Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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mariongrothe
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Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Beitrag von mariongrothe »

Hallo in die Runde,
meine Tochter möchte gerne eine eigene Wohnung.
Sie hat im Juli ihre Ausbildung , Hauswirtschaft, in einem BBW für Blinde und Sehebehinderte mit einer zwei abgeschlossen. Ab dem 15.9 hat sie auch einen Arbeitsplatz in einem Seniorenheim bekommen. Ist erstmal für ein Jahr, sie ist glücklich darüber, wie ich auch.

Nun möchte sie am liebsten eine kleine Wohnung haben. Ich habe die Betreuung für meine Tochter. Das läuft noch zwei Jahre. Was muss ich beachten?

Meine Tochter hat 80 % mit B G H.
Wass passiert damit, wenn sie in einer eigenen Wohnung wohnt? Ich unterstütze sie weiterhin. Oder wäre eine betreute Wohnung für sie Besser? Die gibt es bei uns auch zu mieten. Die Pflege soll dann auch bei mir bleiben. Sie hat den Pflegegrad 3.
Lg Marion
Viele Grüße
Marion

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Regina Regenbogen
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Re: Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Beitrag von Regina Regenbogen »

mariongrothe hat geschrieben:
10.09.2020, 18:21
Meine Tochter hat 80 % mit B G H.
Wass passiert damit, wenn sie in einer eigenen Wohnung wohnt?

Nichts, was soll damit passieren?
Oder wäre eine betreute Wohnung für sie Besser?
Das solltet ihr beide gemeinsam entscheiden, du weißt doch besser als wir, was sie leisten kann.

Herzlichen Glückwunsch an deine Tochter zur bestandenen Ausbildung und dem direkt folgenden Arbeitsplatz, das hat sie toll gemacht.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
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Jakob05
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Re: Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Beitrag von Jakob05 »

Herzlichen Glückwunsch an Deine Tochter zum bestandenen Abschluss und an Dich, dass Du sie so weit gebracht hast.
Freu Dich, dass Deine Tochter solche Pläne hat. Mit 21 ein super "normales" Ereignis. Mein Grosser kamnie auf solche Ideen
und ich musste sehr viel Überzeugungsarbeit leisten, bis er sich an diess Projekt machte.
Auch ich hatte grosse Ängste und war nicht sicher, was möglich sein würde und ..... nun stelle ich fest, dass vieles besser läuft als erwartet.
Er ist IMMER pünktlich bei der Arbeit und sitzt nicht nur vor der Glotze, er ernährt sich recht ordentlich und pflegt Kontakte.

Nutze unbedingt den Elan, den deine Tochter jetzt mitbringt und besorge ihr eine eigene kleine Wohnung. Mit engmaschiger Begleitung durch dich,
sollte da vieles klappen und für Probleme, die dann erst entstehen, findet ihr dann auch Hilfe.
An der Betreuung oder dem Pflegegrad ändert das nix. Ich lasse auch weiterhin alle Amtspapiere an mich schicken, damit nichts verloren geht.
Da die Wohnung uns gehört, mussten wir für einen echten Vertragsabschluss einen Ersatzbetreuuer beantragen, den wir aber aus dem Freundeskreis
gewählt haben.
Ich würde immer eine "echte" Wohnung einem betreuten Wohnheimplatz vorziehen, wenn es möglich scheint, denn nur so ist es m.M. das "echte" Leben
mit Einladungen an Freunde, gemeinsames Kochen etc. zu ermöglichen.
Aktuell sind wir nur in einer Erprobungsphase, langfristig soll der Grosse in eine Genossenschaft einziehen,deren Haus gerade erst gemeinsam geplant wird.
Es wird ein Mehrgenerationenhaus mit ca. 50 Genossen (Familien, Senioren, Single, alt, jung..), die gerad die ersten Entwürfe entwickeln und dann gemeinsam
in jeweils abgeschlossenen Wohnungen leben wollen. So lernt der Grosse diese Menschen schon jetzt kennen und fühlt sich dort wohl. Durch das Genossenschaftsprinzip
sind alle Bewohner auch Eigentümer und es wird weniger Wechsel geben. Der Grosse kann mit Körperkraft Hilfe bieten, andere werden ihm dafür Struktur geben.
Vielleicht gibt es sowas auch bei Euch ?
Auf jeden Fall möchte ich dir Mut machen, deine Tochter selbstständig wrden zu lassen, sowas bietet viele neuen Möglichkeiten für ALLE Beteiligten.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†,* 05, 37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, HG-versorgt, Lordose, Rachenfehlbildung => Tracheostoma...)

mariongrothe
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Re: Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Beitrag von mariongrothe »

Vielen Dank für die Glückwünsche.

Meine Bedenken waren, das sie das H verliert mit einer eigenen Wohnung, oder den Pflegegrad. Zum Teil kann sie sich selbst versorgen. Hat sie ja im BBW gelernt mit ihrer Sehbehinderung.
Sie hat dort eineinhalb Jahre in einer Außen- WG gewohnt. Hat auch sehr gut geklappt. Einmal die Woche wurde die WG kontrolliert. Das würde ich dann auch so machen, ist von ihrer Seite auch okay.

@ Jakob05, schön das es mit deinem Sohn so gut klappt.

Mit den Amtspapieren wollte ich auch so machen.

LG Marion
Viele Grüße
Marion

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Lisa Maier
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Re: Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Beitrag von Lisa Maier »

.Hallo Marion,
Ich habe Ag, B,H, RF und lebe schon sehr lange allein. Leute mit Pflegegeld haben in der Tat schon Probleme bekommen. Dagegen hilft, den Hauptwohnsitz bei Muttern zu lassen. Außerdem ist Selbstständigkeit wichtiger als Pflegegeld und Merkzeichen.

Viele Grüße und Deiner Tochter viel Erfolg
Lisa

mariongrothe
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Re: Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Beitrag von mariongrothe »

Hallo Lisa,
natürlich ist Selbstständigkeit wichtiger. Ich möchte nicht, das meine Tochter dadurch Nachteile bekommt. Ihre Sehbehinderung kann sich auch verschlechtern.
Danke für den Tipp mit dem Hauptwohnsitz.

Viele Grüße Marion
Viele Grüße
Marion

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mariongrothe
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Re: Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Beitrag von mariongrothe »

Hallo Lisa,
muss ich die Wohnung dann mieten?
Viele Grüße
Marion

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Rita2
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Re: Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Beitrag von Rita2 »

Hallo Marion,

bist du Betreuerin für deine Tochter?
Ich würde sagen, deine Tochter ist Mieterin der Wohnung. Aber du als Betreuerin schließt in ihrem Namen den Mietvertrag.

Viele Grüße
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

mariongrothe
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Re: Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Beitrag von mariongrothe »

Hallo Rita,

das bin ich. Vieln Dank für Deine Antwort.

Viele Grüße
Marion
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Marion

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Inga
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Re: Tochter (21) wünscht sich eine Wohnung

Beitrag von Inga »

Hallo,
unsere 3 erwachsene Kinder leben alle zur Miete, alle mit Hauptwohnsitz, alle mit PG und SBA, es ist alles so geblieben! Warum auch nicht? Es hat sich ja weder etwas an der Behinderung noch an dem Hilfebedarf geändert.
Der Hilfebedarf, welcher über die Grundpflege hinaus geht wird durch Assistenzkräfte getätigt. Diese werden über die Eingliederungshilfe gezahlt.

Gruß, Inga
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Betreuer von Danielo 96 (FAS), Steven 98 (gB) & Michelle 02 (Apert-Syndrom)

Unsere Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic2393.html

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