Rückfall in Kleinkind-Verhalten bei 9jähriger ADSlerin

Hier könnt ihr euch über ADS und ADHS austauschen.

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Nadine.mit.Tino
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Rückfall in Kleinkind-Verhalten bei 9jähriger ADSlerin

Beitrag von Nadine.mit.Tino »

Hallo zusammen!

Da ihr mir bisher immer eine wirklich große Hilfe gewesen seid, wende ich mich nun erneut mit einer Frage an euch, zwecks Erfahrungsaustausch und Ratschlägen, wie ich am besten damit umgehen soll.

Meine Tochter ist in der 4. Klasse und bekommt 10mg Medikinet Retard (ausschließlich 1x morgens an Schultagen). Damit konnten wir ein im Grunde stabiles Zusammenleben erzielen und sie kann nachmittags auch noch Aktivitäten nachgehen.
Sie hat noch einen fast fünfjähren Bruder.

Wir haben jedoch noch zwei Verhaltensweisen, bei denen ich mir auch noch nicht mal sicher bin, ob es nun vielleicht normal (für eine ADSlerin) ist?

1. Meine Tochter fällt besonders in der Gegenwart von anderen Menschen außerhalb der Familie, egal ob fremd oder bekannt, oft in ein Kleinkind-Verhalten zurück. Sie spricht dann auf einmal viel kindlicher und benimmt sich auch so. Zum Bespiel möchte sie unbedingt einen Luftballon im Schuhgeschäft haben und man denkt aufgrund ihrer Gestik, Ausdrucksweise und Stimmfarbe, man hätte eine fünfjährige vor sich. Das passiert manchmal auch zuhause, aber eher selten. Zuhause ist sie irgendwie ein ganz anderer Mensch, wirkt viel souveräner.
Meine Sorge ist, dass sie sich damit bei Schulkameraden ins Abseits schießen könnte. Sie wechselt ja nun im Sommer auf die weiterführende Schule.
ADS(H)Sler haben ja oft eine verzögerte emotionale Reife, aber ist das oben genannte Verhalten auch darunter einzuordnen? Und wie könnte man es "behandeln"? Ergotherapie doch eher nicht, vielleicht Verhaltenstherapie? Oder doch gar nicht und einfach aussitzen?
Dazu kommt, dass sie auch eher klein und sehr zierlich ist. So ziemlich jeder Außenstehende wundert sich, wenn er oder sie hört, dass meine Tochter im Sommer auf die weiterführende Schule kommt. Sie wirkt im Ganzen einfach viel jünger. Ich will nicht, dass uns und insbesondere ihr das irgendwann auf die Füße fällt. Sie hat nur wenige Freunde in der Schule und ich glaube, dass von vielen Klassenkameraden gar nicht so richtig ernst genommen wird?!

2. Wenn ich ihr ADS erklären möchte, dann hört sie nicht richtig zu, obwohl sie vorher noch danach gefragt hat. Das kann ich ja teilweise auch verstehen, aber wäre es nicht in ihrem Alter gut, wenn sie anfangen würde zu verstehen, wie sie selber tickt? Oder ist es zu früh für Selbstreflexion in ihrem Alter, besonders auch unter der oben genannten Problematik des Kleinkind-Verhaltens? Wann habt ihr es euren Kindern erklärt und wie? Oder sollten das besser Fachleute übernehmen?

Viele Grüße
Nadine
Unsere Familie:
Nadine (*1979) und J. (*1975)
L. (*05/2010) 34. SSW, ADS
L. (*05/2010 - 07/2010) 34. SSW, Omphalozele, Fallot-Tetralogie, Multi-Organ-Versagen nach Herz-Katheter-OP
T. (*11/2014) Infektasthma

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Jakob05
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Re: Rückfall in Kleinkind-Verhalten bei 9jähriger ADSlerin

Beitrag von Jakob05 »

