Kind "verweigert" die Therapie

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

Moderator: Moderatorengruppe

Christa1215
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 28
Registriert: 13.07.2019, 15:31

Re: Kind "verweigert" die Therapie

Beitrag von Christa1215 »

Hallo Larena,

mein Sohn (4,5) hat auch eine VED. Wir haben auch mit 2,5 J. mit Logo angefangen. Zuerst ging es gar nicht um VED und Sprechen, sondern nur darum eine Beziehung aufzubauen. Anfangs gab es Spieltherapie nach Zollinger. Alles wurde dabei mit GUK- Gebärden begleitet, ohne dass er das mit- oder nachmachen musste/sollte. Er brauchte so 3 Monate, bis er allein bei der Logo blieb und ich draußen warten durfte. Ebenfalls nach so ca. 3 Monaten fing er an, erste Gebärden selbst auszuprobieren. Sobald er einmal kapiert hatte, dass Gebärden ihm helfen sich mitzuteilen, hat er sich darauf gestürzt.
Gezielt um die VED ging es erst ein Jahr später, da haben wir mit Vedit begonnen, immer noch gepaart mit viel Spieltherapie. Ab diesem Zeitpunkt gab es auch Hausaufgaben. Das hat anfangs überhaupt nicht funktioniert.Da ist meiner ebenso ein Dickkopf wie deiner. Wenn er nicht will, will er nicht.
Da brauchte und brauche ich nach wie vor viel Geduld, was mir schwerfällt. Ich habe immer wieder das Gefühl zu wenig zu machen. Letztlich ging und geht mit Druck aber gar nichts. Lange Zeit bestand das Üben zu Hause darin, dass ICH viel und oft die GUK- Gebärden nutzte, später die Lautgebärden von Vedit. Je mehr Kind merkte, dass Logo ihm hilft, umso mehr konnte ich ihn in ruhigen entspannten Momenten zu kurzen Übungen überreden. Nach wie vor machen wir aber ganz oft nicht das, was wir tatsächlich aufbekommen haben, sondern das,worauf Sohn Lust hat. Egal- Hauptsache, er ist endlich bereit, den Ordner mit Logoübungen auch zu Hause in die Hand zu nehmen :wink:

Hast du mal mit eurem Logopäden über deine Zweifel/Sorgen geredet? Hat er dir sein Therapiekonzept erklärt oder hat er Vorschläge, wie man mit der Verweigerungshaltung umgehen könnte? Hättest du denn in erreichbarer Nähe eine Alternative?

Alles Gute! Viele Grüße
Christa

Larena
Neumitglied
Neumitglied
Beiträge: 4
Registriert: 26.07.2020, 23:26

Re: Kind "verweigert" die Therapie

Beitrag von Larena »

Danke für eure ganzen Nachrichten.
Christa, das was du beschreibst, erlebe ich gerade sehr ähnlich. Ich darf den Raum auch nicht verlassen und muss in seiner unmittelbaren Nähe sein und wenn er was nicht machen möchte, macht er es nicht. Auch bei den Untersuchungen beim Arzt macht er oft nicht mit und wenn es nur um so Kleinigkeiten geht, wie Zunge rausstrecken.
Ich werde mit ihr sprechen und dann ggf. wechseln, wobei die Auswahl nicht sehr groß ist.
Vielleicht würde er ja auch besser mitmachen, wenn ich nicht im Raum wäre?! Allerdings scheint dies gerade absolut keine Option zu sein. Kindergarten ist schon immer ein Drama...

NataschaSte
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 393
Registriert: 09.03.2018, 21:47
Wohnort: Niederösterreich

Re: Kind "verweigert" die Therapie

Beitrag von NataschaSte »

Hallo,

Also ich hab die Antworten jetzt nicht gelesen, aber was für Übungen?
Mein kleiner geht auch seit er 2 1/2 ist zur logo, allerdings andere Diagnose, aber wenn es Hausaufgaben gab, Übungen, oder ähnliches, immer nur was was ich machen sollte!

Sei es, daß ich alles kommentieren sollte was er macht, dann die extrem wichtige Aufgabe, ihn nicht bewusst ausbessern, sondern fragen, meinst du Kuh zb, aktuell klingt bei ihm kuh wie Klo...

