Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Unsere Kinder werden älter, verlassen die Schule und auch oft das Elternhaus. Wie sehen die Perspektiven für behinderte Jugendliche und junge Erwachsene aus? Wo können sie arbeiten? Wo finden sie geeignete Wohnformen? Hier können sich Eltern austauschen und informieren!

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Betty1972
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Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Beitrag von Betty1972 »

Hallo zusammen,
ich bin 47 Jahre alt. Meine Tochter ist 22 Jahre alt, und Asperger Autistin, hat Borderline und ADHS.
Außerdem leidet sie unter Depressionen. Vor 2 Jahren ist sie in einer Depressionsphase von zh Hause abgehauen.
Sie war beim Jugendamt, und hat dort um eine eigene Wohnung gebeten.
Dort half man ihr, steckte sie in eine betreute Jugendgruppe für 14-17Jährige.
Mit der Unterbringung bin ich nicht zufrieden, da man dort überhaupt nicht auf ihre Krankheitsbild eingeht.
Sie hat dort bereits, Drogen konsumiert und benimmt sich auch so nicht immer vorteilhaft.
Nun sollen wir auch noch Unterhalt zahlen,dazuh noch das, Kindergeld.
Meine Tochter hat 50 GdB. Da sie arbeiten geht, eine Ausbildung zur Altenpflegerin, bin ich nicht bereit zu zahlen.
Bin im Juni 2018 in den Widerspruch gegangen, hab aber bis heute keine Antwort vom Jugendamt erhalten.
Das, Geld habe ich selbstverständlich auf die Seite gelegt, und mir jetzf eine Rechtsanwältin genommen.
Das Verfahren wird jetzt aufgerollt, aber ich habe Angst, dass ich doch eine hohe Summe zahlen muß.
Muß ich für ein erwachsenes Kind, was berufstätig ist, überhaupt Unterhalt zahlen? Das Kindergeld steht der Einrichtung zu, oder auch nicht?
Über Antworten würde ich mich freuen.
Zu Hause einziehen, möchte meine Tochter nicht mehr.

kati543
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Re: Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Beitrag von kati543 »

Hallo,
wenn deine Tochter in der Lage ist sich selbst zu unterhalten, musst du keinen Unterhalt zahlen.
Hat sie die Ausbildung zur Altenpflegerin beendet oder macht sie die gerade? Die Eltern schulden ihrem Kind eine vollständige Ausbildung, die jedoch auch aus mehreren Teilen bestehen und sich so sehr viele Jahre hinziehen kann. In diesen Jahren sind Eltern voll Unterhaltspflichtig. Das Kindergeld wird quasi weitergeleitet, weil der Barunterhalt der Eltern meist höher ist.
Also zwischen berufstätig und in Ausbildung ist ein großer Unterschied.
Wenn dein Kind tatsächlich berufstätig ist und die Berufsausbildung erfolgreich beendet hat, würde ich eher Angst um die Rückforderung der Famka des Kindergeldes haben.
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

Betty1972
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Re: Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Beitrag von Betty1972 »

Hallo,
Sie hat erst am 1 Oktober 2019 mit der Ausbildung begonnen. Der Unterhalt beläuft sich auf 289€ im Monat, dazu dann Kindergeld. Das macht in 2 Jahren fast 12000€.
Mir wird Angst und Bange.
Vorher wurden aber mehrere Ausbildungen bereits abgebrochen. Einmal Heilerzieherin und dann Verkäuferin.
Zählt das auch? Dazwischen waren lange Psychiatrieaufenthalte.

kati543
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Re: Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Beitrag von kati543 »

