Konsequenz Schweigepflichtsentbindung

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SimoneD.
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Re: Konsequenz Schweigepflichtsentbindung

Beitragvon SimoneD. » 16.09.2019, 09:52

Ich bin ja von einem coaching nicht abgeneigt. Habe aber keine Antwort bekommen, wer so ein coaching macht.
Angst habe ich nicht vor meinem Sohn. Ich greife da auch beherzt ein, aber es muss ja nicht soweit kommen und da wäge ich eben ab.
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Michaela44
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Re: Konsequenz Schweigepflichtsentbindung

Beitragvon Michaela44 » 16.09.2019, 09:54

Nein, sie dürfen keine Leistung verweigern, wenn du deine Schweigepflichtentbindung widerrufst. Ich würde denen dann im gleichen Schreiben mitteilen, dass sie alle erforderlichen Unterlagen bei dir anfordern
können und du diese selbstverständlichd kurzfristig zur Verfügung stellst und dass du bei Bedarf für den Einzelfall Schweigepflichtentbindungen ausstellen wirst. Du kannst auch schreiben, dass du zukünftig dein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung ausüben möchtest, und verweist auf die Datenschutzbestimmungen des SGB 8, nach denen das JA die erforderlichen Daten bei den Betroffenen zu erheben hat.

So nimmst du ihnen die Möglichkeit zu behaupten, dass du deinen Mitwirkungspflichten nicht nachkommst.

Und was die komischen Passagen in dem Arztbericht angeht, empfehle ich dir, zusätzlich schriftlich um Erklärung oder, falls sie dies nicht können, um Streichung des Satzes zu bitten.

Und in Ergänzung zu Engrid: in jeder größeren Stadt gibt es kostenlose Erziehungsberatungsstellen, die der Schweigepflicht unterliegen und wo man kurzfristig einen Termin bekommt.
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Engrid
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Beitragvon Engrid » 16.09.2019, 10:01

Michaela, die allgemeinen Erziehungsberatungsstellen bringen für ein autistisches Kind mit herausforderndem Verhalten nix, außer Frust für die Mutter, und womöglich entstehen dort aus Unwissen über Autismus und entsprechende Fehleinschätzung dann noch Berichte, in denen wieder so „Mutter-ist-schuld“-Zeugs drinsteht.

Hier in München gibt es zb Erziehungsberatung und -unterstützung durchs Autkom, das ist eine Coop von Regionalverband Autismus und der hiesigen fachmedizinischen Seite. Das dürfte es in der einen oder anderen Form auch anderswo geben, bzw sollten doch die ATZ das Elterncoachen kompetent auf den Schirm haben.
Ich persönlich fühle mich hervorragend gecoacht durch unsere ausnehmend gute Ergotherapeutin. Da musst Du einfach ein bisschen vor Ort selber recherchieren, Simone.
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Re: Konsequenz Schweigepflichtsentbindung

Beitragvon SimoneD. » 16.09.2019, 10:11

An eine "normale" Erziehungsberstungsstelle hatte ich mich damals vor der Diagnose mal gewandt. Die wussten auch nicht weiter, weil ich alle Tipps die sie mir gegeben hatten bereits alle durch hatte. Daher weiß ich das diese Stellen, wie Engrid schreibt, für autistische Kinder nichts sind.

Werde im ATZ nachfragen.

Der I-Kraft Träger macht soziale Kompetenztrainings mit Kindern...und wohl auch Eltern...
http://www.ips-team.de/praxis/wer-sind-wir/
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Re:

Beitragvon Michaela44 » 16.09.2019, 10:24

Michaela, die allgemeinen Erziehungsberatungsstellen bringen für ein autistisches Kind mit herausforderndem Verhalten nix, außer Frust für die Mutter, und womöglich entstehen dort aus Unwissen über Autismus und entsprechende Fehleinschätzung dann noch Berichte, in denen wieder so „Mutter-ist-schuld“-Zeugs drinsteht.

Hier in München gibt es zb Erziehungsberatung und -unterstützung durchs Autkom, das ist eine Coop von Regionalverband Autismus und der hiesigen fachmedizinischen Seite. Das dürfte es in der einen oder anderen Form auch anderswo geben, bzw sollten doch die ATZ das Elterncoachen kompetent auf den Schirm haben.
Ich persönlich fühle mich hervorragend gecoacht durch unsere ausnehmend gute Ergotherapeutin. Da musst Du einfach ein bisschen vor Ort selber recherchieren, Simone.
Bei der Erziehungsberatung in unserem Ort arbeiten Psychologen und ich fand die Gespräche sehr hilfreich, auch ohne dass man sich dort mit Autismus auskannte. Berichte gab es keine! Es war genauso vertraulich, als wenn man über die Krankenkasse zum Psychologen geht. (Und unsere Situation war weit schlimmer als die von Simone) Es ging da auch weniger darum zu gucken, wie ich mit meinem Kind umgehe, sondern darum, was das alles mit mir macht und wie ich damit umgehe. Also mehr eine Hilfe für mich persönlich.
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Re: Konsequenz Schweigepflichtsentbindung

Beitragvon mariannna » 19.09.2019, 00:30

Hi Simone,
allerdings überlege ich mir vorher ganz genau und vorsichtig was geht oder nicht, wenn mein Sohn eine Mistgabel in der Hand hat.
Vor dem eigenen Sohn Schiss zu haben, ist ganz ungünstig.

Grüße
Da stimme ich Engrid zu! Wie willst du deinen Sohn erziehen, wenn du Angst vor ihm hast? Er ist jetzt grade mal 9 Jahre alt..... Was ist in 3,5 oder 8 Jahren, wenn er dir körperlich überlegen ist?

Da scheint mir die Einschätzung der Tagesklinik schon zutreffend zu sein:
"Eine zu enge Bindung wurde nicht attestiert. Jedoch eine Unsicherheit meinerseits ihm gegenüber, die seine Entwicklung massiv hemmen würde..."

Das Problem solltest du JETZT in Angriff nehmen, denn je älter dein Sohn wird, desto stärker wird er auch (körperlich) und je schwerer wird es, aggressivem Verhalten zu begegnen.

Wir Eltern haben ja nicht nur ein ErziehungsRECHT, sondern eben auch eine ErziehungsPFLICHT, auch wenn es manchmal harte Arbeit ist.

LG,Marianna


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