Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

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SandraV
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Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

Beitrag von SandraV »

Hallo,

ich hatte gestern einen Anruf vom JA das nun alle zwei Jahre die Überprüfung der Diagnose erforderlich wäre mit Leistungsdiagnostik etc, damit man feststellen kann ob die gewährte Hilfe noch richtig ist.
Es hätte da im letzten Jahr eine Gesetzesänderung gegeben.

Leider hat man mich gestern sehr ungünstig am Telefon erwischt (ich war unterwegs, hatte nichts zu schreiben etc).

Kann das wirklich sein?
Oder geht es da nur um eine Bescheinigung vom KJP das die Diagnose weiterhin vorliegt, evtl noch das bestimmte Hilfen (wie z. B. Schulbegleitung empfohlen werden)?

Wenn wirklich alle 2 Jahre die komplette Diagnostik gemacht wird, dann wäre man ja Dauergast beim KJP? Intelligenztest , Fragebögen etc.

Hab ich da was falsch verstanden?

Lg Sandra

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Regina Regenbogen
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Re: Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

Beitrag von Regina Regenbogen »

SandraV hat geschrieben:
29.05.2020, 06:34
Hab ich da was falsch verstanden?
Möglich. Du hast hoffentlich am Telefon gesagt, dass du um eine schriftliche Information unter Angabe der entsprechenden (neuen) Rechtsgrundlage bittest?
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

sandra8374
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Re: Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

Beitrag von sandra8374 »

Ich war alle 2 Jahre zur Diagnostik/Überprüfung. Es könnte sich ja bessern oder verschwinden.

Hatte aber auch den Vorteil, das man immer was aktuelles in den Unterlagen hat und die Entwicklung sehen konnte. Bei uns reichte dazu aber Bericht aus dem SPZ. Erst mit Volljährigkeit brauchte es dann wieder quasi eine neue Diagnostik, weil ja bei Erwachsenen andere Grundlagen gelten. Dort war man aber auch dankbar für die vorhandenen Berichte. Ebenso bei Gericht wegen Betreuung.

Ob das jetzt gesetzlich vorgeschrieben ist, keine Ahnung.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

TinaJuni
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Re: Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

Beitrag von TinaJuni »

Hallo,

bei meinem älteren AS-Sohn (jetzt 19),der eine Schulbegleitung hatte mussten wir jedes Jahr dem Jugendamt einen neuen Bericht vom SPZ vorlegen, die die Weiterführung der SB untemauern sollte. Das war aber keine komplett neue Diagnostik, sondern nur ein ca. 45 min Gespräch des Kinderpsychologen mit mir und dann mit meinem Sohn alleine. Der KP schrieb dann einen ca. 3 seitigen Bericht, das ich dem JuA schickte. Achja wir wohnen in Baden-Würrttemberg.
Seit 2 (?) Jahren wurde dieser Zeitraum auf 2 Jahre erhöht. Mein jüngerer AS-Sohn mit SB muss jetzt also nur alle 2 Jahre zum SPZ, wenn wir die Schulbegleitung weiterführen möchten.
Also keine Tests mehr sondern nur ein Gespräch.

Viele Grüße
TinaJuni

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Engrid
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Re: Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

Beitrag von Engrid »

Regina Regenbogen hat geschrieben:
29.05.2020, 06:55
SandraV hat geschrieben:
29.05.2020, 06:34
Hab ich da was falsch verstanden?
Möglich. Du hast hoffentlich am Telefon gesagt, dass du um eine schriftliche Information unter Angabe der entsprechenden (neuen) Rechtsgrundlage bittest?
Genau so.
Wir sind nicht beim JA, sondern beim Sozialhilfeträger (hier Bezirk), Rechtsgrundlage der Eingliederungshilfe dürfte aber die gleiche sein: Wir müssen alle zwei Jahre eine gutachterliche Äußerung unserer KJP bringen, als Grundlage der Weiterbewilligung der Hilfen. Das ist absolut keine Neu-Diagnostik. Und das ist auch nicht neu. Es geht darum, wie sich die Behinderung aktuell auswirkt, und vor allem, wie sie sich auf die Teilhabe auswirkt, und das unterliegt ja tatsächlich teilweise dem zeitlichen Wandel (zb wg Therapieerfolgen, oder besserer/schlechterer Pädagogik in der Schule, ...).
Ich hoffe, Ihr habt eh eine gute betreuende KJP?

Grüße
Engrid
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karya
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Re: Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

Beitrag von karya »

Hallo zusammen!

Wie unterschiedlich das gehandhabt wird!

Mein Sohn erhält seit Anfang 2016 Leistungen vom Jugenarmt (Schulbelgeitung und seit Oktober Autismustherapie). Wir haben lediglich bei der Beantragung der Schulbegleitung den Diagnosebericht vorgelegt. Seitdem mussten wir nichts neues einreichen. Es finden regelmäßig HPG's statt, wo alle beteiligten an einem Tisch sitzen. Die Schulgebleitung bzw. der Träger muss zuvor dem Jugendamt einen Bericht vorlegen. In diesem Schuljahr mussten alle Beteiligten sich schriftlich äußern. Das ATZ ist das erste mal mit im Boot.