Zum Verhalten eines ADSlers kann ich nix sagen, aber zur 2.Frage: Ich finde es sehr schwierig einem Menschen, egal welchen Alters zu sagen, dass die Besonderheit X dazu führt, dass dies oder jenes bei ihm so funktioniert. Bei körperlichen Gebrechen z.B. Nerven durchtrennt, Befehle kommen nicht an = Lähmung, ist das sicher wichtig und richtig es so zu beschreiben. Der Mensch muss damit ja leben lernen.
Bei psychischen oder anderen unsichtbaren Besonderheiten, finde ich es von aussen generell schwierig, diese dem Betroffenen zu erklären. Sicher soll diese Info an den Betroffenen ihm helfen, sich selbst besser zu verstehen, aber wer weiss denn ganz genau, welche Folgen eine bestimmte Diagnose hat und ob so eine Ansage nicht mehr in der Seele zerstört als es nutzt. Und selbst, wenn das sicher vorzusagen wäre, wäre es doch eine rechte Einschränkung der Entwicklung, gerade bei Kinder, wenn ich sagen würde "Du hast ADS, du kannst nicht still sitzen!" Ich hätte dabei Angst, dass ich dem Kind den Mut nehme, es je wieder zu versuchen.
Wenn überhaupt, versuche ich meinem Grossen seinen Autismus immer nur dann zu beschreiben, wenn ich merke, dass er mit seinem eigenen Verhalten hadert und es auch einen klaren Bezug zum Autismus gibt. Nach Möglichkeit gebe ich ihm dann auch für die konkrete Situation einen konkreten Lösungsvorschlag mit, wie er es beim nächsten mal besser machen kann. Da solche Erklärungen sicher auch am Selbstwertgefühl kratzen, finde ich dabei eine entspannte beschützte Atmosphäre wichtiger als Fachleute.
Im Alter deiner Tochter beginnt meist die Auseinandersetzung mit der eigenen Besonderheit ohnehin und gerade da ist Begleitung wichtiger als Erklärung. Ich finde es besser an geeignter Stelle zu sagen "Guck, mal, dass hast du jetzt mindestens so gut gemacht wie alle anderen!" als im anderen Zusammenhang "Du kannst nix dafür, du bist halt so!".
Gerade in diesem Alter kommt der Gedanke, ich bin anders und nicht so gut wie die Anderen von ganz alleine immer öfter.
Cordula (65) mit I. (86), M. (88 mehrfachbehindert, HF-Autist), J. (†,* 05, 37.SSW) + K. 10/07 (GS, HD, HG-versorgt, Lordose, Rachenfehlbildung => Tracheostoma...)

steffimoppel
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Re: Rückfall in Kleinkind-Verhalten bei 9jähriger ADSlerin

Beitrag von steffimoppel »

Hallo,

zu ADHS kann ich nichts sagen. Aber zum Kleinkindverhalten. Aus Deiner Beschreibung klingt das Verhalten Deiner Tochter sehr clever. Sie ist am Übergang zwischen Grundschulkind und Oberschulkind. Bestimmt hört sie in der Schule ganz oft den Satz: Du / Ihr bist / seid jetzt schon groß, da musst Du..., da darfts Du nicht mehr...., Und Deine Tochter überlegt sich dann, wenn ich mich jünger verhalte, als ich bin, dann darf ich noch den Luftballon, auf das kleine Karussel, in die Pfütze springen...
Ich finde diesen Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule schwierig, hier wird den Kindern jeden Tag Druck gemacht, hier wird soviel Müll erzählt, ich bin davon sehr genervt. Und mein Asperger Kind reagiert darauf sehr empfindlich. Insofern könnte ich mir vorstellen, dass Deine Tochter darauf auch reagiert.
Hast Du sie mal gefragt, ob sie lieber noch kleiner wäre? Manchmal können die Kinder toll erklären, warum sie so reagieren. Viele Kinder haben ja Phasen, wo sie jünger sein wollen, oder auch sonstwie anders sein wollen, als sie sind.

