Schwanger und Angst vor FASD

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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Uschibenderstein
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Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Uschibenderstein »

Hallo ihr lieben ,

Ich bin neu hier und weiß auch nicht so genau ob ich hier richtig bin 😅. Aber ich leg einfach mal los .....
ich bin nun in der 35 ssw, meine ss wurde erst in 22ssw festgestellt, hatte meine Tage , hab nicht zugenommen, und mein Test war negativ......
nun wir freuen und trotzdem sehr auf unsere Tochter . Meine große Sorge aber , ich hab in den ersten 25ssw extrem viel Alkohol getrunken und geraucht , viel am Wochenende aber auch oft unter der Woche. Wir noch im Urlaub da hab ich jeden Tag viel getrunken, Vorallem viel Wodka und Gin.
Nun ich hab sobald die ss Bestätigt war nicht mehr getrunken, und mein Ernährung ist eigentlich sehr gesund und ich hab auch trotz des vielen Alkohol viel Sport gemacht .
Ich gab es genau so meinen FA gesagt, und ihm meine Sorgen und meine Schuldgefühle mitgeteilt und ihn gebeten alles zu untersuchen was geht , egal was es gekostet hat .
Alle Untersuchungen +3 d Ultraschall waren unauffällig alle Organe normal entwickelt, Köpfchen eher überdurchschnittlich groß , normales Gewicht usw.....
Und trotzdem plagen mich solche Schuldgefühle .....
ich hab nun schon so viel gelesen über das Thema fas und fasd ...... es macht mir solche Angst .
Wir haben schon einen Sohn , damals wusste sofort das ich schwanger bin und hab natürlich nicht getrunken und geraucht . Bin eher so die Helikopter Mama .
Gibt es auch ne Chance das die kleine ohne irgendwelche Schäden auf die Welt kommt ??
Und ab wann machen sich geistige Unterentwicklungen bemerkbar??

Liebe Grüße Uschi

Lumoressie
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Lumoressie »

Ich frage mich doch, warum man so viel raucht und trinkt, wenn man schon einen Sohn hat.
Ich habe drei Pflegekinder mit FAS. Einer ist sehr schwer mehrfach behindert, eine ist lernbehindert.
Der dritte ist normal groß und eher überdurchschnittlich intelligent.
Aber er hat riesige Schwierigkeiten im sozialen Bereich.
Er hat eine Schulbegleitung, bekommt Medikamente gegen seine Aggressionen und eckt trotzdem immer überall an.
Bei FAS werden die Behinderungen im Laufe der Jahre immer deutlicher. Als Kleinkind war unser Pflegesohn längst noch nicht so schwierig wie heute.

Jetzt kannst du es aber ohnehin nicht mehr ändern. Die Chancen auf ein gar nicht beeinträchtigtes Kind stehen aber schlecht.

Für die Zukunft würde ich die Sauferei lassen. Egal ob schwanger oder nicht.
Rauchen, Gin und Vodka. Also wirklich.
Ich, 42
mit 6 Pflegekindern,
20, PTBS
19 ganz gesund
12 FAS, Epilepsie, blind, PEG-frei Dank Notube seit
Pfingsten 2014!!! sakrale MMC
11 hörbehindert, Gesichtsfehlbildung
6 FAS
29 Monate, Spina bifida, Hydrocephalus mit VP-Shunt, Arnold Chiari Typ 2

Uschibenderstein
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Uschibenderstein »

Nun danke für die Antwort .....
ich rauchte nie mehr als 5 Zigaretten am Tag , und das das meistens so das es nicht vor meinem Sohn war .und über den Sommer war das mit dem trinken nun mal so , hier und da mal Gin-Tonic Es waren viele Geburtstage und Feste .....
Ich hab mich nicht bis zum Delirium betrunken ......
und ich mach mir ja schon selbst schlimme Vorwürfe 😢

Senem
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Senem »

Hallo Uschibenderstein,

Herzlich Willkommen hier im Forum und einen angenehmen Austausch, wünsche ich dir.

Wollte dir nur schreiben, das ich deinen Mut und deine Offenheit, über dieses Thema zu schreiben, sehr schätze und bewundere. Und ich finde es ganz toll, das du dir darüber Gedanken machst.

Ich wünsche dir alles Gute.

Lass dich nicht unter kriegen.
Gruß

Selbstbetroffen mit einigen Baustellen

Uschibenderstein
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Uschibenderstein »

Vielen Dank Senem ,

Ich weiß ich kann nichts an der Situation ändern , aber will mich so gut es geht mit dem Thema und was alles auf uns zu kommen kann auseinander setzen .

GabySP
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von GabySP »

Hallo Uschi,

herzlich willkommen im Forum. Auch ich bewundere deinen Mut, hier deine Situation so offenzulegen. Vorwürfe helfen dir nicht weiter, du kannst die Zeit nicht zurückdrehen. Im Grunde ist es gut, dass du nicht die Augen verschließt, sondern dir Gedanken machst. Ich kann dir auch nur raten, ruhig zu bleiben und abzuwarten, wie sich alles entwickelt. Sollte dein kleines Mädchen tatsächlich betroffen sein, bekommst du hier im Forum sicherlich Hilfestellung.
Scheue dich nicht, Hilfe zu suchen und anzunehmen, sobald es nötig ist.

