Kostenübernahme bei Hilfsmittel mit Elektrounterstützung

Für beihilfeberechtigte privat krankenversicherte Beamte gelten besondere Regeln. Fragen rund um diese Themen können hier besprochen werden.

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ChristiEvan
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Kostenübernahme bei Hilfsmittel mit Elektrounterstützung

Beitrag von ChristiEvan »

Hallo!

Wir haben gestern Post von der Beihilfe bekommen: Für ein Hilfsmittel mit Elektrounterstützung müssten wir einen Selbstbehalt in Höhe von 2000€ (!) zusätzlich den üblichen 300€ Selbstbehalt bezahlen?!?!

Unser Kind hat schon länger die Merkzeichen G und aG. Es ist acht Jahre.
Bisher haben wir von der Krankenkasse und Beihilfe noch kein Hilfsmittel für die Mobilität bekommen (außer Einlagen und Orthesen, aber nichts "Richtiges"). Ein E-Rollstuhl war vor längerer Zeit abgelehnt worden. Nun haben wir uns mit einem geliehenen Rolli und einem selbstgekauften Therapierad (Laufrad für Große) und vielen, vielen Autofahrten, bei denen man eigentlich hätte laufen können...., beholfen.

Vor kurzem hatten wir das Momo Motion Dreirad von Schuchmann ausprobiert, fanden es super und haben es beantragt - in der Hoffnung, dass dieses ganze Behelfsmäßige damit ein Ende hat. Wir wollten zu den Therapien, zu Freunden, zu den Großeltern etc mit dem Momo Motion fahren. Ohne "Motion", also ohne den E-Antrieb hätte es keinen Zweck, weil nicht genug Kraft da ist.
Das habe ich im Anschreiben dargelegt, die Physiotherapeutin, der Kinderarzt, ein SPZ und eine Fachklinik haben dies ebenfalls ausgeführt.

Und jetzt bin ich doch sehr verwundert, dass wir 2000€ selbst zahlen müssen?!?!?

Ist das üblich so? War das bei euch auch so?

Und ist das bei einem Kind rechtens?
Für Erwachsene hatte ich im www gelesen, dass das wohl so sei.
Aber bei einem Kind??

Und wäre das bei einem E-Rolli auch so? Wegen der "Elektrounterstützung"?

Der E-Rolli, der damals abgelehnt wurde, sollte 14.000€ kosten, das Momo Motion Dreirad ca. 5000€.

Ich würde mich sehr über Antworten freuen!!

Vielen Dank!

"Christievan"
Kind mit Ehlers-Danlos-Syndrom

Elisab
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Re: Kostenübernahme bei Hilfsmittel mit Elektrounterstützung

Beitrag von Elisab »

Hallo,
mit Hilfsmitteln mit elektronischer Unterstützung kenne ich mich nicht aus.
Aber wir hatten das Problem beim Therapiestuhl, dass wir 1800€ hätten selber zahlen müssen. Gesetzlich Versicherte hätten damit keinerlei Probleme bekommen, da der Stuhl medizinisch begründet war. Die Beihilfeverordnung BW ist in dem Punkt einfach veraltet. Therapiestühle zählen unter den Begriff Behindertenstühle, die nur gedeckelt zu 1300 erstatten werden.
Ich habe dann versucht diese "Restkosten" bei der Eingliederungshilfe beim Landratsamt zu beantragen mit Erfolg.
Vielleicht wäre das eine Möglichkeit für Euch. Irgendwo habe ich auf Facebook auch ein Post gesehen, das nicht nur das Kostengünstigste Hilfsmittel finanziert werden darf. Aber ich finde das nicht mehr...
Viel Glück!

heidipet
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Re: Kostenübernahme bei Hilfsmittel mit Elektrounterstützung

Beitrag von heidipet »

Hallo,
Bei Privatversicherten hängt es, soweit ich weiß, von der genauen Ausgestaltung des Versicherungsvertrages ab. 14T für einen E-Rolli ist eher günstig.

Es gibt aber in dem Alter noch einen möglichen anderen Weg: Die Eingliederungshilfe. Dann nicht medizinisch, sondern mit "Teilhabe" zu begründen. Besuche bei Verwandtschaft und vor allem Mithalten mit Gleichaltrigen. Auch nicht einfach, aber wenn es die einzige Möglichkeit ist...

Gruß und viel Glück
Heidi
Gruß
Heidi

monika61
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Re: Kostenübernahme bei Hilfsmittel mit Elektrounterstützung

Beitrag von monika61 »

Elisab hat geschrieben:
17.05.2020, 19:59
Irgendwo habe ich auf Facebook auch ein Post gesehen, das nicht nur das Kostengünstigste Hilfsmittel finanziert werden darf. Aber ich finde das nicht mehr...
Hallo,

hier gibt es Infos dazu:
https://forum-munterbunt.de/forum/index ... ad-tandem/


Und zur Eingliederungshilfe:
https://forum-munterbunt.de/forum/index ... r-einglie/

LG
Monika

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