Kampf um das Pflegebett

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Patrizia_1
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Re: Kampf um das Pflegebett

Beitrag von Patrizia_1 »

LenchensMom hat geschrieben:
01.07.2020, 09:00
Hallo zusammen,

seit 1,5 Jahren kämpfen wir für die Kostenübernahme für ein Pflegebett. Wir sind privat versichert und der Versicherer zahlt nur ein Bett mit bis zu 80 cm Seitenhöhe. Das sei so in den Empfehlungen des Pflegeausschusses der Spitzenverbände zu lesen. Da unsere Tochter das Bett aber langfristig haben soll, und sie aufgrund ihrer Behinderung kein Gefahrenbewusstsein hat, wird eine Seitenhöhe von 80 cm nicht reichen.

Das Bertt, was wir brauchen, kostet ca. 7000 €, die KK übernimmt aber maximal 4000.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen und dann doch irgendwie Erfolg gehabt?

Wir haben sogar eine Anwältin für Medizinrecht etc. damit betraut, aber das hat auch nichts gebracht.

Bin für jegliche Tipps dankbar. Und nein, ein gebrauchtes Bett ist keine Option, da ich finde, dass mein Kind im Sinne der Teilhabe ein RECHT auf dieses Bett hat.

Viele Grüße
Sanne
Hallo Sanne,

hat sich hier schon was ergeben?

Wir haben ja geklagt, hatten im Oktober unseren Erörterungstermin bei Gericht.
Im Dezember kam das Urteil vom Gericht, dass die Pflegekasse unser Bett voll bezahlen muss. Betrag beläuft sich auf bischen über 10´000 Euro (da Sonderanfertigung mit Sondermaße 140 x 200 cm)

Wir hatten ein Gutachten unseres Neuropädiaters damals eingereicht, dass die Notwendigkeit der Größe bestätigt. MDK hatte unser Anliegen 2x abgelehnt, DAK hatte uns ja auch nochmal jemanden zur Bedarfsermittlung geschickt, Ablehnung. Wiederspruch. Dann ging es mit einer negativen Empfehlung an den Ausschuß, natürlich haben diese unseren Antrag abgelehnt und daraufhin haben wir Klage eingereicht.
Habe dem Richter den gesamten Sachverhalt nochmal geschildert, Junior war dabei, damit sich der Richter ein Bild machen konnte. War ja alles plausibel und nachvollziehbar. Im Dezember kam dann das Urteil zu unseren Gunsten. Nach 20 Monaten!! nach Beantragung.

Nicht locker lassen!! Euch steht es zu, nicht auf "Deals" einlassen, von wegen den Rest zahlt ihr.
Ich wünsche euch Durchhaltevermögen!

Viele Grüße
Patrizia
"Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen" - Aristoteles

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