Schwanger und Angst vor FASD

Hier könnt ihr euch und euer Kind bzw. eure Kinder vorstellen.

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sandra8374
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von sandra8374 »

Freu dich auf dein Kind und habe den Gedanken FASD im Hinterkopf, wenn es Auffälligkeiten gibt.
LG Sandra

S+F mit PT(*00 FAS, Microdelitation 16p11.2, ADHS, GB, Z.n.Absencen?, Sehfehler, Lordierung LWS, Skoliose 17,8%, Beckenschiefstand, Hüftkontraktur, Korsettversorgung, mit SBA 90 HBG) u. PS (*01 ADS, GB, Sehfehler, Knick-Senk-Füße, Z.n.Epilepsie, mit SBA 60)

Sandra9902
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Sandra9902 »

Hallo Uschi,

auch von mir: Hut ab. Ich finde es großartig, dass du so ehrlich und auch verantwortungsvoll deiner Tochter gegenüber bist. Lass dich nicht von Vorwürfen runterziehen. Es läßt sich nichts mehr an der Vergangenheit ändern, nach vorne schauen ist die Devise. Das ist das Beste, das du deiner Tochter mitgeben kannst.
Alles Gute für euch.

Lieben Gruß, Sandra
Sandra mit PS, geb 1999, frühkindlicher Autist,gb, ADHS, Epilepsie, anfallsfrei
PT, geb 2002, PTBS

Lisaneu
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Lisaneu »

Hallo Uschi! Es wurde schon geschrieben dass die meisten FASD-Schäden in der frühen Schwangerschaft (vor allem in den ersten 12 Wochen) verursacht werden. Aber das muss nicht sein. Ich kenne aber zwei Erwachsene (Geschwister), deren Mutter in beiden Schwangerschaften wirklich SEHR viel getrunken hat (1/2 bis 1 Flasche Wodka pro Tag!), die keine merkbaren Schäden davongetragen haben. Psychisch vermutlich schon, aber eben nicht FASD. Warum dass so ist weiß niemand. Es muss also nicht sein, dass eine Tochter wirklich betroffen ist.

Natürlich hat dein Trinkverhalten in der Zeit begünstigt, dass solche Schäden entstehen und die sieht man auch auf keinem US-Bild. Meine Jungs haben andere Probleme (siehe meine Signatur), die nichts mit Alkoholkonsum in der SS zu tun haben, die man aber auch auf keinem Ultraschall gesehen hat.

Wenn du schon weißt, dass sein KANN, dass deine Tochter FASD hat, dann kannst du darauf schauen, dass sie von Anfang an bestmöglich unterstützt wird. Viele dieser Kinder landen deshalb in Pflegefamilien, weil sie eben "schwierig" und verhaltensauffällig sind und weil die leiblichen Eltern ihnen (oft auch auf Grund eigener, akuter Suchtproblematik) einfach nicht gerecht werden können.

Daher ist für dich vor allem wichtig, dass du JETZT überdenkst, warum du, obwohl du schon Mutter bist (und damit viel Verantwortung trägst) doch wiederholt so viel getrunken hast, und vor allem, ob und wie du es schaffen kannst, deinen Alkoholkonsum auch wenn deine Tochter auf der Welt (und abgestillt) ist, deutlich zu minimieren oder ganz einzustellen.

Bald wirst du für zwei Kinder da sein. Das kleine Mädchen in deinem Bauch ist entweder gesund oder es ist behindert (ob durch dein trinken oder durch andere Ursachen), daran kannst du nichts (mehr)ändern. Da helfen keine Schuldgefühle (die dir aber trotzdem niemand abnehmen kann), da hilft nur eine ehrliche Selbstreflexion. Aber du hast die Wahl, welche Mutter du für deine beiden Kinder sein willst. Eine, die immer wieder mal Halligalli machen will (oder muss) oder eine, die vielleicht nicht den Anspruch an sich hat, alles 300%ig richtig zu machen, die aber dafür auch keine Entspannung durch bewusstseinsverändernde Substanzen braucht.

Diese Überlegung kann unabhängig von FASD (oder nicht FASD) hilfreich für dein weiteres Leben sein. Nicht umsonst wird Alkoholismus auch von der WHO als Krankheit anerkannt und der Übergang zwischen Genusstrinken und krankhaftem Alkoholismus ist fließend. Ich kenne einige Frauen, die während der Schwangerschaft und Stillzeit auf Alkohol weitgehend verzichten konnten, aber trotzdem süchtig waren, und alles dann später nachgeholt haben. Und immer waren die Kinder die Leidtragenden, auch ohne FASD!

