Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

In dieser Kategorie geht es um rechtliche Dinge, Fragen zur Krankenversicherung, Pflegegeld etc.

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Wenzeline
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Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon Wenzeline » 07.10.2019, 15:21

Hallo Ihr lieben,

ich bin neu hier. Unsere Tochter ist schwerbehindert (ein kompletter Pflegefall Pg5/ Taubstumm/ Autoaggressiv etc. Sie ist ohne lange Einarbeitung nicht einfach von fremden zu betreuen) Sie ist nun 17,5 Jahre alt und es steht nun wieder einiges an was ich regeln und organisieren muss (was passiert nach der Schule - welche Förderstätte etc., Grundsicherung etc.)...

Nebenbei mach der Kindsvater immer wieder große Probleme. Seit unserer Scheidung vor über 7 Jahren nimmt er unsere Tochter zwar regelmäßig (14 Tätig am Wochenende), aber nicht wirklich (Pflege ist teilweise recht unzureichend) gut & gerne und er mauert unglaublich was die Ferienzeiten angeht. Wir haben 2 gemeinsame Kinder - einen Jungen der gesund (15 Jahre) ist.

Die Pflege und Betreuung meiner Tochter ist in der Tat ziemlich anstrengend, so dass ich auf seine Ferienunterstützung angewiesen bin. Aktuell macht er 3 Wochen Ferienbetreuung im Jahr die er frei festlegen darf. Er Mauert aber immer dass er nicht im voraus planen kann und das er ab 18 Jahren nicht mehr zuständig ist und überhaupt soll ich unsere Tochter doch jetzt endlich ins Heim geben, er würde sie dann auch ab und zu besuchen. Das ist der aktuelle Tenor. Ich arbeite neben meinen 3 Kindern 25 Stunden/Woche und habe natürlich auch nur 6 Wochen Urlaub im Jahr. Mein jetziger Ehemann hat die Möglichkeit die übrig bleibenden Tage mit Homeoffice und im Wechsel mit mir zu wuppen. Das dies an unsere körperlichen und seelischen Grenzen geht dürfte nachvollziehbar sein. Während mein Ex so tut als wäre er hier nicht zuständig.

Mein Ex-Mann ist ausreichend vermögend und bezieht neben seinem Angestellteneinkommen Mieteinnahmen von min. 7500 Euro/Brutto Monat (Stand 2013) ist also durchaus in der Lage für Betreuungskosten anzukommen wenn er nicht bereit ist sich persönlich um meine Tochter zu kümmern.

Mich würde interessieren wie in so einem Fall die Rechtslage aussieht, ich wäre mit 4 Wochen Ferienbetreuung seinerseits völlig zufrieden. Allerdings möchte ich nach den Kämpfen der letzten Jahre einmal genau wissen wo ich denn mit meiner Forderung stehe. Die Urlaubsplanungen gehen wegen seinem Spaß zu verhandeln immer über Wochen nervenaufreibender Diskussion. Verlange ich zu viel?

Gibt es einen kompetenten Anwalt im Raum Augsburg oder kennt sich hier im Forum jemand genauer aus? Ist ja doch eine ziemliche Sondersituation
Tochter *2002, 100% schwertbehindert, taubstumm, geistig retardiert und eingeschränkt, CHARGE Syndrom, PG5, ///. Sohn *2004 gesund, Sohn *2014 gesund

Es ist eine absolute Herausforderung für alle Kinder das beste herauszuholen so dass jeder sich optimal entwickeln kann und die Grundbedürfnisse aller Familienmitglieder befriedigt werden können

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Engrid
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Beitragvon Engrid » 07.10.2019, 16:54

Hallo,

ich kenn mich jetzt mit Umgang nach Scheidung nicht aus (wobei ich meinen würde, es gibt keine Umgangspflicht?? Bzw es gibt eine Umgangspflicht, aber im Sinne des Kindeswohls lässt sich die nicht zwangsweise durchsetzen?), aber hast Du mal an Kurzzeitpflege gedacht? Es gibt zb im Westen von München (also vielleicht nicht allzu weit von Euch?) die Helfenden Hände.

