Schule in der Corona-Zeit

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

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esram
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Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von esram »

Hallo Elena,
vielleicht solltest du es mal von der anderen Seite betrachten, dass es vermutlich in der Klasse und Schule Familienmitglieder der Schüler gibt, die zur Risikogruppe gehören. Die schwere Krankheiten haben und das Coronavirus hier tödlich enden kann (bei mir wären es beide Elternteile, ich selbst).

Und diese Eltern eben auch jonglieren müssen, ihren Kindern diese Masken, Abstand, Kontaktverbot, keine Kita, keine Oma beibringen müssen wie du auch.

Und auch wenn es schlimm ist für dich, aber da geht in diesem Fall die Gesundheit der Allgemeinheit vor.

Ich würde mit der Schule das Gespräch suchen. Bevor ich meine Energie für Beschwerdebriefe vergeuden würde.

Es muss eine Lösung für alle gefunden werden. Dass dies nicht leicht ist, ist allen klar.

Ich würde das friedliche Gespräch suchen, vielleicht hast du die zündende Idee bereits, wie es funktionieren könnte?
esram mit Sohn Sommer2013 (chronische Verstopfung ohne Diagnose, Verdacht auf Morbus Hirschsprung, Verdacht Tumor FNH Leber) und Sohn Winter2015 (nix)

Nicole_
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Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von Nicole_ »

Hallo,

unsere Grundschule hat in ihrem Konzept auch sehen, dass die Kinder abgeholt werden müssen, wenn sie sich nicht an die Hygienevorschriften halten können bzw. es nicht tun.

Fächer wie Sport oder zum Beispiel der Morgenkreis sind gestrichen. Es gibt einmal in der Woche 4 Stunden Unterricht und jeder muss an seinem Platz bleiben. Die Vorgaben kommen ja von oben: Sobald ein Kind oder Lehrer durch den Raum geht, müssen Masken aufgesetzt werden. Eure Schule hat eine Lösung für deinen Sohn gesucht und ihn nicht abgewiesen. Die Lösung kränkt dich sehr, also suche das Gespräch: Sag der Schule, dass es sich für dich wie ein Zookäfig anfühlt. Ich denke, dass sie anders gedacht haben und eine Lösung gesucht haben und es selbst nicht erniedrigend gesehen haben.

In NRW kannst du ihn vom Unterricht befreien lassen mit einer Bescheinigung vom Arzt. Mein Sohn ist durch mein Attest befreit. Seinen besten Freund konnten wir befreien lassen, indem die Mutter schrieb, er könne die Maske nicht ertragen.

Viele meiner Schüler wünschen sich eine Glaswand vorm Pul, damit ich sie selbst wieder unterrichten darf.

Es wird eine nicht zuende gedachte Idee sein und meist haben die Schulen nur sehr kurz Zeit, ein Konzept zu entwickeln.

Sag der Schule, was du fühlst, denn nur so erkennen sie das Problem.

Liebe Grüße

Nicole
Großer (7) Asperger Autist mit Insel Hochbegabungen
Kleiner (nur der normale Wahnsinn)

Elena2012
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Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von Elena2012 »

Natürlich kann ich die Angst vieler Menschen nachvollziehen. Wir haben ja auch Angst vor Corona.

Trotzdem kann ich die Lösung der Schule nicht nachvollziehen. Und ich kann auch nicht gelten lassen, dass die Schulen nur wenig Zeit für die Vorbereitung hatten. Wir haben die ganze Situation seit Angang März, das sind inzwischen drei Monate. Drei Monate, in denen Kinder zu Hause von den Eltern unterrichtet wurden. Da hätten die Schulen und vor allem die Behörden doch die Zeit dafür nutzen können, um vernünftige Konzepte zu entwickeln.

Und wenn es gar nicht geht, würde ich schon vom Staat erwarten, dass dieser einmal über den eigenen Schatten springt und Schulpflicht vorübergehend aussetzt. Für mich wäre es bereits eine große Hilfe.

Ayden
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Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von Ayden »

Liebe Elena,

Vielleicht entspannt dich dies etwas (nicht in der Sache, aber in der Umsetzung):
ich weiß nicht, ob Du das Interview mit Herrn Ties Rabe, unserem Hamburger Schulsenator seinerzeit Anfang April (so ca.) mitbekommen hast: Da hat er ganz klar von einem Schulangebot geredet, NICHT von ZWANG.

