Erfahrungen bei der Beantragung eines Talkers gesucht

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Sprachverzögerung/Sprachstörung austauschen und Erfahrungen bezüglich UK (unterstützter Kommunikation) weitergeben. Logopäden dürfen natürlich auch gerne hier Tipps geben!

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Simone73
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Erfahrungen bei der Beantragung eines Talkers gesucht

Beitragvon Simone73 » 15.06.2006, 12:03

Mein Sohn 9, fast ohne Sprache soll nun einen Talker, wahrscheinlich den Smalltalker bekommen. Nun sagten sie uns bei der Beratung, das die Krankenkassen dies meistens in erster Intanz ablehnen....und das viel an der Formulierung des Antrages liegt.

Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

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angela
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Beitragvon angela » 15.06.2006, 13:21

Hallo Simone,

wir haben letztes Jahr im März die Kommunikationshilfen beantragt und im Mai hatten wir sie, also im selben Jahr nach nur 8 Wochen.

Wir hatten einige Leute von KomRat da, die uns auch halfen bei der Beantragung. Also, Du brauchst vom KiA ein Rezept für den Talker. Sag ihm, daß sein Budget damit NICHT belastet wird. Dann hat eure Beratung vielleicht noch ein Angebot abgegeben (Smalltalker) und zum Schluß wären einige Gutachten von Therapeuten oder der Schule dienlich. Das alles schickst Du oder euer Berater an die KK, die dann prüft. Ihr habt aber ein Anrecht auf diese Hilfsmittel!!! Und eigentlich sollte sich die KK nicht querstellen.

Hoffentlich habe ich jetzt nix vergessen, vielleicht weiß noch jemand hier, ob noch mehr nötig ist?

Gib mal oben bei "Schnellsuche":"Kommunikationshilfen" ein, da findest Du dann einige Beiträge, die Dir sicher auch helfen können!!

LG - Angela
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Simone73
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Beitragvon Simone73 » 15.06.2006, 13:29

das macht mir ein wenig mut :))) obwohl ich bei unserer kk da noch nicht dran glaube, wir hatten einen gesprächstermin mit einer beratungsstelle. die schule wird unterstützen und der sprachtherapeut ebenfalls.

nur die sache mit dem kinderarzt :((( er "jammert" bei jedem rezept über seinen regress egal ob es um schuhe, medis oder therapien geht - vielleicht sollte ich ernsthaft einen kinderarztwechsel übderdenken

lg simone
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Glaub daran!!!
Simone (5/73) und Jens (10/65) mit Philipp (9/98) - Wirbelwind, Epilespie und Adrian (1/97) - wahrscheinlich Gendefekt, erheblicher ER, Microcephalie, leichte dyskinetische CP - und trotz allem ein kleiner Herzensbrecher :)

asprinz
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Beitragvon asprinz » 15.06.2006, 15:26

die sache mit dem kinderarzt (( er "jammert" bei jedem rezept über seinen regress egal ob es um schuhe, medis oder therapien geht - vielleicht sollte ich ernsthaft einen kinderarztwechsel übderdenken


Hallo,

besondere Kinder brauchen nach meiner erfahrung zumindest im Hintergrund auch eineN "besondereN" Ärztin/Arzt. :wink:
D.h., dass ein SPZ oder ein niedergelassener Neuropädiater das Kind mitbetreuen sollte, denn da kann die koordinierende und beratende Leistung, die es gerade für die besonderen Kinder und ihre Familien braucht, auch geleistet werden.

Da ich selber als Neuropädiater (Kinderneurologe) tätig bin, weiß ich aus dieser Erfahrung heraus, dass das Thema HM besonders sensibel ist. Die/der Verordnende sollte m.E. fundierte Kenntnisse über das beantragte/zu verordnende HM haben, und das kann der "normale" Kinderarzt i.d.R. gar nicht leisten. Und dann führen unterqualifizierte Verordnungen zu überzogenen (und zum größten Teil auch gesetzeswidrigen) Überprüfungen durch die Krankenkassen. Schritt 1 ist dabei oft das Verschleppen der Bearbeitung ("Mal sehen, ob es sich nicht so erübrigt"). Das dauert...
Eine qualifizierte Verordnung sollte das HM "haarklein" beschreiben (damit nicht "irgendein Rolli" :evil: dabei herauskommt) und genau begründen, dann kann die KK nicht anders als rasch genehmigen, zumal, wenn der Verordner und die Eltern immer wieder auf die Fristen nach SGB IX (insb. §§ 12-15) verweisen. Aber das kann eben in der rasenden Sprechstunde einer durchschnittlichen KA-Praxis nicht geleistet werden.

