Wann und wie über Regelblutung aufklären?

Hier könnt ihr euch rund ums Thema Autismus austauschen.

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SanStef
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Wann und wie über Regelblutung aufklären?

Beitragvon SanStef » 17.09.2019, 13:50

Hallo zusammen,

unsere Tochter (8 Jahre) ist Asperger-Autistin.
Sie wird total hysterisch, wenn sie blutet, aber sobald ein Pflaster drauf ist, ist es weg und damit gut. Wir kleben also auf für uns unsichtbare Ratscher auch Pflaster, weil dann die Verletzung weg ist.
Nun mache ich mir Gedanken und Sorgen über die Periode. Zum einen weiß ich nicht, wann ich sie darüber aufklären soll - da ich nicht mit Akzeptanz rechne, weiß ich aber auch nicht, ob ich es ggf. Jahre im voraus machen soll.
Zum anderen frage ich mich, wie wir dann, wenn es soweit ist, damit umgehen sollen. Dass es blutet, lässt sich ja nicht bzw. nur hormonell unterdrücken.
Wenn die Periode erst spät einsetzen sollte, kann ich mir vorstellen, dass sie dann von der Entwicklung her ggf. damit umgehen kann, aber die Periode kann ja auch schon mit 9 oder 10 Jahren einsetzen.

Ich freue mich über eure Meinungen und Erfahrungen!

Danke und liebe Grüße.

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IrisB
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Re: Wann und wie über Regelblutung aufklären?

Beitragvon IrisB » 17.09.2019, 14:15

Hallo,

ich glaube, ich würde erstmal versuchen, das Thema "Bluten" anzugehen. Eines meiner Kinder ist früher regelmäßig in Panik geraten, wenn es weinte, weil es Sorge hatte, durch den Flüssigkeitsverlust zusätzlichen Schaden zu nehmen. Eventuell spielt so etwas bei Deiner Tochter auch eine Rolle. Vielleicht wäre es eine gute Idee, immer mal ein ganz klein wenig darüber zu reden - über den Blutkreislauf, die Funktion des Blutes, wie schnell es neu gebildet wird, wie megaviel Blut im Körper ist und wie miniwenig bei einer Wunde ausläuft und wie wichtig es ist, dass es Dreck aus Wunden spült.

LG Iris
Iris mit Johannes (Herbst 2003), Asperger Syndrom, und Konstantin (Frühling 2006), HFA
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SanStef
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Re: Wann und wie über Regelblutung aufklären?

Beitragvon SanStef » 17.09.2019, 14:31

Finde ich einen guten Ansatz, darauf bin ich gar nicht gekommen.

Ich vermute, ein Teil des Problems ist, dass Blut in den Körper gehört. Eine Zeit lang hatte unsere Tochter auch Angst, dass sie - sobald sie blutet - am Blutverlust stirbt. Da hatte sie dann sogar Angst vor Mückenstichen.
Ich erkläre natürlich immer fleißig, aber bisher konnte das die Angst noch nicht schmälern.

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Re: Wann und wie über Regelblutung aufklären?

Beitragvon melly210 » 17.09.2019, 15:21

Ich würde auch sagen, erstmal generell am Blut-Thema arbeiten. Es gibt zwar vereinzelt Mädchen die schon mit 9 oder 10 bluten, aber das ist schon recht selten. Normalerweise wird das erst mit 12 aufwärts ein Thema. Bis dahin habt ihr ja noch viel Zeit, und sie wird sich ja bis dahin sicher auch noch deutlich weiterentwickeln. Vielleicht ist es dann mit 12 kein Thema mehr. Wenn doch und wenn sie gar nicht damit zurecht kommt, kann man es hormonell unterdrücken, ja. Sämliche Pillen und Co kann man ohne Pause durchnehmen, so daß keine Regelblutung eintritt.

SimoneChristian
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Re: Wann und wie über Regelblutung aufklären?

Beitragvon SimoneChristian » 17.09.2019, 20:40

Hallo,

je nachdem wie fit deine Tochter ist, empfehle ich die gute, alte Serie: "Es war einmal.... das Leben"
Habe ich gerade auch als Neuauflage im Nuchladen als Comic gesehen.
Besonders die Blutplättchen zum Wundverschluss sind da sehr schön dagestellt.

Hier kommt das Thema "Geschlechter und Unterschiede" immer mal wieder auf.
Ich versuche dann altersgerecht die aktuelle Frage zu beantworten.

Herzliche Grüße
Simone
C. (*9/11) Sprachentwicklungsverzögerung, Regulationsstörungen des Kindesalters
atypischer Autismus (Diagnose 07/15)

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Re: Wann und wie über Regelblutung aufklären?

Beitragvon JasminsMama » 18.09.2019, 18:44

Hallo,
es kommt viel auf die Statur der Mädchen an. Kleine, zarte Mädchen bekommen die Regel eher später, große, kräftige eher früher. (Wurde uns von den Endokrinologen so erklärt)

Mein Kind war schon immer groß und kräftig und sie hatte mit 9 ihre erste Periode. Lt. Endokrinologen eine "frühnormale" Pubertätsentwicklung. Ich war froh, das ich so was schon geahnt hatte und früh mit ihr darüber gesprochen hatte, trotzdem war der Schreck bei ihr zu Anfang groß.

Allerdings kann ich Dich vielleicht etwas beruhigen, denn mein Kind reagiert auch über, wenn sie aus einer Wunde oder womöglich der Nase blutet...die Regelblutung hat sie, nachdem ich ihr versichert habe, dass sie nicht verblutet, gut verkraftet.

LG
Sandra
Sandra 06/76
Jasmin Marie 05/02 globale Entwicklungsverzögerung, vis. Wahrnehmungsstörung, Lernbehinderung, starke Hyperopie rechts, hochpathologisches EEG (Besserung seit Jan. 12),
PG 3, SBA 80% B, G, H
***Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht***


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