Aber er hatte noch nie Übungen oder ähnliches.

Wir haben die loci zweimal gewechselt. Die erste war von der Ausbildung super perfekt. Autismusausbildung in Amerika, Teacch etc, trotzdem hat es nicht hundertprozentig gepasst. Jetzt ist er bei einer die nur mit Kindern arbeitet, ohne ass Ausbildung und es passt, er geht gerne hin. (ok, die hat ur viel playmobil und er muss nicht weg räumen..)

Wobei bei ved sicher einiges an Erfahrung sehr hilfreich ist.

Alles gute euch!
Natascha und Thaddäus, geb 12/15, atypischer Autismus

Wissen schützt vor Dummheit nicht (alligatoah)

melly210
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 844
Registriert: 19.02.2018, 20:07

Re: Kind "verweigert" die Therapie

Beitrag von melly210 »

Larena hat geschrieben:
27.07.2020, 20:32
Danke für eure ganzen Nachrichten.
Christa, das was du beschreibst, erlebe ich gerade sehr ähnlich. Ich darf den Raum auch nicht verlassen und muss in seiner unmittelbaren Nähe sein und wenn er was nicht machen möchte, macht er es nicht. Auch bei den Untersuchungen beim Arzt macht er oft nicht mit und wenn es nur um so Kleinigkeiten geht, wie Zunge rausstrecken.
Ich werde mit ihr sprechen und dann ggf. wechseln, wobei die Auswahl nicht sehr groß ist.
Vielleicht würde er ja auch besser mitmachen, wenn ich nicht im Raum wäre?! Allerdings scheint dies gerade absolut keine Option zu sein. Kindergarten ist schon immer ein Drama...
Generell machen die Kinder schon deutlich besser mit wenn die Eltern nicht mit im Raum sind. Bei jemandem "fremden" sagt man halt ggf nicht sofort nein wie bei Mama sondern versucht vielleicht erstmal ob es nicht doch ganz ok ist. Allerdings ist dein Kind noch sehr jung. Dh, überlegt erstmal ob ihr Therapeutin wechseln wollt oder nicht. Und dann führt ihn langsam dahin daß er alleine drin bleibt. Sagt ihm, daß er ansich alleine drin sein wird, ihr aber am Anfang noch mitgeht bis er die Therapeutin besser kennt. Und haltet euch im Hintergrund. Dh nicht einmischen, nicht mit am Tisch sitzen. Sondern ruhig in einer Ecke am anderen Ende des Raumes und die Therapeutin machen lassen.
Söhnchen (02/2015) mit motorischer Dyspraxie und Wahrnehmungsstörungen

Benutzeravatar
Engrid
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 14870
Registriert: 24.10.2011, 10:36

Beitrag von Engrid »

Hallo,

ich denke nicht, dass man das pauschalisieren kann, ob eine Mutter besser nicht dabei sein soll oder eben doch. Kommt auf den Einzelfall an. Bei Kindern, die leicht in die Verweigerung gehen, darf es keine Machen-wir-grundsätzlich-nicht und dergleichen geben.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Christa1215
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 28
Registriert: 13.07.2019, 15:31

Re: Kind "verweigert" die Therapie

Beitrag von Christa1215 »

Hallo Larena,
ich habe dir eine PN geschickt ( hoffentlich :wink: )
LG Christa

Benutzeravatar
Regina Regenbogen
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 7611
Registriert: 12.07.2008, 18:37
Wohnort: Ostfriesland

Re:

Beitrag von Regina Regenbogen »

Engrid hat geschrieben:
28.07.2020, 18:40
Bei Kindern, die leicht in die Verweigerung gehen, darf es keine Machen-wir-grundsätzlich-nicht und dergleichen geben.
Und genau das wissen gute Therapeuten. Als unser Großer mit 8 Jahren Ergotherapie (inkl. Verhaltens- und Lerntherapie, Neurofeedback etc.) bekommen hatte, musste ich solange mit im Raum sein bis er von alleine den Wunsch geäußert hat, dass ich draussen warte - und das hat ein ganzes Jahr gedauert. Da gab es gar keine Diskussion von Seiten der Therapeuten.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Antworten

Zurück zu „Sprache und Kommunikation“