Alleinerziehend

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Isabell0405
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Alleinerziehend

Beitragvon Isabell0405 » 13.01.2020, 12:34

Ihr Lieben

Momentan lebe ich mit meinem 10 jährigen Sohn (Pflegegrad 5) bei meinen Eltern. Ich gehe 3 Nachmittage die Woche arbeiten.
Ich denke übers Ausziehen nach.... meine Eltern werden nicht jünger und haben ihren Lebensabend auch verdient, sie liegen sich immer öfter in den Haaren weil wir einfach eine Belastung sind( das würden sie mir nie sagen aber ich merke es)

Ich wohne in NRW. Kann mir jemand sagen wie ich als alleinerziehende , dann nicht mehr arbeiten gehen könnende Mama ( Kind schwer pflegebedürftig, viel krank, viele Termine) finanziell klar kommen kann?!?! Wo muss ich hin um finanzielle Unterstützung zu erhalten ( für Wohnung z.B.) oder wo kann ich mich hinwenden um eingehend beraten zu werden? Wie sieht das mit Krankenversicherung aus? Beziehe ich dann Hartz 4?
Würde mich über Antworten freuen
Lieben Gruss

Mamamarti
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Re: Alleinerziehend

Beitragvon Mamamarti » 13.01.2020, 13:05

Hallo,
Ja du müsstest dann Harz 4 beantragen. Schon wegen der Krankenversicherung. Bei eigener Kündigung gibt es normal 3 Monate Sperre, bei PG 5 dürfte es hoffentlich kein Problem sein.
Die Ämter reden bei Umzug und Wohnungssuche gerne mit und haben meist sehr unrealistische Vorgaben, also wäre es besser wenn die Wohnung und Umzug vorher erledigt wird.
LG Marti

Ullaskids
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Re: Alleinerziehend

Beitragvon Ullaskids » 13.01.2020, 13:19

Hallo,
besteht denn keine Möglichkeit für dein Kind ein Internat zu besuchen? Dann könntest du arbeiten und trotzdem die Wochenenden mit deinem Kind verbringen.
Bei uns läuft es so seit der ersten Klasse ganz prima, sie ist aber auch gerne im Internat und dort gut und liebevoll aufgehoben.
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

Isabell0405
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Re: Alleinerziehend

Beitragvon Isabell0405 » 13.01.2020, 13:57

Danke für den Tip mit Umzug und Wohnungssuche.
Ich würde meinen Chef dann bitten mir zu kündigen.
Wobei ich dann ja bestimmt ALG 1 bekomme und kein Hartz 4??!! Die ARGE ist dafür zuständig oder?

Und Internat ist für mich keine Option ( im Moment zumindest nicht)

Ullaskids
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Re: Alleinerziehend

Beitragvon Ullaskids » 13.01.2020, 14:01

Klar, das mit dem Internat ist ja auch nicht für jede Familie passend.

Kannst du nicht in die Nähe deiner Eltern ziehen, weiter arbeiten und dein Kind nur noch bei Bedarf zu deinen Eltern bringen? Dann hätten sie euch nicht mehr rund um die Uhr da...
Viele Grüße,
Ulla mit Tochter (15): Gendefekt, Epilepsie, Skoliose etc.

Isabell0405
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Re: Alleinerziehend

Beitragvon Isabell0405 » 13.01.2020, 14:13

Ja das ist auch noch eine Option die ich überlege

RikemitSohn
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Re: Alleinerziehend

Beitragvon RikemitSohn » 13.01.2020, 14:58

Hallo,

es wird egal sein, ob du drei Tage die Woche arbeiten gehst oder nicht. Ich gehe davon aus, dass du trotzdem Aufstockung vom Jobcenter brauchst, damit es reicht. An deiner Stelle würde ich mich beraten lassen bevor du zum Jobcenter gehst. Du solltest vorher wissen, was dir zusteht, da Jobcenter nicht immer durchblicken.
Wenn du eine Wohnung suchst, beachte die vorgeschriebenen Quadratmeter und die Mietpreisgrenze. Wobei du noch mal schauen solltest,ob dir bei Pflegegrad 5 nicht mehr zusteht. Ich meine, dass ich hier im Forum mal so etwas gelesen habe.
Wenn du die Arbeit nicht parallel schaffst und dein Chef nicht kündigen möchte, gibt es Möglichkeiten die drei Monate Sperre zu umgehen. Es kann sein, dass der Pflegegrad des Kindes schon reicht.
All diese Dinge solltest du bei unabhängigen Stellen anfragen. Wenn du weißt, was wie geht, kannst du handeln.

