Schule in der Corona-Zeit

Integrative Kindertagesstätte oder Sonderkindergarten? Kann mein Kind die Regelschule schaffen oder muss es doch eine Sonderschule besuchen? Hier dreht sich alles um Kindergarten- und Schulbesuch.

Moderator: Moderatorengruppe

Antworten
Benutzeravatar
Alexandra2014
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 4003
Registriert: 04.12.2014, 14:04

Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von Alexandra2014 »

An unserer Schule wird tatsächlich Sport gemacht. Mit kleinen Gruppen und jeder für sich auf Distanz. Auch der Ganztag wird umgesetzt, inklusive Mittagessen. Zähne putzen ist allerdings untersagt. Die armen Kinder mit fester Zahnspange... 🙈

Die Kinder müssen die Maske auch nur vom Schulbus bis zu ihrem Platz, sowie in den Pausen und bei Toilettengängen auflassen.
Im Klassenraum stehen die Tische weit auseinander, da dürfen die Masken runter.

Vom Unterricht ausgeschlossen wird nur derjenige, der sich mutwillig nicht an die Regeln hält.

Gruß
Alex
R. *12/2007, Autismus-Spektrum-Störung, okzipitale Epilepsie mit Ausbreitung nach frontozentral

mariannna
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 343
Registriert: 07.02.2015, 16:06
Wohnort: werl

Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von mariannna »

Hallo,
bei uns (nrw,regelschule) werden auch keine körpernahen Fächer (Sport, schwimmen) unterrichtet. Nur deutsch und Mathe, 1X/ Woche.

Es ist einfach ein Zielkonflikt: immunsupprimierte Kinder haben genauso ein Recht auf Bildung (und körperliche&seelische Gesundheit), wie geistig Behinderte, die keine Abstandsregeln einhalten können.

An sich kein Problem.... es geht halt nur zusammen!



LG,marianna

mariannna
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 343
Registriert: 07.02.2015, 16:06
Wohnort: werl

Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von mariannna »

Ich kann leider nicht editieren:

Es geht halt nur nicht zusammen, wollte ich schreiben.


Ich würde auch einen Schulwechsel erwägen.

Elena2012
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 53
Registriert: 16.12.2019, 07:08

Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von Elena2012 »

Zum Thema immunsupprimierte Kinder: Frederick hat das Down-Syndrom und dadurch ebenfalls ein schwaches Immunsystem. Er neigt auch zu Erkältungen, zum Teil auch sehr schweren. Somit gehört er ebenfalls zur Risikogruppe. Bitte nicht als Angriff verstehen, aber ich habe im Augenblick den Eindruck, dass selbst hier im Forum die behinderten Kinder in zwei Klassen aufgeteilt werden. Die einen sind eher körperlich behindert und haben Recht auf Bildung und die anderen sind geistig behindert und vor denen wollen alle im Augenblick geschützt werden. Es tut mir sehr, sehr weh, wenn ich das lese. Das wollte ich nur anmerken.

Ich habe Frederick sieben (!) Wochen wirklich nur in der Wohnung behalten. Anfang März gab es in Hamburg Ferien, da haben wir bereits freiwillig auf alles verzichtet und dann kam der Lockdown. Frederick durfte gar nicht raus bis Ende April. Aber wie lange hält ein Kind das aus, wie lange halten wir als Eltern das aus. Wann gibt es den Impfstoff? In einem Jahr? In zwei Jahren? Oder auch gar nicht? Soll mein Kind dann für immer zu Hause bleiben?

SarahTheresia
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 89
Registriert: 14.03.2018, 13:18

Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von SarahTheresia »

Ich bin entsetzt und sehr traurig über das Vorgehen der Schule. Das kann nicht die Lösung sein. Da würde ich definitiv ebenfalls einen Schulwechsel im Erwägung ziehen, allein schon, weil die dort anscheinend herrschende Auffassungen von Integration und Menschenwürde (auch für behinderte Kinder!) nicht zu unseren Vorstellungen passen würden.

