Kerstin mit Tochter (Depression)

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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skerstin
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Kerstin mit Tochter (Depression)

Beitrag von skerstin »

Hallo ich bin Kerstin, 49J, bin zufällig auf das Forum gestoßen und weiß überhaupt nicht ob ich hier richtig bin.

Ich habe 3 Kinder, bin alleinerziehend, Jonas und Sophie sind 14J, Jule ist 9 J.
Große Sorgen mache ich mir um Sophie. Sie hat Depressionen, verletzt sich selbst, war schon öfters in der Kinder- und jugendpsychiatrie und ich habe keine Ahnung wie es weitergeht mit ihr. Beobachte nur, dass sie kaum Unterstützung bekommt, die ambulante Psychotherapie eher Qual als Hilfe ist ...
Es wäre schön, wenn ihr mir gleich sagt, ob ich im Forum falsch bin.Ich wollte mich eigentlich umhören, lesen, ob ich für Sophie eine Reha beantragen kann. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende wünsche ich Euch.

Petra.Berlin
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Re: Kerstin & kids

Beitrag von Petra.Berlin »

Hallo erstmal,

Hier ist keiner falsch. Schau dich einfach um und stelle deine fragen. Das Forum ist ja zum austauschen da.

Lg
M. 2007 Asperger Syndrom

NataschaSte
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Re: Kerstin & kids

Beitrag von NataschaSte »

Hallo,

Kann nur mit negativen Erfahrungen aus Österreich dienen... Meine Schwester wird dieses Jahr 23 und cuttet seit sie 14 ist. Mittlerweile hat sie die Diagnose Borderline und Unterstützung hat sie bis jetzt keine gefunden.

Sie war von ihrem 15. Lebensjahr bis zu ihrer Schwangerschaft (mit 18 hat sie meinen Neffen bekommen) abwechselnd in einer wg und in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht.

Fragen kannst du gerne stellen. Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft und das es sich als Leute Phase raus stellt.

Lg
Natascha und Thaddäus, geb 12/15, atypischer Autismus

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skerstin
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Re: Kerstin & kids

Beitrag von skerstin »

Danke für deine Meldung

Ja meine ritzt sich auch, mal mehr mal weniger, aber ich habe auch noch keine richtige Diagnose bekommen. Es heißt immer , sie wäre zu jung dafür. Ich reg mich halt nur auf, weil keiner richtig hilft. Wohngruppe soll sie, aber will ich nicht, aus vielen Gründen. Sie ist auch sehr manipuliert worden meiner Meinung nach in der Psychiatrie. Ich hoffe auch, das ist vorübergehend, da das in ihrer Klassenstufe so eine Art Modeerscheinung ist, allerdings hät es dafür auch zu lange an. Abwarten. Viel Kraft für dich in deiner Ssituation

NataschaSte
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Re: Kerstin mit Tochter (Depression)

Beitrag von NataschaSte »

Hallo,

Das bzgl manipulation kenne ich auch. Gegen die wg hatten meine Mutter und ich uns auch lange wehren versucht... Aus guten Gründen. Letztendlich war die Manipulation und das Verhalten meiner Schwester zu stark, das es der einzige mögliche Weg war. Meine Mutter ist aber mehrmals die Woche die 80 km zu ihr gefahren.

Was ihr aber auch geholfen hat war in der wg die passende Therapeutin. Die haben sie gezwungen hin zu gehen und irgendwann war es dann auch ok, haben aber sehr sehr lange eine passende gesucht. Ich glaube die 12. Die sie angeschaut hat, war dann passend. Durch den Auszug aus der wg wurde dann die Therapie abgebrochen. Seit dem konnte sie keine passende mehr finden. Noch dazu ist in Österreich ganz oft nur Teilrefundierung. Die wenigen voll finanzierten kassenplätze sind heiß begehrte mit sehr langer Warteliste...

Trotz allem hat die Therapie auch brauchbare Spuren Hinterlassen auf die sie manchmal zurück greifen kann.

Therapie ambulant lohnt sich meiner Meinung nach schon. Ansonsten evtl einen stationären Therapie Platz andenken. In Österreich ist da die Wartezeit leider auch mit 1 Jahr ziemlich lange.

Liebe Grüße
Natascha und Thaddäus, geb 12/15, atypischer Autismus

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Linn Magdalena
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Re: Kerstin mit Tochter (Depression)

Beitrag von Linn Magdalena »

Hallo liebe Kerstin,

ich war in dieser Alter auch deprimiert und selbst-beschädigend. Manchmal hilft die Therapien, manchmal eher nicht. Ich würde auch Wohngruppen eher skeptisch ansehen, da laut meiner Erfahrung die andere Patienten einen sehr negativen Einfluss haben können. Ich habe damals Psychologen, Therapeutinnen u. ä. so oft gewechselt bis ich einen gefunden habe, wo es mir schien, es sei ein bisschen hilfreich. Da muss man hart durchkämpfen und die Chefärzte sagen, wenn die Therapien nicht hilft. Es ist ja unterschiedlich für jeder, was passt. Gruppentherapie und KBT war z b gar. nichts für mich. Personenchemie muss stimmen. Ich wünsche euch ganz viel Glück mit dem weitersuchen nach dem richtigen Therapieform für deine Tochter. Und ganz viel Geduld! Ich habe Therapie etwa 7 Jahren machen müssen, bis ich dann endlich so weit war, das ich mich selber trauen konnte, nichts destruktives zu machen. Ich habe aber immer Medikamente abgelehnt. Vllt hätte es schneller gehen mit Medikamente, aber jeder muss seinen eigenen Weg finden. Kannst du gut mit deiner Tochter reden?

rena99
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Re: Kerstin mit Tochter (Depression)

Beitrag von rena99 »

Hallo Kerstin,

herzlich Willkommen hier. Eltern mit psychisch erkrankten Kindern sind hier selten, aber doch vorhanden :-).
Frag ruhig nach allem, was dich interessiert. 14 ist ja auch echt ein schwieiriges Alter. Eröffne einen Thread im geschützten User-Cafe. Da kann nicht gleich jeder lesen. Bei psychischen Erkrankungen finde ich den Persönlichkeitsschutz besonders wichtig.

