Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Eltern, Geschwister, Großeltern - die ganze Familie ist gefordert, wenn es um die Belange des besonderen Kindes geht. Häufig ist das Familienleben durch die besonderen Bedürfnisse von Sohn oder Tochter großen Belastungen ausgesetzt. Ein Austausch mit Familien, die auch ein besonderes Kind haben, tut gut und kann sehr hilfreich sein.

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Anjali
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Re: Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Beitrag von Anjali »

...im Pflegeheim meiner Mutter, in dem auch junge Pflegebedürftige wohnen, gilt ab heute ein generelles Besuchs- und Ausgehverbot.
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

Anjali
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Re: Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Beitrag von Anjali »

...die dieser Maßnahme anscheinend zugrundeliegende Rechtsverordnung der baden-württembergischen Landesregierung über schützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus Sars-Cov-2 tritt bis auf Weiteres am 15 Juni (!) 2020 außer Kraft. Puh...
Viele Grüße
Anja

Mutter mit Sohn (18 Jahre / Asperger-Autist)

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Engrid
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Re: Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Beitrag von Engrid »

Hallo,

wenn ich mir das für Junior (der ja gsd noch zuhause wohnt) und uns vorstelle :shock: :icon_pale:
Das tut mir in der Seele weh, wie Ihr jetzt von Euren Lieben getrennt seid! (Auch wenn es keine Alternative gibt)

Vielleicht gibt es wenigstens Möglichkeiten, denen die aufgrund ihrer Einschränkungen nicht mit Telefonieren getröstet und umsorgt werden können, mit Päckchen, Sprachaufnahmen, Skype, Fotobüchern und dergleichen das Band zu ihren Lieben zu vergegenwärtigen.

Grüße, und alles Gute
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

sandra8374
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Re: Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Beitrag von sandra8374 »

Und hier sind die Werkstätten noch auf. Das ist nicht logisch.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

Sandra9902
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Re: Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Beitrag von Sandra9902 »

Hallo Engrid,

ja, genau davor graut es mir auch. Wir zuhause, Sohn in der Einrichtung, wo wir keinen Einfluß haben, was geschieht.
Deswegen hole ich ihn nachher her. Er wird es hassen, denn er versteht den Sinn und den Grund nicht. Und ich habe großen Respekt vor der Zeit. So ohne Betreuung durch Kita oder Schule oder Nachmittagsbetreuung hatte ich den Burschen seit 16 Jahren nicht mehr. Ich bin froh über den großen Garten. Einfach wird es nicht aber das ist dann so.
Ich habe auch ganz viel Respekt vor dem betreuungspersonal, die geben alles.

Lieben Gruß, Sandra
Sandra mit PS, geb 1999, frühkindlicher Autist,gb, ADHS, Epilepsie, anfallsfrei
PT, geb 2002, PTBS

Silvia & Iris
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Re: Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Beitrag von Silvia & Iris »

... Ja, ich bin auch froh, dass meine "Kleine" nun zu Hause ist... - auch sie revoltiert nach 2 Wochen familiärer Abszens auf ihre Art und Weise... sie entwickelt dann gerne Fieber und bekommt Kreislaufkollaps... - dabei bemühen sich alle sehr und jeder mag sie! - Aber daheim ist einfach daheim... - auch wenn dann da nach einigenTage auch zu spüren ist, dass zu wenig "Action" geboten werden kann...

... aber in Zukunft, wenn man dann wirklich seine eigenen Kinder zu Hause nicht betreuen kann (aus gesundheitlichen Gründen...) dann müssen sie sich daran gewöhnen, dass Mama nur mehr zu Besuch kommen kann... - aber noch ist es nicht so weit, hoffentlich...

Dieses Abgeben in eine Einrichtung steht ja auch bei uns quasi vor der Tür... :roll: :(
Liebe Grüße
Silvia
Tochter *03/2003, PCH, HG-versorgt, ein Sonnenschein
Sohn *03/2006 AVWS + was so dazu gehört

Petra62
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Re: Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Beitrag von Petra62 »

In unserer Werkstatt bleiben nur die Mitarbeiter aus den Wohngruppen und Wohnheimen zu Hause. Alle die bei den Eltern wohnen, sollen weiter zur Werkstatt kommen. Logik ????
Viele Grüße
Petra
Wenn jeder Tag mit einem Lächeln beginnt
ist es ein guter Tag.
Petra ( 1962 )
Sohn (1998) Asperger Autist ( Diagnose 2016 ), ADS Träumer, Scoliose, Rechtsschenkelblock, fehlender Brustmuskel.
Sohn (2002) Fit
Sohn (2004) Fit

