Verhinderungspflege über MiniJob

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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AnnaFB1985
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Verhinderungspflege über MiniJob

Beitrag von AnnaFB1985 »

Hallo liebes Forum,

es gibt hier doch sicherlich User, die ihre Verhinderungspflege-Kraft über Minijob abrechnen...
Vielleicht könnt ihre mir ja mit eurer Erfahrung helfen :oops:

Hab ich das richtig verstanden, dass ich dann jeden Monat einfach so einen "Haushaltsscheck" ausfüllen und wegschicken muss, wenn das Entgelt schwankend ist? Und dann bucht die Minijobzentrale die SV-Beiträge und Pauschalsteuern für diesen Monat bei mir ab?
Und von den Gesamtkosten (Entgelt+AG-Beiträge) kann ich 2/3 sogar noch in der Steuererklärung als Kinderbetreuungskosten geltend machen?

Außerdem stellt sich mir die Frage, ob ich bei der Abrechnung mit der Krankenkasse dann den Bruttolohn, also auch meine AG-Anteile angeben kann oder "nur" den Nettolohn, den ich der Ersatzpflegekraft ausgezahlt habe?

Ich würde mich über Input dazu sehr freuen, vielen Dank!

Liebe Grüße,
Anna
Anna mit 4 Töchtern
*2001 & *2012 normal entwickelt
Zwillinge *10/2013 Extremfrühchen 24+5, entwicklungsverzögert, sozial-emotionale Störung, PG3, SBA 70% und G,H,B ; ADHS, außerdem 1x strukturelle Epilepsie
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kati543
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Re: Verhinderungspflege über MiniJob

Beitrag von kati543 »

Hallo,
den Haushaltsscheck füllst du nur halbjährlich aus. Auf dem Zettel stehen immer entweder die ersten 6 Oder die letzten 6 Kalendermonate des Jahres. Danach bekommst du die Abrechnung. Die Knappschaft zieht das Geld gleich ein.
Zu spät abgegebene Haushaltschecks sind kein Weltuntergang. Man muss noch nicht mal etwas zahlen ;).
Dein Plan mit der Steuer geht natürlich nicht auf. Du kannst dir das Geld nich von der Pflegeversicherung wiederholen UND von bei der Steuererklärung absetzen. Genaugenommen könntest du es aufnehmen, aber es gibt eine Spalte dahinter wo du einfügen musst, wieviel Geld du von dem Betrag von Dritten erstattet bekommen hast... Klappt also nicht ;).
LG
Katrin
Katrin (Epilepsie)
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D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Fettstoffwechselstörung (HeFH), Esstörung, Taub R, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Mikrodeletion 3p26.3, Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)
Britta70
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Re: Verhinderungspflege über MiniJob

Beitrag von Britta70 »

Hallo Anna,

wir haben sogar nur alle 6 Monate das schwankende Entgelt gemeldet (da gibt es jeweils einen Stichtag, d.h. den 6. Monat haben wir meist geschätzt) und dann die Rechnung für die Zusatzkosten bekommen.
Du kannst alle Kosten bei der KK einreichen (das haben wir also auch erst nach 6 Monaten gemacht und vorgestreckt), aber beim Finanzamt nur das einreichen, was du nicht erstattet bekommen hast - sonst würdest du ja an der Verhinderungspflege verdienen!

LG
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Baclofenpumpe (seit 2013), Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)
AnnaFB1985
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Re: Verhinderungspflege über MiniJob

Beitrag von AnnaFB1985 »

Danke ihr beiden,

ihr habt natürlich Recht. Da hab ich irgendwie über Kreuz gedacht. Klar, wenn ich das Geld von der KK wieder bekomme, habe ich ja gar keine Kosten! Irgendwie hab ich die zwei Punkte nicht im Kopf verknüpft. Spätestens die Steuerberaterin hätte mir das dann aber auch erklärt :oops:

Super, den Haushaltsscheck nur halbjährlich macht ja schon mal deutlich weniger Arbeit. Irgendwie hatte ich es auf der Seite so verstanden, dass man monatlich machen müsste...