Es kann natürlich sein, dass ich dir mit diesen Aussagen komplett unrecht tue, dann tut es mir leid! Aber gerade deine Offenheit in Bezug auf dein Trinkverhalten zeigt mir, dass du, falls ich nicht ganz daneben liegen sollte, eine Anregung in der Richtung eventuell aufgreifst. Und damit wäre dir und deinen Kindern geholfen. Wenn du magst schreib mir auch per PN (ich habe viel Erfahrung zum Thema Alkoholmißbrauch), denn ich vermute dass hier bei offener Diskussion noch einige Vorwürfe an dich kommen könnten. Und damit ist im Moment wirklich niemanden geholfen. Alles Gute :wink: !
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Biancamit2
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Biancamit2 »

Hey Uschi, ich würd dir einen einfachen Tip geben.
Informiere dich vorher was sein kann, und was dann zu tun ist. Und dann genieße die restliche Schwangerschaft, und nach der Geburt freu dich über dein Baby. Und seh es erstmal einfach nur als Baby an. Genieße die azeit, ohne über Wenn und aber nachzudenken. Sollte sie dann im Laufe ihrer Entwicklung Probleme haben, dann weißt du was los ist und kannst reagieren. Hat sie keine Probleme, dann brauchst nix zu tun. Wenn du vorher schon nur Angst und ein schlechtes Gewissen hast, dann verbaust du euch soooo viele schöne Momente. Und das muss ja nicht sein, wenn du noch garnicht weißt, ob überhaupt was ist.

Grüßle
Bianca mit Sohn (2004, Skoliose, LRS) und Tochter (02.2009 Frühchen 29+0, ICP, PVL, spastische Diparese, und manch anderes) und zwei Sternchen *2003 *2008 fest im Herzen

MaxMama
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von MaxMama »

Hallo!

Ich finde deinen Beitrag toll und mutig!! Es ist ganz genau richtig, wie du es angehst! Du hast viele Tipps zu FASD erhalten, das ist schön. Ich kann dazu nichts beitragen, dir aber von mir erzählen.

Ich hab meine erste Schwangerschaft auch erst so spät bemerkt. Ich kenne das verdutzte Gefühl, unschwanger zum Frauenarzt zu gehen und mit Babybauch die Praxis zu verlassen. Das ist surreal!
Dementsprechend hab ich natürlich auch nix beachtet und Medikamente genommen, die nicht für Schwangere gemacht sind.
Na prima.
Bekommen hab ich dennoch ein (vermeintlich) gesundes Baby, bei dem 5 Jahre später Autismus diagnostiziert wurde. Die Medikamente könnten der Trigger dafür gewesen sein.
Tja.
Ich habe die Schuldgefühle aufgegeben mit den Jahren. Es war ein Weg, aber ich hab irgendwann einiges verarbeitet. Ich hab nicht vorsätzlich und absichtlich mein Kind gefährdet. Ich kann nur das Rad nicht zurück drehen um es besser zu machen. Und es bringt meinem Kind und mir nichts diesen Schatten der Schuld über unsere Beziehung dominieren zu lassen.
Ich liebe ihn, ich förder ihn, ich begleite ihn und ich bin sicher er wird trotzdem ein tolles Leben haben.
Es wird immer Situationen geben, in denen ungewollt Schuld auf einen niederbricht- der Autounfall mit Verletzten, die falsche Entscheidung, die Konsequenzen hat.
So ist das Leben.
Verzeih dir selbst, sonst beschwerst du nur unnötig die Beziehung zu eurer Tochter.
Sie wird so oder so dein kleines Mädchen sein.

Liebe Grüße!

Sandra9902
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Sandra9902 »

Hallo Uschi,

ich möchte dir noch sagen, genieße deine Maus wenn sie da ist. Die Bandbreite bei FAS ist sehr weit und keiner weiß, wie und ob DIN Kind betroffen sein wird.
Die leibliche Mutter meiner Pflegetochter hat FAS. Sie selber hat nie getrunken aber ihre Mutter. Man sieht ihr das FAS an und sie ist auch beeinträchtigt aber eben nicht einschneidend. Sie hat einen ganz normalen Schulabschluß gemacht. Dass ihre Kinder nicht bei ihr leben, hat anders gelagerte Gründe. Sie ist für ihre Kinder eine ganz liebevolle und wunderbare Mutter auch wenn die Kinder nicht bei ihr leben.