Oliver ist geistig behindert und auch körperlich zurück und geht seit letzter Woche wieder in die heilpädagogische Kita. Seine I-Helferin ist bei ihm und versucht, allzu ausufernden Körperkontakt zu vermeiden. Aber ganz verhindern? Unmöglich und trotzdem wird Oliver nicht in einen Glaskasten gesperrt, sondern man trägt das Risiko gemeinsam - wir ja auch, wenn andere Kinder den Abstand nicht einhalten können.

Auf jeden Fall verstehe ich Dein Entsetzen und Deine Wut - euer Kind ist immer noch ein Mensch und kein Aussätziger.
Sarah (*1980) und Papa (*1979) mit gesunder großer Maus (*12/2014) und kleinem Räuber (*09/2017) - dup-15q-Syndrom, schwere kombinierte Entwicklungsstörung, Epilepsie, PG4, GdB v. 100, Merkzeichen B, G, H und aG; aber ein absoluter Gute-Laune-Bär und zusammen mit seiner Schwester unser größtes Glück. 🐻 ☀️

Benutzeravatar
Andrea5
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 5364
Registriert: 12.10.2006, 10:47

Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von Andrea5 »

Hallo,

die Schule deines Sohnes hat in puncto Inklusion schon mal versagt. Ich an deine Stelle würde mich beschweren. Gibt es keine Unterrichtsbegleitung für dein Kind? Ich würde mir an deiner Stelle eine andere Schule suchen, möglichst Förderschule. Die sind besser aufgestellt.

LG Andrea
Andrea Bj.1965/ Jan 11/98 KISS(KIDD) blockadefrei, Legasthenie mit kormobide AVWS
Ben 01/04 KISS(KIDD) blockadefrei , frühkindl. Autismus, Wahrnehmungsprobleme, expressive Sprachstörung , Hyperakusis und
Sternenmama *1931 bis 09/2019

"WAS NICHT PASST, WIRD PASSEND GEMACHT" (von Peter Thorwarth)

LovisAnnaLarsMama
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1554
Registriert: 12.10.2016, 22:23
Wohnort: OWL

Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von LovisAnnaLarsMama »

Hallo Elena,
wie groß ist denn die Klasse, ist sie in Gruppen aufgeteilt? Habt ihr eine Schulbegleitung?

Ich kann jetzt nur von einer GS in NRW reden, die relativ viele I- Klassen hat (in der Klasse meiner Tochter sind drei I- Kinder, zwei mit Schulbegleiter).
Die Klassen sind in jeweils drei Gruppen aufgeteilt...
Mein Großer hatte am ersten Tag seinen Mundschutz vergessen, andere Kinder halten sich nicht an den Abstand..... Das wurde nicht bestraft.
Da sollte es möglich sein, deinen Sohn mit zu beschulen. Wenn ich die normalen Schüler betrachte, gibt es einige die dann außerhalb der Schule keinen Abstand mehr halten. Ein Klassenkamerad meines Großen kommt jeden Tag mit neuen "Freunden" nach Hause...
Ist die Schule überhaupt nicht kompromissbereit?
Da muss doch etwas gehen...
LG
P.S. Ich spiele auch mit den Gedanken meinen Kleinsten an einer Förderschule anzumelden, weil die inklusive Grundschule zwar einiges leisten kann, aber auch Grenzen hat.
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Benutzeravatar
LasseUndJohannes
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 397
Registriert: 28.03.2015, 11:41
Wohnort: BW

Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von LasseUndJohannes »

Hi,
es ist erschreckend. Wie wäre es anders möglich? Wie gut könnte dein Kind lernen, Abstand zu halten? Mehr Platz um ihn herum in der Klasse? Absperrband als Markierung? Mit 1:1 Begleitung anfangen? Auch wenn es sicherlich erstmal einiges an Arbeit ist und nicht gleich ganz klappt. Wenn es den Erwachsenen wirklich ernst ist, dann können Kinder plötzlich zehn Mal mehr als unter normalen Umständen. Das wäre mein erster Ansatzpunkt und zwar im direkten Gespräch erst mit Lehrern und dann ggf. mit Schulleitung. Hier wird ja deinem Kind pauschal die Befähigung abgesprochen, es lernen zu können.