Versuche die restliche SS zu genießen,
LG Gaby
Asperger-Sohn, 01/2000

Oda.
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Oda. »

Hallo,
Erstmal finde ich es sehr bemerkenswert, dass du hier deine Situation so offen schilderst. Auch wenn die Situation tragisch ist, positiv ist, dass du es schaffst, offen damit umzugehen. So kannst du, wenn es dazu kommt, schon früh Diagnostik und Förderung beginnnen. Ich würde mich vielleicht jetzt schon mal informieren, FASD Deutschland baut auch gerade auf der Website einen einen Bereich für leibliche Mütter.
http://www.fasd-deutschland.de/hilfe-be ... etter.html
ANsonsten würde ich ebenfalls gleich den Kinderarzt informieren und Kontakt zu einer Regionalstelle für FASD aufnehmen.
Ansonsten: Alkohol in der Schwangerschaft kann per se immer schädlich sein. Besonders gefährdet ist die Hirnentwicklung. Also immer der Teil der Entwicklung, der gerade im Prozess ist beim Embryo/Fötus. Das betrifft leider auch hauptsächlich die ersten 2 Trimester der Schwangerschaft. Regelmäßiger Konsum ist wahrscheinlich schädlicher als einmaliger Konsum, auch wenn der dafür größer ist. Vorhersagen sind sehr schwierig. Von "leichteren" Einschränkungen wie Lernschwierigkeiten bis hin zu geistiger Behinderung mit Störung der Impulskontrolle, Aggressivität und Körperlichen Merkmalen ist alles möglich. Tatsächlich sind aber viele Kinder mit diagnostizierter FASD nicht mehr in ihren Herkunftsfamilien. Hier kann es also sein, dass sich Bindungsstörungen, Gewalterfahrungen und Traumata mit den eigentlichen Symptomen vermischen und nicht genau abzugrenzen sind.

Ich empfinde es übrigens als extrem übergriffig und abwertend, an dieser Stelle so einen Beitrag zu schreiben wie Lumoressie. Dieser Beitrag hat überhaupt keinen Mehrwert und hat als einziges Ziel, noch mal einen oben drauf zu setzen. Das zeigt leider noch mal, wie ich schon häufig vermute, dass es manchen hier nicht um Unterstützung und Information geht, sondern Missgunst und Abwertung an erster Stelle stehen.

LG Oda

grace
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von grace »

Hallo Uschi,

Hut ab vor deiner Ehrlichkeit, du bist (leider) nicht die einzige der das passiert ist, aber viele Frauen würden und werden es nie zugeben!

Du machst eigentlich schon das Richtige: Informiere dich weiter zum Thema und zur bestmöglichen Förderung Betroffener Kinder. In diesem Forum wirst du viele Beiträge und Namen von Experten finden bei denen ich deine Tochter sobald wie möglich nach der Geburt vorstellen würde.

Ich wünsche dir einen regen Austausch und ich hoffe du hast hier nicht deinen wirklichen Namen angegeben, wenn ja bitte ändern.

Sei auch vorsichtig wem du in eurem Umfeld von dieser Sache mitteilst denn Ausgrenzung und Vorwürfe helfen dir jetzt gar nicht weiter.

Überlege dir auch warum du soviel trinkst und ob du eventuell ein Problem mit dem Alkohol haben könntest...ich zum Beispiel hatte ein paar Jahre Zeit in meinem Leben (zum Glück Jahre nachdem ich Kinder bekommen hatte) wo mir gar nicht bewusst war wieviel ich jeden Tag trank, war nie betrunken oder angeheitert, aber ich konnte nix essen wenn ich dazu nicht ein Bier trank, es war in meinen Fall nicht mehr normal...die Erkenntnis war heilend!

Alles Gute, lass uns wissen wenn die kleine geboren wird.

Grace

Bika
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Bika »

Hallo Uschi,

Ich mußte mich einfach auch noch anschließen, Hut ab vor deinem Mut, damit hat dein Kind schon so viel bessere Startchancen als eines, deren Mutter aus Angst vor Vorwürfen schweigt.
Somit sollte sich jeder, der marktschreierisch Schuldzuweisungen herausbrüllt, klarmachen, dass sein Verhalten andere Mütter vielleicht davon abhält, ihren eventuell betroffenen Kindern angemessen zu helfen!!
Also kann man den “Verantwortungsball“ auch gerne zurückwerfen.

Uschi, dir alles Gute, lass ein wenig los, deine Schuldgefühle tun euch nicht gut, du kannst jetzt nichts mehr ändern, nur lieben und (die Schwangerschaft u. alles was geht) genießen

Ich habe ein ADS- Kind (da gibt es ja viele Parallelen zu einer moderaten FAS- Ausprägung) und würde es ehrlich gesagt, genauso wieder nehmen (auch wenn man sowas eigentlich nicht laut denken darf).

LG

Uschibenderstein
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Uschibenderstein »

Ihr lieben ,
vielen vielen Dank für eure Antworten und tollen Ratschlägen .

Ich denke damit offen und ehrlich um zugehen ist das einzige richtige meiner Tochter gegenüber.
Ich werd mich wenn sie doch betroffen sein soll, mit Schuldgefühlen rumquälen müssen mein Leben lang .
Aber dann kann ich wenigstens die richtigen Ärzte und Therapeuten aufsuchen .
Und mich hier mit Leuten auszutauschen die sich auskennen wird auch sinnvoll sein .

Wie gesagt ich bin schon erleichtert das auf den Ultraschall Untersuchungen alles soweit unauffällig war , keine Anomalien, oder ähnliches zu erkennen war .
Hab auch alles nochmal in der Klinik abklären lassen , und zum letzten Drittel den Frauenarzt noch gewechselt zu einem der doch sehr erfahren ist und ihm meine Geschichte genau so erzählt.

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