In Hamburg sind wir in der tatsächlich priviligierten Situation, und das ist vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass unser Oberbürgermeister Laborarzt von Beruf ist (!), dass die Schulpflicht zwar nicht ausgesetzt ist, aber de facto alle Kinder, die zu einer der Risikogruppen gehören zu Hause bleiben dürfen (volles Homeschooling), und das, ohne befürchten zu müssen, dass sie deshalb das Schuljahr nicht bestehen. Gleiches gilt auch für alle Kinder, bei denen zu Hause im Haushalt jemand lebt, der zu einer Risikogruppe gehört.

Das ist, aus meiner Sicht, besser als das Aussetzen der Schulpflicht, da das Homeschooling ja automatisch als Schulersatz gewertet wird.

Da wir ja bereits am 25.6. in die Ferien starten, würde Dein Sohn konkret insgesamt maximal 20-22,5 Stunden Regelunterricht verpassen, wenn Du ihn die letzten Wochen des Schuljahres zu Hause ließest.

Ja, in den (Regel-)Schulen unserer Kinder (2mal Gymnasium Hamburg, einmal Grundschule Hamburg) wird jedes Kind sofort nach Hause geschickt, das sich nicht an die Abstandsregeln hält, ganz unabhängig aus welchem Grund. Vielleicht könnte man die Maßnahmen der Schule als (VÖLLIG VERUNGLÜCKTEN!!!!) Versuch werten, deinem Kind, bei dem das Einhalten der Regeln aus medizinischen Gründen schwierig erscheint, eine Chance zu geben, trotzdem `dabei´ zu sein??? (Ich denke ja nur mal positive, dass die vorgschlagene Regelung GAR NICHT geht, ist vollkommen klar!)

Falls ihr nicht die Schule wechseln wollt : Nutze doch die Zeit, Frederick bestmöglich völlig individuell zu Hause fördern zu lassen (z.B. Nachhilfelehrer, der ihm Lesen und Schreiben und etwas Rechnen beibringt, 1:1 geht bestimmt einiges!) und besprich mit der Schulleitung (konstruktiv) wie Du dir eine nicht diskriminierende Beschulung in der nächsten Klassenstufe vorstellen kannst.

Dass die Schulleitung dein Kind einfach so akzeptiert, wenn es die Regeln nicht einhält, dass vergiss bitte einfach, das wird es - schon aus rechtlichen Gründen!- (vermutlich nicht nur an der Regelschule) nicht geben können. Aber , wie einige andere vor mir schon sagten, vielleicht schafft Frederick es ja, die Abstandsregeln einzuhalten.

Das mit dem eigentlichen Unterricht/Förderung im Unterricht, mit dem Ihr ja schon länger nicht glücklich seid, wird trotzdem nicht gerade einfacher werden im nächsten Schuljahr......

Euch viel Glück und Grüße!!!

Ayden

monika61
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Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von monika61 »


LovisAnnaLarsMama
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Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von LovisAnnaLarsMama »

:lol:
Im Artikel ist die Rede von "Verhältnismäßigkeit".
Für mich bedeutet dies, das Frederik in seine Klasse darf und eventuelle Ausrutscher geduldet werden.
Das Kind ist gefährdet- von ihm geht wohl weniger Gefahr aus.
In diesem Fall mit der Gesundheit der Allgemeinheit zu argumentieren halte ich für ziemlich daneben.
Wahrscheinlich achten Frederiks Eltern wesentlich besser auf Kontakte/ Hygiene als die Eltern von Kindern ohne Risiken, die sich abseits der Schulen in Parks etc. fröhlich treffen- oft auch ohne Abstand.
Ich hoffe, dass in den nächsten Tagen deutlich gemacht wird, das nicht die Kinder die Viren verbreiten, sondern die Erwachsenen die ohne Rücksicht auf Verluste weiterhin Erreger auf Massenveranstaltungen austauschen.
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

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JasminsMama
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Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von JasminsMama »

Hallo,

ich würde an Eurer Stelle über einen Wechsel nachdenken, vor allem, wenn Ihr schon mehr solche unschönen Erfahrungen gemacht habt. Bei uns war der Wechsel auch in der 1. Klasse und es war das Beste was wir machen konnten. Mein Kind hat sich in der Förderschule sofort aufgehoben gefühlt. Sie war nicht, wie an der Regelschule, immer die Langsamste und er Schlechteste, sondern richtig gut und konnte sogar Klassenkameraden helfen.
Überlegt es Euch, ein Wechsel in einem frühen Schuljahr finde ich am sinnvollsten.