Grüße
Engrid
mit Sohn vom anderen Stern (frühkindlich autistisch)
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Beitragvon Engrid » 07.10.2019, 17:05

Engrid
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Re: Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon Britta70 » 07.10.2019, 17:19

Hallo,

die rechtliche Lage kenne ich leider nicht. Aber was ist der Unterschied, ob dein Ex deine Tochter nimmt und fremdbetreuen lässt oder du gleich nach einem Kurzzeitpflegeplatz suchst (auf den du dich besser verlassen kannst)? Ich würde zweites vorziehen um die Diskussionen zu sparen.
Langfristig würde ich einen Wohnheimplatz suchen; du kannst trotzdem jederzeit deine Tochter nach Hause holen. Es ist kein "Abschieben", mit 17 / 18 Jahren ziehen viele Kinder von zu Hause aus.

Viele Grüße
Britta
Amelie (*05), hypoxischer Hirnschaden durch near-missed SIDS, Z. n. BNS-Epilepsie, Button, Tetraspastik, Tetraparese, cerebral blind, Hüftluxation links (operiert 2014), starke Skoliose (operiert 2016)

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Re: Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon Wenzeline » 07.10.2019, 19:49

Ja ich bin tatsächlich auf der Suche sowohl nach Heimplatz (mittelfristig) als auch Kurzzeitpflege um dieses nicht endende Drama mit Dauerdiskussionen zu umgehen, und mich unabhängiger zu machen. Nur scheint es schwierig einen Platz für Sie zu finden. Sie ist tatsächlich eher schwer im Umgang. Sie hat einige Ideen wenn Ihr jemand/etwas nicht gefällt (Kotschmieren, nackt ausziehen in Windeseile, Dauerweinen etc., wenn sie ganz schräg drauf kommt bohrt sie Löcher in Ihr Gesicht die bis zum Knochen tief sind oder zerkratz sich am ganzen Körper) Läuft alles seinen geregelten Gang kann es ganz nett sein mit Ihr. Nur will sie nur noch in die Schule und ansonsten zuhause bleiben (schwierig für eine normale Familie) Ein Wohnheim soll von der Schule mit Unterstützung einer Elterninitiative gebaut werden aber das dauert vor allem wegen der neuen unklaren Gesetzeslage ab 2020. Die Wohneinrichtung muss bei uns in der Nähe sein weil eine Kommunikation mit Ihr nur direkt erfolgen kann. Sie passt leider in keine Gruppierung. Sie ist geistig eingeschränkt hat Autistische Züge etc. Sie ist aktiv und muss komplett unter Beobachtung bleiben, lediglich die Zeit im Bett läuft überwiegend reibungslos.... Britta hat nach dem Unterschied gefragt, dieser liegt bei einer finanziellen Verpflichtung seinerseits. Ich bin der Meinung wenn er sich nicht beteiligen kann oder will ist dies in Ordnung und wäre wenigstens ehrlich, andererseits benötigen wir unsere "Töpfe" Verhinderungspflege etc. für den Alltag. Er müsste sich als "Millionär" doch wenigstens Kostentechnisch beteiligen anstatt uns das Leben schwer zu machen. Leider ist er ein schwieriger Typ und dreht dann wieder komplett in wir würden Ihm seine Tochter wegnehmen wenn ich dinge in diese Richtung vorschlage.
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Re: Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon kati543 » 07.10.2019, 19:54

Hallo,
so heftig es klingt: der UmgangsBERECHTIGTE Elternteil DARF den Umgang auf Null herabsenken. Dein Ex hat also vollkommen recht. Viele Väter machen das so und ziehen sich aus ihrer Verantwortung.
Der umgangsberechtigte Elternteil MUSS jedoch Unterhalt zahlen. Bei den Werten, die du hier nennst, sollte doch ein ganz ansehnlicher monatlicher Kindes-Regelunterhalt fließen. Da du sicherlich nicht Vollzeit arbeiten kannst, wirst du doch nach wie vor nachehelichen Unterhalt erhalten. Nimm doch diese Gelder und versuche Dir dafür gute Betreuung einzukaufen - auf lange Sicht wirst du das sowieso müssen.
LG
Katrin
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O. (Frühk. Autismus (HFA), Sprachentwicklungsstörung, Ptosis, Hypotonie, AVWS, LRS, Vd. Valproatembryopathie)
D. (geistige Behinderung, Frühk. Autismus, Epilepsie, Esstörung, Trigonoceph., Hypertonie, Opticushypoplasie, Amblyopie, Mikrodeletion 3p26.3, Vd. Valproatembryopathie, Z.n. Schädelbasisfraktur)

