Aufnahme in eine Wohneinrichtung

Zum Teil unterscheiden sich die rechtlichen und organisatorischen Strukturen zwischen Deutschland und den verschiedenen Nachbarländern erheblich. Hier in dieser Rubrik sammeln wir alle landesspezifischen Infos.

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Silvia & Iris
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Aufnahme in eine Wohneinrichtung

Beitrag von Silvia & Iris »

Hallo ihr Lieben,

nachdem ich nun wieder mit falschen Infos zu kämpfen hatte, für alle jene, die vielleicht auch in dem Dschungel der Gesetze und Verordnungen stecken:
- Diese Bestimmungen gelten nun - zumindest - für NÖ:
- Bisher war es so, dass junge Erwachsene mit besonderen Bedürfnissen bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres zu Hause betreut werden mussten, egal welche Pflegestufe - Seit kurzem wurde hier erkannt, dass Pflegestufe 5 - 7 doch eine Ausnahme darstellen, daher ist jetzt auch ohne Besonderheiten eine Aufnahme bereits vor dem 24. Geburtstag in eine Wohneinrichtung möglich. - Also ab der Vollendung des 18. Lebensjahres.

Vielleicht kann ich hier mit dieser Info helfen.
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, Tetraparese, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Silvia & Iris
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Re: Aufnahme in eine Wohneinrichtung

Beitrag von Silvia & Iris »

... So, nun doch nicht... - Wenn ein junger Erwachsener Pflegestufe 5 - 7 vor dem 24. Geburtstag in eine Wohneinrichtung aufgenommen werden soll Bedarf es einer Einzelfallentscheidung. (Es muss z. B. ein gesundheitliches Attest gebracht werden, dass man die Betreuung nicht zu Hause schafft.)

Nach 4 Tellefonaten, unterschiedlichen Aussagen kam nun jetzt der Anruf, dass das für NÖ nach wie vor gilt.
Liebe Grüße
Silvia
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gilek
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Re: Aufnahme in eine Wohneinrichtung

Beitrag von gilek »

Vollstationäre Aufnahme ist jetzt neu ab 21 Jahren regulär möglich.
Vorher gibt es sicher Ausnahmen.

Silvia & Iris
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Re: Aufnahme in eine Wohneinrichtung

Beitrag von Silvia & Iris »

Die Dame vom Amt hat mir aber gerade telefonisch bestätigt, dass jede Aufnahme vor dem 24. Geburtstag eine Einzelfallentscheidung darstellt mit Besuch einer Mitarbeiterin vom Sozialamt und einer umfassenden Darstellung der Gründe weshalb hier ein Bedarf gegeben ist.
Liebe Grüße
Silvia
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Re: Aufnahme in eine Wohneinrichtung

Beitrag von Silvia & Iris »

Ich finde da schon wieder mal keinerlei verbindlichen Rechtsgrundlagen online, du etwa??
Liebe Grüße
Silvia
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Re: Aufnahme in eine Wohneinrichtung

Beitrag von Silvia & Iris »

für die Steiermark gilt:
https://www.verwaltung.steiermark.at/cm ... nlage1.pdf

Aufnahme nach Vollendung der Schulpflicht - also mit 16 Jahren.

für NÖ gilt:

http://www.behindertenhilfe.at/wp-conte ... 88-LDG.pdf

hier findest du: Aufnahme mit 27 Jahren, davor, ab 16 mit Stellungnahme einer Sozialarbeiterin...
Liebe Grüße
Silvia
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Re: Aufnahme in eine Wohneinrichtung

Beitrag von Silvia & Iris »

Heute ist diese Antwort auf meine Fragestellung wegen Aufnahme und Finanzierung Wohnheim bezogen auch auf jene Pressemitteilung:
https://www.ots.at/presseaussendung/OTS ... ehinderung


Grundsätzlich besteht für Menschen mit Behinderung nach Beendigung der Schulpflicht die Möglichkeit, in eine Wohneinrichtung für Menschen mit intellektueller Behinderung oder psychischer Beeinträchtigung zu ziehen. Diese Möglichkeit bestand schon immer. Vor dem 27. Lebensjahr wurde allerdings zwingend eine fachliche Stellungnahme eingeholt, um den KlientInnen solange wie möglich eine Betreuung im familiären Umfeld zu gewährleisten, da die Betreuung im familiären Umfeld gerade bei sehr jungen Menschen mit Behinderung aus Expertensicht in den meisten Fällen einer stationären Unterbringung vorzuziehen ist. Die Altersgrenze wurde dabei an die damalige Grenze des Bezugs der Familienbeihilfe angelehnt.