Gruß Steffi

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Regina Regenbogen
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Re: Rückfall in Kleinkind-Verhalten bei 9jähriger ADSlerin

Beitrag von Regina Regenbogen »

Nadine.mit.Tino hat geschrieben:
13.11.2019, 09:55
ADS(H)Sler haben ja oft eine verzögerte emotionale Reife, aber ist das oben genannte Verhalten auch darunter einzuordnen?
Unter Umständen ja. Es könnte aber auch die diffuse Angst vor dem nächsten Schritt (weiterführende Schule) sein. Oder beides zusammen. Wenn dem so ist, hilft keine "Behandlung", macht eurer Kind stark und selbstbewusst.
2. Wenn ich ihr ADS erklären möchte, dann hört sie nicht richtig zu, obwohl sie vorher noch danach gefragt hat.
War bei unserem Großen auch immer so. Sobald ich dann anfing zu reden, kam in ihm ein Gefühl der Mangelhaftigkeit hoch. Das konnte er nicht ertragen, hat demnach jedes Gespräch über ADS vermieden. Er wollte auch nicht auf das ADS reduziert werden. Erst als er das erste Mal in einer Jugendfreizeit (Tokolive) unter lauter AD(H)Slern und Autisten war, hat er dort bereitwillig zugehört. Und auch verstanden.
Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Sohn * 01/2003 - Frühkindlicher Autismus mit komorbider ADHS
Sohn * 09/2001 - ADS
Tochter * 04/1998 - nix
Tochter * 08/1989 - Peronaeusparese

Nadine.mit.Tino
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Re: Rückfall in Kleinkind-Verhalten bei 9jähriger ADSlerin

Beitrag von Nadine.mit.Tino »

Guten Morgen und sorry für die späte Rückmeldung :oops:

Also das mit dem nicht den nächsten Schritt machen wollen passt auf jeden Fall. Sie hat schon geäußert, dass sie am liebsten für immer auf ihrer Grundschule bleiben möchte. Allerdings freut sie sich auch auf die weiterführende Schule (zumindest auf ihre Wunschschule). Seit ca. einem Jahr schon ist sie hin und hergerissen, zwischen "My Little Pony", Katy Perry, mit Plüschtieren spielen und sich schminken wollen.

Ich denke daher schon, dass sie auf jeden Fall in der sogenannten Vorpubertät ist, allerdings finde ich die Veränderung ihrer Stimme und des gesamten Verhaltens in den bestimmten Situationen schon extrem.

Viele Grüße
Nadine
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Nadine (*1979) und J. (*1975)
L. (*05/2010) 34. SSW, ADS
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Sheila0505
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Re: Rückfall in Kleinkind-Verhalten bei 9jähriger ADSlerin

Beitrag von Sheila0505 »

Hi in deiner Überschrift steht „Rückfall“. Heißt das, dass das frisch angefangen hat? Denn dann würde ich eher vermuten, dass das doch eher an den anstehenden Veränderungen und Anforderungen liegt.

Unser 9 jähriger zeigt das auch, aber halt nicht als Rückfall. Dieses babyhafte Getue (Stimmlage, babyhaftes Reden) zieht sich wie ein roter Faden bei ihm und jetzt mit 9 3/4 ist es schon nicht mehr so häufig, kommt aber noch vor.
Mit 7 Jahren wollte er sogar noch Baby spielen. Er war das Baby und wollte im Spiel Flascherl, im Spiel gewickelt werden (also nicht in echt) usw. Sein Babyspiel gab es auch noch in der Variante Baby-Dino und es war sehr detailreich, immer der gleiche Ablauf musste es sein und es wurde ihm nie langweilig - nahezu täglich das gleiche Babyspiel und sein Mitspieler (meist Oma) war irgendwie nur dafür da, den Ablauf des Spiels richtig und in korrekter Reihenfolge immer und immer wieder mit ihm zu spielen.