Im Übrigen: für Hilfsmittel gibt es kein individuelles Arztbudget. Nirgendwo in Deutschland. Weil wir überhaupt keinen Einfluss auf und Einblick in die Preise haben.
Falls jemmand einen niedergelassenen Neuropädiater in seiner Nähe sucht: www.ag-nnp.de (das ist die Seite der Arbeitsgemeinschaft). Die SPZs findet man leicht über google.de oder auf der Seite des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte: http://www.kinderaerzteimnetz.de.

Bis demnächst,

Andreas Sprinz

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Beitragvon Simone73 » 15.06.2006, 16:20

Danke für die ausführliche Antwort, da wir erst letztes Jahr hier her gezogen sind und das SPZ nur einmal im Jahr besucht haben (entwicklungstest und co, bzw. zur schuh und orthesen versorgung auf häufiger) habe ich hier noch keinen termin bekommen.

ich schaue mal auf der seite nach ob es in unsere gegend einen neuropädiater gibt
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Beitragvon Luca » 15.06.2006, 16:45

Hallo,

unser Sohn hat seit gut einem Jahr den Small-Talker. Er kommt damit super zurecht. Wir haben nach Antragstellung von der KK erst eine vorläufige Kostenzusage bekommen. Nach ca. 3 Monaten mussten wir eine Stellungnahme vom Kindergarten, von der Logopädin und von uns einreichen. Danach wurde der Small-Talker auf Dauer genehmigt. Das unsere KK so vorgegangen ist, dafür haben wir aber Verständnis gehabt. Schließlich ist der Small-Talker sehr teuer und wenn sich im Nachhinein herausstellt das die Kinder nicht damit klar kommen bzw. nicht so nutzen können ist es doch besser so, als wenn das Hilfsmittel ungenutzt zu Hause liegen bleibt.
Liebe Grüße Sabine
Sabine mit Luca, geb.06.05.1998 - Spastische Tetraparese - Ehem. Frühchen 25.SSW (535g, 30 cm) - begeisterter E-Rollifahrer und Talker-Benutzer

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Beitragvon Brigitte 1953 » 15.06.2006, 19:16

Hallo Simone,

es nun schon ein paar Jahre her, aber für Martin war es damals überhaupt kein Problem die Bewilligung zu bekommen.

Wir mussten zwar bei einem Vertrauensarzt der Kasse vorstellig werden,d er dann bescheinigt, dass Martin alles verstehen kann und dringend diese Kommunikationshilfe benötigt.

Viel Erfolg, lieben Gruss

Brigitte :D

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Beitragvon angela » 15.06.2006, 19:32

Hallo Andreas,

da eben manche KiÄ Schiß vor der Beantragung teurer Hilfsmittel haben, kam mein Verweis darauf, daß diese Hilfsmittel nicht über ihr Budget laufen und der KiA sie ruhig verschreiben kann. :wink:

Ich habe unserem KiA den genauen Text von KomRat diktiert :shock: , kam mir richtig Klasse vor mal einem Arzt den richtigen Text zu sagen :wink: , und das war es dann.

Liebe Grüße - Angela
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Beitragvon Reiner » 15.06.2006, 21:31

Hallo Simone,

wenn du dir ein Angebot von PRD (Lieferant des Smalltalker in Deutschland) einholst, bekommst du noch weitere Unterlagen bzgl. der Beantragung und was dabei zu beachten ist mit an die Hand.

Wir haben Annikas Mintalker von PRD auch durch das SPZ verordnet bekommen.
Hier gab es zuvor ein Beratungsgespräch mit einem Logopäden, einem Vertreter von PRD und dem Arzt im SPZ.

Falls du hierzu noch weitere Fragen hast, kannst du dich gerne nochmal melden.

Die Genehmigung für Annikas Talker ist übrigens total problemlos über die Bühne gegangen.

Gruß

Reiner

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Sabine2
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Beitragvon Sabine2 » 16.06.2006, 09:47

Hallo,

wir sind auch dran, den Smalltalker zu beantragen. Bisher hatte ich mit meiner KK keine Probleme bei den Hilfsmitteln. Aus meiner Erfahrung empfiehlt es sich, bei dem Sanitätshaus oder dem jeweiligen Lieferanten immer genau nachzufragen, welcher Text auf dem Rezept stehen muss. Dieser wird dann dem Kinderarzt diktiert. Da sein Budget nicht belastet wird (bei allen Hilfsmitteln), hat er auch keinen Grund zu jammern. Das finde ich, ehrlich gesagt eine Frechheit von Deinem KiA.

Bei den Kommunikationshilfen ist es hilfreich, ein oder zwei Gutachten von Logopäden/Sprachtherapeuten und einer Beratungsstelle für Unterstützte Kommunikation dem Rezept beizulegen. Und nicht erst nachzuliefern, das kostet nur Zeit.

Viele Grüße
Sabine
Sabine mit Stella (06/2002, fröhliches Rollikind, globale Entwicklungsverzögerung unbekannter Ursache, spricht nicht, hat aber ein gutes Sprachverständnis, Schluckstörung)


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