Gutachten oder gar eine neue Diagnostik mussten wir biser nicht noch einmal vorlegen. Und auch aktuell wurden wir nicht darum gebeten. Das akutelle HPG läuft. Wir wurden wie oben geschrieben vor zwei Monaten eben gebeten uns schriftlich zu äußern, da ja das HPG in bisheriger Form nicht stattfinden kann.

LG
karya
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C. (04/07) "Grenzgänger" von Geburt an, Frühchen 31. SSW, Asperger Autist
L. (04/09) Z.n. Schulterdystokie, mittlerweile ausgeheilte Plexusparese links und erfolgreich operierter Schiefhals (10/11) links
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Regina Regenbogen
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Re: Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

Beitrag von Regina Regenbogen »

karya hat geschrieben:
29.05.2020, 10:20
Es finden regelmäßig HPG's statt, wo alle beteiligten an einem Tisch sitzen.
Ja, die HPG-Protokolle hatten unserem Sozialamt auch jahrelang gereicht.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
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Sophie-11
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Re: Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

Beitrag von Sophie-11 »

Hallo,

ich bin nur Laie, daher die Angaben ohne Gewähr.

In der Arbeitshilfe der NRW-Landesjugendämter LWL und LVR (hier zum herunterladen) heißt es bzgl. des Hilfeplanprozesses:
Beteiligung der die ärztliche/psychotherapeutische Stellungnahme abgebenden Person
Gemäß § 36 Abs. 3 SGB VIII besteht eine Pflicht des Jugendamts, die Person, die die ärztliche bzw. psychotherapeutische
Stellungnahme abgegeben hat, zu beteiligen - allerdings ohne Pflicht für diese sich zu beteiligen.
Dementsprechend sind die Möglichkeiten und Bedingungen „auszuloten“, die Expertise kann durch eine persönliche
Teilnahme, aber auch schriftlich oder mündlich eingeholt werden.
Ob und wann eine erneute Stellungnahme nach § 35a Abs. 1a SGB VIII einzuholen ist, ist im Einzelfall anlassbezogen
zu entscheiden.
Erfolgen sollte dies insbesondere bei der Vermutung, dass sich die Diagnose verändert
hat. Andere Gründe können eine Änderung der Hilfeart oder bei Hilfen zu einer angemessenen Schulbildung ein
Wechsel auf eine andere Schulform sein, also immer dann, wenn eine ärztliche oder psychotherapeutische
Einschätzung für die Entscheidung über oder die Ausgestaltung der Hilfe notwendig erscheint.
Das verstehe ich so, dass es weitgehend im Ermessen der JÄ liegt, ein erneutes Gutachten zu verlangen. Und damit wird wohl jedes Jugendamt das anders handhaben :roll: . Aber es geht nur um eine erneute Stellungnahme, nicht eine erneute Diagnostik! Welche Untersuchungen dafür nötig sind, liegt dann wohl in der Entscheidung des Mediziners.

Im Interesse der Konfliktvermeidung würde ich so vorgehen, dass ich (ev. schriftlich) um schriftliche(!) Angaben darüber bitte, was sie genau haben wollen. Sollten mir diese Angaben komisch oder als zu große Zumutung vorkommen, würde ich dann noch um Angaben zur gesetzliche Grundlage bitten, wie Regina schon schrieb.

LG!
der Große *12/2007 (eher Spektrumsnah)
der Mittlere *09/2010 (Asperger und Vd auf ADHS)
die Kleine *02/2014 (Asperger)

SandraV
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Re: Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

Beitrag von SandraV »

Hallo,

so, bin ein wenig schlauer.
Habe nun als Antwort erhalten, das eine fachärztliche Stellungnahme erforderlich ist.
Diese soll alle Ergebnisse beinhalten die zu einer Gesamtdiagnostik des Entwicklungs- und Gesundheitszustandes gehören.

Bin mal gespannt ob der KJP was damit anfangen kann.

Womit ich mir aber die nächste Frage stelle.
Bislang läuft alles unter 35a beim Jugendamt wegen Autismus.
Allerdings hat mein Kind zusätzlich Epilepsie und einen Gendefekt (der aber wohl die Ursache für Autismus und Epilepsie ist).

Wenn der Arzt jetzt diese Stellungnahme abgibt, müsste er ja Epilepsie und Gendefekt mit benennen. Theoretisch ist das in der Akte vom Amt, ich weiß aber nicht ob irgendeiner der vielen Sachbearbeiter jemals die Arztberichte gelesen hat.

Kann es mir jetzt passieren das wir aufgrund mehrerer Diagnosen nun zum Sozialamt "geschoben" werden?

Lg Sandra

sandra8374
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Re: Überprüfung der Diagnose jetzt alle 2 Jahre?

Beitrag von sandra8374 »

Bedingt der Gendefekt denn eine geistige Behinderung und/oder eine körperliche Behinderung? Wenn nicht, ist das JA weiterhin zuständig.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

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