Er sprach/spricht auch im Alltag in Babysprache (heute nicht mehr so oft) und benimmt sich auch so oft nicht altersgemäß.
(Beispiel: Jammert, bockt und ist den Tränen nahe wenn der Bruder 4 3/4 J
ungefragt ohne Rücksprache mit ihm den Aufzugknopf drückt und nicht er. Denn es muss für ihn fair sein - einer drückt außen den Aufzugrufknopf und der andere im Fahrstuhl dann das Stockwerk - beim Rückweg wird gewechselt wer wo drückt - sonst ist es unfair. Und wenn der Bruder sich nicht an die Absprache hält, dann möchte der große am liebsten nochmal Fahren damit es wieder fair ist)
Da gibt es so viele Beispiele im Alltag, da könnte ich jetzt lange erzählen :)

Auch vor Klassenkameraden benimmt er sich so und ja: er wird mE durchaus belächelt. Sein bester Freund kommentiert das manchmal und sagt (Bspl Aufzugknopf): was ist so toll daran zu drücken?

Aber zumindest hat er in seinem besten Freund jemanden gefunden, der ihn so akzeptiert und ihn so annimmt wie er ist.

Unser Sohn ist im Gegensatz zu deiner Tochter hochwüchsig und misst jetzt mit 9 3/4 J knappe 1,60. Da fällt sein Verhalten sicherlich stärker auf, als wenn er zu den kleineren Gleichaltrigen zählen würde.

Bei ihm steht schon seit längerem ADHS im Raum, aber wir haben auf eigene Faust einen Termin in einer KJP vereinbart, weil wir ASS abgeklärt haben wollen.

Unsere Beiden zusammen wären sicherlich sehr unterhaltsam :)

Liebe Grüße

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Engrid
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Beitrag von Engrid »

Hallo,

wenn sie sich „klein macht“, dann hat es sicherlich mit Ängsten, Gefühlen der Überforderung zu tun. Da hilft, das Selbstbewusstsein zu stärken. Denn die Regression, Piepsstimme, Kleinkindverhalten ist ja nur ein Symptom. Ihre Strategie, mit dem Problem umzugehen.

Zum Aufbau von Selbstbewusstsein kann eine wirklich gute Ergotherapie ziemlich viel beitragen , und eine Verhaltenstherapie oder Gesprächstherapie auch.
Die setzen aber nicht am Symptom an, sondern an der Ursache.

Ist eh ein gutes Alter für therapeutische Ansätze, in wenigen Jahre erreicht man sie damit vielleicht nicht mehr, oder nicht mehr so gut.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
"Wir sehen die Dinge nicht wie sie sind, wir sehen sie wie wir sind." (Anais Nin)

Lisaneu
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Re: Rückfall in Kleinkind-Verhalten bei 9jähriger ADSlerin

Beitrag von Lisaneu »

Mir kommt da gaaaanz viel bekannt vor und zwar von meinem älteren Sohn (ADHS und ASS). Es ist bei ihm aber eher - wie Sheila das von ihrem Sohn beschreibt - kein "Rückfall" sondern schon lange so. Mein Sohn war lange Zeit für sein Alter klein und zart und wurde regelmäßig jünger geschätzt, daher war dieses Verhalten lange Zeit für Außenstehende (die ihn sonst nicht gekannt haben) nicht sonderlich auffällig.

Auch Sheilas Erzählungen vom der Baby-spiel-Phase kommen mir bekannt vor und die immer wieder kehrenden, gleichn Rollenspiele mit den beidseitig vorgegeben Rollen kenne ich auch nur zu gut. Mein Sohn war in so einem Spiel z.B. lange Zeit ein Drachenbaby, das in einem Drachenpark frisch aus dem Ei schlüpft. Ich war die Besucherin im Drachenpark und hatte mit dem Drachenbaby zu sprechen, das mir dann (natürlich in Babysprache) erklärt hat, es würde seine Eltern nicht brauchen und schon alleine zurecht kommen, weil es einen guten "Intinkt"hätte und das mir auch demonstriert, wie gut es schon Feuer speien kann.