Nun ist man von dieser Vorgangsweise, jedenfalls eine Stellungnahme aus Altersgründen einzuholen, abgegangen. Wenn nun eine Betreuung in einer Einrichtung beantragt wird, richtet sich die Aufnahme nach dem Bedarf und der Verfügbarkeit an freien Plätzen. Bei Verfügbarkeit von Plätzen und wenn ein Betreuungsbedarf gegeben ist, erfolgt die Aufnahme in der Regel ohne fachliche Stellungnahme. Wenn aber der Betreuungsbedarf unklar ist oder es mehrere Interessenten für einen Wohnplatz gibt und nach Dringlichkeit gereiht werden muss, wird gerade bei sehr jungen KlientInnen (insbesondere bis 24) aus oben angeführten Gründen die Stellungnahme einer Fachkraft für Sozialarbeit eingeholt. Bei Klienten mit hohen Pflegestufen ergibt sich die Dringlichkeit einer Aufnahme meist aus dem Pflegeaufwand, den die Angehörigen nicht mehr leisten können. Die Einholung einer Stellungnahme ist daher nicht in jedem Fall Voraussetzung für die Aufnahme einer Klientin/ eines Klienten in eine Wohneinrichtung.
Hinsichtlich Kostenbeitrag wird auf § 35 NÖ Sozialhilfegesetz 2000, LGBl. 9200-0, verwiesen. Die Kosten für die Betreuung in einer Einrichtung werden zunächst von Land Niederösterreich übernommen. Der Klient bzw. die unterhaltspflichtigen Angehörigen müssen jedoch einen Kostenbeitrag leisten. Der Kostenbeitrag bei minderjährigen Kindern orientiert sich an der Bemessung des Unterhalts. Berücksichtigt wird das Alter des Kindes und die Leistungsfähigkeit des Unterhaltspflichtigen (zB weitere Sorgepflichten). Eltern haben für minderjährige Kinder mindestens und für volljährige Kinder maximal einen Kostenbeitrag in Höhe der gesetzlichen, vertraglichen oder statutarischen Leistungen, diesie für das Kind leisten (zB Familienbeihilfe) zu leisten. Die konkrete Berechnung und Vorschreibung des Kostenbeitrags erfolgt durch die zuständige Bezirksverwaltungs-behörde anhand der Prüfung im Einzelfall.
Liebe Grüße
Silvia
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Re: Aufnahme in eine Wohneinrichtung

Beitrag von Silvia & Iris »

Zusatz: - gar nichts zuzahlen zu den Heimkosten ist so möglich:

... es orientiert sich nach dem Zeitraum der tatsächlich bezogenen Familienbeihilfe und es kommt darauf an wer die Familienbeihilfe ausgezahlt bekommt: das volljährige Kind oder die Eltern.

Wenn das volljährige Kind die Familienbeihilfe bezieht wird das nicht den Eltern angerechnet.
Liebe Grüße
Silvia
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Re: Aufnahme in eine Wohneinrichtung

Beitrag von Silvia & Iris »

Hallo gilek,

vollstationäre Aufnahme ist mit Beendigung der Schulfpflicht grundsätzlich möglich, d. h. mit 16 Jahren...
allerdings muss durch eine Sozialarbeiterin dann auch geklärt werden - warum? - es müssen Gründe vorhanden sein...

Was man auch beachten muss, dass die Gebühren unterschiedlich berechnet werden:
Vor dem 18. Geburtstag ist es etwa Pflegegeld + 11 % Familieneinkommen (wobei auch hier die gesamte Familiäre Situation angeschaut wird)
am dem 18. Geburtstag Pflegegeld + max. die gesamte Familienbeihilfe... (auch hier gibt es - sogar von FA zu FA Unterschiede, und bei stationärer Unterbringung kann es daher dazu kommen, dass die Familienbeihilfe gar nicht mehr auf das bisherige Konto überwiesen wird, sondern gleich einbehalten. - das Pflegegeld wird gesplittet - automatisch vom Land - anteilig nach den tatsächlichen Anwesenheitstagen.

Der Tipp den ich hier erhalten habe: Das betroffene Kind NICHT Hauptwohnsitz in der Einrichtung melden! (Das geht.)

Außerdem kommt selbst das Land drauf, dass hier wirklich Bedarf ist und steckt daher voll in Umstrukturierungsmaßnahmen, bereits Kindergartenbetreuung, Schulbetreuung und mehr betreffend. Es soll in NÖ zukünftig sehr wohl Schulen geben wo Therapien vor Ort durchgeführt werden... - es findet jetzt doch ein Umbruch statt!
Liebe Grüße
Silvia
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