LG
Rena
Rena mit Tochter (V.a. Autismusspektrumsstörung, Zwangsstörung)
"Jeder Zwang ist Gift für die Seele." (Ludwig Börne)

FranziF
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Re: Kerstin mit Tochter (Depression)

Beitrag von FranziF »

Hallo Kerstin,

du schreibst, dass die Therapie sie eher quält als zu unterstützen, ist das denn eine Tiefenpsychologische Therapie? Da werden teilweise ganz schön tiefe Wunden wieder aufgerissen, es kann gut sein, dass das gerade einfach zu viel ist für sie. Evtl wäre in dem Fall dann eine Verhaltenstherapie hilfreicher, weil man da eher lernt, wie man mit bestimmten Situationen und Gedanken umgeht, statt in der Vergangenheit rumzuwühlen und Dinge hervorzuholen, die vielleicht aus gutem Grunde tief verborgen im hintersten Eck des Gehirns untergebracht waren. Wenn sie dann ausreichend stabil ist und sich bereit fühlt, kann sie in einigen Jahren immer noch eine andere Therapieform nutzen, um die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Du schreibst auch, dass sie noch keine Diagnose kriegt, weil sie dafür zu jung sei. Das ist zum Teil schon korrekt, auch wenns doof ist.
Also eine Depression kann man natürlich in dem Alter schon diagnostizieren. Aber etwas so tiefgreifendes wie eine Persönlichkeitsstörung
mitten in der Pubertät zu diagnostizieren, wo sich noch so vieles ändert, das sehen nicht ohne Grund viele Psychologen & Psychiater sehr kritisch.
Es gibt immer einzelne Chaoten, die glauben, sich an keine Regeln halten zu müssen und auch bei 12 oder 15 Jährigen schon Borderline diagnostizieren zu können, aber entsprechend oft ist die Diagnose dann falsch- und das "Kind" ist zeitlebens gebranntmarkt mit diesem Eintrag bei Krankenkasse und anderen Versicherungen. Von daher ist es gut, dass sie die Diagnose nicht einfach so jetzt schon kriegt, auch wenns vll wünschenswert wäre, wenn sie jetzt schon nen Namen hätte, für das Problem.

Ich hoffe die Erklärungen sind hilfreich!

Liebe Grüße
Ich (1996)
Ehlers Danlos Syndrom, Myasthenia Gravis (IIb), Allergien & UV, versch. Augenerkrankungen, Hashimoto, AVWS
siehe meine Vorstellung: http://www.REHAkids.de/phpBB2/ftopic120256.html

skerstin
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Re: Kerstin mit Tochter (Depression)

Beitrag von skerstin »

Hallo Franzi,
danke für Deine ausführliche Antwort.
Sophie will einfach nicht reden in der Gespächstherapie. Sie ist clever genug um zu wissen, dass es schwer ist wenn sie sich öffnet, bevor es eben irgendwann besser werden kann. Allerdings hat sie auch schlechte Erfahrungen mit der Psychologin in der Klinik gemacht. Ich hab jetzt einen Termin bei einer andren Psychotherapeutin ausgemacht, vielleicht stimmt da die Sympathie eher. Ich weiß es auch nicht, außerdem suche ich einen Kinderund Jugendpsychiater, der neutral zum Klinikum seine Meinung abgibt.
Es stimmt schon, dass keine Diagnose besser ist, als eine feste und falsche Schublade. Allerdings stehen wir seit 2 Jahren ohne jegliche Hilfe da, egal wie oft ich nach einer Art Notfallplan frage, heitß es nur, dann eben wieder auf die geschlossene Station gehen, jederzeit möglich. Das kann es doch nicht sein. Ich sehe zu wie meine Tochter zugrunde geht und keiner hilft, das macht mich wirklich fertig. Und das Jugendamt wirft mir vor, ich mache nichts. Momentan weiß ich eben echt nicht weiter.
liebe Grüße
Kerstin

s.till
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Re: Kerstin mit Tochter (Depression)

Beitrag von s.till »

Hallo Kerstin,

habt ihr vom Jugendamt einen Erziehungsbeistand bekommen? Den haben Freunde von uns für ihre Tochter bekommen. Die KJP hilft ihr auch nicht wirklich aber bei dieser Frau fängt sie jetzt zu reden an. Der einzige Vorschlag Seitens der Klinik ist auch nur eine Wohngruppe....

LG Susanne
M *2010 Frühchen der 27SSW, Pneumothorax, Meningitis, diverse RSV Infektionen, Pneumonien, dystroph, kleinwüchsig, stimulationsbedürftige Apnoen, Asperger Autismus, Koordinationsstörung, PEG/PEJ seit 07/16 weg :D Pflegegrad 4 und SBA von 80% aG,B,H.
B*2008 ADS Pflegegrad 2

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