Auch das "Ich will aber einen Luftballon!" und die extrem hohe, piepsige Kinderstimme kenne ich gut. Wobei mir jetzt, wo ich das schreibe, auffällt, dass all diese Muster innerhalb des letzten halben Jahres entweder DEUTLICH besser geworden sind, oder ganz aufgehört haben. Die piepsige Kleinkindstimme z.B. habe ich schon lange nicht mehr gehört. Und das aktuelle Rollenspiel ist "Mensch aus der Vergangenheit", wo ich aus dem Mittelalter in unserer Zeit lande und er mir als modernes Kind die Welt (und natürlich gaaaanz viel von seinen Lieblings-Tablett-Spielen) erklärt. Die Baby-Rolle hatte er da auch schon lange nicht mehr inne.

Was sich leider nur langsam bessert ist die niedrige Frustrationsschwelle, wenn meinem Sohn was nicht passt. Da "spielt" er aber nicht Kleinkind (wie das in den vorher beschriebenen Situationen der Fall war), sondern benimmt sich vermutlich ADHS-bedingt wie ein Kleinkind, nämlich mit Kreischanfall und (im schlimmsten Fall) sich-auf-den-Boden-werfen.

Auch mein Sohn wird demnächst ins Gymnasium wechseln und ich hoffe, dass seine "special effects" bis dahin nochmal besser werden. Tun kann ich ohnehin nichts, denn Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht. Ich vermute aber rückblickend, dass er sehr gerne noch die Sicherheit des umhätschelten Kleinkindes gehabt hätte, und das von der TE bei ihrer Tochter beobachtete Verhalten ein Versuch war, zumindest von ihm fremden Personen noch als der "süße Kleine" zu gelten, der er ja davor jahrelang gewesen war. Mit der Erwartungshaltung, sich altersgemäß zu benehmen, konnte mein Sohn damals ziemlich schwer umgehen und seine Kleinheit und Zartheit haben ihm ermöglicht, den "Kleinkind-Bonus" noch etwas länger zu genießen.

Mittlerweile ist er zumindest in der Schule aber sehr auf sein "Image" bedacht, nimmt sein Kuscheltier (das noch jede Nacht mit ins Bett muß) nicht mehr mit in die Klasse oder den Hort und spielt den "Coolen". Daher bleibt die Hoffnung, dass es im Gymnasium nicht so schlimm sein wird :wink: .
Sohn 3/2010 hochfunktionaler Asperger-Autist + ADHS
Sohn 7/2012, gehörlos + kurzsichtig + frühkindlicher Autist
Mama und Papa stark kurzsichtig (Kommentar eines Optikers: Wie habt ihr euch überhaupt gefunden?)

Tinama
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Re: Rückfall in Kleinkind-Verhalten bei 9jähriger ADSlerin

Beitrag von Tinama »

Hallo,

Ich bin beim Stöbern durch die Beiträge mit Ads hier gelandet und habe mich gefragt wie der Übergang in die weiterführende Schule denn jetzt gelaufen ist?

Ich kenne genau dieses Verhalten auch ziemlich gut von unserem Ernchen, nur dass es bei uns im Spiel immer Tierbabys sind.
Sie ist auch eher zart und klein und ist vor ihrem großen Wachstumsschub im Frühjahr (8cm in drei Monaten) diesen Jahres immer noch auf maximal 5 statt knapp 8 geschätzt worden. Jetzt war das dann plötzlich nicht mehr so, was zu einer massiven Verstärkung des "Babyverhaltens" geführt hat- wohl auch weil plötzlich jeder, der nicht aus dem direkten Umfeld ist sie plötzlich altersentsprechend behandelt hat und sie damit völlig überfordert war.

zurück zum Thema : Ich hoffe der Übergang hat gut geklappt und würde mich freuen wenn du Berichten magst!

Liebe Grüsse
Tinama mit "Ernchen" (unreif geboren '12 nach Gestose, '20 Diagnose Ads) und dem kleinen Raumfahrer ('15)
*Nichts ist so, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint - daher Urteile nie unüberlegt*

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