Bei uns ist es zur Zeit umgekehrt, mein Kind kann die Regeln gut umsetzen, versteht auch den Sinn dahinter und ist da sehr verlässlich.
Ihre Klassenkameraden aber zum größten Teil nicht.

Die Klasse meiner Tochter hat schon seit ein paar Wochen wieder Unterricht, mein Kind durfte bisher, wegen meines Lebensgefährten, der Risikopatient ist, noch nicht gehen.

Nach den Pfingstferien darf sie wieder gehen, aber nur wenn sie und wir das wollen.

Sie und auch wir, sind total unsicher, denn ihre Klassenkameraden können die Abstandsregeln nicht durchgehend einhalten, das hat uns der Lehrer schon bestätigt, er hat ja schon ein paar Wochen Erfahrungswerte sammeln können.

Ich habe jetzt gefragt, ob sie es probieren darf und wenn sie sich unsicher fühlt und merkt, dass ihr das alles zu eng und zu nah ist, dass wir dann wieder auf Homeschooling umsteigen...eine Rückmeldung, ob das so geht haben wir jetzt noch nicht bekommen.

Maske muss bei uns in der Schule gar nicht getragen werden, nur im Bus beim Fahrdienst.

In Eurem Fall, für 2,5 Std., würde ich mein Kind wohl zu Hause lassen, das wäre für ihn ja wirklich eine Zumutung, wenn alle zusammen sein dürfen, nur er nicht.

Ich möchte Euch Mut machen, über einen Schulwechsel nachzudenken. Vllt. könnt Ihr eine Hospitation ausmachen(falls die Schulen das in Zeiten von Corona machen...), sodass Ihr Euch ein Bild von der Förderschule machen könnt.

LG und haltet die Ohren steif
Sandra
Sandra 06/76
Jasmin Marie 05/02 globale Entwicklungsverzögerung, vis. Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung, starke Hyperopie rechts, hochpathologisches EEG (Besserung seit Jan. 12),
PG 3, SBA 80% B, G, H
***Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht***

RikemitSohn
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Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von RikemitSohn »

Hallo,

ich finde die Lösung nicht gut das Kind hinter eine Glasscheibe zu sperren. Aber wie von den Eltern gefordert die Hygienemassnahmen auszusetzen, halte ich auch für extrem. Ich kann nach vielen schlechten Erfahrungen den Frust verstehen und irgendwann hat man keine Lust mehr auf Kompromisse. Das hilft nur nicht, denn ich empfinde beides nicht als gute Lösung. Wenn Frederik Körperkontakt haben darf und andere nicht, macht ihn das auch zum Aussenseiter.
Der Schulalltag ist ein anderer und auch viele andere Kinder werden Dinge wie Sport und Morgenkreis vermissen. Da sitzen gerade alle im gleichen Boot. Damit zu argumentieren halte ich für wenig zielführend, denn das würde das Hygienekonzept kippen. Auch das Frederik weniger ansteckend als andere Kinder ist, wird andere Eltern und Lehrer nicht beruhigen und darf auch nicht von der Schule akzeptiert werden, denn Menschen lügen manchmal oder haben ein anderes Verständnis von Sicherheit.
Man sollte an Begleitung arbeiten und ein bisschen kreativ werden. Vielleicht hilft es den Klassenraum in Quadrate zu teilen mit buntem Klebeband. Jedes Kind bekommt eine Farbe. Davon können auch die anderen Kinder profitieren und das behinderte Kind hätte keine Sonderrolle. Zusammen mit einem Begleiter müsste doch ein Gb-Kind auf diese Weise nicht hinter Glas gesperrt werden.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

sylvia1968
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Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von sylvia1968 »

Genau die im Eröffnungspost beschriebene Situation ist heute in der BILD-online Ausgabe zu lesen,
Hat diese Aufmerksamkeit etwas bewirkt in der Schule?

NataschaSte
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Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von NataschaSte »

Das ist derzeit in Österreich großes Thema

Ich finde es spannend bzgl Ansteckung und kompletter Schul Öffnung. Dann bräuchte es hier diese Überlegungen gar nicht.


https://kurier.at/wissen/gesundheit/rue ... /400851959
Natascha und Thaddäus, geb 12/15, atypischer Autismus

Wissen schützt vor Dummheit nicht (alligatoah)

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