Betty1972 hat geschrieben:
02.03.2020, 14:21
Hallo,
Sie hat erst am 1 Oktober 2019 mit der Ausbildung begonnen. Der Unterhalt beläuft sich auf 289€ im Monat, dazu dann Kindergeld. Das macht in 2 Jahren fast 12000€.
Mir wird Angst und Bange.
Vorher wurden aber mehrere Ausbildungen bereits abgebrochen. Einmal Heilerzieherin und dann Verkäuferin.
Zählt das auch? Dazwischen waren lange Psychiatrieaufenthalte.
Hallo,
nur 289€+204€ pro Monat ist nicht allzu viel. Das sind 493€... und davon muss sie alles finanzieren.
Die abgebrochenen Ausbildungen wurden ja nicht wegen einer Weltreise abgebrochen, sondern wegen einer ernsten Behinderung/Erkrankung. Das war keineswegs freiwillig, sondern der Gesundheit geschuldet. Das musst du leider akzeptieren. Irgendwann stellt sich nur in dem Bereich die Frage, ob deine Tochter ÜBERHAUPT in der Lage ist, jemals eine Ausbildung abzuschließen oder auch nur einer Erwerbstätigkeit nachzugehen.
Wird deine Tochter denn eigentlich nicht beraten bezüglich ihrer Berufswahl? Ich kenne deine Tochter natürlich nicht, aber bei den Diagnosen finde ich die bisherigen Berufe teilweise doch sehr „unglücklich“ gewählt. Irgendwie scheinen die Berufsausbildungen nicht darauf abzuzielen, dass sie später auch in den Berufen arbeiten (kann).
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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Betty1972
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Re: Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Beitrag von Betty1972 »

Nur 493€? Meine Tochter hat ein gutes zu Hause. Wir haben ein Eigenheim, was abgezahkt werden muß. Sie bräuchte nicht in einem Kinderheim leben.
Leider hat das, Zusammenleben mit uns nicht mehr geklappt. Sie hat Drogen genommen, viele Männer gehabt, was natürlich durch ihre Borderline Erkrankung getriggert wurde.
Wir sind unverschuldet in Not geraten.
Nein, eine richtige Beratung hat sie nicht bekommen. Die hat Abitur gemacht, danach die, Ausbildung zur Heilerzieherin angefangen, die sie wegen des Asperger leider verloren hat.
Danach eine Na#nahne vom Arbeitsamt, wo sie die falschen Menschen kennen gelernt hat, und bei uns abgehauen ist.
Im Moment arbeitet sie in einer Demenz WG, mit hohem Betreuungsschlüssel. Deswegen gefällt es ihr ganz gut.
Ich hoffe, dass die zwei abgebrochenen Ausbildungen reichen, dass wir keinen Unterhalt zahlen müssen

Betty1972
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Re: Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Beitrag von Betty1972 »

@Karin,
das Geld geht komplett an die Einrichtung und nicht an meine Tochter. Ich glaube, da hast du was falsch verstanden. Von ihrer Ausbildungsvergütung darf sie auch nur 25% behalten

Michaela44
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Re: Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Beitrag von Michaela44 »

Wie wurde die Wohngruppe bewilligt? Das JA ist in der Regel nur bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres zuständig, nur in Ausnahmefällen bis 27.

Läuft die Unterbringung als Eingliederungshilfe nach § 35a? Dann könnt ihr versuchen, dass sie aufgrund des Alters zum Sozialamt übergeleitet wird. Dann zahlt ihr max 60 € im Monat (+ eventuell Weiterleitung des Kindergeldes).

Läuft die Unterbringung als Erziehungshilfe? Dann könnt ihr argumentieren, dass es keine Erziehungshilfe ist sondern Eingliederungshilfe und ebenfalls versuchen, sie zum Sozialamt überzuleiten.

Dies alles könnt ihr mit eurem Anwalt besprechen.