Lieben Gruß
Sandra mit PS, geb 1999, frühkindlicher Autist,gb, ADHS, Epilepsie, anfallsfrei
PT, geb 2002, PTBS

MarionB76
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von MarionB76 »

Hallo Uschi,

toll das Du so offen bist und Deine Sorgen / Ängste mit uns teilst. Deine Tochter könnte FAS haben oder auch nicht, genau sagen kann Dir das leider zum jetzigen Zeitpunkt keiner. Geniesse die Schwangerschaft mit Deiner Tochter und freue Dich auf sie. Das Du so offen bist ist auch eine Chance für Deine Tochter sollte sie betroffen sein - so kannst Du ggfs. mit Frühförderung viel erreichen. Wichtig mach Dich nicht selbst verrückt und denke Positiv, wenn Du magst informier Dich weiter was auf Dich zukommen könnte. Aber lass Dich von der Vielzahl der Syptome nicht verunsichern - es ist alles kann nicht muss.

Ich kenne einen Jungen der die FASD-Diagnose erst mit 9 Jahren bekommen hat und seine leibl. Mutter. Der Junge ist Hochintelligent hat aber einige Defizite im Sozialverhalten. Die Mutter war in der gesamten Schwangerschaft auf einer Party - auch zu einem Zeitpunkt wo sie von der Schwangerschaft noch nichts wusste.
Ihr Sohn ist ein Toller Junge und wird seinen Weg gehen - das schöne an der Situation war das er sogar vermochte die Vorwürfe die sich seine Mutter selbst machte zu lindern. Er sagte zu seiner Mutter nur einen Satz und diesen möchte ich Dir mit auf den Weg geben: "Mama, Du kannst doch nichts dafür. Du wusstest doch nicht das Du mit mir Schwanger warst."

Lieben Gruß
Viele Grüße

Marion

PS*09 - ICP, gB, FASD

Michaela W.
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Michaela W. »

Hallo Uschi,
erstmal herzlich Willkommen in diesem Forum. Ich finde es sehr gut, dass du so offen und ehrlich bist. Bitte lasse dir keine Vorwürfe einreden und versuche, dir auch selbst keine Vorwürfe zu machen.
Es ist ja auch noch gar nicht sicher, ob dein Baby FASD hat. Ich kenne mich mit FASD zwar nicht aus, aber ich glaube, dass man Kinder mit FASD auch gut fördern kann.

Alles Gute von
Michaela
Michaela (51) Asthma, stiller Reflux, hoher Puls, Bluthochdruck, Kniearthrose
Kevin (28): Ein Fall für Dr. House. Unklare Genese (derzeit ausdiagnostiziert) mit beinbetonter Spastik, Pseudotumor Cerebri (Shunt seit 2010), vergrößerte Leber+Milz, chronische Gallenblasenentzündung, Asthma, Bluthochdruck
Teilzeitrollstuhlfahrer

Uschibenderstein
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von Uschibenderstein »

Ich kann mich nur von ganzem Herzen bei euch bedanken .... mit soviel positiven Feedback und guten Zureden hätte ich nicht gerechnet.
Ich versuche auch so wenig wie möglich drüber nach zu denken und trotzdem gibt es Tage an denen ich vom Laptop nicht weg komme weil alles möglich drüber lese und bis abends total durcheinander bin .
Ich werde aber versuchen die restlichen Wochen zu genießen .

Eine Frage hätte ich aber noch , wie ich hier schon raus gelesen habe haben die meisten von euch die Kinder mit fas oder Fasd als Pflege oder Adoptions Kind ..... gibt es hier auch leibliche Mütter die ihre Kinder bei sich haben ???

Liebe Grüße Uschi

MarionB76
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Re: Schwanger und Angst vor FASD

Beitrag von MarionB76 »

Hallo Uschi,

der Junge den ich erwähnte lebt bei seiner leibl. Mutter, sie ist aber nicht hier im Forum aktiv.
Viele Grüße

Marion

PS*09 - ICP, gB, FASD

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