Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Hier könnt ihr Fragen rund ums Thema Ernährung stellen. Usern, deren Kinder über eine Sonde ernährt werden, möchten wir hier ebenfalls eine kleine Austauschplattform bieten.

Moderator: Moderatorengruppe

Antworten
Helena2016
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 63
Registriert: 21.11.2016, 10:49

Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Beitrag von Helena2016 »

Hallo zusammen,

unsere Maus kämpft mit Verstopfung. Wir sind seit 6 Monaten im Krankenhaus (nicht wegen Verstopfung ;-) ) und irgendwie hat hier jeder eine andere Meinung, Schwestern und Ärzte und teilweise sind sie konträr. Ich weiß nicht wo vorne und hinten ist und wie der Stuhl bei bettlägerigen Kleinkindern überhaupt aussehen muss und ob es überhaupt normal ist, dass er alleine kommt (das streben wir zumindest an, aber vielleicht ist es eben auch nunmehr so, dass Bettlägrige gar nicht mehr alleine stuhlen können).

Unsere Verstopfungsanamese:
Unsere Maus ist im Januar 3 geworden. Seit ungefähr einem Jahr kämpfen wir mit Verstopfung. Da unsere, damals noch gesunde, Maus 5 Tage/Woche bei der Tagesmutter war und da auch immer Stuhl hatte, haben wir zunächst gar nicht mitbekommen, was Sache ist. Wir wussten, dass unsere Maus nicht jeden Tag Stuhl hatte, aber das war schon immer so. Spätestens nach 3 Tagen kam aber immer alles. Irgendwann sagte die Tagesmutter, dass unsere Maus immer so kräftig drücken muss. Aber wir, ohne Erfahrung, konnten damit gar nichts anfangen und haben es als „normal“ angenommen. Erst letzten Sommer, in Familienurlaub haben wir gemerkt, was „feste drücken“ bedeutet. Und da war das Kind bereits in den Brunnen gefallen, mit Stuhlzurückhalten, großer, harter Menge und eben Schmerzen. Nach dem Urlaub haben wir mit dem KiA gesprochen. Erstmal sollten wir regelmäßig mit nem Klistier abführen, dann mit Lactulose arbeiten (die Klassiker „keine Bewegung“ und „zu wenig getrunken“ sowie „falsche Ernährung“ konnte ich als Ursache ausschließen).
Naja, nach einer Woche Lactulosegabe hatte unsere Maus ihren Unfall mit Wachkoma, Schädelhirntrauma und Mengen von Antiobiotika. Anfangs sind uns hier im Krankenhaus regelmäßig die Pampers explodiert. Aber seitdem die Antibiose rum ist (zum Glück) klappt der Stuhlgang nun wieder nicht mehr. Mittlerweile ist die Phase des Wachkomas beendet, unsere Maus ist kognitiv komplett fit, allerdings so gut wie bewegungsunfähig. Wir machen Galileotraining im Stehen auf dem Stehbrett, unsere Maus sitzt viel im Buggy und wird natürlich durchbewegt. Sie wird auch via PEG mit Frebini Original Fibre ernährt.
Jetzt hatte ich gedacht, dass der Stuhl durchaus auch alleine kommt. 2-3mal hat das auch geklappt (ohne Einfluss von Antibiotikum). Ich weiß nicht, ob es eben normal ist, dass man nachhelfen muss.
Movikol verträgt sie nicht, das gibt übelst Bauchschmerzen. Mit Mengen an Pflaumensaft haben wir’s auch probiert - das juckt unsere Maus null.
Jetzt sagt der eine, dass Magnesium die Lösung für alles wäre. Der nächste sagt, der Stuhl darf nicht zu flüssig sein (logischerweise auch nicht knallfest, aber eben kein Wasser), damit der Darm überhaupt „merkt“, dass er arbeiten muss. Der nächste sagt, dass die Konsistenz eher flüssig sein muss, damit das Volumen höher sein soll. Der nächste sagt, das wir jetzt einfach jeden 2ten Tag abführen müssen, das ist halt so.