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Re: Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon Wenzeline » 07.10.2019, 20:04

Noch als Hinweis, wir haben gemeinsames Sorgerecht. Mir gegenüber ist er nicht Unterhaltsverpflichtet da ich wieder verheiratet bin. Aktuell gibt es die Diskussion über die gesetzliche Betreuung die er natürlich zu 50% für sich beanspruchen möchte. Das er seinen Umgang auf Null herabsenken kann ist mir bekannt und wäre mir wirklich lieb und recht.... Aber ist er mit seinen Voraussetzungen wirklich auch kostentechnisch aus der Nummer raus?
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Re: Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon kati543 » 08.10.2019, 07:17

Hallo,
ich kenne SEINE EXAKTEN Zahlen nicht, wohl aber die meines Ex. Bei uns ist sein Verdienst derart gut, dass die Kinder keinen Anspruch auf Grundsicherung haben - entsprechend ist ER natürlich lebenslänglich nicht aus der Nummer raus, sondern es wird sogar verdammt teuer - ein vielfaches wie zu Zeiten als Minderjährige. Lass dich einfach beraten.
Von dem Geld siehst du nur leider immer nie etwas.
LG
Katrin
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Re: Anwaltssuche? Betreuungszeiten nach Scheidung

Beitragvon Wenzeline » 08.10.2019, 07:28

kati543 hat geschrieben:Hallo,
ich kenne SEINE EXAKTEN Zahlen nicht, wohl aber die meines Ex. Bei uns ist sein Verdienst derart gut, dass die Kinder keinen Anspruch auf Grundsicherung haben - entsprechend ist ER natürlich lebenslänglich nicht aus der Nummer raus, sondern es wird sogar verdammt teuer - ein vielfaches wie zu Zeiten als Minderjährige. Lass dich einfach beraten.
Von dem Geld siehst du nur leider immer nie etwas.
LG
Katrin



Danke schon mal für die Info, ich muss einen kompetenten Anwalt finden. Mir geht es nicht darum mich zu bereichern - sondern es geht hier ums Prinzip! Er muss genau so gerade stehen, wenn er es nicht tut dann eben wirtschaftlich. Er stellt seine Situation so hin als ob er unbeteiligt wäre an unsere Tochter. Nach dem Motto ist doch Dein Problem! Ich gehe langsam am Stock und brauche vor allem diese ewigen Diskussionen nicht mehr. Wir brauchen als Familie Entlastung weil eine 1/1 Betreuung unsere Jungs komplett einschränkt!
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Beitragvon Engrid » 08.10.2019, 07:52

Hallo Wenzeline,

ich glaube, Du musst das klarer auseinanderhalten. Dein Ex hat Unterhaltsverpflichtungen gegenüber Eurer Tochter, aber er muss nicht eine Betreuung bezahlen, die Du für Deine Tochter suchst. So eine Betreuung in spezialisierten Kurzzeitpflegeeinrichtungen kostet aber ziemlich viel Geld, das wird ohnehin keiner privat zahlen, dafür gibt es ja den Topf der Kurzzeitpflege.
Er nimmt die Tochter jedes zweite Wochenende, aber in den Ferien nicht für länger. Das ist jetzt längst nicht halbehalbe, aber es ist doch schon viel mehr als viele andere Väter ... Wenn der Streit eskaliert, und er zieht sich ganz zurück, dann hast Du noch weniger Zeit. Bitte versteh mich nicht falsch, aber ich würde lieber auf Ausgleich gucken als auf Konfrontation. Anwalt kann trotzdem nicht schaden, denn dann kannst Du Dir mal genau ausrechnen lassen, welche Unterhaltsverpflichtungen Dein Ex hat, auch in der Zukunft, und auch, ob er über der Einkommensgrenze liegt dafür, dass Deine Tochter ab 18 Grundsicherung bekommt.

PS: Das Dominikus-Ringeisen-Werk kennst Du? Die haben Wohnheime in Augsburg und Umgebung und auch weiter weg, und sicherlich auch Kurzzeitplätze, und widmen sich auch Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen, Mehrfachbehinderung, und/oder Autismus. https://www.dominikus-ringeisen-werk.de ... dorte.html

Grüße
Engrid
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