Wahrnehmung und Feinmotorik. Wenn dieser Testteil ausgesprochen schlecht aussfällt, dann kann es ein Hinweis auf Probleme in den oben genannten Bereichen sein. Das Testergebnis deines Sohnes ist aber nicht schlecht. Es geht bei der Beurteilung zum Punkt Wahrnehmung/Feinmotorik nicht um das heterogene Profil, sondern um den Vergleichswert des VG-Tests mit der Alternskohorte. Der ist mit 100 Punkten bester Durchschnitt, Wenn der Wert unter 70 rutscht - dann wäre das ein Grund, genauer hinzuschauen.
Ich denke mal, dass ist der Grund, wieso weder KJP noch Sonderpädagoge beunruhigt sind.

Wenn du Feinmotorik und visuelle Wahrnehmung vorsichtshalber trotzdem lieber getestet haben möchtest, dann kannst du es bspew. bei Ergotherapeuten testen lassen. Mir bekannt ist der Frostig-Test für visuelle Wahrnehmung, auch für Motorik gibt es einiges. Und ja - auch ich kenne es, dass Ärzte nicht richtig hinschauen. Ergotherapeuten sind oft besser.

Alle Testergebnisse helfen aber nicht, wenn das Kind sozial nicht zurecht kommt.
Kennst du die Gesellschaft für das hochbegabte Kind? Sie sind deutschlandweit vertreten, es gibt auch Beratungstelefone.
https://www.dghk.de/
Ich war bei ein paar Elterntreffen und kann nur sagen: Das Profil unserer Kinder war sozusagen "typisch". Auch die Vermutungen zu ADHS/ASS und Verhalten im Grenzbereich scheint "klassisch" bei Grundschulkindern.

Mein persönliches Fazit, aus den wenigen Treffen, die ich in einer Gruppe vor Ort war: Einige HB-Kinder entwickeln sich "nicht-normativ" und erst viel, viel später als "normal" so etwas wie soziales Verständnis und "Schulreife". Bei anderen Kindern stellt sich leider doch heraus, dass weitere Baustellen vorhanden sind. Auch nicht unüblich. Letztendlich muss man abwarten (leichter gesagt als getan), hinschauen und begleiten.
Es ist eine Reise - wie unser KJP letztens so schön sagte. Na toll...... dachte ich mir.

Viel Kraft zum Durchhalten!
Tipps, Ideen und Erfahrungen gibt es glücklicherweise in diesem wunderbaren Forum.

Gruß von Marta

Ach ja, noch etwas sachliches: bei einem Abstand von mehr als 25 IQ-Punkten wird nicht mehr der rechnerische Gesamtwert als Ergebnis genommen. Es wird der AFI berechnet, der als Ergebnis gilt. Beim AFI wird der abweichende Testteil heraugerechnet. Ist das bei euren Tests gemacht worden? Wenn nicht, kannst du den AFI nachfordern.
Hallo liebe Marta,

lieben Dank für deine Expertise. Wir haben den AFI, der ist auch gut im HB-Bereich, da auch die AG bei ihm Durchschnitt war, der Rest war aber eben durchgehend überdurchschnittlich oder weit überdurchschnittlich :wink:. Wir haben den Wisc 5 gemacht, aber uns wurde der IQ genannt und darauf basiert auch das Gutachten. Hinten in der Auflistung der Rohwerte findet man dann aber den AFI. Es kann gut sein, dass seine Problematik NUR von der nicht ganz so ausgefeilten Feinmotorik und seiner Gesichtsblindheit und seinem unruhigen "Wesen" herkommt, aber woher kommt das alles? Vielleicht ist es auch was körperliches, Schilddrüse, extremer Vitaminmangel, was weiß ich. Das werden wir demnächst abklären. Seine Augen sind laut Augenarzt in Ordnung (weitsichtig, scheint aber normal zu sein in dem Alter), dennoch scheint er oft nicht gut zu sehen. Beim DGhK wurde ich auf Winkelfehlsichtigkeit hingewiesen, das wird nur beim Optiker überprüft. Da sind wir auch dran.

Aber er hat eben auch Probleme mit der "emotionalen" Wahrnehmung im sozialen Bereich, der Interaktion. Es ist nicht so auffallend auf den ersten Blick. Er "erkennt" oft einfach nicht, wie jemand drauf ist, kann Situationen nicht gut einschätzen, "versteht" manche zwischenmenschlichen Dinge nicht. Wenn ich da anfange von zu erzählen, finde ich kein Ende :mrgreen: ... Die fehlende Impulskontrolle ist aber eigentlich am auffälligsten. Daraus resultiert dann auch, dass er sich nicht gut an Regeln hält (halten kann).