Ich weiß leider nicht mehr was ich glauben soll und was nicht. Innerlich kann ich mich irgendwie nicht damit abfinden, mit Chemie Stuhlgang zu erzwingen. Ich möchte, dass es alleine klappt, so wie bei uns auch. Allerdings tut mir unsere Maus auch immer leid, wenn wir abführen. Ich kann mir schöneres vorstellen.

Kennt jemand diese Situation? Wie ist das bei euren Kindern, die aber vielleicht auch nicht wie Wirbelwinde durch die Gegend flitzen? Was habt ihr gemacht?

LG
Helena

LovisAnnaLarsMama
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1322
Registriert: 12.10.2016, 22:23
Wohnort: OWL

Re: Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Beitrag von LovisAnnaLarsMama »

Hallo Helena,
Bei einer ICP scheint das relativ oft vorzukommen.
Wir benutzen Movicol oder Juniorlax, damit es beim Kind nicht mehr zu üblen Verstopfungen kommt.
Zwei Beutel reichen für eine volle Windel jeden Tag. Aktuell habe ich rationiert: ein Beutel.
Wie ist denn die Flüssigkeitszufuhr?
LG LovisAnnaLarsMama
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Helena2016
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 63
Registriert: 21.11.2016, 10:49

Re: Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Beitrag von Helena2016 »

Hey LovisAnnaLarsMama!

Darf ich mal fragen welche Konsistenz euer Stuhl hat? Ist das sowas explosionsartiges, wässriges? Das war in unserer (kurzen) Movicol Zeit nämlich so. So krass, dass die Wickelunterlagen zu klein waren und das Bett rechtmäßig geflutet wurde. Das ist irgendwie nicht wirklich wünschenswert. Hieße nämlich, dass ich im worst case durchaus 1x Tag den Buggy waschen könnte (was hier im Krankenhaus keine Option ist).

Flüssigkeitszufuhr ist 5x 230ml bei 5x100ml Sondenkost. Dazu kommen sicherlich noch die ein oder anderen ml zum Nachspülen von den Medis.

LG

LovisAnnaLarsMama
REHAkids Urgestein
REHAkids Urgestein
Beiträge: 1322
Registriert: 12.10.2016, 22:23
Wohnort: OWL

Re: Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Beitrag von LovisAnnaLarsMama »

Wir haben auch regelmäßig auslaufende Windeln. Es ist aber eher schleimig/ cremig dünn.
Leider auch extrem stinkig, das liegt aber an der Verdauung des Kindes.

Ihr habt ja schon relativ viel Flüssigkeit. Junior trinkt wenn es hoch kommt 300 ml am Tag (das ist zu Kiga Zeiten anders).
Vielleicht reicht bei deiner Tochter ja ein Beutel alle zwei Tage?
Lg
Meine drei kleinen Wunder: Wunderkind (2009), Schneckenkind (2011) und der kleine Bruder (2015): Hemiparese, expressive Sprachenwicklungsstörung, Epilepsie und diverse Baustellen nach Asphyxie/Frühgeburt

Henrymami
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 277
Registriert: 12.06.2015, 20:08
Wohnort: Lippstadt

Re: Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Beitrag von Henrymami »

Wir geben ihnen täglich einen halben Beutel Movicol Junior.
Lg
Henry 25.06.13 Goldberg sphrintzen megakolonsSyndrom
PEG, spastische zerbraparese Katarakt bds, Glaukom

Benie
Neumitglied
Neumitglied
Beiträge: 2
Registriert: 20.03.2020, 22:41

Re: Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Beitrag von Benie »

Ich weiß nicht ob es euch weiter hilft. Bei unserem Sohn, mittlerweile 1 Jahr alt, ist der Stuhl immer schon sehr hart und kugelig. Uns half bisher das Fahrradfahren mit den Beinen. Mehrmals täglich Bauchmassagen mit/ohne Bauchlein Öl von der Bahnhofsapotheke. Auch auf den Bauch auf einer Krabbelrolle ihn dann hin und her gerollt wirkte auf den Darm ein.
Schwarzkümmelzäpfchen wenn das pressen zu schmerzhaft wurde. Bigaia Tropfen. Schwarzkümmelöl oder Fenchel im Brei. Milchzucker und viel Obst oder Gemüse welches Stuhlauflockernd wirkt. z.B. Birne, Pflaume, Brokkoli..
nach der Antibiotika Therapie würde ich immer versuchen eine Darmkur zu machen. Viele Lebensmittel mit Milchsäure Bakterien anbieten.