Ansonsten tatsächlich an Vereine wenden, Schulamt einschalten und Kind nicht schicken. Inwieweit wäre denn die Situation hinter der Scheibe tatsächlich mit einem Gefängnis vergleichbar? Kann er raus bzw wie sorgt die Schule dafür, dass er nicht in den Klassenraum geht? Ist die Grenze zur Freiheitsberaubung überschritten?

Über die nächsten Monate: Die dauerhafte separierung steht auf sehr wackeligen Füßen in Bezug auf die Verhältnismäßigkeit. Denn bald werden überall ein Jahr jüngere Kinder die auch nicht immer Abstand halten können in den Kindergärten frei rumlaufen.

Viel Glück.
VG
Lasse

Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, süßeste FraXi-Maus der Welt (Fragiles X), non verbal, früher auto aggressiv, ADHS, v.a. frühkindlicher Autismus

NataschaSte
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 490
Registriert: 09.03.2018, 21:47
Wohnort: Niederösterreich

Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von NataschaSte »

Hallo,

Vielleicht hab ich es überlesen, aber bestünde rein theoretisch die Möglichkeit das du dir das anschaust, was die genau mit dieser Beschreibung meinen?

Vielleicht ist es nur sehr blöd beschrieben und in Wirklichkeit sehr harmlos. Und wenn es so ist wie du geschrieben hast, würde ich meinen Sohn zu Hause lassen...

Lg
Natascha und Thaddäus, geb 12/15, atypischer Autismus

Wissen schützt vor Dummheit nicht (alligatoah)

Britta70
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 885
Registriert: 11.01.2006, 20:10
Wohnort: Ditzingen

Re: Schule in der Corona-Zeit

Beitrag von Britta70 »

Hallo Elena,
ich würde mit dem Schulbesuch unter diesen Bedingungen vermutlich auch erst einmal abwarten. Bevor du aber die ganz große Keule schwingst, würde ich versuchen, einmal die Perspektive zu wechseln. Die Schulleitungen haben die Verpflichtung, die Hygieneregeln konsequent einzuhalten, zum Schutz von ALLEN Kindern - auch deinem. Dieser Schutz ist in der Schule noch viel wichtiger, weil es ja eine "Zwangsveranstaltung" ist und keine Restaurantbesuch, auf den man einfach verzichten könnte. Bei der Frage der Umsetzung werden die Schulleitungen allerdings komplett allein gelassen. Ich halte die Vorschläge in dem Brief für "gut gemeint" (auch im Sinne des Infektionsschutzes für dein Kind), allerdings psychologisch äußerst schwierig. Da wäre eine 1:1 Beschulung durch den Schulbegleiter sinnvoller als ein "Zugucken" - wobei Schule auch für die anderen Kinder im Moment nicht witzig ist (kein Reden mit Nebensitzern, keine Partner- und Gruppenarbeit, kein Herumtoben...) und auch "die anderen" oft mehr Baustellen haben als es auf den ersten Blick sichtbar ist.
Schule im Moment so zu organisieren, dass wirklich alle Interessen berücksichtigt werden, ist schlicht unmöglich. Die Schulleitungen bekommen von allen Seiten Druck. Daher würde ich möglichst konstruktiv vorgehen: Wie könnte eine Beschulung denn aussehen (vielleicht in einer fest umgrenzten Kleingruppe)? Was genau wünscht du dir? Wie ist das umsetzbar?
Viele Grüße
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Baclofenpumpe (seit 2013), Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)

Antworten

Zurück zu „Kindergarten und Schule“