Ich bin seit einem Jahr auch immer wieder bei den Treffen des DGhK. Ich kenne da einige harte Geschichten. Aber ich kenne auch meine eigene, die meines Bruders, die meines Neffen. Allesamt HB, NIE so auffällig im Verhalten wie mein Sohn. Mein Mann ist gesichtsblind und ziemlich sicher ein verkannter ADHS-Fall (sagt er von sich selbst und zwar lange bevor unsere Kinder auf der Welt waren!!) und auch sehr klug. Er erkennt sich in unserem Sohn ständig wieder... Ich habe in der Schule vor mich hingeträumt und vielleicht auch mal meine Banknachbarin abgelenkt, aber ansonnsten war ich komplett unauffällig. Und ja: mir ist bekannt, dass Hb-Mädchen ganz anders sind.

Nora M
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von Nora M »

Nora M hat geschrieben:
16.09.2020, 09:41
_Marta hat geschrieben:
15.09.2020, 23:07
Hallo Nora,

ich möchte dir antworten, denn die Beschreibung deines Sohnes errinnert mich in vielen Teilen an meinen Sohn. Vor allem aber spüre ich deine Belastung.

Ich fange mal ganz sachlich an - mir hilft das manchmal, vielleicht dir auch:
Nora M hat geschrieben:
15.09.2020, 20:29
Er hat wirklich auch ein extrem heterogenes Profil. SV 155 (weiter geht nicht) VG um die 100...
Das ist in der Tat ein heterogenes Profil. So ein heterogenes Profil ist aber gar nicht so selten. Hier im Forum gibt es einige Kinder, denen es ähnlich geht. Ich möchte deine Sorgen nicht schmälern, aber einen Abstand von 60 (oder mehr) habe ich schon mehrfach getroffen.

Dein Sohn ist nicht alleine. Vielleicht tröstet es dich.
Nora M hat geschrieben:
15.09.2020, 20:29
Er hat wirklich auch ein extrem heterogenes Profil. SV 155 (weiter geht nicht) VG um die 100...Das merkt man und es spricht für eine Wahrnehmungsstörung.
Der Testteil VG fordert einiges an visueller Wahrnehmung und Feinmotorik. Wenn dieser Testteil ausgesprochen schlecht aussfällt, dann kann es ein Hinweis auf Probleme in den oben genannten Bereichen sein. Das Testergebnis deines Sohnes ist aber nicht schlecht. Es geht bei der Beurteilung zum Punkt Wahrnehmung/Feinmotorik nicht um das heterogene Profil, sondern um den Vergleichswert des VG-Tests mit der Alternskohorte. Der ist mit 100 Punkten bester Durchschnitt, Wenn der Wert unter 70 rutscht - dann wäre das ein Grund, genauer hinzuschauen.
Ich denke mal, dass ist der Grund, wieso weder KJP noch Sonderpädagoge beunruhigt sind.

Wenn du Feinmotorik und visuelle Wahrnehmung vorsichtshalber trotzdem lieber getestet haben möchtest, dann kannst du es bspew. bei Ergotherapeuten testen lassen. Mir bekannt ist der Frostig-Test für visuelle Wahrnehmung, auch für Motorik gibt es einiges. Und ja - auch ich kenne es, dass Ärzte nicht richtig hinschauen. Ergotherapeuten sind oft besser.

Alle Testergebnisse helfen aber nicht, wenn das Kind sozial nicht zurecht kommt.
Kennst du die Gesellschaft für das hochbegabte Kind? Sie sind deutschlandweit vertreten, es gibt auch Beratungstelefone.
https://www.dghk.de/
Ich war bei ein paar Elterntreffen und kann nur sagen: Das Profil unserer Kinder war sozusagen "typisch". Auch die Vermutungen zu ADHS/ASS und Verhalten im Grenzbereich scheint "klassisch" bei Grundschulkindern.

Mein persönliches Fazit, aus den wenigen Treffen, die ich in einer Gruppe vor Ort war: Einige HB-Kinder entwickeln sich "nicht-normativ" und erst viel, viel später als "normal" so etwas wie soziales Verständnis und "Schulreife". Bei anderen Kindern stellt sich leider doch heraus, dass weitere Baustellen vorhanden sind. Auch nicht unüblich. Letztendlich muss man abwarten (leichter gesagt als getan), hinschauen und begleiten.
Es ist eine Reise - wie unser KJP letztens so schön sagte. Na toll...... dachte ich mir.

