Suche Kontakt in München, Tochter 2 Jahre, ICP

Kontakte zu anderen Eltern mit besonderen Kindern gewünscht? Kein Problem - Kontaktgesuche könnt ihr hier unter Angabe eurer E-Mail-Adresse einstellen.
Wer möchte, kann auch auf Krabbel- und Spielgruppen für besondere Kinder aufmerksam machen und wichtige Termine (z. B. von Selbsthilfegruppen, Fernsehsendungen über besondere Kinder etc.) angeben.

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Mia1313
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Suche Kontakt in München, Tochter 2 Jahre, ICP

Beitrag von Mia1313 »

Hallo,
Sind hier Mamas aus München, die Lust auf Treffen haben? Ich falle immer mehr in ein tiefes Loch weil die Unterschiede meiner Tochter zu gesunden Kindern immer größer werden. Wir machen das beste draus und sind eigentlich auch glücklich. Aber es belastet mich mehr und mehr und ich denke, dass ein Austausch mit Mamas anderer Kinder mit leichten Handicaps helfen könnte. Evtl gemeinsam auf den Spielplatz gehen oder auf einen Kaffee?
Ich würde mich sehr freuen :)
Meine Tochter ist 2 Jahre alt und hat eine Diplegie. Sie läuft an den Händen, mit Walker oder Laufwagen. Freies Laufen ist aber noch weit entfernt. Geistig ist sie topfit und redet wie ein Wasserfall.
Toll wären Mamas mit Kindern mit ähnlichen Problemen oder auch mit anderen Handicaps aber im ähnlichen Alter.
Meldet Euch :)
LG
Rosa

Lumoressie
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Re: Suche Kontakt in München, Tochter 2 Jahre, ICP

Beitrag von Lumoressie »

Schade, dass ihr in München wohnt. Wir wohnen in Stuttgart.
Unsere Maus ist auch 2. Mit Spina bifida.
Rollt wild mit dem Rolli, quasselt den ganzen Tag, läuft ein wenig mit Rollator.
Es ist ganz schön schwierig mit gesunden Gleichaltrigen.
Die sind immer so schnell weggeflitzt.
Ich, 43
mit 6 Pflegekindern,
21, PTBS
20 ganz gesund
12 FAS, Epilepsie, blind, PEG-frei Dank Notube seit
Pfingsten 2014!!! sakrale MMC
11 hörbehindert, Gesichtsfehlbildung
6 FAS
33 Monate, Spina bifida, Hydrocephalus mit VP-Shunt, Arnold Chiari Typ 2

r.bircher
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Re: Suche Kontakt in München, Tochter 2 Jahre, ICP

Beitrag von r.bircher »

Hallo zusammen

Hier muss ich jetzt doch ein paar Gedanken als selbst Betroffener dazu schreiben. Und zwar möchte ich die Frage stellen, woher das "schlecht fühlen" kommt. Muss man sich schlecht fühlen, wenn man als Behinderter under Nichtbehinderten ist? Muss einem das weh tun als Mama? Natürlich weiss ich, dass ihr Mamas an der Behinderung eures Kindes zu knappern habt. Wenn es aber darauf hinausläuft, dass ihr dadurch Kontakte zu Nichtbehinderten abbaut geht das in eine falsche Richtung. Denn Ihr bahnt damit bereits, ohne es zu merken, die Exklusion vor. Die Traurigkeit über die Behinderung wird sich früher oder später möglicherweise von Euch auf euer Kind übertragen. Das Kind wird immer damit leben müssen/dürfen, anders zu sein. Die Frage ist, ob dieses anders negativ oder positiv behaftet ist.

Was ihr vielleicht noch nicht überlegt habt, eine Behinderung ist nicht einfach nur negativ. Stellt das Vergleichen mit anderen Kindern ganz schnell ab, denn eure Kinder werden NIE in die Norm passen. Es wird euch und eure Kinder nicht glücklich machen, dem normal sein hinterherzurennen. Eure Kinder werden immer eine Sonderrolle einnehmen, ob eine positive oder negative Sonderrolle ist dann zu einem Grossteil deren Entscheidung.

Und wenn ihr mich heute fragt, ob ich die Behinderung heute noch mal nehmen würde, wenn ich wählen könnte, wäre meine Antwort ein dickes fettes JA. Das einzige was ich bereue ist, dass ich nicht früher erkennt habe, dass es nicht darum geht, was man hat, sondern was man daraus macht. Klar, es gab traurige und harte Momente mit der Behinderung. Aber die freudigen Momente und vor allem die Erfahrungen sind weit aus prägender.

Ich finde es übrigens gut, wenn ihr Euch trefft. Denn man muss sich zum Teil mit seinesgleichen austauschen. Aber der Beweggrund dafür stört mich ein bisschen. Eure Kinder sind anders ja, aber keinesfalls schlechter!

Gruss Raphael
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Jörg75
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Re: Suche Kontakt in München, Tochter 2 Jahre, ICP

Beitrag von Jörg75 »

Hallo Raphael,

Rosa schrieb doch:
Aber es belastet mich mehr und mehr und ich denke, dass ein Austausch mit Mamas anderer Kinder mit leichten Handicaps helfen könnte.
Sie schrieb also deutlich, dass die Situation sie als Mutter belastet und sie Austausch mit anderen Eltern in vergleichbarer Situation haben möchte … da kann ich jetzt keine "Exklusion" erkennen, sondern ich kann diesen Wunsch von Rosa vollständig nachvollziehen! Ich kann dem Wunsch von Rosa auch nicht entnehmen, dass sie ihre Tochter als "schlechter" ansieht.

