ADHS Diagnostik

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Stef1202
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ADHS Diagnostik

Beitrag von Stef1202 »

Hallo,
ich habe ein paar fragen und ich glaube, dass ich hier genau richtig bin.
auf empfehlung der erziehungsberatung werden wir mit meinem sohn (3/15) eine adhs diagnostik bei der frühförderstelle machen lassen. nächste woche ist das vorgespräch. ich kann mir da im moment gar nicht viel drunter vorstellen.
dass wir wahrscheinlich viele fragen beantworten müssen, ist klar. aber was genau kommt da auf meinen sohn zu?
und ist so eine diagnostik verlässlich? adhs ist ja nun mal keine grippe die man mit großer sicherheit verlässlich nachweisen kann.
ist die frühförderstelle da überhaupt die beste anlaufstelle?
zudem wurde uns von der erziehungsberatung nahegelegt auch einen leistungstest mitmachen zu lassen. die vermutung wurde geäußert, dass er auch überdurchschnittlich clever sein könnte. da wir eine einschulung in der waldorfschule in erwägung ziehen, wurde gesagt, wir sollten ihn vorher testen lassen, da sie die kombi waldorfschule, evtl. adhs und hohen iq für ungünstig halten. macht so ein test überhaupt in dem alter schon sinn und wäre das nicht auch alles etwas viel aufeinmal?
ich freue mich über rückmeldung und eure erfahrungen. fühl mich gerade noch etwas überfahren von der situation.

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LasseUndJohannes
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von LasseUndJohannes »

Hi,
das sind ganz viele Fragen auf einmal. Eine Diagnostik macht auch in dem Alter Sinn. Denn da du eine Erziehungsberatung aufgesucht hast gibt es ja vermutlich ein paar Baustellen. Und wenn sich ADHS bestätigt, dann kannst du entsprechende Elternschulungen machen und das ADHS deines Kindes besser verstehen. Das ist der erste Schritt.

Ob man zu einer Frühförderstelle oder woanders hingeht ist eigentlich egal. Wichtig ist, dass sie sich da mit ADHS auskennen. Optimalerweise, aber wohl kaum zu finden, mit ADHS und Autismus, denn da gibt es grob 70 Prozent Symptom Überdeckung.

Und, ADHS ist erblich. Die Erkenntnis der Eltern über ihr eigenes ADHS ist auch ein Baustein um voran zu kommen. Also, lass es auf dich zukommen.

Wegen Waldorfschule würde ich genau schauen. Ich habe von welchen gehört, die gnadenlos alle auffälligen Kinder (im Sinne von störend) aussortiert haben. Wenn würde ich es im Vorfeld ansprechen. Besser als hinterher wechseln zu müssen. Einschulung ist für deinen erst in 1.5 Jahren, oder?
VG
Lasse

Johannes 2008, extremes ADHS, Fehldiagnose (?) Autismus
Benedikt 2014, süßeste FraXi-Maus der Welt (Fragiles X), non verbal, früher auto aggressiv, ADHS, v.a. frühkindlicher Autismus

svennie
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von svennie »

Hallo,
ich würde die ADHS-Diagnostik nicht in einer Frühförderstelle machen lassen, sondern eher in einer guten Kinder-und Jugendpsychiatrischen Ambulanz. Dort kennen sie sich mit diesen Störungsbildern oft besser aus. Wichtig ist es auch, einen kompetenten Arzt zu erwischen. Wir waren bei der Diagnostik leider zuerst bei einer sehr unerfahrenen Ärztin, die bei unserem Sohn (damals 5 Jahre alt) zwar ADHS erkannt hat, nicht aber die ebenfalls vorhandene ASS. Die Abgrenzung ist oft sehr schwierig und Frühförderstellen gaben damit keine Erfahrung. Vom Alter her denke ich nicht, dass Dein Sohn zu jung ist. Je früher Ihr wisst, woran Ihr seid, desto besser könnt Ihr ihm helfen! Und mit einer Erziehungsberatung allein werdet Ihr nicht auskommen, wenn da noch mehr dahintersteckt.
LG,
Svenja
Sohn 10/2011: Asperger, hyperkinetische Störung, umschriebene Entwicklungsstörung der motorischen Funktionen, PG 2

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Regina Regenbogen
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Regina Regenbogen »

