Frage zur Windelversorgung Kleinkinder

Hier könnt ihr die Hilfsmittel eurer Kinder vorstellen, z. B. Reha-Buggy, Pflegebett, Stehtrainer, Therapieliege usw. - gerne auch mit Foto.
Ihr könnt hier übrigens auch Fragen bezüglich Technik und Anwendung verschiedener Hilfsmittel stellen.

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Verena86
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Frage zur Windelversorgung Kleinkinder

Beitrag von Verena86 »

Huhu,

Unser Sohn ist 18 Mon und hat durch seinen angeborenen Hydrocephalus 2 shunts.
Jetzt ist mir seit dem letzten shunt der dazu kam aufgefallen ,dass er doch mehr Windeln Brauch.
Wir hatten die Tage ein Gespräch wo man uns sagte das man für ihn schon Windeln beantragen kann , is das richtig ? LG

Helena2016
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Re: Frage zur Windelversorgung kleinkinder

Beitrag von Helena2016 »

Hallo Verena,

ich meine im letzten Telefonat mit der Krankenkasse herausgehört zu haben, dass einem eine Windelversorgung zusteht, wenn die Diagnose „Inkontinenz“ gestellt wurde.

Allerdings weiß ich nicht, ob man das schon bei einem 18 Monate jungen Schatz durchbekommt. Bei Rehabuggys zB gilt ja, dass man vor dem dritten Lebensjahr zuzahlen darf, weil man im „normalen Leben“ ja bis zum dem Alter auch einen Kinderwagen oder Buggy braucht. Ich könnte mir denken, dass es bei Windeln sicherlich ähnlich ist, da vermutlich Kinder mit 18 Monaten „grundsätzlich“ als „noch nicht trocken“ eingestuft werden.

Aber wie bei vielen gilt, meistens muss man sowieso erst mit der Krankenkasse diskutieren, um das bewilligt zu bekommen, was einem zusteht. Würde ich also auch an deiner Stelle bei deinem Sohn probieren, wenn klar ist, dass er grundsätzlich nicht ohne Windeln auskommen kann. Und selbst, wenn du nur einen Teilbetrag (auf Grund des Alters) erstattet bekommst, ist das besser als nichts!

Lumoressie
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Re: Frage zur Windelversorgung kleinkinder

Beitrag von Lumoressie »

Bei uns ging es nicht. Die Windeln werden erst bezahlt mit dem vollendeten dritten Lebensjahr.
Unsere Pflegetochter ist zwei und muss katheterisiert werden.
In eine frische Windel. Das bedeutet, sie verbraucht doppelt so viele Windeln wie ein gesundes Kind.
Ich, 43
mit 6 Pflegekindern,
21, PTBS
20 ganz gesund
12 FAS, Epilepsie, blind, PEG-frei Dank Notube seit
Pfingsten 2014!!! sakrale MMC
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33 Monate, Spina bifida, Hydrocephalus mit VP-Shunt, Arnold Chiari Typ 2

kati543
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Re: Frage zur Windelversorgung kleinkinder

Beitrag von kati543 »

Hallo,
das wird bei Kleinkindern nur übernommen, wenn die lebenslange Inkontinenz aufgrund einer Behinderung von Anfang an wirklich erwiesen ist.
Die Menge der Benötigten Windeln interessiert die Kasse eigentlich nicht ... als Argument.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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LasseUndJohannes
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Re: Frage zur Windelversorgung kleinkinder

Beitrag von LasseUndJohannes »

Hi Verena,
ich kenne einen Fall wo das möglich war. Der Vater hat das aber bei der Kasse mit ein wenig Ausdauer auch erkämpfen müssen. Ganz grob: Der MDK hat bei dem zweijährigen Kind einen täglichen Bedarf von 28 Windeln anerkannt. Dies erkrankungsbedingt. Die Kasse nimmt jetzt einen Bedarf von 8 Windeln pro Tag als normal an (finde ich jetzt eigentlich schon zu viel) und bezahlt 20 pro Tag.
VG
Lasse

Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, non verbal, auto aggressiv, ADHS, v.a. frühkindlicher Autismus, Fragiles X nach Gentest

Biancamit2
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Re: Frage zur Windelversorgung kleinkinder

Beitrag von Biancamit2 »

28 Windelnpro Tag? Da müsste man ja tagsüber alle 30 Minuten wickeln?

Grüßle
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

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Inga
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Re: Frage zur Windelversorgung kleinkinder

Beitrag von Inga »

@ Lasse, 8 als Normal? Ab 3 Jahren übernimmt die KK die Kosten für 5 Windeln pro Tag, wenn man mehr benötigt braucht mal eine ärztliche Begründung.