Im übrigen könnte ich als Vater eines mobilitätseingeschränkten Kindes es durchaus auch nachvollziehen, wenn man als Elternteil den Wunsch haben würde, auch Kontakte zu anderen mobilitätseingeschränkten Kindern zu haben. Erstens sind dann ggfs. die Bewegungsradien vergleichbar … es ist schon Mist, wenn die gesunden Kinder ständig wegrennen und das eingeschränkte Kind nicht hinterherkommt (weil es zB gar nicht laufen kann), und zweitens können sich Kinder untereinander auch durchaus Dinge "abschauen".
Insofern stimme ich dir zu, dass man nicht nur den Kontakt zu anderen eingeschränkten Kindern suchen sollte, aber diesen auch zu suchen, finde ich nicht verkehrt.

Gruß
Jörg
K., *2013, Extremfrühchen (27. +3 SSW), ICP, GdB 100 G aG H B, PS II+/ PG 4
J., *2016, aktuell keine Besonderheiten

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Re: Suche Kontakt in München, Tochter 2 Jahre, ICP

Beitrag von r.bircher »

Hallo Jörg

Ich bin absolut deiner Meinung, dass Treffen unter gleichgesinnten helfen. Es fällt mir halt nur immer mehr auf, dass vor allem körperlich geburtsbehinderte sich oft selbst von der Aussenwelt abschotten. Ich meine hier im Forum haben schon öfters Eltern geschrieben, dass ihre Kinder auf die Förderschule schicken, weil das unter anderem das Kind unter dem anders sein leidet. In dem Thread ist mir aufgefallen, dass die Eltern ja vor dem Kind an den Entwicklungsdefiziten leiden. Das hat auch was mit der Akzeptanz des Anderssein zu tun.

Ich finde es absolut ok, wenn man sich mit Gleichgesinnten trifft, um sich gemeinsam auszutauschen. Ich sehe es aber als kritisch an, wenn es mehr darum geht, dem Anderssein nicht in die Augen schauen zu müssen. Ich hatte bei dem Thread zumindest den Eindruck, dass zweites stark mitschwingt.

Aber das Ganze ist vielleicht ein anderen Thread wert.

Gruss Raphael
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Mia1313
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Re: Suche Kontakt in München, Tochter 2 Jahre, ICP

Beitrag von Mia1313 »

Huch, hier ist jetzt eine Diskussion entfacht worden, die nichts mit meiner Frage zu tun hatte.
Aber ich kann Euch beruhigen: meine Tochter ist bereits in der Krippe- und zwar in einer mit nur gesunden Kindern. Wir kümmern uns gerade um einen Antrag, dass sie als IntegrationsKind dort bleiben darf.
Wir haben NUR Kontakte zu gesunden Kindern und deshalb hier meine Frage. Von Abschotten sind wir weit entfernt. Und selbst wenn - man muss sich als Eltern eben auch erst mit der Situation arrangieren und und damit umgehen lernen. Heißt ja nicht, dass man dem Kind damit ein schlechtes Gefühl auf den Weg gibt. Ich für meinen Teil bin eben auch nur einMensch und oft wahnsinnig traurig über das Handicap meiner Tochter. Bedeutet nicht, dass ich sie nicht über alles liebe.
Mir würde ein Austausch helfen, denke ich.
Würde mich sehr freuen wenn sich Gleichgesinnte hier melden würden :)

Rita2
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Re: Suche Kontakt in München, Tochter 2 Jahre, ICP

Beitrag von Rita2 »

Hallo Mia,

bei uns gab es damals von den Frühförderstellen Treffen für Eltern mit behinderten Kindern. Die Eltern konnten sich austauschen und die Kinder haben im gleichen Raum betreut gespielt.
Wir haben dort Kontakte geknüpft und uns auch privat mit einigen getroffen. Und da immer jemand der Frühförderung dabei war, konnte man auch Fragen stellen und hatte jemand vom Fach dabei.

Kennst du Petö. Das gibt es in München und Umgebung recht viel. Das könnte als Therapie vielleicht auch eine Möglichkeit für euch sein. Wenn dies nicht, kann man über den Verein vielleicht auch Kontakt bekommen.

Ansonsten ein Aushang im SPZ / Kinderklinik / Therapeuten.
Wir haben uns jahrelang mit einer Familie getroffen, dessen Sohn auch behindert ist. Der Kontakt kam über den Ergotherapeuten zustande. Auch jetzt noch (die "Kinder" sind 24) telefonieren wir noch manchmal oder treffen uns.

Wir haben mit unserem Sohn alles im "Normalen" gemacht soweit es irgendwie ging. Aber ich fand es immer gut, daß er auch Kontakt zu anderen behinderte Kinder hat. Das er sieht/erlebt, daß es andere gibt, die von der Norm abweichen. Für uns als Eltern war der Austausch mit andern Eltern mit behinderten Kindern sehr wichtig. Viele Probleme können die anderen Eltern einfach nicht nachvollziehen. Oder man muß ewig lang erklären, was Eltern mit behinderten Kindern sofort klar ist. Zudem kann man sich gegenseitig mit Infos helfen.

Viele Grüße
Rita
Rita mit Sohn *Dezember 1995, ohne Diagnose,
cerebrale Koordinations- und Tonusregulationsstörung mit Zehenspitzengang, kognitive und sprachliche Entwicklungsstörung, süßer Bengel

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