Ich kenne mich aber nicht mit Sondenahrung oder PEG aus. Vom Spülen wurde uns abgeraten da das wohl den Darm faul macht.

InesSi
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 656
Registriert: 01.02.2007, 20:31
Wohnort: Sachsen

Re: Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Beitrag von InesSi »

Hallo,
ich kann Papaya empfehlen. Ich habe Pia mal reine Papaya gegeben. Sie hatte sofort Durchfall. Jetzt mische ich es nur noch Löffelweise unter.
LG
Ines (*73) Eineiige Zwillinge Pia (* 05/2006 in der 37.SSW, Sauerstoffmangel durch Thrombose in der 25.SSW) Jana (+25.SSW)
größte Baustelle: Spastik

Irmengardelisabeth
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 255
Registriert: 27.12.2015, 00:02
Wohnort: Bayern

Re: Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Beitrag von Irmengardelisabeth »

Hallo,

Sofern die Klinik das zulässt, kannst du über die peg normale Kost/ Babybrei feinst püriert und verflüssigt geben. Pastinake zb ist schon gut bei trägem Darm.
Birnensaft, Buttermilch, Joghurt usw.. kann auch helfen.

Es wird leider dauern, solche massiven Antibiosen bringen den Darm komplett durcheinander. Regelmäßige Anspülungen sind zt wirkungsvoller als Klistiere. Da hat jeder so seine Meinung.

Galileo ist schon mal super, gibt es auch einen Stehständer? Die Schwerkraft tut ja auch etwas dazu...

Wir sondieren auch morgens auf nüchternen Magen Heilerde von Luvos, ein halber Messlöffel auf 100 ml H20. Unsere Sondennahrung ( Wir geben 2x Chemie und 2x selbstgekochtes/ gemixtes) ist Peptamen. Manche Eltern schwören auf Hippsondennahrung.

Viel Geduld weiterhin wünscht
Irmi

RikemitSohn
Stamm-User
Stamm-User
Beiträge: 968
Registriert: 20.09.2015, 23:25

Re: Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Beitrag von RikemitSohn »

Hallo,

mit dem Movicol würde ich empfehlen, wenn es wirkt, deutlich zu reduziernen. Wenn ein Beutel zu viel ist, vielleicht löffelweise eindosieren.
Mein Sohn hatte früher viel mit Verstopfung zu tun. Bei ihm hat Apfelsaft pur geholfen. Jeden Tag mindestens ein Glas und bei akuter Verstopfung gab es noch mehr.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

Helena2016
Mitglied
Mitglied
Beiträge: 63
Registriert: 21.11.2016, 10:49

Re: Verstopfung bei bettlägrigen Kleinkindern

Beitrag von Helena2016 »

Hallo zusammen!

Danke für die vielen Tipps!

Ja, das Galileo macht unsere Maus nahezu im Stehen, bei 80Grad. Die Schwerkraft und die Vibration ist also da.
Joghurt geben wir schon (aber hauptsächlich zur Darmkur nach den Antibiosen). Zeitweise Möhrengläschen weil der Stuhl so dünn war. Das war allerdings eine zu hohe Dosis, jetzt haben wir es wieder reduziert.

Ich weiß nicht, haben eure Kinder, denn alle flüssigen Stuhl, wenn er durch Movicol „erzwungen“ wird? Oder auch ganz normal formstabil?

LG

Antworten

Zurück zu „Ernährung / Sondennahrung / Verdauungsprobleme“