@ Lumoressie, warum in eine frische Windel? Wir nehmen dafür die, die sie eh gerade dran hat, außer natürlich sie ist ausnahmsweise mal gut gefüllt. Das ist aber selten, sonst müßte man ja nicht katheterisieren.
Warum nimmst du dann nicht einfach einen Katheter mit Beutel dran, dann sparst du dir die zusätzlichen Windeln.

@ Verena, habt ihr wirklich durch den Shunt einen so viel größeren Windelverbrauch? Was ist denn der Grund für den Shunt? Überproduktion vom Liquor oder Abflussstörung? Bei dem meisten Kindern mit Hydrocephalus ist ja das 2. das Problem, dann kommt ja aber nicht mehr Urin in die Windel wie bei einem normalen Kind, normal läuft das Liquor durchs Rückenmark und verteilt sich im Körper und wird da resobiert. Durch den Shunt wird das Liquor in den Bauchraum (oder zum "Herz") geleitet und von dort aus resobiert. Klar muß die Flüssigkeit irgendwann aus dem Körper auch wieder raus, aber das ist ja bei beiden Fällen so. Einzig bei einer Überproduktion ist ja die Gesammtsumme an Flüssigkeit im Körper höher, das hatten wir bei Michelle, anfangs bis zu einem Liter mehr Liquorproduktion als normal, damals war die Windel dann schon immer sehr voll, aber da habe ich höchstens 2 Windeln pro tag mehr benötigt als bei meinen anderen Kindern. Kann es sein, dass es deinem Sohn durch den Shunt jetzt einfach besser geht und er nun mehr ißt und trinkt und dadurch mehr Windeln benötigt?

Ich habe schon gehört, dass es für Kinder unter 3 per Einzelfallentscheidung nach langem Kampf einen Zuschuß von der KK gab, aber ob sich dafür der Kampf lohnt?! Ja, man sollte kein Geld "verschenken", aber die nervliche Belastung bei so einem Kampf ist manchmal nicht mit ein paar gesparten Euros aufzuwiegen!

Gruß, Inga
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Re: Frage zur Windelversorgung Kleinkinder

Beitrag von Silvia & Iris »

8 Windeln hatte ich als ich Stoffwindeln verwendete... um die Zeit 8 Monate - 18 Monate... mit Einmalwindeln weniger...
ob das mit 18 Monaten schon klappt?- ab dem 2. Geburtstag stehen die Chancen schon besser! (Wenn die Diagnose bestätigt, dass eine Änderung der Ausgangssituation "ständige Inkontinenz" lebenslänglich bestehen wird.)
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

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Re: Frage zur Windelversorgung Kleinkinder

Beitrag von Inga »

Silvia, hier geht es gar nicht darum, dass das Kind inkontinent ist, das sind ja eigentlich alle Kinder in dem Alter, es geht darum, dass behinderungsbedingt ein erhöhter Windelbedarf vorhanden ist. Ich glaube Verena würde keinen Arzt finden, der bestätigt, dass ihr Sohn ein Leben lang Inkontinet sein wird. Hydrocephalus ist ja ein "Lottospiel", es gibt da "Alles" von schwer geistig behindert bis Studium möglich. Wer würde es wagen mit 18 Monaten da so eine entgültige Diagnose zu stellen?

Gruß, Inga
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Re: Frage zur Windelversorgung Kleinkinder

Beitrag von Lumoressie »

Inga, unsere Pflegetochter hat eine Harnröhrendeformation und da passen irgendwie nur die Teleflex Liquick Base und die haben halt keinen Beutel.
Die Windelausgabe macht mich jetzt auch nicht arm, aber ich hätte mir eine etwas kulantere Krankenkasse gewünscht.

Gerade, weil wir immer erst gucken, ob man ein Hilfsmittel nicht gebraucht kaufen, tauschen oder ausleihen kann, bevor wir eins neu ordern.
Wir sind eigentlich nette Krankenkassenkunden...
Ich, 43
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