Stef1202 hat geschrieben:
08.01.2020, 20:20
auf empfehlung der erziehungsberatung werden wir mit meinem sohn (3/15) eine adhs diagnostik bei der frühförderstelle machen lassen. nächste woche ist das vorgespräch. ich kann mir da im moment gar nicht viel drunter vorstellen.
Vermutlich werden deine wichtigsten Fragen alle in dem Vorgespräch zu klären sein.
ist die frühförderstelle da überhaupt die beste anlaufstelle?
Warum nicht? Vermutlich bedeutet die Altersangabe 3/15, dass dein Kind 3 Jahre und 15 Monate alt ist, da ist es (vorerst) bei einer kompetenten Frühförderstelle gut aufgehoben. Wer hat denn den ADHS-Verdacht geäußert und euch an die Frühförderstelle verwiesen?
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Sheila0505
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Sheila0505 »

Hi ich denke dein Kind ist März 2015 geboren (sonst hättest du wohl eher 4 J 3 M geschrieben) und ich würde auch das Vorgespräch abwarten, viele Fragen klären sich dort sicherlich. Bzgl Waldorf-Schulen bin ich auch zwiegespalten. Erst mal schauen ob das Konzept zu eurem Kind passt, hospitieren und die Planung auch im Vorgespräch ansprechen. Nicht jedes Konzept ist für jedes Kind geeignet und nicht jedes Konzept wird auch passend zum Kind umgesetzt bzw gibt es immer gute und weniger gute Umsetzungen.

Liebe Grüße und alles Gute

Jakobspapa
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Jakobspapa »

Hallo Stef,

das Wichtigste zuerst: keine Panik!

Auf Deinen Sohn bzw. Euch kommen - wenn man's vernünftig macht - zu: ein Explorationsgespräch mit Deinem Sohn, Fragebögen für Euch als Eltern, ggf. Fragebögen für Lehrer bzw. in Eurem Fall Kita-Erzieher, und standardisierte Tests auf Papier und ggf. an einem Computer, darunter auch ein IQ-Test. Um das Kind nicht zu überfordern, werden das mehrere Termine sein.

Nichts davon ist schlimm oder belastend, außer natürlich der Zeitaufwand dafür. AD(H)S ist eine Ausschlussdiagnose, die übrig bleibt, wenn andere Möglichkeiten hinreichend ausgeschlossen sind. Eine 100%ige Sicherheit im Diagnoseergebnis ist nicht gegeben, umgekehrt kann jedoch KEINE Diagnose bei tatsächlich vorliegendem ADHS recht unschönen Folgen haben, die später wesentlich mehr Aufwand verursachen, als wenn man sie Sache frühzeitig angeht.

Eine geeignete Stelle ist der Kinder- und Jugendpsychiater.
Wen das nicht erst mal schockiert, den erschüttert wohl auch sonst nicht viel; Angst davor braucht man trotzdem nicht haben. Dein Kind ist nicht "verrückt", sondern leidet ggf. an einer Hirnstoffwechselstörung, dafür ist der Psychiater zuständig. In wie weit eine Frühförderstelle über geeignetes Personal verfügt, weiß ich nicht.

Was eine positive ADHS-Diagnose ggf. bedeutet, kann sehr unterschiedlich sein, von Ergotherapie bis Medikation. Aber das ist ja noch ein ungelegtes Ei. Wenn Du möchtest, dann beschreibe doch mal die Auffälligkeiten/Probleme bzgl. Deines Sohnes.

Anika14
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Re: ADHS Diagnostik

Beitrag von Anika14 »

Ein IQ-Test macht in dem Alter meines Wissens nach wenig Sinn, damit sollte man bis 5,5 besser 6 warten, denn, so wurde mir das erklärt, je nachdem in welcher Phase eines Entwicklungsschubes sich die Kinder gerade befinden, fällt der besser oder schlechter aus. Man bekommt allenfalls eine Idee, wo das Kind steht. Besser wäre eine Entwicklungsstandeinschätzung von einer mit Hochbegabung erfahrenen Person machen zu lassen. Dazu gehören die Frühförderstellen in der Regel nicht... Jemanden zu finden, der mit Hochbegabung wirklich auskennt, ist nicht einfach. Vielleicht mal bei der DGHK nachschauen oder nachfragen.
Anika mit
Maxi Bub (*04/11) ADHS & HB
Mini Bub (*11/14) 33+0 SSW, Katarakt, Kleinwuchs, muskuläre Hypotonie, neurosensomotorische Dysphagie, massiv gestörte Körperwahrnehmung, Hypoglykämien, Kamikaze mit viel Verstand, großem Herz & stets gut gelaunt, AMT G-JET-Button, PG 4 und 80% G,B,H

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