Dass ich alle Kosten mit der KK abrechnen kann ist auch super zu wissen.

Ihr habt mir wirklich geholfen, dann kann ich das ja angehen.

Ganz lieben Dank & liebe Grüße,
Anna
Anna mit 4 Töchtern
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Anne_mit_2
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Re: Verhinderungspflege über MiniJob

Beitrag von Anne_mit_2 »

Hallo Anna,

das mit der Steuer solltest Du schön verknüpft halten. Was erstattet wurde, kann natürlich nicht abgesetzt werden.

Wenn aber höhere Kosten als die erstattungsfähigen angefallen sind, dann kann der Differenzbetrag noch abgesetzt werden. Es macht also Sinn, auch diesen MiniJob mit allen Kosten und Erstattungen immer bei der Steuerberaterin mit vorzulegen -- und sei es, weil es dann bei den Akten ist und in einem zukünftigen Jahr, wo mal mehr Kosten anfielen, nicht vergessen wird.

Viele Grüße,
Anne
nellim
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Re: Verhinderungspflege über MiniJob

Beitrag von nellim »

Hallo zusammen-
heißt das, dass ich der Pflegekasse auch das in Rechnung stellen kann, was ich an die Minijobzentrale zahle? Also mal angenommen ich habe 200 Euro Gehalt und zahle 20 Euro an die Minijobzentrale - kann ich dann 220 Euro geltend machen? Wo bzw. wie gebe ich das an? Die Pflegekraft quittiert mir ja nur das, was sie direkt bekommt - also ihren Lohn.
Fragende Grüße nelli
AnnaFB1985
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Re: Verhinderungspflege über MiniJob

Beitrag von AnnaFB1985 »

Hallo nelli,

ja, so hab ich Britta verstanden, dass ALLE damit verbundenen Kosten abgerechnet werden können.
In der Praxis werde ich dann vermutlich auch vorstrecken und die Zahlung an die Mini-Job-Zentrale mit dem Kontoauszug belegen, auf dem die Abbuchung ist (oder bekommt man dann noch einen Beleg von der MinijobZentrale über die Zahlung, den man einreichen kann?).

Vielen Dank für die hilfreichen Antworten!

LG,
Anna
Anna mit 4 Töchtern
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AnnaFB1985
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Re: Verhinderungspflege über MiniJob

Beitrag von AnnaFB1985 »

Nachtigall, ich hör dir trappsen...

Ich habe sicherheitshalber nochmal schriftlich bei meiner Pflegekasse nachgefragt.
Auf meine Frage:
wenn ich eine Verhinderungspflegekraft über die Minijobzentrale anmelde, kann ich dann meine Arbeitgeber-Kosten auch im Rahmen der Verhinderungspfle abrechnen? Schließlich sind sie mir ja auch in diesem Zusammenhang entstanden...
bekam ich diese Antwort:
vielen Dank für Ihre Anfrage.

Die Anmeldung der Ersatzpflegeperson für die Verhinderungspflege bei der Minijobzentrale ist möglich, jedoch nicht notwendig. Beiträge für diese werden durch die Pflegekasse nicht übernommen.

Wenn die Ersatzpflege durch Pflegepersonen sichergestellt wird, die mit dem Pflegebedürftigen nicht bis zum zweiten Grad verwandt oder verschwägert sind, übernimmt die BKK Pflegekasse Mobil Oil die Ersatzpflege für maximal 6 Wochen je Kalenderjahr oder maximal 1.612,00 Euro je Kalenderjahr.
Auf telefonische Nachfrage sagte man mir, es gebe keine gesetzliche Grundlage, warum die Pflegekasse die Sozialversicherung und Steuern der Pflegeperson übernehmen sollte. Außerdem wäre VHP ja nicht gewerbsmäßig und von daher wäre auch eine Anmeldung unnötig.

Heute ist echt der Tag der doofen MItteilungen :roll:

Wollte ich nur mal als Info hier lassen und empfehlen, wirklich erst nachzufragen und möglichst schriftlich zu bekommen, dass es auch übernommen wird.

Viele Grüße,
Anna
Anna mit 4 Töchtern
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