LG Rike
Mama mit Sohn 2004 ADHS und HB

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Re: Alleinerziehend

Beitragvon Sanne in München » 13.01.2020, 16:03

Soweit ich weiss, wird der Mehrbedarf am SBA/Grad der Behinderung festgemacht, z. B. haben Roli-Fahrer mehr Quadratmeter zur Verfügung. Auch beim Wohngeld gibt es höhere Frei-Beträge.
Kannst Du Dich nicht an eine Sozialberatung z. B. bei Diakonie wenden ?
Viele Grüsse

Sanne

mit
Groß-Sohn (2003) Asperger, ADS und Epilepsie (Absencen und GM)
und Klein-Sohn (2005) GM-Epilepsie - nicht mehr ketogen

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Re: Alleinerziehend

Beitragvon Michaela.Sandro » 13.01.2020, 21:24

Hallo Isabell, das wird sicher ein ziemlicher Behörden-Marathon, aber du hast Anspruch auf Unterstützung und solltest erst alles abfragen und dann kündigen/ausziehen. Ich frage mich jedoch, ob es für dich sinnvoll ist, wenn du gar nicht mehr arbeitest, weil ein Job ja auch etwas Abwechslung bringt und man sieht mal etwas anderes als nur Pflege. Ist dein Sohn tagsüber in der Schule? Bei hoher Pflegebedürftigkeit wäre auch zu überlegen, einen Pflegedienst mit einzubeziehen, es gibt auch Familienhelfer usw. Ich würde Bei Arge, Jugendamt, Sozialamt usw. unverbindlich nachfragen und dann entscheiden. L. G. Michaela
Michaela alleinerziehend, Teilzeit berufstätig (Bj. 12/67) und Sohn Sandro (19.01.07.) Herz-OP nach Geburt, geistige Behinderung, Diagnose, evtl. ein unbekanntes Syndrom. Er kann laufen, einigermaßen sprechen, PG 4 , 100% SB aber ein Schatz!

Mamamarti
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Re: Alleinerziehend

Beitragvon Mamamarti » 14.01.2020, 12:12

Hallo,
Ich weiß nicht wie die Wohnsituation in NRV ist, aber vermutlich genau so wie hier.
Eine behindertengerechte Wohnung zu finden, ist wie ein sechser im Lotto. Ich war bei uns auf der Gemeinde deswegen. Manche Stätte haben selbst Behinderten gerechte Wohnungen, manche haben Verträge mit ansässigen Firmen die Wohnungen vermieten. Du musst herausfinden wie es bei euch ist. Meistens gibt es Wartezeiten.
Ihr habt zu zweit Anspruch auf 60 Quadratmeter plus 15 für Rollstuhlfahrer, also 75 Maximum.
Das Problem ist dass die rollstuhlgerechten Wohnungen zumindest hier viel teurer sind als normal. Du bekommst von Jobcenter Vorgaben, wie teuer die Miete sein darf. In diese Vorgaben passen die Behinderten Wohnungen meist nicht.
Dann kann es dir passieren dass dir der Umzug vom Jobcenter nicht erlaubt wird. Oder die lassen sich soviel Zeit mit der Bewilligung das der Vermieter nicht mehr wartet und anderweitig vermietet. Deshalb ist es besser vorher umzuziehen.
Das weitere Problem könnte sein dass das Jobcenter versuchen wird dich in eine Bedarfsgemeinschaft mit deinen Eltern zu pressen. Dann würden sie Offenlegung ihrer Einkommen verlagen und sie zwingen dich und dein Kind zu unterhalten. Rechtswidrig, aber immer wieder gerne versucht. Deshalb der Rat mit vorher ausziehen.
Desweiteren würde ich das Schonvermögen vor der Beantragung klären.
Liebe Grüße


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