MOmitJulian
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Re: Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Beitrag von MOmitJulian »

Sandra9902 hat geschrieben:
17.03.2020, 08:05
Hallo Engrid,

ja, genau davor graut es mir auch. Wir zuhause, Sohn in der Einrichtung, wo wir keinen Einfluß haben, was geschieht.
Deswegen hole ich ihn nachher her. Er wird es hassen, denn er versteht den Sinn und den Grund nicht. Und ich habe großen Respekt vor der Zeit. So ohne Betreuung durch Kita oder Schule oder Nachmittagsbetreuung hatte ich den Burschen seit 16 Jahren nicht mehr. Ich bin froh über den großen Garten. Einfach wird es nicht aber das ist dann so.
Ich habe auch ganz viel Respekt vor dem betreuungspersonal, die geben alles.

Lieben Gruß, Sandra

Hallo Sandra,

Darf ich mal was fragen, bitte?!?
Wenn dein Sohn „es hassen wird“, wieso darf er nicht in der Einrichtung bleiben, wenn es wohl sein Wunsch ist?

Nachdenkliche Grüße,

Monika

Sandra9902
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Re: Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Beitrag von Sandra9902 »

Hallo Monika,

er ist grundsätzlich sehr gerne in der Einrichtung. Aber auch bei uns. Jedes zweite WE und manchmal in den Ferien. Dort ist immer was los, immer jemand da usw. Er liebt Action. Darüber sind wir sehr froh.
Es gibt verschiedene Gründe, warum er jetzt zuhause ist. Ja, er war nicht wirklich begeistert, denn er versteht die Gründe nicht und die Tragweite nicht. Aber die Einrichtung hat ihm das gut erklärt. Er kann nicht absehen, dass es extrem schwierig ist und noch wird in dieser Sondersituation, in der alles möglich ist. Es gibt keinen Krisenplan, die Betreuer wissen nicht, was passiert, wenn es zu einer Quarantäne kommt, sie wissen nicht, wie es weitergeht. Vor allem, wenn unter Umständen noch mehr Einschränkungen kommen. Zur Zeit sind fast alle Bewohner vom Grundschulalter bis 21 Jahre den ganzen Tag dort. Es gehen keine Ausflüge, kein Eisessen o.ä..... das wird nicht ohne extreme Probleme ablaufen, wenn alle aufeinanderhocken. Das befürchten die Betreuer und das sicher nicht ohne Grund. Sie waren sehr dankbar, dass ich ihn hole, das ist auch Entlastung für das Personal, das immer und vor allem jetzt hervorragende Arbeit macht. Mein Sohn kann nicht einschätzen, was passiert, er versteht nicht, dass der Alltag, den er dort kennt, zur Zeit nicht existiert, er versteht nicht, dass es so kommen würde, dass er uns länger nicht sehen wird, was er nicht gut aushalten könnte, er weiß nicht und alle anderen auch nicht, was im Falle einer Quarantäne passiert, wie das Gesundheitsamt reagiert, was es anordnen würde. Er alleine ohne uns irgendwo in Quarantäne ? Mein Gott, die Schäden, die das bei ihm anrichten würde, wären immens.
Manchmal muss man als Eltern Entscheidungen treffen, die dem Wohl aber vielleicht nicht unbedingt den Wünschen des Betroffenen entsprechen. Und wirklich „hassen“ wird er es nicht. Das war auch zu drastisch ausgedrückt. Ich habe ihm eine neue Barbie besorgt, er liebt Barbies über die Maßen, ihm gesagt, dass wir alle und auch die Barbie ihn willkommen heißen und uns freuen, dass er jetzt länger da ist. Die Hunde, die ihn immer wie verrückt begrüßen, taten den Rest und er war zufrieden mit der Situation. Und trotzdem versteht er es nicht, dass auf so viele Fragen ( wie lange bleibe ich? Wann geht Schwester wieder zur Schule? Wann macht die Tagesförderstätte wieder auf ) die Antwort ein „Ich weiß es nicht“ , ist. Für jemanden, der Verlässlichkeit und Strukturen so dringend braucht, verunsichernd und unbefriedigend.
So, etwas länger geworden aber all das war mir wichtig zu schreiben und zu erklären.

Ganz liebe Grüße, Sandra
Sandra mit PS, geb 1999, frühkindlicher Autist,gb, ADHS, Epilepsie, anfallsfrei
PT, geb 2002, PTBS

MOmitJulian
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Re: Besuchs(Abhol)verbot in Behinderteneinrichtung

Beitrag von MOmitJulian »

Hallo Sandra,

Danke, jetzt ist es auch für mich verständlich.

Lieben Gruß
Monika

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