Viel Kraft zum Durchhalten!
Tipps, Ideen und Erfahrungen gibt es glücklicherweise in diesem wunderbaren Forum.

Gruß von Marta

Ach ja, noch etwas sachliches: bei einem Abstand von mehr als 25 IQ-Punkten wird nicht mehr der rechnerische Gesamtwert als Ergebnis genommen. Es wird der AFI berechnet, der als Ergebnis gilt. Beim AFI wird der abweichende Testteil heraugerechnet. Ist das bei euren Tests gemacht worden? Wenn nicht, kannst du den AFI nachfordern.
Hallo liebe Marta,

lieben Dank für deine Expertise. Wir haben den AFI, der ist auch gut im HB-Bereich, da auch die AG bei ihm Durchschnitt war, der Rest war aber eben durchgehend überdurchschnittlich oder weit überdurchschnittlich :wink:. Wir haben den Wisc 5 gemacht, aber uns wurde der IQ genannt und darauf basiert auch das Gutachten. Hinten in der Auflistung der Rohwerte findet man dann aber den AFI. Es kann gut sein, dass seine Problematik NUR von der nicht ganz so ausgefeilten Feinmotorik und seiner Gesichtsblindheit und seinem unruhigen "Wesen" herkommt, aber woher kommt das alles? Vielleicht ist es auch was körperliches, Schilddrüse, extremer Vitaminmangel, was weiß ich. Das werden wir demnächst abklären. Seine Augen sind laut Augenarzt in Ordnung (weitsichtig, scheint aber normal zu sein in dem Alter), dennoch scheint er oft nicht gut zu sehen. Beim DGhK wurde ich auf Winkelfehlsichtigkeit hingewiesen, das wird nur beim Optiker überprüft. Da sind wir auch dran.

Aber er hat eben auch Probleme mit der "emotionalen" Wahrnehmung im sozialen Bereich, der Interaktion. Es ist nicht so auffallend auf den ersten Blick. Er "erkennt" oft einfach nicht, wie jemand drauf ist, kann Situationen nicht gut einschätzen, "versteht" manche zwischenmenschlichen Dinge nicht. Wenn ich da anfange von zu erzählen, finde ich kein Ende :mrgreen: ... Die fehlende Impulskontrolle ist aber eigentlich am auffälligsten. Daraus resultiert dann auch, dass er sich nicht gut an Regeln hält (halten kann).

Dass er sich oft nicht gut konzentrieren kann, darunter leidet er selbst am meisten. Er spürt, dass sein Gehirn ununterbrochen "feuert", aber er nicht bei der Stange bleiben kann. Das ist unheimlich anstrengend für ihn.

Ich bin seit einem Jahr auch immer wieder bei den Treffen des DGhK. Ich kenne da einige harte Geschichten. Aber ich kenne auch meine eigene, die meines Bruders, die meines Neffen. Allesamt HB, NIE so auffällig im Verhalten wie mein Sohn. Mein Mann ist gesichtsblind und ziemlich sicher ein verkannter ADHS-Fall (sagt er von sich selbst und zwar lange bevor unsere Kinder auf der Welt waren!!) und auch sehr klug. Er erkennt sich in unserem Sohn ständig wieder... Ich habe in der Schule vor mich hingeträumt und vielleicht auch mal meine Banknachbarin abgelenkt, aber ansonnsten war ich komplett unauffällig. Und ja: mir ist bekannt, dass Hb-Mädchen ganz anders sind.

Ich vermute, dass mein Sohn so ein Grenztyp ist. Leider fallen die halt überall durchs Raster.

AnnalenaO
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Re: Nora mit Sohn (Hb, V.a. ASS/ ADHS) und Tochter (V.a. auf Pfapa-Syndrom)

Beitrag von AnnalenaO »

ChrisSae hat geschrieben:
15.09.2020, 22:46
Hallo auch von mir,
Ich schreibe wegen deiner Tochter. Auch wenn es schon jemand gesagt hat, ich habe auch an Rheuma gedacht, da gibt es ja so viele Erkrankungsformen, die nur Spezialisten kennen, zum Beispiel familiäres Mittelmeerfieber oder Morbus Behcet. Drücke euch die Daumen, dass er die Ursache bald findet und deiner Tochter geholfen werden kann.

Hallo Chris,

PFAPA ist auch so ein Kinderrheumatisches Fiebersyndrom. Daher ist der Gedanke an Rheuma überhaupt nicht falsch .....

Viele Grüsse
Sohn 5/2009 Asperger Syndrom
Tochter 10/2012 Topfit

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