Nebenbei: deine Tochter ist 22. Auch gesunde Kinder ziehen dann oft aus und erhalten noch Unterhalt von den Eltern, zum Beispiel Studenten. Aktuell stehen Ihnen 850 € monatlich zu, wenn ich mich nicht irre, wobei das eigene Gehalt großenteils angerechnet wird.
Asperger Autistin
mit neurodiverser Familie

Betty1972
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Re: Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Beitrag von Betty1972 »

@Michaela44,
die Unterbringung läuft über die Erziehungshilfe. Vielen Dank für den Tipp mit dem Sozialamt. Wir werden das mit unserer Anwältin besprechen.
Wir hatten schon nach einer eigenen Wohnung für Sie gesucht, und da wäre es für uns auch selbstverständlich die zu unterstützen.
Dort, wo sie jetzt lebt, gibt es kaum Betreuung.
Seit einem Jahr betteln wir in den Hilfe gespräche im einen gesetzlichen Betreuer. Wir haben zweimal angezeigt, dass dort Drogen konsumiert werden, unsere Tochter hatte mehrere Alkoholvergiftungen.
Auf ihre Borderline Problematik wird auch nicht eingegangen. Dann heißt es nur, sie soll sich nicht Ritzen.
Wir sollen uns aus allem raus halten. Dinge wie Medikamentenbefreiung, Gesundheitsvorsorge und viele andere Dinge laufen nicht.
Würde sie bei uns wohnen, hätten wir 493€ im Monat mehr, und unsere Tochter 823€.So müssen alle zahlen, für nichts.
Meine Tochter hat vor zwei Jahren einfach ihr Antidepressiva abgesetzt, was schwere Depressionen hervorgerufen hat. Wir konnten sie leider nicht halten.
Sie ist auf falsche Freunde rein gefallen.
Auf jeden Fall werden wir sie Sache mit unserer Rechtsanwältin besprechen

mariannna
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Re: Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Beitrag von mariannna »

Betty1972 hat geschrieben:
02.03.2020, 18:49
@
Würde sie bei uns wohnen, hätten wir 493€ im Monat mehr, und unsere Tochter 823€.So müssen alle zahlen, für nichts.
Hi Betty,

also zahlen für nichts würde ich das nicht nennen. Deine Tochter hat immerhin Unterkunft und Vollverpflegung, evt Wäschedienst/Fensterputzer..... und IMMER einen Ansprechpartner in der Wohngruppe.

Wenn sie gesund wäre und in einer eigenen Wohnung wohnen und sich selbst verpflegen würde, wäre der Unterhalt nicht günstiger. (Viele meiner Kommilitonen bekamen bis zum 27. Lebensjahr Unterhalt von ihren Eltern .... Das BaFöG-Amt interessiert es nämlich auch nicht, ob die Eltern in Haus abzubezahlen haben).

Aber mal abseits von den finanziellen Überlegungen:
MÖCHTE eure Tochter denn wieder bei euch einziehen? Kann sie sich das vorstellen? Und ihr euch?

Klar ist es finanziell immer das günstigste, wenn ein junger Erwachsener so lange wie möglich bei den Eltern lebt! Aber ob es immer das beste ist?

Ich wünsche euch und v.a.euer Tochter eine gute Lösung!
LG,marianna

Betty1972
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Re: Tochter 22 in Wohngrupoe für 14-17Jährige.Wer zahlt den Unterhalt?

Beitrag von Betty1972 »

Die Betreuung läuft nicht optimal. Dort ist sie eine Von vielen Kindern. Sie geht nur feiern, hat kein Geld. Wir sind enttäuscht. Ein 12 qm Zimmer,kostet uns alle sehr viel Geld.
Nein, sie möchte nicht zurück, denn bei uns gab es und gibt es Regeln. Durch ihr Borderline schlägt die oft über die Strenge.
Besser wäre eine eigene kleine Wohnung. Ich sehe aber immer noch einen Unterschied darin, ein Kind zu unterstützen, was z. B. studiert. Bei uns standen ihr alle Türen offen. Sie hatte sich für ein Pädagogikstudium eingeschrieben, aber alles hingeschmissen. Falsche Freunde, und ein Leben immer in Gefahr. Ungeschützte sexuell Kontakte, Drogen und Alkohol. Damit kamen wir auch nicht mehr klar.
Bei uns war immer kostenloses Wohnen, ein Auto vor der Tür.
Nur, das war ihr alles nichts wert. Sie hat nie aus ihren Fehlern gelernt.

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